Thematisch wird in dieser Arbeit ein Schwerpunkt gelegt auf einige regionale Bezeichnungen aus dem Brauerei- und dem Küfereiwesen, die französischen Wörterbüchern aus dem 17. Jh. entnommen sind. Die Herstellung von Fässern, die Tätigkeit des Küfers also, diente natürliche nicht nur der Aufbewahrung des Bieres, sondern auch jener des Weines. In erster Linie soll die sprachliche Weitergabe von Regionalismen im Vordergrund stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Standardsprache, Regionalismen und Fachlexik im 17. Jh.
2.1 Ausbreitung der französischen Standardsprache
2.2 Regionalismen und Fachsprache im metalinguistischen Diskurs des 17. Jh.
2.2.1. Malherbes Bedeutung
2.2.2. Die Bedeutung Vaugelasʼ und der Académie française
3. Regionalismen, Fachwörter und Fachsprachen in der Linguistik
4. Das Küferhandwerk in Frankreich bis zum 17. Jh.
5. Lexikographie des 17. Jahrhunderts (und Regionalismen)
6. Regionalismen aus der Küferei in der Lexikographie des 17. Jahrhunderts
6.1 Lexeme, die sich auf den Zapfen und den Spund des Fasses beziehen
6.1.1 TAPON
6.1.2 TAPER
6.1.3 DETAPPER
6.1.4 VERTAPER
6.1.5 DEVERTAPER
6.2 Lexeme, die Bestandteile des Fasses bezeichnen
6.2.1 DOUVE, DOUVELLE, DOVELLE, DOUELLE
6.3 Lexeme, die Werkzeuge von Küfern bezeichnen
6.3.1 TREFONT DE TONNELIER
6.3.2 BIRONNE
6.3.3 VILLE (WILLE), VILLETTE
6.3.4 VINBREQUIN, VIREBREQUIN, LIBRICQUIN
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorkommen und die Rolle französischer Regionalismen aus dem Bereich des Küferhandwerks in lexikographischen Werken des 17. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Fachbegriffe in den Wörterbüchern erfasst wurden, inwieweit sie als Teil eines Substandards markiert wurden und welche Rolle sie im Diskurs zur Sprachnormierung spielten.
- Analyse des Einflusses der Académie française auf die Sprachnormierung
- Untersuchung des Küferhandwerks als soziales und sprachliches System
- Lexikographische Auswertung bedeutender Wörterbücher des 17. Jahrhunderts
- Analyse von Regionalismen im Kontext von Fach- und Berufssprachen
- Untersuchung der Sprachgeschichtlichen Hintergründe von Entlehnungen
Auszug aus dem Buch
6. Regionalismen aus der Küferei in der Lexikographie des 17. Jahrhunderts
Im Folgenden sollen exemplarisch einige Regionalismen behandelt werden, die mit dem Fass und der Küferei in Verbindung gebracht werden können und lexikographischen Werken des 17. Jahrhunderts entnommen sind. Es ergab sich dabei, dass solche ausschließlich in den Wörterbüchern von Cot 1611, Mé 1650 und 21694 aufzufinden waren.
6.1 Lexeme, die sich auf den Zapfen und den Spund des Fasses beziehen
6.1.1 TAPON
Norm.: tapon (Mé 21694, 686b, sub tampon). ● Etym. Aus afrk. Bezeichnung für Zapfen TAPPO (vgl. FEW, XVII, 308b, *TAPPO). ♦ „le tampon d’une bouteille: le tampon d’un tonneau. […] On disoit autrefois tapon, et on le dit encore dans la Basse-Normandie“ (Mé 21694, 686b, sub tampon). Die dt. Übersetzung wäre Pfropfen, Spund (vgl. SV 291917, 868a, tampon). ◊ In derselben Bedeutung (Pfropfen, Spund) führt Cot 1611 und Cot 1673 sowohl tapon als auch die nasalisierte Form tampon an, „A bung, a stopple“, jedoch als nicht regional markierte Form. Tapon: ø Nic 1606, ø Mé 1650, ø Bo 1655, ø Rich 1680, ø Fu 1690, ø Cor 1694, ø DAF 1694. Tampon noch belegt bei Rich 1680, Fu 1690, Cor 1694, DAF 1694.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung zur Untersuchung französischer Regionalismen in Wörterbüchern des 17. Jahrhunderts und definiert den methodischen Ansatz.
2. Standardsprache, Regionalismen und Fachlexik im 17. Jh.: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Sprachnormierung in Frankreich unter Einbeziehung der Académie française und der Rolle von Sprachnormierern wie Malherbe und Vaugelas.
3. Regionalismen, Fachwörter und Fachsprachen in der Linguistik: Hier werden theoretische linguistische Grundlagen zur Einordnung von Fachsprachen und Regionalismen sowie deren Vitalität in Gruppensprachen behandelt.
4. Das Küferhandwerk in Frankreich bis zum 17. Jh.: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Küferhandwerks, die Rolle der Zünfte und die enge Verbindung zur Wein- und Bierproduktion.
5. Lexikographie des 17. Jahrhunderts (und Regionalismen): Ein Überblick über die lexikographischen Quellen des 17. Jahrhunderts und deren unterschiedliche Haltung gegenüber Regionalismen und Fachlexik.
6. Regionalismen aus der Küferei in der Lexikographie des 17. Jahrhunderts: Der Hauptteil analysiert exemplarisch ausgewählte Regionalismen des Küferhandwerks und deren Erfassung in den untersuchten Wörterbüchern.
7. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Aufnahme von Regionalismen in präskriptive und nicht-präskriptive Wörterbücher und zur sprachgeschichtlichen Herkunft der Begriffe.
Schlüsselwörter
Regionalismen, Lexikographie, 17. Jahrhundert, Küferei, Académie française, Fachsprache, Sprachnormierung, Dialektalismen, Fassbinder, Berufssprache, Französisch, Wörterbücher, Substandard, Etymologie, Sprachgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Erfassung und Bewertung von spezifischen Fachbegriffen aus dem Küferhandwerk in französischen Wörterbüchern, die im 17. Jahrhundert entstanden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Geschichte der französischen Lexikographie, der Prozess der Sprachnormierung im 17. Jahrhundert und die soziolinguistische Einordnung von Fach- und Berufssprachen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Wörterbücher dieser Zeit mit regional markierten Fachbegriffen umgingen, die nicht dem angestrebten Ideal der Standardsprache entsprachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine lexikographische Analyse durchgeführt, bei der Begriffe in verschiedenen historischen Wörterbüchern nachgewiesen, etymologisch eingeordnet und miteinander verglichen werden.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von speziellen Lexemen, die mit Werkzeugen und Bauteilen des Küferhandwerks wie Zapfen, Spundlöchern oder Bohrern verbunden sind.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Regionalismen, Lexikographie, 17. Jahrhundert, Fachsprache und Küferei charakterisieren.
Welche Wörterbücher dienten als Hauptquellen für die Analyse?
Als Quellen dienten unter anderem das Wörterbuch von Cotgrave (1611), das Werk von Ménage (1650/1694), Furetières Dictionnaire universel und das Akademiewörterbuch von 1694.
Warum spielt die Académie française eine wichtige Rolle für die Untersuchung?
Die Akademie war maßgeblich für die Etablierung einer normierten Standardsprache verantwortlich, was dazu führte, dass regionale Begriffe und Fachsprachen oft bewusst exkludiert oder als minderwertiger Substandard markiert wurden.
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- Paolo Parisi (Autor), 2012, Regionalismen aus der Küferei in der Lexikographie des 17. Jahrhunderts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287348