Neue Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt durch den gesellschaftlichen Wandel stellen auch neue Anforderungen an die Schulen. Unterricht muss sich weiterentwickeln, um die Schüler optimal auf das Leben in der modernen Gesellschaft vorzubereiten. Schlagworte wie „individuelle Lernförderung“ und „neue Lernkultur“ stehen dabei vielfach im Mittelpunkt der Diskussionen. (Boller, Rosowski & Stroot, 2007, S. 12) Klassische Unterrichtsmedien stoßen in diesem Zusammenhang immer häufiger an ihre Grenzen. Digitale Medien bieten multimediale und interaktive Möglichkeiten, die bei zielgerichteter Anwendung zur Bewältigung dieser neuen Anforderungen beitragen können. Ein neues, vielversprechendes Medium sind elektronische Schulbücher. Im asiatischen Raum längst fester Bestandteil des Unterrichts, beginnt man auch in Deutschland allmählich, über den Einsatz dieses neuen Unterrichtmediums nachzudenken.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen grundlegenden Überblick über den Themenbereich „elektronische Schulbücher“ aus fachdidaktischer Perspektive zu liefern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse der Einsatzpotenziale, die dieses Medium für den Wirtschaftsunterricht bietet. Darauf aufbauend soll ein Prototyp eines elektronischen Schulbuchkapitels auf Basis des Kerncurriculums für den Wirtschaftsunterricht in Niedersachsen entwickelt werden. Die Frage die damit beantwortet werden soll ist, wie die multimedialen und interaktiven Elemente elektronischer Schulbücher eingesetzt werden können, um die bestehenden Anforderungen an modernen und zeitgemäßen Unterricht zu bewältigen und wie gerade auch der Wirtschaftsunterricht davon profitieren kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Elektronische Schulbücher als medienpädagogischer Trend
2.1 Unterrichtsmedien – Theoretische Grundlagen
2.2 Unterrichtsmedium Schulbuch
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Historische und medienpädagogische Entwicklung
2.2.3 Funktion von Schulbüchern
2.3 Elektronische Schulbücher als besondere Form des Schulbuchs
2.3.1 Was ist ein elektronisches Schulbuch?
2.3.2 Ausprägungsformen
2.4 Gedrucktes Schulbuch vs. elektronisches Schulbuch
2.4.1 Vorteile elektronischer Schulbücher
2.4.1.1 Kosten
2.4.1.2 Größe & Gewicht
2.4.1.3 Aktualität
2.4.1.4 Flexibilität
2.4.1.5 Multimedialität
2.4.2 Nachteile elektronischer Schulbücher
2.4.2.1 Haltbarkeit
2.4.2.2 Urheberrechtsverletzungen
2.4.2.3 Einschränkungen in der Verwendung
2.4.2.4 Umweltbelastung
2.5 Elektronische Schulbücher im Unterricht: eine Kontroverse
2.6 Elektronische Schulbücher in ausgewählten Ländern
2.6.1 Südkorea
2.6.2 USA
3. Analyse der Einsatzpotenziale elektronischer Schulbücher für die ökonomische Bildung
3.1 Fachdidaktische Begründung für elektronische Schulbücher
3.2 Herausforderungen beim Einsatz elektronischer Schulbücher
3.2.1 Einsatzpotenziale
3.2.1.1 Lernmotivation
3.2.1.2 Multimedialität
3.2.1.3 Interaktivität
3.2.1.4 Individuelles und selbstgesteuertes Lernen
3.2.2 Grenzen und Gefahren
3.3 Zwischenfazit
3.4 Mediendidaktische Analyse elektronischer Schulbücher
3.4.1 Leitfragen zur Analyse
3.4.2 Schulbuchanalyse „Economics“
3.4.2.1 Allgemeines
3.4.2.2 Fachdidaktische Analyse der multimedialen und interaktiven Inhalte
3.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Entwicklung eines Prototyps für den Wirtschaftsunterricht
4.1 Schulbuchgestaltung
4.2 Konzeptionelle Überlegungen zur inhaltlichen Gestaltung
4.3 Umsetzung des Schulbuch-Prototyps „Wirtschaft interaktiv“
4.3.1 Autorenprogramm „iBooks Author“
4.3.2 Layout und Gestaltung
4.3.3 Multimediale und interaktive Elemente
4.3.4 Zusammenfassung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einsatzpotenziale elektronischer Schulbücher in der ökonomischen Bildung und entwickelt exemplarisch einen digitalen Prototyp für den Wirtschaftsunterricht. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie multimediale und interaktive Elemente genutzt werden können, um den Anforderungen eines zeitgemäßen, kompetenzorientierten Unterrichts gerecht zu werden und das Lernen nachhaltig zu fördern.
- Mediendidaktische Analyse von elektronischen Schulbüchern
- Vergleich von gedruckten vs. elektronischen Lehrwerken
- Fachdidaktische Fundierung des digitalen Lernens
- Entwicklung und Konzeption eines digitalen Schulbuch-Prototyps
- Analyse von interaktiven Elementen wie Simulationen und Lernvideos
Auszug aus dem Buch
3.4 Mediendidaktische Analyse elektronischer Schulbücher
In den vorigen Abschnitten wurde dargestellt und begründet, welchen Mehrwert elektronische Schulbücher für den Wirtschaftsunterricht beinhalten können. Dazu wurden die Einsatzpotenziale sowie die Grenzen und Gefahren auf theoretischer Ebene analysiert und auf den Wirtschaftsunterricht übertragen. Elektronische Schulbücher im Sinne dieser Arbeit, also mit multimedialen und interaktiven Elementen, gibt es für den Fachbereich Wirtschaft an deutschen Schulen bisher nicht. Aus diesem Grund soll in diesem Kapitel zunächst ein elektronisches Schulbuch für den Ökonomieunterricht aus dem amerikanischen Bildungssystem analysiert werden, um so einen Eindruck davon zu bekommen, wie multimediale und interaktive Elemente eingesetzt werden können, um ökonomische Grundsachverhalte und Zusammenhänge zu vermitteln. Dazu wird untersucht, in welcher Form diese Elemente den Lernprozess unterstützen und wie diese didaktisch aufbereitet und inszeniert sind. Ebenso sollen die Bezüge zum Text sowie der quantitative Umfang der Elemente bei der Analyse berücksichtigt werden.
Als Schulbuch wurde „Economics“ der Bildungsbehörde des U.S. Bundesstaates Virginia (Virginia Department of Education) für die Klassen 10 bis 12 gewählt. Im Bundesstaat Virginia ist seit 2011 die Vermittlung ökonomischer und finanzieller Kompetenzen ein Pflichtkurs für alle Schüler ab Klasse 9. (Virginia Department of Education, 2012a, S. If.) Inhaltlich wird die Notwendigkeit ökonomischer Bildung dabei ähnlich begründet wie in Deutschland: „Students need a strong foundation in economics and personal finance to function effectively as consumers, workers, savers, investors, entrepreneurs, and active citizens. […] The understanding of how economies and markets operate and how the United States’ economy is interconnected with the global economy, prepares students to be more effective participants in the workplace. On a personal level, students learn that their own human capital (knowledge and skills) is their most valuable resource […].” (Virginia Department of Education, 2009)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz digitaler Medien im Kontext des gesellschaftlichen und schulischen Wandels.
2. Elektronische Schulbücher als medienpädagogischer Trend: Umfassende theoretische Einordnung, Begriffsklärung sowie Vergleich zwischen Print- und Digitalversionen inklusive länderspezifischer Betrachtungen.
3. Analyse der Einsatzpotenziale elektronischer Schulbücher für die ökonomische Bildung: Fachdidaktische Untersuchung der Potenziale, Grenzen und Gefahren unter Einbeziehung einer mediendidaktischen Analyse eines US-amerikanischen Schulbuchbeispiels.
4. Entwicklung eines Prototyps für den Wirtschaftsunterricht: Darstellung der konzeptionellen Überlegungen und praktischen Umsetzungsschritte bei der Erstellung eines eigenen digitalen Schulbuch-Prototyps für den Wirtschaftsunterricht.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und kritische Reflexion über die zukünftige Rolle elektronischer Schulbücher im Unterricht.
Schlüsselwörter
Elektronische Schulbücher, Wirtschaftsunterricht, Ökonomische Bildung, Mediendidaktik, Digitales Lernen, Tablet-PCs, Interaktivität, Multimedialität, Lernmotivation, Selbstgesteuertes Lernen, Fachdidaktik, Schulbuchanalyse, Prototypenentwicklung, Medienkompetenz, Bildungsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einsatzmöglichkeiten von elektronischen Schulbüchern aus fachdidaktischer Sicht, insbesondere im Kontext des Wirtschaftsunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die medienpädagogische Einordnung, den Vergleich von gedruckten und digitalen Medien, die fachdidaktische Begründung sowie die praktische Entwicklung eines digitalen Schulbuch-Prototyps.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Einsatzpotenziale digitaler Schulbücher zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese durch interaktive Elemente den ökonomischen Unterricht unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine mediendidaktische Analyse eines US-amerikanischen Schulbuchbeispiels („Economics“) als Grundlage für die eigene Prototypenentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse von Vor- und Nachteilen digitaler Medien sowie eine detaillierte Ausarbeitung zur Gestaltung und Umsetzung eines interaktiven Schulbuch-Prototyps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind elektronische Schulbücher, ökonomische Bildung, Interaktivität, Multimedialität, Fachdidaktik und selbstgesteuertes Lernen.
Warum wird im Rahmen der Analyse ein US-amerikanisches Schulbuch untersucht?
Da in Deutschland für das Fach Wirtschaft noch keine ausgereiften interaktiven E-Books existieren, dient das US-Beispiel als Modell für die mediendidaktische Analyse von Einsatzszenarien.
Welche Rolle spielt die Software „iBooks Author“ bei der Arbeit?
Sie dient als praktisches Werkzeug zur Erstellung des Prototyps, da sie ohne fundierte Programmierkenntnisse die Einbindung multimedialer Widgets wie Videos oder interaktive Grafiken ermöglicht.
- Quote paper
- René Kordes (Author), 2014, Elektronische Schulbücher aus fachdidaktischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288035