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Bindungsstörung und Heimerziehung

Bindungsunsichere und desorganisiert-gebundene Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung

Titre: Bindungsstörung und Heimerziehung

Thèse de Bachelor , 2014 , 52 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Rebecca Romana Schaus (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie pour écoles maternelles, éducation de la petite enfance
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Eine sichere Bindungsentwicklung und das damit verbundene Urvertrauen wirken wie ein großer Schatz auf seiner anstehenden Reise“ (Brisch, 2010, zitiert nach Leitner und Schmieder, 2013, S. 2).

Leider kann ein Kind nicht immer auf den von Brisch erwähnten Schatz zurückgreifen. Vor allem Heimkinder haben vielmals negative Bindungserfahrungen erleben müssen. Durch Vernachlässigung und Zurückweisung, aber auch Missbrauch war es ihnen nicht möglich dieses Urvertrauen aufzubauen. Statt in wohlbehüteten Verhältnissen wuchsen sie größtenteils in einer traumatisierender Umwelt auf, in der Sicherheit nicht zu finden war. Aus diesen oder weiteren Gründen, welche meist auf Negativerfahrungen beruhen, wurden diese Kinder und Jugendlichen in einem Heim untergebracht.

Aus bindungstheoretischer Sicht sind diese Kinder und Jugendlichen in vielen Fällen als unsicher gebunden oder auch bindungsdesorganisiert einzustufen. Bedingt durch die Erlebnisse der Vergangenheit sind sie misstrauisch und angstvoll ihrer Umwelt, aber insbesondere Erwachsenen gegenüber. Sie erwarten nicht einmal mehr von neuen zur Verfügung stehenden Bezugspersonen Gutes, sondern rechnen immer wieder damit, in ihren Wünschen und Bedürfnissen zurückgewiesen und enttäuscht zu werden. Hier finden sich Aspekte der Bindungstheorie wieder. Diese beschreibt die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Kind und primärer Bezugsperson, welche meist die Mutter ist, und erörtert, wie diese Erfahrungen das kindliche Verhalten, sowie die inneren Erwartungen an die Bindungsperson beeinflussen.

Die Heimerziehung soll Kindern und Jugendlichen eine neue, verbesserte Lebensumwelt bereitstellen und sie bestmöglich in ihrer Entwicklung fördern. Doch dies ist in der Praxis immer wieder mit Schwierigkeiten verbunden. Die BetreuerInnen im Heim sollen im Rahmen von Schichtdienst und hoher Fluktuation zu einer Bezugsperson für ein Kind werden, welches Feinfühligkeit und ein Eingehen auf seine Bedürfnisse kaum oder nie erlebt hat. Es stellt sich deshalb die Frage, wie genau pädagogisch auf diese bindungsunsicheren oder sogar bindungsgestörten Kinder und Jugendlichen in der Heimerziehungspraxis eingegangen werden kann, um ihnen einen Weg zu einem sicheren Bindungskonzept aufzuzeigen und welche Rahmenbedingungen dafür zu beachten sind.

Damit verbunden sollten jedoch zunächst grundlegende Aspekte der Bindungstheorie beleuchtet werden. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bindungstheoretische Grundlagen

2.1 Die Bindungstheorie nach John Bowlby

2.1.1 Bindung

2.1.2 Bindungsverhalten

2.1.3 Die sichere Basis

2.1.4 Bindungsentwicklung

2.1.5 Das innere Arbeitsmodell

2.2 Bindungsqualität

2.2.1 Die sichere Bindung

2.2.2 Die unsicher-vermeidende Bindung

2.2.3 Die unsicher-ambivalente Bindung

2.2.4 Die desorganisierte/ desorientierte Bindung

3 Bindungsstörungen

3.1 Klassifikation von Bindungsstörungen nach dem ICD-10-GM

3.2 Diagnostik und Typologie von Bindungsstörungen nach Brisch

4 Heimerziehung

4.1 Definitionen der Begriffe „Heim“ und „Heimerziehung“

4.2 Betreuungsformen der Heimerziehung

4.3 Rechtliche Grundlagen

5 Bindungsstörungen und Heimerziehung

5.1 Die Rolle des Erziehers

5.2 Pädagogisches Handeln in Abhängigkeit der verschiedenen Bindungstypen

5.2.1 Zur Korrigierbarkeit innerer Arbeitsmodelle

5.2.2 Unterbringungsempfehlung

5.2.3 Umgang mit bindungsunsicheren Kindern und Jugendlichen

5.2.4 Umgang mit bindungsdesorganisierten Kindern und Jugendlichen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie bindungstheoretisch fundierte Pädagogik in der Heimerziehung angewendet werden kann, um Kindern und Jugendlichen mit Bindungsunsicherheiten oder Bindungsstörungen eine sichere Entwicklungsbasis zu bieten. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Möglichkeiten professionellen pädagogischen Handelns unter den strukturellen Rahmenbedingungen von Heimen.

  • Bindungstheoretische Grundlagen und Entwicklung innerer Arbeitsmodelle
  • Klassifikation und Diagnostik von Bindungsstörungen
  • Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen der stationären Heimerziehung
  • Bindungssensible pädagogische Handlungskonzepte für den Heimalltag
  • Korrekturmöglichkeiten für belastete Bindungsmuster

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Bindungsverhalten

Zum Bindungsverhalten wird jegliches Verhalten gezählt, welches auf den Aufbau oder die Aufrechterhaltung von Nähe in zwischenmenschlichen Beziehungen zielt (Holmes, 2006, S. 88). „Verhalten, das der Aufrechterhaltung der Nähe dient, ist am auffallendsten, wenn die Mutter das Zimmer verlässt und das Baby schreit oder wenn es schreit und ihr außerdem zu folgen versucht“ (Bowlby, 2006, S. 196 – 197). Es ist also festzustellen, dass Bindungsverhalten dann aktiviert wird, wenn eine Trennung von der Bindungsperson droht oder tatsächlich stattfindet (Holmes, 2006, S. 88). Dieses Verhaltenssystem wird weiterhin durch „Furcht, Kummer, Krankheit, Erschöpfung oder Verunsicherung aktiviert […]. Das ausgelöste Bindungsverhalten zielt dann auf die Herstellung von physischer oder psychischer Nähe ab, z.B. durch direktes Aufsuchen von Körperkontakt oder durch gezielte Kommunikation“ (Jungmann und Reichenbach, 2011, S. 15). Fühlt sich ein Kind hingegen sicher, wird es seine Umwelt erkunden – das Explorationsverhalten setzt ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bedeutung des Urvertrauens für die kindliche Entwicklung und identifiziert die Herausforderungen, denen pädagogische Fachkräfte bei der Betreuung bindungsgestörter Kinder im Heimalltag gegenüberstehen.

2 Bindungstheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Kernkonzepte der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth, insbesondere das innere Arbeitsmodell und die verschiedenen Bindungsqualitäten.

3 Bindungsstörungen: Hier werden pathogenetische Entwicklungsverläufe dargestellt sowie Bindungsstörungen anhand der ICD-10-GM Klassifikation und der Typologie nach Brisch differenziert analysiert.

4 Heimerziehung: Das Kapitel definiert den Begriff „Heim“ im Kontext des SGB VIII und gibt einen Überblick über verschiedene Betreuungsformen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der stationären Jugendhilfe.

5 Bindungsstörungen und Heimerziehung: Dies ist das Kernkapitel, welches theoretisches Bindungswissen mit der pädagogischen Praxis verknüpft, die Rolle des Bezugserziehers beleuchtet und Handlungsstrategien für unterschiedliche Bindungstypen aufzeigt.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit bindungssensiblen Handelns zusammen und betont die Bedeutung von Stabilität, Zeit und professioneller Beziehungsgestaltung im Heimkontext.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Heimerziehung, Bindungsstörung, Inneres Arbeitsmodell, Bezugserzieher, Bindungsunsicherheit, Pädagogisches Handeln, Psychosomatik, Kindeswohl, Beziehungsarbeit, Feinfühligkeit, Stationäre Jugendhilfe, Traumatisierung, Bindungsrepräsentanz, Sozialverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Relevanz der Bindungstheorie für die pädagogische Arbeit mit bindungsunsicheren oder desorganisiert gebundenen Kindern und Jugendlichen innerhalb der stationären Heimerziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die verschiedenen Ausprägungen von Bindungsstörungen, die Rahmenbedingungen der Heimerziehung sowie die pädagogischen Möglichkeiten zur Bindungskorrektur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, pädagogische Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte aufzuzeigen, um Kindern mit Bindungstraumata durch verlässliche Beziehungen und eine sichere Struktur im Heim neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Bindungstheorie nach John Bowlby, die Typologien von Karl-Heinz Brisch und Mary Ainsworth sowie auf die gesetzlichen Grundlagen des SGB VIII.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Bindungsentwicklung, die klinische Klassifikation von Bindungsstörungen, eine Analyse der Strukturen der Heimerziehung und eine praktische Ableitung pädagogischer Interventionen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Bindungstheorie, Heimerziehung, Bezugserzieher, Bindungsstörung und pädagogisches Handeln.

Welche Rolle spielt der Schichtdienst für die Bindungsarbeit im Heim?

Der Schichtdienst stellt eine strukturelle Barriere dar, weshalb die Etablierung eines Bezugserzieher-Konzepts entscheidend ist, um trotz personeller Fluktuation eine verlässliche Bindungsperson zu etablieren.

Warum ist eine „Reinszenierung“ durch das Kind im Heim ein wichtiger Moment?

Reinszenierungen sind Zeichen von Vertrauen; das Kind zeigt hierbei seine traumatischen Erfahrungen in Form von Verhalten, was den Betreuern die Chance gibt, konträr zu alten destruktiven Erfahrungen zu reagieren und korrigierende Erfahrungen zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
Bindungsstörung und Heimerziehung
Sous-titre
Bindungsunsichere und desorganisiert-gebundene Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung
Université
Justus-Liebig-University Giessen  (Sozial- und Kulturwissenschaften)
Cours
Thesis - Modul - Bildung und Förderung in der Kindheit
Note
1,0
Auteur
Rebecca Romana Schaus (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
52
N° de catalogue
V287535
ISBN (ebook)
9783656878261
ISBN (Livre)
9783656878278
Langue
allemand
mots-clé
Kindheit Pädagogik Kindheitspädagogik Bindung Bindungsstörung Heim Heimerziehung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Rebecca Romana Schaus (Auteur), 2014, Bindungsstörung und Heimerziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287535
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Extrait de  52  pages
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