„Seit über zwei Jahrzehnten ist zu beobachten, dass sich die Schule mit der Rezeption neuerer Theaterstücke schwer tut. […] Es dominieren Stücke aus den 50er- und 60er-, allenfalls noch aus den 70er Jahren.“
Ob diese Aussage aus dem Jahr 2003 knapp zehn Jahre später noch vollends ihre Berechtigung hat, ist fragwürdig, gerade wenn man die Fülle zeitgenössischer Dramen berücksichtigt, die auch immer mehr Einzug in den Deutschunterricht erhalten. Neben traditionellen Dramen Dürrenmatts, Frischs, Lessings, Brechts, Büchners etc., die nach wie vor im Deutschunterricht präsent sind - nicht zuletzt sind sie Vertreter einzelner Epochen – erhalten auch immer stärker zeitgenössische Dramen der Gegenwartsliteratur Einzug in den Deutschunterricht.
Neben Autoren und Autorinnen wie Tina Müller, Thomas Ahrens, Thomas Oberender, Igor Bauersima und Laura de Wecks ist Lutz Hübner als einer der meist gespielten Gegenwartsdramatiker auf deutschen Bühnen zu nennen.
Eines seiner bekanntesten Stücke ist das Jugendtheaterstück "Creeps", das im Zentrum dieser Arbeit steht. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Stück im Rahmen einer Einbindung in den Deutschunterricht der Sekundarstufe І.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analytische Vorüberlegungen zum Jugendtheaterstück Creeps von Lutz Hübner
2.1 Inhalt
2.2 Der Autor
2.3 Personencharakteristika
2.4 Interpretationsansätze
3. Mögliche Anknüpfungspunkte für die unterrichtliche Umsetzung
3.1 Mögliche Anknüpfungspunkte auf formaler und struktureller Ebene
3.2 Mögliche Anknüpfungspunkte auf inhaltlicher Ebene
4. Didaktische Überlegungen
4.1 Der gattungstheoretische Ansatz
4.2 Der theaterpädagogische Ansatz
4.3 Der produktionsorientierte Ansatz
5. Konsequenzen für die Unterrichtspraxis
6. Fazit
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Jugendtheaterstück „Creeps“ von Lutz Hübner hinsichtlich seiner Eignung für den Deutschunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, analytische Erkenntnisse über die Figuren und die medienkritische Thematik des Stücks zu gewinnen und diese in didaktische Konzepte zu überführen, um Schülern einen handlungs- und produktionsorientierten Zugang zur Gegenwartsliteratur zu ermöglichen.
- Analyse der Figurenkonstellation und der Rolle der „Offvoice“
- Medienkritik und die „Traumfabrik“ Fernsehen im Unterricht
- Methoden des gattungstheoretischen, theaterpädagogischen und produktionsorientierten Ansatzes
- Verzahnung von analytischen Vorüberlegungen und Unterrichtspraxis
- Identifikationspotenziale für Schüler im pubertären Alter
Auszug aus dem Buch
2.3 Personencharakteristika
Den Mittelpunkt des Stückes bilden die drei 16-, bzw. 17-jährigen Jugendlichen Petra Kowalski, Maren Terbuyken und Lilly Marie Teetz. Regelmäßig greift aus dem so genannten ‚Off‘ die Stimme des Regisseurs Arno in das Geschehen ein. Diese Figur ist für die Mädchen und für die Zuschauer unsichtbar, sie lenkt das Geschehen durch verschiedene Anweisungen von ‚Außen‘. Der Darstellung der Protagonisten, die durch eingeklammerte Textbelege untermauert werden, werden die Kurzbeschreibungen der Klett-Ausgabe von 2005 vorangestellt.
Petra Kowalski – 16 Jahre alt
„[…] Outfit gemäß modisch (H&M) mit einem leichten Schlag ins Prollige, (Flokatijacke), Rucksack. Kein Dialekt, aber eine sächsische Sprachmelodie.“7
Petra Kowalski ist ein 16-jähriges Mädchen aus Chemnitz. Sie lebt mit ihrem Vater und ihrem zwei Jahre älteren Bruder Ernst (die Mutter wird in diesem Zusammenhang nicht erwähnt) in einer Vier-Raum-Wohnung in Platte, einem Ortsteil von Chemnitz-Neustadt. Petra unternimmt nach ihrer Arbeit als Bürokauffrau in der Ausbildung häufig etwas mit ihren Freunden, einer großen Clique, zu der sowohl ihr Bruder Ernst als auch ihr Freund Konrad gehören. Gemeinsam besuchen sie Diskotheken, wo Petra sehr gerne und lange tanzt.8
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz zeitgenössischer Dramatik im Deutschunterricht und stellt den methodischen Vierschritt der Arbeit vor, von der theoretischen Analyse bis zur didaktischen Umsetzung.
2. Analytische Vorüberlegungen zum Jugendtheaterstück Creeps von Lutz Hübner: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung, porträtiert den Autor, charakterisiert die drei Protagonistinnen sowie die Offvoice und diskutiert verschiedene Interpretationsansätze.
3. Mögliche Anknüpfungspunkte für die unterrichtliche Umsetzung: Hier werden fachspezifische Aspekte identifiziert, die sich auf formal-strukturelle sowie inhaltliche Ebenen beziehen, um eine Grundlage für die unterrichtliche Planung zu schaffen.
4. Didaktische Überlegungen: Die Arbeit stellt drei zentrale didaktische Konzepte – den gattungstheoretischen, den theaterpädagogischen und den produktionsorientierten Ansatz – vor und beleuchtet deren Relevanz für die Erschließung des Stückes.
5. Konsequenzen für die Unterrichtspraxis: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen didaktischen Ansätze miteinander und zeigt konkrete unterrichtspraktische Anwendungsmöglichkeiten für das Stück „Creeps“ auf.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verschiedene didaktische Ansätze flexibel und kombiniert im Literaturunterricht einzusetzen, um Schüler für die Medienkritik zu sensibilisieren.
7. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie Online-Quellen auf.
Schlüsselwörter
Creeps, Lutz Hübner, Deutschunterricht, Gegenwartsliteratur, Jugendtheater, Medienkritik, Produktionsorientierung, Szenische Interpretation, Gattungsdidaktik, Identitätsfindung, Sekundarstufe I, Casting, Dramendidaktik, Rollenbiografie, TV-Format
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Jugendtheaterstück „Creeps“ von Lutz Hübner im Hinblick auf seine didaktischen Potenziale für den Einsatz im Deutschunterricht der Sekundarstufe I.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Stück?
Das Stück thematisiert die Machenschaften der modernen Medienwelt, den Konkurrenzkampf unter Jugendlichen sowie die Identitätsfindung im Alter der Protagonistinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, methodische Anknüpfungspunkte für Lehrkräfte aufzuzeigen, um das Stück sowohl analytisch als auch aktiv-produktiv im Unterricht zu behandeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Dramenanalyse und didaktischen Konzepten der modernen Dramendidaktik.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Analyse der Charaktere, die Herausarbeitung formaler Besonderheiten des Textes sowie die Diskussion didaktischer Ansätze wie den gattungstheoretischen und produktionsorientierten Ansatz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Medienkritik, Produktionsorientierung, Identifikationspotenzial und Dramendidaktik.
Welche Rolle spielt die Figur des „Arno“ im Stück?
Arno ist als Offvoice der Regisseur, der das Geschehen im Casting steuert, die Mädchen manipuliert und somit als Personifizierung der medienkritischen Komponente dient.
Warum wird das Stück besonders für die 8. Jahrgangsstufe empfohlen?
Das Stück weist eine kompakte Form, eine alltagsnahe Sprache und ein hohes Identifikationspotenzial für Jugendliche dieses Alters auf, da die Protagonistinnen in einer ähnlichen Lebensphase sind.
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- B.A. Katharina Kukasch (Author), 2014, Das Jugendtheaterstück "Creeps" von Lutz Hübner im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293738