Die Europäisierung der Nationalstaaten. Das Ende der Nationalstaaten?


Hausarbeit, 2013

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nationalstaatstheorie

3. Die Geschichte der Europäischen Union
3.1 Vom II. Weltkrieg bis 1989/90
3.2 Seit 1989/90

4. Ein einheitliches europäisches Leitbild mit europäischen Zielen
4.1 Überlegungen vor diesem Hintergrund
4.1.1 Bedeutung der Europäisierung des Nationalstaates
4.1.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten von West- und Osteuropa
4.2 Europäische Union als europäisierter Sozialstaat
4.3 Ursachen und Voraussetzungen des weiteren Europäisierungsprozesses aus Nationalstaaten
4.4 Gefahren eines europäischen Nationalismus

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mit dem Thema „Die Europäisierung der Nationalstaaten - das Ende der Nationalstaaten?“. Als Quelle für diese Thematik stehen zwei wissenschaftliche Texte zur Diskussion. Der Text von Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, mit dem Titel „Über die Europäisierung der Nationalstaaten und ihrer politischen Kultur“, beschreibt die wissenschaftliche Auffassung über den Nationalstaat und Europäisierung aus der heutigen Sicht. Im Vergleich dazu werden in dem Textbeispiel von Joachim Hirsch u. a. „Die Zukunft des Staates“ frühere Theorien über Nationalstaaten und Europäisierung beschrieben.

Anfangs ein kurzer Beitrag des griechischen Intellektuellen Nicos Poulantzas zur Nationalstaatstheorie; daran schließt sich ein kurzer Abriss in die Geschichte der europäischen Union an. Welche Zielsetzungen setzte man sich nach dem II. Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung Deutschlands und wie konnte man diese Ziele erreichen? Die Verschiebung der politischen Macht warf neue Probleme auf, die behoben werden mussten und die einen wesentlichen Teil zur Zielsetzung beitrugen. Das größte Ziel ist ein einheitliches Leitbild für Europa zu schaffen. Um dieses zu erreichen, musste man sich mit den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten zwischen West- und Osteuropa auseinandersetzen. Einen wichtigen Aspekt in diesem Prozess ist der Zusammenhang zwischen Identität und Staat.

Um mit der Zielsetzung eines einheitlichen Leitbildes für Europa weiter voran zu kommen, musste man nationale Voraussetzungen der europäischen Ordnung schaffen. Dabei macht der tschechische Historiker Miroslav Hroch Unterschiede in der Nationalstaatsentstehung.

Im letzten Abschnitt meiner Hausarbeit erläutere ich die Gefahren eines europäischen Nationalismus. Sind die Gefahren so groß, dass das Ziel ein einheitliches Europa zu schaffen, nicht erreicht werden kann?

Letztendlich stellt sich die Frage, ist die Europäisierung der Nationalstaaten das Ende der Nationalstaaten?

2. Nationalstaatstheorie

Im Text von Joachim Hirsch wird die These aufgestellt, „dass der Staat im Zuge der sogenannten Globalisierung weder verschwindet noch bedeutungslos wird, hat sich allmählich herumgesprochen.“1 (Hirsch 2001: 7) In der Textvorlage wird auf gegenwärtige Debatten und besonders über einen Beitrag von Nicos Poulantzas (1936 - 1979) eingegangen. „Poulantzas Ansatz zur Analyse des Staates und der politischen Macht war sowohl von den Veränderungen des theoretischen Klimas in den 60er und 70er Jahren, als auch durch bedeutsame Verschiebungen seiner eigenen ökonomischen und politiktheoretischen Orientierungen gekennzeichnet.“2 (Hirsch 2001:11) Die Problematik des Staates hat einen großen Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit geprägt. Poulantzas hat sich von den Theorien Gramsci, „als einen brillanten Kritiker der Staatsmacht im fortgeschrittenen Kapitalismus“3 (Hirsch 2001:11,12) inspirieren lassen. Nicos Poulantzas politische Orientierung war zunächst stark bürgerlich-demokratisch geprägt. Um ein Anhänger des Eurokommunismus zu werden, bekannte er sich dann zum Marxismus-Leninismus. Poulantzas hat im Laufe seiner wissenschaftlichen Arbeit die Theorie entwickelt, dass der Staat eine soziale Beziehung ist. „Die moderne Nation ist demzufolge nicht alleine eine Schöpfung der Bourgeoisie, sondern reflektiert eine spezifische Beziehung zwischen den »modernen« sozialen Klassen.“4 (Hirsch 2001:16).

Die Kernaussage in Poulantzas Ausführungen ist die „Raum-Zeitliche Selektivität des Staates.“5 (Hirsch 2001:14) Die Sprache, Ökonomie, Tradition, Kultur und das Territorium fasst er in die räumlich-zeitliche Struktur des Kapitalismus zusammen. Poulantzas ging vorrangig von der Dominanz des Nationalstaates aus. Er konnte die immensen Veränderungen des Kapitalismus der modernen Zeit nicht vorhersehen. Seine Theorien haben jedoch große Bedeutung im gegenwärtigen Prozess der Internationalisierung des Nationalen, der veränderten ökonomischen Prozesse, der veränderten gesellschaftlichen Arbeitsteilungen, der veränderten politischen und ideologischen Beziehungen und der damit verbundenen Veränderungen der räumlich-zeitlichen Strukturen.

Seine Theorien sind wertvolle Grundlagen bei den Auseinandersetzungen mit den Prozessen von Denationalisierung, Internationalisierung und Renationalisierung von Staat und Staatensystemen. Durch die Globalisierung ergibt sich eine ständige Neuorientierung der räumlich-zeitlichen Grenzen. Die Frage nach der Zukunft des Staates unterliegt ständigen Veränderungen.

3. Die Geschichte der Europäischen Union

Die Europäische Union vereint 485 Millionen Unionsbürger in 27 Mitgliedsstaaten. Aus dieser Pluralität resultiert nicht zuletzt eine Vielzahl an Leitbildern für Europa und eine Fülle von Vorstellungen, Hoffnungen und Ängsten über den weiteren Weg der europäischen Integration.

3.1. Vom II. Weltkrieg bis 1989/90

Die Europäische Union und die europäische Integration ist das Werk politischer Eliten, d. h. Wille von „oben“. Es war ein politisch fundiertes und kulturell grundiertes Projekt mit der Zielsetzung der Aussöhnung der europäischen Völker und der Zusammenführung der europäischen Volkswirtschaften. Die Schaffung eines gemeinsamen Marktes und die damit verbundene unrevidierbare Zusammenarbeit förderte die Bildung einer politischen Union.

3.2 Seit 1989/90

Der Wenderuf „Wir sind das Volk“ spiegelt gewissermaßen die Identifikationskrise der Unionsbürger mit dem vereinten Europa wieder: Europa ist zwar handlungsfähig, bedarf zu seiner weiteren Stärkung der Erneuerung von „unten“. So zum Beispiel das Zulassen europäischer Bürgerbegehren.

[...]


1 Vgl. Hirsch, Joachim u. a., 2001: Die Zukunft des Staates, Hamburg, S. 7-18

2 Vgl. ebenda

3 Vgl. ebenda

4 Vgl. ebenda

5 Vgl. ebenda

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Europäisierung der Nationalstaaten. Das Ende der Nationalstaaten?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V288012
ISBN (eBook)
9783656882145
ISBN (Buch)
9783656882152
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
europäisierung, nationalstaaten, ende
Arbeit zitieren
Sylvia Sickert (Autor), 2013, Die Europäisierung der Nationalstaaten. Das Ende der Nationalstaaten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288012

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