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Ausbildung zum Konferenzdolmetscher anhand des Ausbildungsmodell von Wladimir Kutz

Title: Ausbildung zum Konferenzdolmetscher anhand des Ausbildungsmodell von Wladimir Kutz

Essay , 2012 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Batsch (Author)

Interpreting / Translating
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Summary Excerpt Details

Die Handlungsmuster für die Konsekutivdolmetschkompetenz gelten als Grundlage für die Simultandolmetschkompetenz. Zu Beginn der Ausbildung wird zunächst großer Wert auf das Konsekutivdolmetschen gelegt, da die Analysefertigkeiten, die beim Simultandolmetschen unter großer Zeitnot erfolgen müssen, antrainiert werden. Die simultandolmetschspezifischen Handlungsmuster nach Kutz lassen sich in relativ gleichzeitige Rezeption, Umsetzung und Reproduktion (1) unter akutem Zeitmangel (2) mit schnellenn sprachlichen Kodewechseln (3) zusammenfassen. Die für das Handlungsmuster (1) benötigte Multi-Tasking-Fähigkeit kann durch das Dolmetschen von Sätzen, die versetzt vorgelesen werden, geschult werden. Die Sätze werden von den Studenten gedolmetscht, wenn der Dozent bereits den nächsten Satz vorliest.65 Es sollte jedoch beachtet werden, dass diese Sätze den Studenten auch eine gewisse Analysearbeit abverlangen und es sich nicht nur um „reines Nachplappern“ von Sätzen handelt.
Um den richtigen Umgang mit dem Zeitmangel zu schulen, wird das Experimentieren mit der Redezeit (langsam vs. schnell) angesprochen.66 Im Fortgeschrittenensemester bietet es sich somit an Live-Reden für die Übung auszuwählen, um somit eine „echte“ Dolmetschsituation zu schaffen. Die Studenten finden somit auch ihre individuelle Sprechgeschwindigkeit heraus und entwickeln die Fähigkeit unter Zeitdruck und ohne Informationsverlust zu dolmetschen. Der schnelle sprachliche Kodewechsel (3) kann ebenfalls mit der bereits erwähnten Übung „Sätze versetzt dolmetschen“ geschult werden. Um die geteilte Aufmerksamkeit zu fördern, könnten auch versetzt Fragen zum Zeitgeschehen, die es zu beantworten gilt, gestellt werden. Damit ein sprachlicher Kodewechsel erfolgt, könnten die Fragen in der Muttersprache gestellt und die Antworten in der Fremdsprache gegeben werden. Sofern der Redetext für die nächste Kurseinheit vorliegt, kann eine simultanspezifische Arbeit am Redetext (4) als Vorbereitung erfolgen. Dabei sollte insbesondere auf eine eingehende Textanalyse unter Betrachtung der logischen Argumentationsstruktur geachtet werden. Mithilfe des Sentence Chunking sollten alle Schachtelsätze, die eine der größten Herausforderungen beim Simultandolmetschen sind, bearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Überblick über die verschiedenen Dolmetscharten

2.1 EMCI (European Master of Conference Interpreting)

2.2 FTSK Germersheim (Johannes Gutenberg Universität Mainz)

2.3 ITMK der FH Köln

2.4 HS Magdeburg-Stendal

2.5 SDI München

2.6 University of Leeds & University of Manchester

2.7 Université Sorbonne Nouvelle 3: ESIT

2.8 Karlova Univerzita Prag

3. Leipziger Kompetenzmodell (LKM) für die Konferenzdolmetscherausbildung nach W. Kutz

3.1 Handlungsmuster Konsekutivdolmetschkompetenz

3.2 Handlungsmuster Simultandolmetschkompetenz

4. Effektives Selbststudium

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die professionelle Ausbildung von Konferenzdolmetschern an universitären Einrichtungen. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie angehende Dolmetscher auf die hohen Qualitätsanforderungen der Berufsverbände vorbereitet werden, wobei insbesondere das Leipziger Kompetenzmodell (LKM) von Wladimir Kutz zur Strukturierung des Ausbildungsprozesses vorgestellt und Strategien für ein effektives Selbststudium diskutiert werden.

  • Analyse des Leipziger Kompetenzmodells (LKM)
  • Vergleich verschiedener nationaler und europäischer Ausbildungsstätten
  • Differenzierung zwischen Konsekutiv- und Simultandolmetschkompetenz
  • Methoden zur Optimierung des selbstständigen Studiums und der Technik

Auszug aus dem Buch

3.1 Handlungsmuster Konsekutivdolmetschkompetenz

Kurz gefasst kann das Handlungsmuster Konsekutivdolmetschen in 5 aufeinanderfolgende Phasen gegliedert werden. Jeder einzelnen Phase wird im Folgenden ein dolmetschspezifisches Handlungsmuster (insgesamt 29) für die Umsetzung der Verdolmetschung zugewiesen. Ausgangspunkt einer jeden Verdolmetschung unabhängig ihrer Art ist immer die Annahme des Dolmetschauftrages. In diesem Zusammenhang findet am SUED das Block-Seminar „Young Professionals - Professionalisierung und Berufsethik“ statt, das einen Einblick in die unternehmerischen Basiskompetenzen des Dolmetschers gewährt. Zur Vorbereitung (1) auf den Dolmetscheinsatz zählt die thematische, sprachliche, kulturelle, organisatorische und psychologische Vorbereitung. In der universitären Ausbildung ist es von Vorteil, wenn das Thema der Rede, die in der nächsten Kurseinheit behandelt wird, vorher bekannt gegeben wird, damit sich die Studenten thematisch durch Anfertigen von Glossaren einarbeiten können. Durch die Ansammlung von Glossaren zu bestimmten Themengebieten wird die Vorbereitung bereits im Studium zur Routine. Im Berufsleben muss auch die technische Situation für die Vorbereitung des Dolmetscheinsatzes berücksichtigt werden. Dafür werden Rücksprachen mit dem Auftraggeber/Veranstalter oder auch Redner vor Ort gehalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Vorbereitungsphase ist der Aufbau eines Erwartungsschemas (2). Dadurch wird die Dolmetschsituation bezüglich des „Zeitrahmens, Ereignisrahmens, der Sender (Sprecher), der Zuhörer [Empfänger]“ vorweggenommen. Im Kurs kann durch den Dozenten ein imaginärer Dolmetscheinsatz vorgegeben werden, bspw. Dolmetschen bei einer Pressekonferenz vor einem WM-Spiel. In Form eines Brainstormings können die Studenten dann ein Erwartungsschema unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte und dem derzeitigen Verlauf der WM (Hintergrundwissen) erstellen. Durch diese Art der Vorbereitung könnten Überraschungseffekte, die beim Dolmetschen üblich sind, vermieden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die professionelle Ausbildung zum Konferenzdolmetscher zu beleuchten, und führt in die historische Entwicklung sowie das Leipziger Kompetenzmodell ein.

1. Überblick über die verschiedenen Dolmetscharten: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Dolmetschformen, wie etwa Konsekutiv-, Simultan-, Medien- und Community Interpreting, und betont deren unterschiedliche Anforderungen.

2.1 EMCI (European Master of Conference Interpreting): Dieses Kapitel stellt das europäische Ausbildungsprogramm EMCI als Intensivstudiengang für Fortgeschrittene vor, der in enger Anbindung an EU-Institutionen konzipiert ist.

2.2 FTSK Germersheim (Johannes Gutenberg Universität Mainz): Die Beschreibung fokussiert auf die Modulstruktur des Instituts, insbesondere die Kombination von Dolmetschtraining mit Kulturwissenschaft.

2.3 ITMK der FH Köln: Hier wird der Masterstudiengang der FH Köln analysiert, der neben dem Dolmetschen auch einen starken Schwerpunkt auf übersetzerische Kompetenzen legt.

2.4 HS Magdeburg-Stendal: Das Kapitel grenzt den dortigen BA Fachdolmetschen für Behörden und Gerichte inhaltlich von der reinen Konferenzdolmetscherausbildung ab.

2.5 SDI München: Vorstellung der Ausbildung an einer privaten Einrichtung, die Schwerpunkte in Kommunikationswissenschaft und fachspezifischem Wissen setzt.

2.6 University of Leeds & University of Manchester: Eine Analyse der englischen Studienprogramme, die durch eine verkürzte Studiendauer und starke Spezialisierung gekennzeichnet sind.

2.7 Université Sorbonne Nouvelle 3: ESIT: Ein Porträt der traditionsreichen „Pariser Schule“ und ihrer Bedeutung für die Dolmetschwissenschaft und Ausbildung.

2.8 Karlova Univerzita Prag: Ein kurzer Überblick über das fünfjährige Studium in Prag unter Berücksichtigung der historischen Bedeutung der Prager Schule.

3. Leipziger Kompetenzmodell (LKM) für die Konferenzdolmetscherausbildung nach W. Kutz: Detaillierte Einführung in das Modell von Wladimir Kutz als strukturelle Basis für die Ausbildung in Deutschland.

3.1 Handlungsmuster Konsekutivdolmetschkompetenz: Dieses Kapitel beschreibt die fünf Phasen und die spezifischen Handlungsmuster für den Konsekutivdolmetscher.

3.2 Handlungsmuster Simultandolmetschkompetenz: Untersuchung der spezifischen Anforderungen wie Phasenverschiebung, Zeitdruck und Multi-Tasking bei der Simultanverdolmetschung.

4. Effektives Selbststudium: Erläuterung notwendiger Strategien für das außeruniversitäre Lernen sowie Vorstellung technischer Hilfsmittel.

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der hohen Anforderungen und der Notwendigkeit einer strukturierten, auch nicht-sprachliche Faktoren einbeziehenden Ausbildung.

Schlüsselwörter

Konferenzdolmetschen, Leipziger Kompetenzmodell, Konsekutivdolmetschen, Simultandolmetschen, Ausbildung, Dolmetschdidaktik, Selbststudium, Sprachkompetenz, Notizentechnik, Dolmetschstrategien, interkulturelle Kompetenz, Handlungsmuster, Berufsvorbereitung, Dolmetschqualität, Mediendolmetschen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Ausbildung zum Konferenzdolmetscher an verschiedenen universitären Standorten und analysiert methodische Ansätze zur Kompetenzentwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind der Vergleich internationaler Ausbildungsprogramme, die Vorstellung des Leipziger Kompetenzmodells und die Gestaltung des notwendigen effektiven Selbststudiums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität der Dolmetscherausbildung darzustellen und aufzuzeigen, wie Studierende durch strukturierte Handlungsmuster und gezieltes Selbststudium auf die professionelle Praxis vorbereitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studienordnungen und Modulpläne sowie auf das didaktische Modell von Wladimir Kutz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Dolmetscharten und Ausbildungsinstitute analysiert, gefolgt von einer detaillierten Ausarbeitung der Konsekutiv- und Simultandolmetschkompetenz nach dem Leipziger Kompetenzmodell.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Handlungsmuster, Konferenzdolmetscherausbildung, Selbststudium, Kompetenzmodell und dolmetschspezifische Didaktik charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Ausbildung in Deutschland von internationalen Programmen?

Die Arbeit stellt fest, dass während deutsche Programme oft sehr umfassend und theoretisch fundiert sind, internationale Programme wie in Leeds teilweise durch eine intensivere, kürzere Spezialisierung auf die Konferenzpraxis gekennzeichnet sind.

Warum ist das Selbststudium für Dolmetscher so entscheidend?

Da der Erwerb von Dolmetschkompetenz einen automatisierten Prozess erfordert, der durch kontinuierliches Training außerhalb der Universität ergänzt werden muss, ist das Selbststudium für den Erfolg unerlässlich.

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Details

Title
Ausbildung zum Konferenzdolmetscher anhand des Ausbildungsmodell von Wladimir Kutz
College
University of Heidelberg  (Seminar für Übersetzen und Dolmetschen)
Grade
1,3
Author
Rebecca Batsch (Author)
Publication Year
2012
Pages
31
Catalog Number
V288727
ISBN (eBook)
9783656889861
ISBN (Book)
9783656889878
Language
German
Tags
ausbildung konferenzdolmetscher ausbildungsmodell wladimir kutz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Batsch (Author), 2012, Ausbildung zum Konferenzdolmetscher anhand des Ausbildungsmodell von Wladimir Kutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288727
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