Um sich mit der Thematik der Führung beschäftigen zu können, müssen zunächst einige grundlegende Dinge geklärt werden. Zunächst soll eine Definition des Begriffs „Führung“ gegeben werden. Dabei sollen die Fragen, worin die Aufgabe eines Führers besteht, wodurch sich „gutes“ Führen auszeichnet und von welchen Variablen Führung abhängig ist, erläutert werden. Da die Thematik der Führung sowohl einen Bereich der Organisations- als auch der Sozialpsychologie darstellt, findet eine Abgrenzung der beiden Gebiete in Bezug auf die Führung statt.
Führung ist grundsätzlich eine erwünschte Einflussnahme auf die Mitarbeiter, als Einzelpersonen oder als Gruppe, und zwar in dem Sinne, dass sie bestimmte Aufgaben erfüllen, also Leistungen erbringen, und dadurch vorgegebene oder selbst erarbeitete Ziele erreichen. Diese Ziele variieren meist von Organisation zu Organisation und können beispielsweise in der Erhöhung des Umsatzes oder der Qualitätssicherung bestehen. Führung kann durch Personen oder durch Strukturen stattfinden. Handelt es sich um eine Führung durch Personen, so ist es die Funktion des Vorgesetzten, aufgabenrelevante Gruppenaktivitäten zu planen, zu initiieren, zu kontrollieren und zu leiten. Damit die Mitarbeiter bestimmte Ziele erreichen können, gibt der Führer ihnen Anleitung und Hilfestellung. Füllt der Führende seine Führungsaufgabe richtig aus, so erreicht er auf diesem Wege auch, dass die Bedürfnisse der Mitarbeiter befriedigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DES BEGRIFFS „FÜHRUNG“
3 FÜHRUNG IN DER ORGANISATIONS- UND SOZIALPSYCHOLOGIE
4 FÜHRUNGSTHEORIEN
4.1 Führungstheorien aus Sicht der Vorgesetzten
4.1.1 Die Eigenschaftstheorien der Führung
4.1.1.1 Die transaktionale und transformationale Führung
4.1.1.2 Die charismatische Führung
4.1.2 Die Verhaltenstheorien der Führung
4.1.2.1 Die Ohio-Führungsstudien
4.1.2.2 Die Michigan-Führungsstudien
4.1.2.3 Das Grid-System der effizienten Führung
4.1.2.4 Das Vier-Faktoren-Führungsmodell
4.1.3 Die Kontingenztheorien der Führung
4.1.3.1 Das Kontingenzmodell von Fiedler
4.1.3.2 Fiedlers Theorie der kognitiven Ressourcen
4.1.3.3 Die normative Entscheidungstheorie
4.1.3.4 Die Weg-Ziel-Theorie der Führung
4.2 Exkurs Tiefenpsychologie
4.3 Führungstheorien aus Sicht der Mitarbeiter
4.3.1 „Führung von unten“
4.3.2 Substitute und Neutralisierer der Führung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Mitarbeiterführung, indem sie sowohl die psychologischen Grundlagen als auch verschiedene theoretische Führungsmodelle analysiert, um zu verstehen, wie Führungserfolg im organisationalen Kontext durch Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichermaßen beeinflusst wird.
- Definition und kontextuelle Einordnung des Begriffs Führung
- Analyse der Organisations- und Sozialpsychologie im Führungskontext
- Vergleichende Untersuchung von Eigenschafts-, Verhaltens- und Kontingenztheorien
- Betrachtung von Führung aus der Mitarbeiterperspektive („Führung von unten“)
- Einfluss von Substituten und Neutralisierern auf den Führungsprozess
Auszug aus dem Buch
4.1.1.1 Die transaktionale und transformationale Führung
Das Konzept dieser beiden Führungsstile geht auf den Politikwissenschaftler Burns (1978) und den Organisationspsychologen Bass (1985) zurück. Zunächst analysierte Burns Führungsansätze im politischen Bereich, dann griff Bass diese Ansätze auf und übertrug sie auf die Organisationspsychologie.
Die transaktionale Führung verfolgt einen rationalen Ansatz. Dieser geht davon aus, dass zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ein Austausch von Belohnungen stattfindet, der im Idealfall die Befriedigung der Bedürfnisse beider Seiten und die Erreichung der Ziele gewährleistet. Diese Befriedigung kann z.B. durch die Vergabe von Belohungen geschehen. Meist wird die Erfüllung festgelegter und akzeptierter Ziele angestrebt.
Dagegen liegt der transformationalen Führung ein emotionaler Ansatz zugrunde. Der Führer besitzt Charisma und ist fähig, seine Mitarbeiter zu begeistern und sie dadurch anzuleiten, individuelle und Gruppenziele zu erreichen. Des Weiteren kann er seine Untergebenen inspirieren, neue Wege zu beschreiten und über die eigenen Interessen hinaus zu handeln. Der Führer kümmert sich idealerweise um jeden Einzelnen, und es entwickelt sich so eine starke emotionale Bindung zwischen ihm und den Mitarbeitern. In diesem Ansatz wird die Ebene der Belohnungen überschritten, und eine Identifikation mit übergeordneten Zielen findet statt. Im Idealfall identifizieren sich die Mitarbeiter mit ihrer Organisation und sind stolz darauf, dort zu arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung klärt grundlegende Begriffe, definiert die Forschungsabsicht und grenzt die Organisations- von der Sozialpsychologie im Kontext der Führung ab.
2 DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DES BEGRIFFS „FÜHRUNG“: Das Kapitel definiert Führung als zielorientierte Einflussnahme zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, wobei die Bedeutung von Interaktion und Machtverhältnissen hervorgehoben wird.
3 FÜHRUNG IN DER ORGANISATIONS- UND SOZIALPSYCHOLOGIE: Hier wird der Mensch im Kontext von Institutionen betrachtet und untersucht, wie Bedürfnisse durch Arbeitstätigkeiten befriedigt werden, unterteilt in die individuelle Ebene, die Gruppenebene und die Makroperspektive.
4 FÜHRUNGSTHEORIEN: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert verschiedene Theorien, von Eigenschafts- über Verhaltens- bis hin zu Kontingenztheorien, und beleuchtet zusätzlich psychologische Dynamiken sowie die Perspektive der Mitarbeiter.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterführung, Führungstheorien, Organisationspsychologie, Sozialpsychologie, Eigenschaftstheorien, Verhaltenstheorien, Kontingenztheorien, transaktionale Führung, transformationale Führung, Führung von unten, Führungserfolg, Motivationslage, Gruppenleistung, Führungsstil, Organisationskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Mitarbeiterführung und analysiert, wie verschiedene Ansätze aus Psychologie und Management das Führungsverhalten und dessen Erfolg erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Führung, die sozialpsychologische Einordnung des Arbeitslebens sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Führungsmodellen aus Sicht von Führungskräften und Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Mechanismen zu schaffen, die hinter einer erfolgreichen Führung stehen, und dabei die Bedeutung von Situation, Persönlichkeit und Interaktion aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenfassung etablierter wissenschaftlicher Literatur und Studien aus den Bereichen der Organisations- und Sozialpsychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Vorstellung von Eigenschafts-, Verhaltens- und Kontingenztheorien sowie einen speziellen Teil zur „Führung von unten“ und den Einflussfaktoren, die Führung ergänzen oder ersetzen können.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Führung, Organisationspsychologie, Führungsstile, Transformationale Führung und Kontingenzmodell geprägt.
Warum spielt die Tiefenpsychologie in diesem Kontext eine Rolle?
Der Exkurs zeigt auf, dass bewusste Führungstheorien oft unbewusste Prozesse wie die Projektion von Wünschen der Mitarbeiter auf die Führungsperson nicht erfassen können, was Erklärungsdefizite bei der Akzeptanz von Führungskräften ausgleicht.
Was versteht die Autorin unter „Führung von unten“?
Es handelt sich um die Einflussnahme von Mitarbeitern auf ihre Vorgesetzten, um Entscheidungen zu prägen oder Ziele zu erreichen, was die „Zweibahnstraße“ der Führung verdeutlicht.
Was sind Substitute der Führung?
Substitute sind Faktoren – wie etwa hohe Qualifikation oder intrinsische Arbeitsmotivation –, die ein Eingreifen der Führungskraft teilweise überflüssig machen, da die Mitarbeiter ihre Aufgaben bereits eigenverantwortlich und effizient erfüllen.
- Citation du texte
- Diplom-Kulturwirtin Kathrin Warneke (Auteur), 2005, Führung von Mitarbeitern. Definition und Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288563