Der Katastrophenschutz der Länder und der Zivilschutz des Bundes sind eng miteinander verzahnt. Es soll somit ein bestmöglicher Schutz der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines integrierten Gefahrenabwehrsystems sichergestellt werden. Die vorhandenen Ressourcen sollen so gut wie möglich eingesetzt werden und werden aus den Ländern, von Angehörigen der Feuerwehren und Helfern des Katastrophenschutzes besetzt. Diese bilden den Hauptanteil für den Bevölkerungsschutz. Die Länder leisten darüber hinaus eine flächendeckende Vorhaltung von Katastrophenschutzmaterialien sowie durch die Förderung des kommunalen Brandschutzes einen wesentlichen Beitrag für den umfassenden Bevölkerungsschutz. Der Bevölkerungsschutz umfasst den Katastrophenschutz der Länder sowie den Zivilschutz des Bundes. Der Bevölkerungsschutz beschreibt als Oberbegriff alle Aufgaben und Maßnahmen der Kommunen und der Länder im Katastrophenschutz sowie des Bundes im Zivilschutz. Der Katastrophenschutz ist eine besondere Organisationsform der kommunalen und staatlichen Verwaltungen in den Ländern und der zur Gefahrenabwehr beteiligten Behörden, Organisationen und Einrichtungen. Die Zusammenarbeit dieser Behörden, Organisationen und Einrichtungen ist ein komplexes System und arbeitet im Rahmen des Bevölkerungsschutzes zusammen. Die Länder sind für die Sicherstellung des Katastrophenschutzes zuständig.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Problemstellung
2. Behörden und Organisationen auf Kommunaler und Landesebene
2.1. Gesundheitsamt
2.2. Das Landesgesundheitsamt
2.3. Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
3. Behörden und Organisationen auf Bundesebene
3.1. Das Bundesministerium des Innern (BMI)
3.2. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
4. Fiktives Beispiel eines Hochinfektiösen Patienten in Deutschland – Berlin
4.1. Erste Einzuleitende Maßnahmen bei Feststellung eines Infektiösen Patienten
4.2. Meldungen an Übergeordnete Behörden bei Infektionskrankheiten zum Schutz des Gesundheitswesens
4.3. WHO Pandemie Alarmstufen
5. Strukturen des Krisenmanagements bei einer Pandemie, zum Erhalt des Gesundheitssystems in Deutschland
5.1. Krisenmanagement des BMG
5.2. Gemeinsamer Krisenstab des BMI und des BMG
5.3. Interministerielle Koordinierungsgruppe
6. Zusammenfassung
7. Eventuelle Schnittstellenprobleme beim Übermitteln der Informationen zwischen den einzelnen medizinischen Bereichen und Behörden
8. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die komplexe Zusammenarbeit verschiedener Akteure im deutschen Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement. Anhand eines fiktiven Szenarios mit einem infektiösen Patienten wird analysiert, wie Behörden auf kommunaler, Landes- und Bundesebene kooperieren und wo potenzielle Schwachstellen in der Informationsübermittlung liegen können.
- Strukturen des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Krisenmanagement-Behörden.
- Prozesse und Meldewege bei Auftreten einer hochansteckenden Infektionskrankheit.
- Rolle von nationalen Pandemieplänen und WHO-Alarmstufen.
- Herausforderungen in der interministeriellen und behördenübergreifenden Koordination.
Auszug aus dem Buch
4. Fiktives Beispiel eines Hochinfektiösen Patienten in Deutschland – Berlin
Nimmt man an, das ein Helfer einer Hilfsorganisation aus Guinea sich mit dem Ebola Virus angesteckt hat und dieser die Heimreise nach Deutschland antritt, ohne Anzeichen aufzuzeigen und ohne den Verdacht einer Infektion zu haben, würde er auf dem Weg nach Deutschland bereits hunderte von Personen anstecken. Laut dem Robert Koch Institut besteht eine Inkubationszeit zwischen 2 und 21 Tagen bei Ebola. Grundsätzlich ist die Inkubationszeit großzügig zu betrachten, da in der Frühphase der Erkrankung unspezifische Symptome auftreten können, die möglicherweise nicht als solche wahrgenommen werden. (RKI, 2014)
Wenn der Helfer von dem Flughafen in Conakry Guinea abreisen würde, müsste man von einer unklaren Anzahl von angesteckten Menschen ausgehen die in unmittelbaren Kontakt mit dem Helfer gekommen sind. Laut Internetrecherche würde der Helfer über die Fluggesellschaft der Air France einen Direktflug nach Berlin Tegel buchen können. Die Air France unterhält Flugzeugtypen wie den momentan größten Airbus A380, der eine Passagieranzahl von 516 Passagieren umfasst. (Anlage 4) Wenn man davon ausgeht, das der Helfer im oberem Bereich des Airbusses sitzt könnten über die Hälfte der Passagiere kontaminiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das deutsche Gefahrenabwehrsystem und Definition des Zusammenspiels von Katastrophenschutz der Länder und Zivilschutz des Bundes.
2. Behörden und Organisationen auf Kommunaler und Landesebene: Darstellung der Akteure auf lokaler und Landesebene wie Gesundheitsämter und Senatsverwaltungen.
3. Behörden und Organisationen auf Bundesebene: Analyse der Zuständigkeiten von BMI und BMG sowie der Einbindung nachgeordneter Institute wie dem RKI.
4. Fiktives Beispiel eines Hochinfektiösen Patienten in Deutschland – Berlin: Erörterung eines Szenarios mit einem Ebola-Patienten, inklusive Maßnahmen, Meldewegen und WHO-Pandemiestufen.
5. Strukturen des Krisenmanagements bei einer Pandemie, zum Erhalt des Gesundheitssystems in Deutschland: Beschreibung der Krisenstäbe und Koordinierungsgruppen bei Pandemielagen.
6. Zusammenfassung: Zusammenführende Betrachtung der Verantwortung der medizinischen Akteure und der institutionellen Vorbereitung auf den Ernstfall.
7. Eventuelle Schnittstellenprobleme beim Übermitteln der Informationen zwischen den einzelnen medizinischen Bereichen und Behörden: Kritische Analyse der Informationswege und potenzieller Gefahren durch Informationsverlust.
8. Fazit: Einschätzung der Funktionsfähigkeit des Systems und Hinweise auf die Problematik der Kompetenzzersplitterung.
Schlüsselwörter
Bevölkerungsschutz, Katastrophenschutz, Pandemie, Ebola, Gesundheitsamt, Robert Koch Institut, Krisenmanagement, Infektionsschutzgesetz, Gefahrenabwehr, Schnittstellenprobleme, Notfallplanung, Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium des Innern, Seuchenschutz, Koordination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Akteure und Behörden innerhalb des deutschen Gesundheitssystems beim Schutz vor großflächigen Infektionsgefahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Strukturen des Bevölkerungsschutzes, das Krisenmanagement bei Pandemien, die Meldeketten bei Infektionskrankheiten und die kritische Bewertung behördenübergreifender Informationsprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, wie Behörden und Organisationen im Gesundheitswesen am Beispiel eines infektiösen Patienten zusammenarbeiten und wo dabei Übermittlungs- und Weiterleitungsfehler entstehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Fallstudienanalyse (fiktives Szenario), kombiniert mit einer Literaturrecherche zu rechtlichen Grundlagen, Pandemieplänen und behördlichen Strukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der relevanten Behörden auf verschiedenen Ebenen, ein konkretes Fallbeispiel eines Ebola-Infizierten und eine detaillierte Analyse der Krisenmanagement-Strukturen auf Bundesebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bevölkerungsschutz, Katastrophenschutz, Pandemiemanagement, Infektionsschutzgesetz und Krisenstäbe charakterisiert.
Welche besondere Rolle nimmt der Hausarzt in dem fiktiven Szenario ein?
Der Hausarzt fungiert als erste Schnittstelle und hat die entscheidende Aufgabe, den Verdacht einer hochansteckenden Krankheit rechtzeitig zu erkennen und die entsprechenden Meldewege einzuleiten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Welches zentrale Problem identifiziert der Autor im Hinblick auf die föderale Struktur?
Der Autor weist auf die „schutzpolitische Kompetenzzersplitterung“ zwischen Bund, 16 Ländern und Gemeinden hin, die eine einheitliche und reibungslose Schutzpolitik in Ausnahmesituationen erschweren kann.
- Arbeit zitieren
- Student B.A. Emergency Practitioner Roland Dombrowski (Autor:in), 2014, Die Zusammenarbeit der Akteure im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz im Gesundheitssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293159