Seit den 80er Jahren wird vermehrt von einer Globalisierung der Märkte gesprochen, die eine einheitliche Bearbeitung des Weltmarktes darstellt und international ausgerichtete Unternehmen dazu bringt ihre Strategien geozentrisch auszurichten, um den Erfolg im internationalen Wettbewerb zu sichern. Unternehmen greifen dabei meist auf Koordinationsinstrumente zurück, welche strukturell, technokratisch und/oder personenorientiert ausgerichtet sein können. Unternehmen die sich global ausrichten, stehen vor unterschiedlichen Zielsetzungen, nämlich zum einen der globalen Integration und andererseits der lokalen Anpassung. Um dies zu bewerkstelligen, bedarf es einer Unternehmensstrategie, die eine grenzüberschreitende Koordination der unternehmerischen Tätigkeiten der Muttergesellschaft sowie der ausländischen Tochtergesellschaft voraussetzt. Ein Wissenstransfer kann dabei helfen, das Wissen aus der Muttergesellschaft in die Welt hinauszutragen und dort in den ausländischen Tochtergesellschaften zu manifestieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Problemstellung
1.1 Bedeutung der personenorientierten Koordination für internationale Unternehmen
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Internationale Unternehmen
2.1 Definition von Koordination
2.2 Typologien von internationalen Unternehmen nach Heenan/Perlmutter
2.3 Begriffsabgrenzung des Expatriate und dessen Ziele
3. Analyse des Bedeutungszuwachses personenorientierter Koordinationsmechanismen in ausgewählten Veröffentlichungen
3.1 William G. Egelhoff – Patterns of Control in U.S., UK, and European Multinational Corporations
3.2 Jon I. Martinez, J. Carlos Jarillo – The Evolution of Research on Coordination Mechanisms in Multinational Corporations
3.3 Kendall Roth, David M. Schweiger, Allen J. Morrison – Global Strategy Implementation at the Business Unit Level: Operational Capabilities and Administrative Mechanisms
4. Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Bedeutungszuwachs personenorientierter Koordinationsinstrumente in internationalen Unternehmen, wobei insbesondere der Transfer von Managern (Expatriates) als zentrales Instrument analysiert wird, um die Integration und den Wissenstransfer in global agierenden Konzernen zu bewerten.
- Grundlagen der Koordination in internationalen Unternehmen
- Einfluss von Globalisierung auf Koordinationsstrategien
- Funktionsweise und Ziele der Auslandsentsendung (Expatriates)
- Analyse historischer Managementstudien (1984–1991) zur Koordination
- Evolution von Koordinationsmechanismen in transnationalen Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 William G. Egelhoff – Patterns of Control in U.S., UK, and European Multinational Corporations
Die Studie von William G. Egelhoff aus dem Jahr 1984 untersuchte 50 internationale Unternehmen, darunter 24 US-Amerikanische, sechs britische und 20 europäische auf deren Anwendung von Koordinationsinstrumenten. Ouchi lieferte mit seiner Einteilung der Koordinationsinstrumente in Ergebnis- und Verhaltenskontrolle die Vorlage für die Studie von Egelhoff. Die Ergebniskontrolle misst dabei die Leistung der Tochtergesellschaft anhand betriebswirtschaftlicher Kennzahlen durch die Muttergesellschaft, wohingegen die Verhaltenskontrolle die Entsendung eines Managers aus dem Heimatland in die ausländische Tochtergesellschaft vorsieht. Dieser Manager koordiniert und überwacht vor Ort die Vorgehensweise der Ergebniserstellung, jedoch nicht die Bewertung anhand harter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen sondern durch Übermittlung seiner Kenntnisse. Folglich beschreibt die Verhaltenskontrolle die personenorientierten Koordinationsinstrumente und damit den Transfer von Managern.
Der Grad an Ausübung von personenorientierten Koordinationsinstrumenten wurde gemessen an der Prozentzahl der besetzten Managementpositionen in den ausländischen Tochtergesellschaften durch Manager aus dem Mutterkonzern. Es wurden Messungen im Bereich Vorstand, Marketing, Entwicklung und Finanzen durchgeführt. Weitere Faktoren wie Alter und Größe der Tochtergesellschaft wurden auch berücksichtigt. Das Ergebnis von Egelhoffs Studie zeigte, dass Verhaltenskontrolle unabhängig von Ergebniskontrolle zu betrachten ist und das internationale Unternehmen die in einem Bereich der Tochtergesellschaft Verhaltenskontrolle ausüben dazu neigen, dies auch in anderen Bereichen der Tochtergesellschaft anzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung der Koordination in globalisierten Märkten und definiert das Ziel der Arbeit, den Stellenwert personenorientierter Instrumente zu untersuchen.
2. Internationale Unternehmen: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Definition von Koordination, Konzepte zur Unternehmensklassifizierung sowie die Rolle und Ziele von Expatriates erarbeitet.
3. Analyse des Bedeutungszuwachses personenorientierter Koordinationsmechanismen in ausgewählten Veröffentlichungen: In diesem Hauptteil werden drei bedeutende wissenschaftliche Studien analysiert, um den Trend und die Evolution der personenorientierten Koordination empirisch zu belegen.
4. Ausblick und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der Studien zusammen und bestätigt, dass der Bedarf an personenorientierten Koordinationssystemen für den Erfolg internationaler Unternehmungen signifikant gestiegen ist.
Schlüsselwörter
Internationales Management, Koordination, Expatriate, Wissenstransfer, Personelle Koordination, Unternehmenskultur, Tochtergesellschaft, Muttergesellschaft, Globale Integration, Lokale Anpassung, Managementtransfer, Koordinationsinstrumente, Transnationale Strategie, Organisationsstruktur, Auslandsentsendung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob personenorientierte Koordinationsinstrumente, insbesondere der Transfer von Managern, in internationalen Unternehmen über die Zeit an Bedeutung gewonnen haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Koordination, den Strategien zur Steuerung von Tochtergesellschaften und der Rolle von Auslandsentsendungen innerhalb globaler Konzerne.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, anhand ausgewählter Managementliteratur aus den Jahren 1984 bis 1991 zu belegen, dass personenorientierte Mechanismen eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche globale Unternehmenssteuerung spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der drei klassische Studien des internationalen Managements (Egelhoff, Martinez/Jarillo, Roth/Schweiger/Morrison) intensiv ausgewertet und verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Koordination und Expatriates dargelegt sowie die drei genannten Studien detailliert hinsichtlich ihrer Methoden und Ergebnisse besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Internationales Management, Koordination, Expatriate, Wissenstransfer und Personelle Koordination.
Wie definiert die Arbeit das Konzept des Expatriate?
Ein Expatriate wird als Mitarbeiter definiert, der vom Stammhaus eines international tätigen Unternehmens gezielt in eine ausländische Tochtergesellschaft entsandt wird, um Koordinations- und Steuerungsaufgaben zu übernehmen.
Welche Erkenntnisse lieferte die Studie von Egelhoff?
Die Studie zeigte, dass US-Unternehmen eher auf Ergebniskontrolle setzen, während europäische Firmen vermehrt auf personenorientierte Verhaltenskontrolle und den Manager-Transfer zurückgreifen.
Warum spielt der Wissenstransfer eine so große Rolle?
Der Wissenstransfer durch Expatriates ist notwendig, um eine einheitliche Unternehmenskultur zu schaffen und die komplexen Anforderungen in global vernetzten Märkten effizient zu bewältigen.
Was schlussfolgert der Autor für die Zeit nach 1991?
Der Autor vermutet, dass der Bedarf an personenorientierten Koordinationsinstrumenten aufgrund der zunehmenden globalen Vernetzung auch nach 1991 weiter zugenommen hat und eine zentrale Rolle einnimmt.
- Citar trabajo
- Nicolai Tschirner (Autor), 2013, Der Bedeutungszuwachs personenorientierter Koordinationsinstrumente unter Berücksichtigung des internationalen Managertransfers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288238