Kunsthistorisch orientierte Vergleichsanalyse der Vorstellung von Ästhetik im Werke der deutschen Romantiker und im Werk von Wolfgang Tillmans


Seminararbeit, 2004

16 Seiten, Note: 1,25

Nadine Herdmann (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ausgangslage
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Vorgehensweise

2. Romantik – Theorie der Epoche
2.1. Zeitalter
2.2. Kategorien
2.3. Ästhetik in der Romantik

3. Caspar David Friedrich als Protagonist der Romantik
3.1. Portrait
3.2. Ästhetik
3.3. Motive, Farbgebung und die Malerei
3.4. Wirkung der Ästhetik

4. Wolfgang Tillmans als zeitgenössischer Photograph
4.1. Künstlerportrait
4.2. Ästhetik
4.3. Motive, Farbgebung und die Fotografie
4.4. Wirkung der Ästhetik

5. Analyse
5.1. Systematische Schwierigkeiten
5.2. Gemeinsame Ästhetik
5.3. Unterschiede in der ästhetischen Darstellung

6. Fazit

7. Literatur

8. Abbildungsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Ausgangslage

Die Ästhetik in der Gegenwartskunst hat nicht das Glück, dass es eine vorherrschende Meinung gibt. Dieses Unglück kann aber auch als Glück verstanden werden, so haben viele Künstler, Kunstkritiker, solche die sich für Kunst interessieren, Narrenfreiheit in der Auslegung, Interpretation und Einschätzung an Kunstwerken. In der Romantik gibt es durchaus ein Ideal von Ästhetik, denn das was schön ist, ist ästhetisch.

1.2. Ziel der Arbeit

Ziel soll trotzdem sein, plausible Kriterien für eine Vergleichsanalyse zu erschaffen. Kann man Gemälde, wie die von Caspar David Friedrich, als einen Vertreter der Romantik mit der gegenwärtigen Fotografie Wolfgang Tillmans’ vergleichen? Ist eine Analyse, durch Anwendung verschiedener Genre überhaupt möglich? Inwiefern stellt sich die Ästhetik in beiden Epochen dar?

1.3. Vorgehensweise

In diesem Sinne soll zunächst auf die Epoche der Romantik eingegangen werden, die Ästhetik beschrieben und ein „Grundriss“ anhand des Romantikers Caspar David Friedrich skizziert werden. Im Anschluss daran wird das Selbige anhand des zeitgenössischen Fotografen Wolfgang Tillmans dargestellt. Dem wird sodann eine etwas gründlichere Betrachtung der systematischen Schwierigkeiten und Gemeinsamkeiten folgen, indem die Analyse explizit thematisiert wird. Erst dann sollen der Ertrag und die Vergleichsanalyse mit eigenen Worten zur Aussprache kommen wie auch gegebenenfalls Kritik. Dabei beziehen sich die kritischen Überlegungen lediglich auf die eigentlichen ästhetischen Aspekte.

„Die Kunst ist eine Sprache ganz anderer Art, als die Natur, aber auch ihr ist, durch ähnliche dunkle und geheime Wege, eine wunderbare Kraft auf das Herz der Menschen eigen.“

(Wackenroder)

2. Romantik – Theorie der Epoche

2.1. Das Zeitalter

Die Romantik ist allgemein eine auf Phantasie und Vorstellung gründende Weltauffassung, in welcher Gemütstiefe und Innerlichkeit, aber auch das Geheimnisvolle und der Zauber eine Rolle spielen. Sie zeigt sich durchgehend in einer ungewöhnlichen Mischung des Entgegengesetzten: Natur und Kunst, Poesie und Prosa, Ernst und Scherz, Erinnerung und Ahnung, Leben und Tod, Geistigkeit und Sinnlichkeit. Alles verschmilzt auf das Innigste miteinander.[1]

2.2. Die Kategorien

Die Epoche der Romantik zeichnet sich durch ihre altdeutschen Formen und mittelalterliche Themen aus sowie den engen Kontakt zur Natur, Religion und deren gefühlsbetonte Darstellung. Weiterhin durch die Subjektivität und durch den Irrationalismus der Betrachtungsweise, wie auch die Verschwommenheit, die Ironie und die offenen Formen. Zahlreiche namhafte Philosophen wie August von Schlegel (1767-1845), Jean Paul (1763-1825), Schriftsteller wie Heinrich von Kleist (1777-1811), Friedrich Freiherr von Hardenberg (1772-1801) und große Maler wie Philip Otto Runge (1777-1810) und Caspar David Friedrich (1774-1840) gelten als Romantiker.[2]

2.3. Ästhetik

Ursprünglich ist die Ästhetik (gr. aísthesis: Wahrnehmung) die Lehre von der sinnlichen Wahrnehmung. In der traditionellen Kunstauffassung bis zum 19. Jahrhundert wird Ästhetik häufig mit der Lehre von der Schönheit gleichgesetzt.[3]Es ist aber nur eine Form der Wahrnehmung und kann dafür verwendet werden, die Art der Ästhetik eines Gegenstandes zu beschreiben, lässt aber keinen Schluss darüber, ob eine Sache tatsächlich ästhetisch ist. Die Ästhetik unterscheidet zwei Formen, die traditionelle Ästhetik und die metaphysische Ästhetik. Die Ästhetik im traditionellen Sinne nimmt an, dass universelle und zeitlose Kriterien für die geschmackliche Bewertung von Kunstwerken existieren. Die metaphysische Ästhetik, die des deutschen Ideallismus, ist heutzutage nicht mehr zeitgerecht, da sie als die verordnete Ästhetik kritisiert wird.

Auf den folgenden Seiten soll Caspar David Friedrich als Protagonist der Romantik sowie Theorien und einzelne ausgesuchte Fragmente beschrieben werden.

3. Caspar David Friedrich als Protagonist der Romantik

3.1. Portrait

Einer der bedeutendsten Theoretiker unter den romantischen Malern und Graphikern war Caspar David Friedrich (1774-1840). Er begann 1798 seine Ausbildung an der Kopenhagener Akademie. Über Philipp Otto Runge bekam er die ersten Kontakte zu wichtigen Vertretern seiner Zeit, wie den Gebrüder Schlegel sowie Kleist und Tieck. Mit Carl Gustav Carus bereiste Friedrich den Harz, Rügen, Böhmen und das Riesengebirge. In der Zeit von 1807-1824 entstanden seine berühmtesten Werke, wie „Das Kreuz im Gebirge“ (1807-1808); Der Mönch am Meer“ (1808-1810); Abtei im Eichenwald“ (1809-1810) und „Das Eismeer“ (1823-1824), (vgl. auch Kunsthalle, Hamburg), „Der einsame Baum“ (1822). (vgl. auch Galerie der Romantik, Schloss Charlottenburg, Berlin)[4]

3.2. Die Ästhetik der Romantik

Ästhetik wird zur Kunstphilosophie – für die Romantik, Symbol für die Ganzheit von Wirklichkeit.[5]Schöne Kunst findet dann statt, wenn Stoff, Struktur und Ausdruck eine innere Harmonie erzeugen. Dies setzt beim Künstler Veranlagung, Übung und schöpferische Begeisterung voraus. Eine innerästhetische Stimmung ist gegeben nach Baumgarten[6], wenn das Werk an Größe, Reichtum, Wahrheit, Klarheit und Lebendigkeit besitzt.

3.3. Motive, Farbgebung und die Malerei

Das zentrale Thema seiner Bilder ist immer wieder der Resonanzbezug zwischen dem einsamen Bewusstsein und der ungezügelten Natur. Die Landschaft wird zum malerischen Sujet. Damit trifft er direkt in das Herz der Romantik.[7]Nicht die wahrheitsgetreue Wiedergabe steht im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel von Licht und Farbe, Schatten und Dunkel. Oft zeichnet er Menschen beim Betrachten der Landschaft, was den Effekt erwirken soll, dass der Betrachtende sich selbst als Betrachter des Bildes reflektieren kann.

Friedrich war ein Feind des Kontrastes, ebenso mochte er sich in seinen Bildern nicht durch Widersprüchlichkeiten ausdrücken. Seine Bilder sollen das Gemüt bewegen und einen Sinn ergeben. Symbolisch für die Romantik war der Bezug zur Religion. In den Bildern dieser Zeit spielt das „Kreuz“ eine wichtige Rolle (vgl. Tetschener Altar)[8]. Von großer Bedeutung war für den Maler die Wirkung des Bildes auf den Betrachter, z.B. durch Ansicht des Himmels, der unendlich wirken soll, die Veränderung der Farbe, die Gefühle erwecken soll, durch die Wahl von hellen Pastelltönen und durch weiche, feine Pinselstriche.(vgl. auch Ausstellung „Wolkenbilder“ Hamburg)

[...]


[1]Vgl. Url: http://www.xlibris.de/epochen/romantik/romantik-1.htm, 13.07.2004

[2]Vgl. Uelings, H., Theorie der Romantik, S.134

[3]Vgl. Url: http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/thies/aesthetik1.html

[4]Vgl. Anhang: Abbildungsverzeichnis

[5]Vgl. Prof. Kösser, Ästhetik für Kunstwissenschaftler, S.39

[6]Vgl. Frank,M.:Einführung in die frühromantische Ästhetik, Vorlesungen

[7]Vgl. Uelings, H., Theorie der Romantik, S. 283

[8]Vgl. Uelings, H., Theorie der Romantik, S.272

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kunsthistorisch orientierte Vergleichsanalyse der Vorstellung von Ästhetik im Werke der deutschen Romantiker und im Werk von Wolfgang Tillmans
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Interdiziplinärer Grundkurs
Note
1,25
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V29268
ISBN (eBook)
9783638308274
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunsthistorisch, Vergleichsanalyse, Vorstellung, Werke, Romantiker, Werk, Wolfgang, Tillmans, Interdiziplinärer, Grundkurs
Arbeit zitieren
Nadine Herdmann (Autor), 2004, Kunsthistorisch orientierte Vergleichsanalyse der Vorstellung von Ästhetik im Werke der deutschen Romantiker und im Werk von Wolfgang Tillmans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29268

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