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Kognitive Semiotik. Versuch einer Beschreibung mentaler Repräsentationen mittels der Überlegungen von Charles Sanders Peirce

Título: Kognitive Semiotik. Versuch einer Beschreibung mentaler Repräsentationen mittels der Überlegungen von Charles Sanders Peirce

Trabajo , 2010 , 28 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Nico Schulte-Ebbert (Autor)

Filología inglesa - Lingüística
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Das oftmals Leibniz zugeschriebene sensualistische Diktum Thomas’ »nihil est in intellectu, quod non sit prius in sensu«, demzufolge alle Erkenntnis aus subjektiv gefärbten Sinnesdaten und neurophysiologischen Prozessen abgeleitet wird, kann als wegweisender Impuls einer auf die (frühen) Arbeiten Charles Sanders Peirce’ Bezug nehmenden kognitiven Semiotik betrachtet werden, deren operationale Struktur in der vorliegenden Studie zu skizzieren versucht werden soll. Dabei sieht sich das Vorhaben mit zwei epistemologischen Hindernissen konfrontiert: Zum einen steckt die Disziplin der Kognitiven Semiotik noch weitgehend in den Kinderschuhen, was terminologische und definitorische Differenzen der mit ihr verknüpften Forschungsrichtungen (Kognitive Semantik, Kognitive Linguistik, Hirnforschung et al.) sowie überdies zahlreiche zu attestierende innere Inkonsistenzen, methodische Unzulänglichkeiten und konzeptuelle Ausuferungen zur Folge hat; zum anderen erweist sich das umfangreiche Werk Peirce’ als schier überwältigend und kaum handhabbar, zumal sich etwa drei Viertel der Peirceschen Schriften noch im Nachlaß befinden.
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit liegt im Versuch einer Fruchtbarmachung und Anwendung des in eine hochgradig komplexe semiotische Erkenntnistheorie eingebetteten Peirceschen Begriffsinstrumentariums zur Beschreibung mentaler Repräsentationen. Dabei sei die These vertreten, daß weder ein analog-ikonisches noch ein neurophysiologisch-indexikalisches noch ein propositional-symbolisches Modell kognitive Darstellungen überzeugend darzulegen vermag; plausibler erscheint hingegen ein Modell, das das Zusammenspiel unterschiedlicher Zeichenarten toleriert, die als unterschiedliche Repräsentationsmodi geistiger Inhalte aufzufassen sind. Vor dem Hintergrund dieser These werden zunächst einige gängige Modelle mentaler Repräsentationen kritisch vorgestellt (Kapitel II). Im Anschluß daran wird das Zeichenkonzept Peirce’ in groben Zügen darzustellen versucht; der für die Thematik wichtigen Subklassifikationen soll dabei verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden (Kapitel III). In Kapitel IV liegt das Augenmerk auf der für die Peircesche Semiotik so wichtigen Semiose und ihrer Bedeutung für mentale Operationen. Das abschließende fünfte Kapitel präsentiert die vom frühen Peirce aufgestellten vier Thesen – die sogenannten ›vier Unvermögen‹ – bezüglich der Grenzen mentaler Fähigkeiten. Ein kurzes Fazit (Kapitel VI) summiert die wichtigsten Punkte der Studie.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung in die Thematik

II. Mentale Repräsentationen

III. Allgemeine Zeichenlehre

1. Die Universalkategorien des Phanerons

2. Peirce’ triadische Determinationsrelation

3. Klassifikation der Zeichen

IV. Denken, Geist und Quasi-Geist: Peirce’ Semiose-Konzept

V. Peirce’ Theory of Cognition

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht mentale Repräsentationen durch die Anwendung des triadischen Zeichenmodells von Charles Sanders Peirce, um die Grenzen traditioneller kognitionswissenschaftlicher Erklärungsmodelle zu überwinden und eine plausiblere, zeichentheoretisch fundierte Theorie geistiger Operationen zu etablieren.

  • Analyse und Kritik bestehender Modelle mentaler Repräsentation
  • Einführung in die Peircesche Zeichentheorie und Kategorienlehre
  • Untersuchung des Semiose-Konzepts im Kontext mentaler Prozesse
  • Anwendung der „vier Unvermögen des Menschen“ auf die Theorie der Kognition

Auszug aus dem Buch

3. Klassifikation der Zeichen

Da die Trichotomien der Erstheit (Qualisign, Sinsign, Legisign) – also des Zeichens beziehungsweise Repräsentamens an sich – und der Drittheit (Rheme, Dicisign, Argument) – des für sprachlogische Analysen prädestinierten Interpretanten-Pols – hinsichtlich der Beschreibung mentaler Repräsentationen von nur geringer Relevanz sind, sei im folgenden das Hauptaugenmerk auf die Beziehungen von Repräsentamen und Objekt gelegt, der »most fundamental (division of signs)« (CP 2.275), welche Ikon, Index und Symbol scheidet.

Das Ikon als Vertreter der Erstheit der Zweitheit teilt nur rein zufällig Eigenschaften mit seinem Objekt (cf. SS1: 199). Es ist ein qualitativ-degeneriertes Zeichen, welches auch ohne Objekt existieren kann (cf. SS1: 375; SS2: 113), das heißt es besitzt inhärente Merkmale. Peirce zieht eine Zentaur-Statue heran, um diesen Sachverhalt zu illustrieren (cf. SS1: 435), doch gibt er noch weitere, eher intuitive Beispiele: Photographien, Zeichnungen, nachahmende Geräusche, Gebärden, Bilder, Diagramme, algebraische Gleichungen oder Prädikate (cf. SS1: 193-95, 205, 250) – all dies sind Ikone. Die Similaritätsrelation, die stets als Hauptmerkmal ikonischer Zeichen genannt wird, ist nicht unproblematisch, denn was ist ›Ähnlichkeit‹ und wann beginnt sie? Oliver R. Scholz hat in seiner anregenden Dissertation unter anderem den Ähnlichkeitsbegriff diskutiert und konstatiert: »es gibt keine einheitlichen Verfahren oder Methoden, welche zu einem (positiven oder negativen) Ähnlichkeitsurteil führen« (1991: 45). Und weiter: »Ähnlichkeit ist sicherlich nicht hinreichend für bildhafte Darstellung. Damit etwas ein Bild ist, muß es Zeichencharakter haben; und dafür reicht kein Grad der Ähnlichkeit hin« (ibid.: 61). Vielleicht hat Peirce selbst die Gefahr gesehen, Ikone mit Bildern und anderen (singulären) Konkreta gleichzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung in die Thematik: Die Einleitung skizziert die methodischen Herausforderungen der Kognitiven Semiotik und begründet die Wahl von Peirce’ Werk als theoretische Basis.

II. Mentale Repräsentationen: Dieses Kapitel stellt kritisch vier klassische Modelle mentaler Repräsentation vor und zeigt deren zeichentheoretische Grundlagen auf.

III. Allgemeine Zeichenlehre: Hier werden die zentralen Pfeiler der Peirceschen Semiotik – die Universalkategorien, die Determinationsrelation und die Zeichenklassifikation – detailliert erläutert.

IV. Denken, Geist und Quasi-Geist: Peirce’ Semiose-Konzept: Der Fokus liegt auf der prozesshaften Dynamik der Semiose und ihrer Bedeutung für die Definition von Geist und Denken.

V. Peirce’ Theory of Cognition: Das Kapitel analysiert die vier Unvermögen des Menschen, um die Grenzen mentaler Fähigkeiten und die Natur kognitiver Erkenntnisprozesse zu bestimmen.

VI. Fazit: Die Studie schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, die mentale Repräsentationen als Resultat eines ikonisch-indexikalisch-symbolischen Prozesses verortet.

Schlüsselwörter

Kognitive Semiotik, Charles Sanders Peirce, Mentale Repräsentation, Semiose, Ikon, Index, Symbol, Phanerons, Erstheit, Zweitheit, Drittheit, Kognition, Abduktion, Theorie der Erkenntnis, Zeichenprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie mentale Repräsentationen mit den semiotischen Begriffen von Charles Sanders Peirce beschrieben werden können, um eine fundierte Theorie kognitiver Prozesse zu entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Semiotik, der Kognitionswissenschaft, der Philosophie des Geistes und der Analyse von Zeichenmodellen im Kontext mentaler Repräsentation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Peircesche Begriffsinstrumentarium auf mentale Repräsentationen anzuwenden und zu zeigen, dass kein einzelnes klassisches Modell ausreicht, sondern das Zusammenspiel unterschiedlicher Zeichenarten notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine zeichentheoretische Analyse und eine wissenschaftsgeschichtliche Untersuchung der Schriften von Peirce, eingebettet in einen interdisziplinären kognitionswissenschaftlichen Rahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden gängige Modelle mentaler Repräsentationen kritisch hinterfragt, Peirce’ Zeichentheorie und seine Theorie der Erkenntnis (Theory of Cognition) detailliert eingeführt und auf mentale Prozesse übertragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kognitive Semiotik, Semiose, Zeichenkategorien (Ikon, Index, Symbol) sowie die „vier Unvermögen“ des Menschen.

Was ist mit den „vier Unvermögen“ bei Peirce gemeint?

Sie bezeichnen die Grenzen des menschlichen Geistes: die Unmöglichkeit direkter Introspektion, der Intuition, des zeichenlosen Denkens und der Vorstellung eines absolut Unerkennbaren.

Wie unterscheidet Peirce zwischen Ikon, Index und Symbol?

Das Ikon basiert auf Ähnlichkeit, der Index auf einer tatsächlichen physischen oder kausalen Kontiguitätsbeziehung, und das Symbol auf einer konventionellen Gesetzmäßigkeit innerhalb einer Gemeinschaft.

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Detalles

Título
Kognitive Semiotik. Versuch einer Beschreibung mentaler Repräsentationen mittels der Überlegungen von Charles Sanders Peirce
Universidad
University of Münster  (Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft)
Curso
Interdisziplinarität und Multimedialität der kognitiven Linguistik
Calificación
1,0
Autor
Nico Schulte-Ebbert (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
28
No. de catálogo
V288235
ISBN (Ebook)
9783656885894
ISBN (Libro)
9783656885900
Idioma
Alemán
Etiqueta
Semiotik Kognition Zeichentheorie Charles Sanders Peirce
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nico Schulte-Ebbert (Autor), 2010, Kognitive Semiotik. Versuch einer Beschreibung mentaler Repräsentationen mittels der Überlegungen von Charles Sanders Peirce, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288235
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