Die Lechfeldschlacht in Widukind von Corveys Sachsengeschichte. Historisch korrekt oder wissentlich verfälscht wiedergegeben?


Hausarbeit, 2014
14 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Personen
2.1 Widukind von Corvey
2.2 Otto der Erste
2.3 Bischof Ulrich von Augsburg

3. Die Lechfeldschlacht in der Sachsengeschichte – Res gestae Saxonicae
3.1 Darstellung
3.2 Glaubwürdigkeit

4 Die Lechfeldschlacht in anderen Darstellungen
4.1 Vita Sancti Uodalrici von Gerhard von Augsburg
4.2 Thietmar von Merseburg

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellen

9. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

Um was wird es in dieser Arbeit gehen? Ich werde die Darstellung der Lechfeldschlacht in Widukinds Res gestae Saxonicae untersuchen und auf Glaubwürdigkeit überprüfen. Dafür werde ich am Anfang einen kleinen Überblick über die wichtigsten Personen geben und dabei natürlich auch auf Widukind eingehen. Des Weiteren werde ich nach der Zusammenfassenden Darstellung der Kapitel 44-49 im dritten Buch der Res gestae Saxonicae auf die Glaubwürdigkeit der Quelle eingehen und auch andere Quellen darstellen.

Außerdem werde ich die von Probst Gerhard von Augsburg geschriebene Biografie des Heiligen Ulrich darauf untersuchen, ob es Passagen zur kriegerischen Auseinandersetzung zwischen König Otto und den Awaren vor Augsburg gibt und wie diese vergleichbar mit Widukinds Ausführungen sind. Das Gleiche werde ich auch noch mit der Chronik von Thietmar von Merseburg machen.

Zum Schluss werde ich die gesamte Quellenlage noch einmal zusammenfassen und ein Fazit ziehen, in welchem ich die Frage klären werde, ob die Berichterstattung von Widukind glaubwürdig ist.

2. Personen

In diesem Kapitel werde ich kurz auf die wichtigsten Personen eingehen, welche in dieser Seminararbeit eine Rolle spielen. Zum einen ist es der pro-sächsische Geschichtsschreiber Widukind von Corvey, natürlich der damalige König Otto der Große (Otto I.) und der Augsburger Bischof Ulrich, welcher für die Verteidigung der Stadt Augsburg eine wichtige Rolle spielt.

2.1 Widukind von Corvey

Widukind war ein Mönch vom Kloster Corvey. Er schrieb die Sachsengeschichte und widmete sie der Tochter Otto des Großen, der Äbtissin von Quedlinburg Mathilde.[1] Aus welchem Grund er dies tut ist allerdings nicht bekannt. Ansonsten kann man über Widukind nicht so viel sagen. Er tritt in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhundert in Erscheinung. Er war, wie schon erwähnt, am Kloster Corvey und sagt über sich selbst nur, dass er Heiligenleben geschrieben hat. Also das bedeutet er habe alte Legenden überarbeitet. Dadurch muss er, trotz „seines mangelhaften Lateins als Stilist gegolten haben.“[2] Vielleicht hat er aber auch noch, aufgrund seiner Bildung als Lehrer der Klosterschüler gewirkt.

Die Sachsengeschichte ist ein Werk, in dem er die Geschichte der Sachsen mühselig rekonstruiert und wiedergibt. Er tut dies aus Überlieferungen und beschreibt die Taten des Sachsenstammes in einer unschätzbaren Weise. Auf die Kirchenpolitik Ottos geht Widukind gar nicht ein, allerdings sehr eindrucksvoll auf kriegerische Taten.[3]

Vieles ist uns erst durch Widukind überliefert worden und zwar in einer sehr guten Qualität. Aber man muss dazu sagen, dass die Geschichte nicht immer wahrheitsgemäß ist, oder auch absichtlich einiges weggelassen wurde. So schreibt er zum Beispiel nie über die Kaiserkrönung Ottos des Großen vom 02.02.962, allerdings über die Lechfeldschlacht von 955 und die dortige Ausrufung zum „Vater des Vaterlandes und Kaiser“.[4]

2.2 Otto der Erste

Otto der Erste kommt aus dem Geschlecht der Liudolfinger und wurde am 22.11.912 geboren. Seine Jugend liegt weitgehend im Dunkeln. Er wird erst 929 in einer sogenannten Hausordnung des Vaters zum alleinigen Nachfolger im Königsamt bestimmt.[5] Er wurde auch mit einer angelsächsischen Königstochter verheiratet, was seine hervorgehobene Stellung noch weiter verdeutlichte.[6] Zu Lebzeiten seines Vaters hielten er und seine damalige Frau Edgith sich vollständig aus dem Herrschaftstreiben heraus. Nach dem Tod des Vaters wurde die Königserhebung relativ zügig durchgeführt. Der Vater Ottos starb am 02.07.936 und Otto wurde am 07.08.936 zum König erhoben.[7]

König Otto der Erste war ein rigoroser, hart durchgreifender König. Er vertrieb seine eigene Mutter aus einem Teil des Königsgutes, welches ihr bei der Dotierung der Ehe übertragen wurden war. Er schien nie von Skrupeln gehemmt zu sein. Seinen Machtwillen setzte er immer entschlossen durch. Allerdings führte dieser autokratische Führungsstil von einem Konflikt zum nächsten und selbst seine nächsten Verwandten waren nicht bereit sich ihm unterzuordnen.[8]

Die Kaiserkrönung erfolgte am 02. Februar 962 in Rom. Der Weg dahin war lang und für Widukind von Corvey spielt dies überhaupt keiner Rolle, er erwähnt diese offizielle Krönung gar nicht. Widukind beschränkt sich auf die Erhebung zum Imperator auf dem Schlachtfeld vor Augsburg. Darauf werde ich später noch zu sprechen kommen.[9]

2.3 Bischof Ulrich von Augsburg

Wer war Bischof Ulrich von Augsburg und was spielt er für die Lechfeldschlacht für eine Rolle? Diese Frage habe ich mir gestellt, nachdem er immer wieder Erwähnung in einigen Quellen findet.

Bischof Ulrich lebte von Weihnachten 923 bis zum 4. Juli 973 und gehörte einer vornehmen schwäbischen Familie an.

Im J. 955 erschien das Heer der Ungarn vor den Mauern Augsburgs, mit außerordentlicher Umsicht und Thatkraft vermochte U. die Stadt bis zur Ankunft der königlichen Scharen zu halten. Während er die Stadt hütete, wurde am 10. August auf dem Lechfelde die Schlacht geschlagen und der für alle Zeit entscheidende Sieg der deutschen Waffen errungen.[10]

An diesem Zitat von Karl Uhlirz, er schrieb den Artikel in der „Allgemeine Deutsche Biographie (1895)“ über Ulrich von Augsburg, wird deutlich welche wichtige Rolle Ulrich bei der Lechfeldschlacht spielt. Nach dem Sieg über die Ungarn besuchte Otto der Erste Ulrich in Augsburg und es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden, zumindest versuchte Otto Trost zu spenden, da Ulrich durch die Schlacht einige Familienmitglieder verloren hatte.[11]

3. Die Lechfeldschlacht in der Sachsengeschichte – Res gestae Saxonicae

In diesem Kapitel werde ich die Darstellung der Schlacht von Widukind zusammenfassen und ihre Glaubwürdigkeit überprüfen.

[...]


[1] vgl. Althoff, Gerd: Mathilde, in: LexMa, Bd. VI, München 1993, S. 391.

[2] Wattenbach, Wilhelm: Widukind, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1897), S. 369-370 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118632337.html?anchor=adb (zuletzt eingesehen 10.08.2014 um 21:27).

[3] vgl. Althoff, Gerd: Widukind, in: LexMa, Bd. IX, München 1998, S. 76f.

[4] Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae: Die Sachsengeschichte, Stuttgart 2006, S. 203.

[5] vgl. Althoff, Gerd: Otto, in: LexMa, Bd. VI, München 1993, S. 1564.

[6] vgl. Althoff, Gerd: Otto I. der Große, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1998), S. 656-660 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118590758.html (zuletzt eingesehen 10.08.2014 um 21:58).

[7] vgl. Laudage, Johannes: Otto der Große: (912–973): Eine Biographie, Regensburg 2001, S. 101.

[8] vgl. ebenda, S. 111.

[9] vgl. ebenda, S. 180.

[10] Uhlirz, Karl: Ulrich, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1895), S. 215-221 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118625284.html?anchor=adb (zuletzt eingesehen am 10.08.2014 um 22.58).

[11] vgl. ebenda.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Lechfeldschlacht in Widukind von Corveys Sachsengeschichte. Historisch korrekt oder wissentlich verfälscht wiedergegeben?
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Widukind von Corvey
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V292653
ISBN (eBook)
9783656897323
ISBN (Buch)
9783656897330
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Res gestae Saxonicae, Widukind von Corvey, Lechenfeldschlacht, Sachsengeschichte
Arbeit zitieren
Fabian Kemlitz (Autor), 2014, Die Lechfeldschlacht in Widukind von Corveys Sachsengeschichte. Historisch korrekt oder wissentlich verfälscht wiedergegeben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292653

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