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Kultur- und Religionskritik im Werk Sigmund Freuds

Titre: Kultur- und Religionskritik im Werk Sigmund Freuds

Thèse de Bachelor , 2013 , 34 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tatjana Stuhlmann (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Sigmund Freuds Kultur- und Religionskritik. Die Schriften zu Kultur und Religion nehmen in Freuds Gesamtwerk einen besonderen Platz ein. Sie spiegeln sein Bemühen wieder, auch die sozialen und kulturellen Phänomene innerhalb des psychoanalytischen Interpretationsmodells zu erfassen. Viele seiner Zeitgenossen haben gegen dieses Bemühen Widerspruch erhoben und Freuds Schriften haben sowohl zu seinen Lebzeiten als auch seit seinem Tod einige Kritik ausgelöst.

Im ersten Kapitel werden einführend einige Bemerkungen über Freuds persönliches Verhältnis zur Religion gemacht. Zudem wird die Frage geklärt, inwiefern die freudsche Kultur- und Religionskritik von seiner Psychoanalyse beeinflusst ist und es werden knapp die wichtigsten theoretischen Grundlagen der Psychoanalyse, die für das Vorhaben der vorliegenden Arbeit von Bedeutung sind, dargestellt.
Anschließend werden im zweiten, dritten und vierten Kapitel in chronologischer Reihenfolge die Werke Totem und Tabu (1912–1913), Die Zukunft einer Illusion (1927) und Das Unbehagen in der Kultur (1930) behandelt. Anhand wichtiger Hauptfragestellungen soll dem Leser ein Überblick über den Inhalt des jeweiligen Werkes gegeben werden, sowie gleichzeitig weiterführende, tiefergehende Erklärungen hinsichtlich der freudschen Kultur- und Religionskritik. Es soll dabei an geeigneter Stelle nicht versäumt werden, einen kritischen Standpunkt einzunehmen und die Stringenz der freudschen Ausführungen zu hinterfragen.
Freuds Art und Weise, Probleme der Kultur und der Religion darzustellen, kann nicht hingenommen werden, ohne die Frage nach seiner Methode aufzuwerfen. Dementsprechend soll im letzten Kapitel Freuds methodische Vorgehensweise untersucht und gleichzeitig bewertet werden. Damit soll auch die Frage beantwortet werden, welchen Beitrag Freud mit seiner Kultur- und Religionskritik geleistet hat und es sollen Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen der freudschen Kultur- und Religionskritik aufzeigt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Voraussetzungen der Betrachtung

1. Freuds persönliches Verhältnis zur Religion

2. Einwirkung der Psychoanalyse

3. Theoretische Grundlagen

3.1. Der psychische Apparat

3.2. Das Menschenbild Freuds

3.3. Die psychosexuelle Entwicklung

II. Totem und Tabu

1. Das Urverbrechen

2. Die Entstehung der Religion

III. Die Zukunft einer Illusion

1. Religion als kulturbewahrende Institution

2. Die Kritik an der Religion

2.1. Religion als infantile Wunschvorstellung

2.2. Religion als Vatersehnsucht

3. Die Zukunft der Religion

IV. Das Unbehagen in der Kultur

1. Die Leistungen der Kultur

2. Die Entstehung der Kultur

3. Das Verhältnis von Individuum und Kultur

3.1. Der Grundkonflikt

3.2. Das Schuldgefühl

3.3. Das kulturelle Über-Ich

3.4. Der Mensch in der Kultur

V. Bewertung der freudschen Methode

1. Die zugrundeliegende Weltanschauung

2. Übertragung der Ergebnisse der Psychoanalyse

3. Ausgang von einem unzureichenden Wissenshintergrund

4. Reduktionismus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die psychoanalytische Kultur- und Religionskritik von Sigmund Freud systematisch zu untersuchen, ihre theoretischen Grundlagen zu beleuchten und ihre wissenschaftliche Validität sowie Grenzen kritisch zu bewerten.

  • Analyse von Freuds zentralen Schriften zum Thema Kultur und Religion.
  • Untersuchung der psychologischen Mechanismen hinter religiösen Vorstellungen.
  • Hinterfragung der methodischen Vorgehensweise bei der Übertragung psychoanalytischer Erkenntnisse auf kollektive Phänomene.
  • Beurteilung der Stichhaltigkeit von Freuds ethnologischen und religionswissenschaftlichen Annahmen.
  • Diskussion über den Beitrag der Psychoanalyse zum Verständnis sozialer und kultureller Konflikte.

Auszug aus dem Buch

2.1. Religion als infantile Wunschvorstellung

Nach Freud ist das Leben für die Menschen nur schwer zu ertragen, denn sie stehen den Naturkräften mit Rat- und Hilflosigkeit gegenüber und sind machtlos gegenüber Krankheit und Tod. Um diese menschliche Hilflosigkeit und Unterlegenheit abzuwehren, personalisieren die Menschen die Naturkräfte und erheben sie zu schützenden Mächten.

Es werden religiöse Vorstellungen geschaffen, die die Menschen nach zwei Richtungen beschützen, einerseits gegen die Gefahren der Natur und des Schicksals und andererseits gegen die Schädigungen aus der menschlichen Gesellschaft selbst. Unter religiösen Vorstellungen werden dabei „Lehrsätze, Aussagen über Tatsachen und Verhältnisse der äußeren (oder inneren) Realität [verstanden], die etwas mitteilen, was man selbst nicht gefunden hat und die beanspruchen, daß man ihnen Glauben schenkt.“ Die Menschen legen den religiösen Vorstellungen großen Wert bei, schätzen sie hoch und meinen, das Leben ohne sie nicht ertragen zu können. Freud fragt sich daher, woher die religiösen Vorstellungen diesen Wert beziehen, denn die Belege für ihre Glaubwürdigkeit sind seiner Meinung nach dürftig.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Voraussetzungen der Betrachtung: Einführung in Freuds persönliches Verhältnis zur Religion sowie in die psychoanalytischen Grundlagen, die für sein Verständnis von Kultur und Religion entscheidend sind.

II. Totem und Tabu: Untersuchung der menschlichen Urgeschichte, in der Freud den Ursprung der Religion im sogenannten Urverbrechen (Urvatermord) und im Ödipuskomplex verortet.

III. Die Zukunft einer Illusion: Analyse von Religion als infantile Wunscherfüllung und schützende Illusion, verbunden mit Freuds Plädoyer für eine Erziehung zur Realität durch die Wissenschaft.

IV. Das Unbehagen in der Kultur: Darstellung des grundlegenden Konflikts zwischen individuellen Triebwünschen und den notwendigen Einschränkungen der Zivilisation, die zu Schuldgefühlen führen.

V. Bewertung der freudschen Methode: Kritische Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Methodik Freuds, seinem Reduktionismus und seinem begrenzten ethnologischen Wissenshintergrund.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Psychoanalyse, Kulturkritik, Religionskritik, Ödipuskomplex, Totemismus, Triebverzicht, Schuldgefühl, psychischer Apparat, infantile Wunschvorstellung, Über-Ich, Realitätsprinzip, Vatersehnsucht, wissenschaftliche Weltanschauung, Reduktionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychoanalytischen Kultur- und Religionskritik von Sigmund Freud, wie sie in seinen zentralen Werken zum Thema dargelegt wird.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die zentralen Felder sind die psychoanalytische Deutung religiöser Phänomene, der Konflikt zwischen menschlichen Trieben und kulturellen Anforderungen sowie die Untersuchung von Freuds methodischer Vorgehensweise.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über Freuds Thesen zu Religion und Kultur zu geben, diese kritisch zu hinterfragen und die Stringenz sowie Grenzen seiner Argumentation zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor der Arbeit?

Der Autor führt eine textkritische Analyse der Schriften Freuds durch und ergänzt diese durch die Einbeziehung wissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Einordnung und Bewertung der Argumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke „Totem und Tabu“, „Die Zukunft einer Illusion“ und „Das Unbehagen in der Kultur“ chronologisch analysiert und in ihren psychologischen Modellen erklärt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Triebverzicht, Schuldgefühl und die kritische Auseinandersetzung mit der freudschen Methodik.

Warum betrachtet Freud Religion als eine "Illusion"?

Freud bezeichnet Religion als Illusion, weil sie für ihn auf kindlichen Wunschvorstellungen beruht, die dazu dienen, die menschliche Hilflosigkeit gegenüber der Natur und dem Schicksal abzuwehren.

Wie bewertet die Arbeit Freuds methodische Vorgehensweise?

Die Arbeit übt konstruktive Kritik an Freuds Vorgehensweise, insbesondere an seinem Reduktionismus und seiner oft mangelhaften ethnologischen Fundierung, erkennt aber gleichzeitig den Impulsgebercharakter seiner Überlegungen an.

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Résumé des informations

Titre
Kultur- und Religionskritik im Werk Sigmund Freuds
Université
Ruhr-University of Bochum  (Philosophisches Institut)
Note
1,3
Auteur
Tatjana Stuhlmann (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
34
N° de catalogue
V293479
ISBN (ebook)
9783656909767
ISBN (Livre)
9783656909774
Langue
allemand
mots-clé
Freud Kulturtheorie Religionskritik Das Unbehagen in der Kultur Die Zukunft einer Illusion Totem und Tabu
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tatjana Stuhlmann (Auteur), 2013, Kultur- und Religionskritik im Werk Sigmund Freuds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293479
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