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Die Rolle der Gewerkschaften in tripartistischen Konzertierungsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland

Title: Die Rolle der Gewerkschaften in tripartistischen Konzertierungsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Eileen Schott (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Während des Wahlkampfes im Jahr 2002 bot der Deutsche Gewerkschaftsbund der Bundesregierung ein neues Bündnis für Arbeit an, um der anhaltenden Massenarbeitslosigkeit ent gegenzuwirken. Innerhalb eines solchen tripartistischen Zusammenschlusses werden der Bundesregierung, den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften unterschiedliche Aufgabenbereiche und Rollenverteilungen zuteil. Zielstellung der vorliegenden Arbeit ist eine kritische Reflexion zur Rolle der Gewerkschaften sowohl im tripartistischen Konzertierungsprozess der Konzertierten Aktion als auch im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit.

Das erste Kapitel gibt eine Definition des Begriffs des Korporatismus als Grundlage für dreiseitige Austauschprozesse in Politik und Wirtschaft eines Landes. Die folgenden Kapitel sollen zwei ausgewählte Beispiele tripartistischer

Zusammenschlüsse in der Bundesrepublik Deutschland näher beleuchten: die Konzertierte Aktion von 1967 und das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit von 1998. Im Verlauf der Ausarbeitung folgt eine Fokussierung auf den Einfluss der Gewerkschaften innerhalb der Bündnisse. Welche Bedeutung kam den Gewerkschaften in der Konzertierten Aktion und unter den veränderten Bedingungen im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit zu? Dabei soll zunächst ein allgemeiner Überblick über die Gewerkschaften geboten werden, um anschließend ihre Position innerhalb der Austauschprozesse näher zu beleuchten. Ein abschließendes Fazit dient dem Leser als Zusammenfassung der vorangestellten Ausführungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Korporatismus“

3. Tripartistische Konzertierungsprozesse in Deutschland

3.1 Die Konzertierte Aktion

3.2 Das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit

4. Die Gewerkschaften im tripartistischen Konzertierungsprozess

4.1 Allgemeiner Überblick

4.2 Die Rolle der Gewerkschaften in der Konzertierten Aktion

4.3 Die Rolle der Gewerkschaften im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rolle und den Einfluss der deutschen Gewerkschaften im Rahmen tripartistischer Konzertierungsprozesse. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse ihrer Handlungsmöglichkeiten und Verhandlungspositionen innerhalb historischer und moderner Bündnisstrukturen zur Bewältigung volkswirtschaftlicher Probleme, insbesondere der Massenarbeitslosigkeit.

  • Grundlagen des Korporatismusbegriffs und dessen Bedeutung für gesellschaftliche Entscheidungsprozesse.
  • Historische Betrachtung der Konzertierten Aktion von 1967 als Instrument der Wirtschaftspolitik.
  • Untersuchung des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit ab 1998.
  • Analyse der gewerkschaftlichen Position und deren Veränderung über die Zeit unter Berücksichtigung von Mitgliederentwicklungen.
  • Reflexion über Machtverlust und neue Herausforderungen für Gewerkschaften in modernen politischen Austauschprozessen.

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Gewerkschaften im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit

Die Voraussetzungen für die Gewerkschaften in das 1998 begründete Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit zu starten, unterlagen seit der Beendigung der Konzertierten Aktion starken Veränderungen und gestalteten sich als denkbar ungünstig. Der Unmut der Bevölkerung ließ die Zahl der in Gewerkschaften organisierten ArbeitnehmerInnen jedes Jahr um mehrere Tausende schrumpfen. Die Mitgliedschaften in den Gewerkschaften konzentrierten sich auf Branchen mit rückläufigen oder stagnierenden Beschäftigungszahlen - den industriellen Sektor und den öffentlichen Dienst. Des Weiteren organisierten sich nur eine Minderheit der Frauen und der hochqualifizierten Arbeitskräfte in gewerkschaftlichen Organisationen. Die Gewerkschaften hatten mit gesellschaftlichen Anerkennungsverlusten und Prestigeeinbußen zu kämpfen. Infolgedessen verloren sie zunehmend ihre Verhandlungsstärke in politischen Austauschprozessen. Die deutsche Wirtschaft war auf dem besten Weg in eine Rezession und die stetig wachsende Zahl der Arbeitslosen pendelte einem ‚Damoklesschwert’ gleich über dem deutschen Arbeitsmarkt. „Unter den Bedingungen von Haushaltskonsolidierung, des Rückbaus sozialstaatlicher Niveaus und organisationspolitischer Schwächung befanden sie sich nunmehr in der Defensive.“

Anfänglich wurden in den Spitzengesprächen „Grundlinien der Arbeit in den Feldern der Arbeitsmarkt-, Sozialversicherungs- und Innovationspolitik“ festgesetzt, denen man mit Hilfe der Unterstützung durch die Arbeitsgruppen seine ganze Aufmerksamkeit schenken wollte. Im Laufe der Zeit jedoch zeigte sich eine starke Konzentration auf das Feld der Tarifpolitik, was zu Konflikten innerhalb der Gewerkschaften führte. Klaus Zwickel (IG Metall) und Frank Bsirske (Ver.di) sprachen sich vermehrt gegen eine Diskussion über das bestehende Tarifvertragssystem oder tarifpolitische Angelegenheiten im Rahmen des Bündnisses aus. Klaus Zwickel selbst knüpfte die Forderung nach der Diskussion über die Lohnpolitik in ausschließlich allgemeinster Form an die Drohung, das Bündnis bei Nichtbefolgen zu verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Rolle der Gewerkschaften in tripartistischen Konzertierungsprozessen kritisch zu reflektieren, und stellt die untersuchten Bündnisse sowie das methodische Vorgehen vor.

2. Definition „Korporatismus“: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Terminus Korporatismus und seine verschiedenen Ausprägungen, insbesondere den Neokorporatismus, als Basis für dreiseitige Austauschprozesse.

3. Tripartistische Konzertierungsprozesse in Deutschland: Es werden die Konzertierte Aktion von 1967 sowie das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit von 1998 als konkrete Beispiele für korporatistische Zusammenschlüsse detailliert analysiert.

4. Die Gewerkschaften im tripartistischen Konzertierungsprozess: Das Hauptkapitel untersucht die Rolle und Entwicklung der Gewerkschaften, ihre Verhandlungspositionen, den Mitgliederabwärtstrend sowie die internen und externen Konfliktfelder in beiden Bündnissen.

5. Fazit: Das Fazit fasst den Bedeutungs- und Einflussverlust der Gewerkschaften zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit für Gewerkschaften, sich in einem fortlaufenden Wandel neu zu positionieren.

6. Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet die für die Hausarbeit herangezogene Primär- und Sekundärliteratur sowie die verwendeten Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Korporatismus, Neokorporatismus, Konzertierte Aktion, Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit, Tripartismus, Sozialpartnerschaft, Arbeitsmarkt, Tarifautonomie, Tarifpolitik, Massenarbeitslosigkeit, Interessenvermittlung, Mitgliederentwicklung, Politikfeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und dem Einfluss der deutschen Gewerkschaften in sogenannten tripartistischen Konzertierungsprozessen, bei denen Staat, Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter zusammenarbeiten, um wirtschaftspolitische Ziele zu erreichen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Korporatismusbegriff, die historische Entwicklung der Konzertierten Aktion (1967) und das Bündnis für Arbeit (1998) sowie die Veränderungen der gewerkschaftlichen Verhandlungsmacht über die Jahrzehnte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist eine kritische Reflexion darüber, welche Bedeutung den Gewerkschaften in den untersuchten Konzertierungsprozessen zukam und wie sich ihre Position unter veränderten wirtschaftlichen und politischen Bedingungen gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und eine historische Untersuchung von Fallbeispielen, um die Rolle der Gewerkschaften in den genannten Bündniskonstruktionen zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage, die Rolle und die Verhandlungspositionen der Gewerkschaften in der Konzertierten Aktion und im Bündnis für Arbeit, inklusive der auftretenden inner- und zwischengewerkschaftlichen Konflikte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gewerkschaften, Korporatismus, Tripartismus, Konzertierte Aktion, Bündnis für Arbeit, Tarifautonomie und Interessenvermittlung.

Warum verlor das „Bündnis für Arbeit“ laut der Autorin an Bedeutung?

Die Autorin führt das Scheitern bzw. den Bedeutungsverlust auf fehlende Entscheidungskompetenz des Bündnisses, mangelnde Zielhierarchien, interne Konfliktstrukturen bei den Sozialpartnern sowie die Einbindung der Gewerkschaften lediglich als „policy taker“ zurück.

Wie hat sich die Stellung der Gewerkschaften in den Konzertierungsprozessen verändert?

Die Stellung der Gewerkschaften hat sich von einer starken Position in den 70er Jahren zu einer marginalisierten Rolle entwickelt, in der sie sich zunehmend in der Defensive gegenüber staatlichen Reformen befanden.

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Details

Title
Die Rolle der Gewerkschaften in tripartistischen Konzertierungsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Sozialpartnerschaft und sozialer Dialog in Europa
Grade
2,0
Author
Eileen Schott (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V29300
ISBN (eBook)
9783638308526
Language
German
Tags
Rolle Gewerkschaften Konzertierungsprozessen Bundesrepublik Deutschland Sozialpartnerschaft Dialog Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eileen Schott (Author), 2004, Die Rolle der Gewerkschaften in tripartistischen Konzertierungsprozessen in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29300
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