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Barrierefreiheit und die Nutzung neuer zukunftsweisender Medientechnologien. Ein Umsetzungsbeispiel anhand der Entwicklung einer App

Título: Barrierefreiheit und die Nutzung neuer zukunftsweisender Medientechnologien. Ein Umsetzungsbeispiel anhand der Entwicklung einer App

Tesis de Máster , 2014 , 229 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Christina Migge (Autor), Eva Knecht (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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„Die Chancengleichheit für möglichst viele Menschen ist ein wichtiges Bestreben einer sozialen Gemeinschaft.“ Welchen Platz ein Mensch in unserer Gesellschaft einnimmt, ist oft eine Frage des kollektiven Selbstverständnisses und der persönlichen Lebenssituation. Die Chancengleichheit spiegelt sich nicht nur in politischen oder bildungsbezogenen Aspekten wieder, sie wird ebenso durch unsere physische und psychische Umwelt geprägt. Hierbei bestimmen die Ausgestaltung von öffentlichen Bereichen und die Organisation von öffentlichem Leben maßgeblich mit, wie groß der Kreis derer ist, die ohne Einschränkungen daran teilhaben können.
Statistisch gesehen entsprechen die meisten Menschen einem „Planungsvorbild“, daher ist die gebaute Umwelt an die ihrer Bedürfnisse angepasst. Ein nicht unerheblicher Teil weicht jedoch von diesem Durchschnitt ab und kann die bereits gebaute Welt nicht uneingeschränkt nutzen. Diese Bevölkerungsgruppen werden von großen Teilen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen und im Alltag eingeschränkt. Doch „niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Grundgesetz §3 Abs. 3)
Unserer Meinung nach sollte jedem Einzelnen das Recht auf einen Lebensraum eingeräumt werden, welchen er unabhängig und weitgehend ohne fremde Hilfe und hemmende Barrieren nutzen kann. Manchmal sind es für uns nur kleine Veränderungen, die für andere eine große Lebensqualität bedeuten können. So sind wir aufgefordert, die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen zu berücksichtigen, wahrzunehmen und ihnen einen unabhängigen und selbstbestimmten Alltag zu ermöglichen.
Inklusion ist ein aktuelles Thema welches jeden Einzelnen betrifft. Durch unsere Arbeit zeigen wir Wege auf, um Barrierefreiheit und Inklusion, mithilfe einer App zu ermöglichen.

Oft wird Barrierefreiheit lediglich in Bezug zu Gebäuden, Straßen und Wegen gesetzt. Allerdings betrifft Barrierefreiheit im eigentlichen Sinne alles, was von Menschenhand erschaffen wurde, also beispielsweise auch das Internet, Smartphones, Geldautomaten etc.. Uns ist wichtig, dass “Orte“ sowohl erreicht als auch sinnvoll genutzt und benutzt werden können. Anzumerken ist, dass unter dem Thema der Barrierefreiheit keine speziellen Lösungen oder Praktiken, wie beispielsweise einen separaten rollstuhlgeeigneten Eingang, gefunden werden, sondern dass vielmehr die Zugänglichkeit möglich gemacht wird und das auf eine gleichberechtigte und gleichwertige Art und Weise.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Behinderung

2.1 Behinderung, ein Begriff mit mehreren Definitionen

2.1.1 Gesetzliche Definitionen von Behinderung

2.1.2 Definition von Behinderung nach der Weltgesundheitsorganisation

2.1.3 Definition von Behinderung als Prozess

2.1.4 Definition von Behinderung in der Medizin

2.1.5 Definition von Behinderung in der Pädagogik

2.2 Weitere Kategorisierungsformen von Behinderung

3 Einführung in die Disability Studies

4 Inklusion

4.1 Terminologische Erläuterungen und Hintergründe von Inklusion

4.1.1 Inklusion und Integration

4.1.2 Inklusion und Exklusion

4.1.3 Irritationen um den Begriff der Inklusion

4.2 Inklusion als Menschenrecht

4.2.1 Inklusion und die UN-Behindertenrechtskonvention

5 Selbstbestimmte und uneingeschränkte Teilhabe

6 Barrierefreiheit

6.1 Geschichtliche Entwicklung von Barrierefreiheit

6.2 Gesetzliche Regelungen in Bezug auf Barrierefreiheit

6.2.1 Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

6.3 Barrierefreiheit als Rechtsbegriff

6.3.1 Barrierefreiheit in der deutschen Rechtsordnung

6.3.2 Barrierefreiheit nach der UN-Behindertenrechtskonvention

6.3.3 Zusammenhang der beiden Begriffe Barrierefreiheit und Behinderung

6.3.4 Generalisierende Betrachtung von Barrierefreiheit

6.3.4.1 Barrierefreiheit als objektive Verpflichtung

6.3.4.2 Barrierefreiheit als subjektives Recht

6.3.5 Barrierefreiheit, ein unbestimmter Rechtsbegriff

6.3.5.1 Empirisch überprüfbare Tatbestandsmerkmale

6.3.5.2 Normative Tatbestandsmerkmale

6.3.6 Ausfüllung des Rechtsbegriffs

6.4 Weitere Begriffserklärungen und Inhalte von Barrierefreiheit

6.5 Thesen zur Barrierefreiheit

6.6 Barrierefreiheit als Folge des Sichtweisenwechsels

7 Barrierefrei Bauen und Planen

7.1 Grundlagen des barrierefreien Bauens in Deutschland

7.1.1 Rechtliche bauliche Regelungen auf Bundesebene

7.1.2 Rechtliche Regelungen auf Landesebene

7.1.3 Bauordnungen der Bundesländer

7.1.4 Bauordnungen auf kommunaler Ebene

7.1.5 DIN-Normen

8 Barrierearten

8.1 Barrieren in der Bewegung

8.2 Barrieren in der Bedienung

8.3 Barrieren in der Orientierung

9 Barrierefreies Webdesign

9.1 Bedeutung von Barrierefreiheit in Bezug auf das Webdesign

9.2 Barrieren im Webdesign

10 Demographischer Wandel

11 Einblicke in die Mediensozialisation

11.1 Smartphones und Tablets

11.1.1 Smartphones und ihre Verbreitung

11.2 Apps

12 Menschen mit Behinderungen und Medientechnologien

12.1 Vorzüge mobiler Endgeräte

12.2 Apps für Menschen mit Behinderungen

12.2.1 Ariadne GPS - Für Menschen mit Sehbehinderungen

12.2.2 VerbaVoice - Für Menschen mit Hörbehinderungen

12.2.3 Grace-App - Für Menschen mit sprachlichen Einschränkungen

12.2.4 Wheelmap - Für Menschen mit motorischen Behinderungen

12.2.5 Zusammenfassung der genannten Apps

13 Universelles Design und Design für alle

14 Unsere App

14.1 Entstehung unserer Appidee

14.1.1 Wahl der Stadt Pforzheim

14.1.2 Wegweiser als Datenbasis

14.1.2.1 Kriterienkatalog des Wegweisers

14.2 Wahl der Zielgruppe

14.3 Argumente für die Entwicklung einer App anstelle einer mobilen Webseite

14.4 Barrierefreies Appdesign

14.4.1 Name

14.4.2 Logo

14.4.3 Appskizze

14.5 Auffindbarkeit unserer App

14.6 Weiterführung unserer App

14.7 Wheelmap versus unsere App

14.8 Argumente für unsere App

14.8.1 Befragung

14.8.1.1 Hypothesen

14.8.1.2 Aufbau des Fragebogens

14.8.1.3 Auswertung der Ergebnisse

14.8.1.3.1 Auswertungstabelle

15 Besuch einer berufsvorbereitenden Einrichtung

15.1 Exkursion: Busfahren mit Menschen mit Behinderungen

15.2 Mobilitätstraining

16 Suche nach Sponsoren

17 Aufgetretene Barrieren bei der Entwicklung unserer App

18 Fazit

19 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Inklusionspotenziale neuer Medientechnologien – insbesondere einer App – um Barrierefreiheit und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im gesellschaftlichen Leben zu fördern, wobei das Beispiel der Stadt Pforzheim im Fokus steht.

  • Grundlagen von Behinderung, Inklusion und Disability Studies
  • Rechtliche und gesellschaftliche Aspekte der Barrierefreiheit
  • Bedeutung digitaler Medien und Barrierefreiheit im Webdesign
  • Umsetzungskonzepte für barrierefreie mobile Applikationen
  • Praktische Auseinandersetzung anhand eines App-Prototyps

Auszug aus dem Buch

6.3.4.1 Barrierefreiheit als objektive Verpflichtung

„Das Grundmuster konkreter Regelungen zur Barrierefreiheit sind Pflichten, die zum Beispiel bei Neubauten und Umbauten einen bestimmten Rechtsträger verpflichten, diese Bauten `entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik barrierefrei´ zu gestalten, wie es in § 8 Abs.1 BGG heißt. Das Behindertengleichstellungsrecht verpflichtet vor allem Behörden, privaten Rechtssubjekten, etwa bei einer Baugenehmigung, Barrierefreiheit vorzuschreiben.“153

Das Dasein solcher objektiven gesetzlichen Pflichten zur Barrierefreiheit gibt keine Auskunft darüber, ob es auch subjektiv einklagbare Rechte Einzelner auf Barrierefreiheit gibt. „Ob die Rechtsnormen eingehalten werden, ist zunächst eine Frage der Verwaltungskontrolle durch Parlamente und Regierungen, durch Rechtsaufsicht von Behörden über Behörden oder durch Selbstverwaltungsorgane in Gemeinden, bei Sozialversicherungsträgern, in Kammern oder Hochschulen.“154 Um Barrierefreiheit durchzusetzen, ist diese Kontrolle von Nöten. Denn Welti zufolge bleiben demokratische Mechanismen gerade dann unzureichend, wenn sie Anliegen von Minderheiten betreffen.155 „Der Rechtsstaat als objektive Instanz bleibt unzureichend, wenn die ihm aufgegebenen Rechtspositionen nicht einzelnen Personen als subjektiv durchsetzbares Recht zugeordnet werden.“156

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen im Alltag und begründet die Relevanz von Barrierefreiheit und neuen Medientechnologien für eine inklusivere Gesellschaft.

2 Behinderung: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über verschiedene Definitionen von Behinderung, von gesetzlichen bis hin zu pädagogischen und medizinischen Sichtweisen, und diskutiert Kategorisierungsformen.

3 Einführung in die Disability Studies: Hier wird der interdisziplinäre Forschungsansatz der Disability Studies vorgestellt, der den Perspektivwechsel vom Objekt zum Subjekt bei der Erforschung von Behinderung betont.

4 Inklusion: Das Kapitel erläutert den Inklusionsbegriff im Kontrast zur Integration, diskutiert Exklusion und verankert Inklusion als Menschenrecht gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.

5 Selbstbestimmte und uneingeschränkte Teilhabe: Hier wird der komplexe Begriff der Teilhabe als Maßstab für soziale Gerechtigkeit und als Resultat gerechter Strukturen in der Gesellschaft diskutiert.

6 Barrierefreiheit: Dieses zentrale Kapitel behandelt die geschichtliche Entwicklung, gesetzliche Grundlagen, den Rechtsbegriff der Barrierefreiheit sowie die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland.

7 Barrierefrei Bauen und Planen: Fokus liegt auf den Grundlagen des barrierefreien Bauens, den rechtlichen Regelungen auf verschiedenen Ebenen und der Bedeutung von DIN-Normen.

8 Barrierearten: Das Kapitel stellt typische Barrieren in den Bereichen Bewegung, Bedienung und Orientierung vor, um deren Auswirkungen auf das tägliche Leben zu verdeutlichen.

9 Barrierefreies Webdesign: Hier wird die Relevanz barrierefreier Webauftritte erörtert, Definitionen geklärt und Herausforderungen im Webdesign aufgezeigt.

10 Demographischer Wandel: Das Kapitel widmet sich dem demographischen Wandel, da dieser zunehmend die Bedeutung von barrierefreier Lebensraumgestaltung für alle Generationen hervorhebt.

11 Einblicke in die Mediensozialisation: Ein Überblick über die Mediensozialisation, die Rolle von Smartphones und Tablets sowie die Definition von Apps als alltägliche Begleiter.

12 Menschen mit Behinderungen und Medientechnologien: Hier werden Vorzüge mobiler Endgeräte für Menschen mit Behinderungen aufgezeigt und beispielhafte Apps vorgestellt, die Inklusion unterstützen.

13 Universelles Design und Design für alle: Dieses Kapitel stellt die Konzepte des Universellen Designs und des Designs für Alle vor, die über Barrierefreiheit hinausgehen und Nutzerbedürfnisse von Anfang an mitdenken.

14 Unsere App: Das Kernkapitel beschreibt die Entstehung, das Design und die praktische Entwicklung der App „Barrierefreiheit vor Ort“ anhand des Umsetzungsbeispiels Pforzheim.

15 Besuch einer berufsvorbereitenden Einrichtung: Ein Exkurs zu einer Einrichtung, bei dem Erfahrungen von Schülern bezüglich Barrieren in Pforzheim eingeholt und Mobilitätstraining erprobt wurden.

16 Suche nach Sponsoren: Der Bericht über die Herausforderungen bei der Akquise von Fördermitteln für das App-Projekt.

17 Aufgetretene Barrieren bei der Entwicklung unserer App: Eine Reflexion über die während des Projekts aufgetretenen, teils unerwarteten Barrieren bei der Entwicklung der App.

18 Fazit: Eine abschließende Reflexion der Thematik, in der die Bedeutung von Barrierefreiheit und Inklusion sowie der Stellenwert des Projekts resümiert werden.

Schlüsselwörter

Barrierefreiheit, Inklusion, Teilhabe, Behinderung, Medientechnologien, App-Entwicklung, Disability Studies, Barrierefreies Bauen, Barrierefreies Webdesign, Mobilität, Universelles Design, Design für Alle, Smartphone, Pforzheim, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Möglichkeiten, wie neue Medientechnologien, insbesondere Apps, die Barrierefreiheit und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in einer inklusiven Gesellschaft fördern können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Behinderung, Inklusion, Barrierefreiheit in der bebauten Umwelt und im Web, sowie die praktische Entwicklung einer mobilen App zur Unterstützung der Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht inwieweit neue Medientechnologien dazu beitragen können, Barrierefreiheit und die damit verbundene Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine Kombination aus theoretischer Fundierung (Literaturanalyse zu Disability Studies und Rechtsgrundlagen) und empirischen Elementen in Form einer Befragung zur Nutzbarkeit von Apps.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Behinderung und Inklusion, technische Aspekte von Barrierefreiheit in Bau und Web sowie die detaillierte Darstellung des Entwicklungsprozesses einer eigenen App.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern zählen Barrierefreiheit, Inklusion, Teilhabe, Behindertenrechtskonvention, App-Entwicklung, Universelles Design und barrierefreies Webdesign.

Welche Rolle spielt die Stadt Pforzheim in diesem Projekt?

Pforzheim dient als konkretes Umsetzungsbeispiel und Datenbasis. Die Autoren haben dort einen Stadtwegweiser auf Barrierefreiheit geprüft und nutzen diese Daten als Grundlage für den App-Prototypen.

Warum haben sich die Autoren für die Entwicklung einer App entschieden?

Die Autoren begründen dies mit der hohen Verbreitung von Smartphones, der Möglichkeit der Offline-Nutzung und dem direkten Zugriff auf Hardware-Features, die für eine mobile Unterstützung in der Stadt notwendig sind.

Final del extracto de 229 páginas  - subir

Detalles

Título
Barrierefreiheit und die Nutzung neuer zukunftsweisender Medientechnologien. Ein Umsetzungsbeispiel anhand der Entwicklung einer App
Universidad
University of Education Ludwigsburg
Calificación
1,3
Autores
Christina Migge (Autor), Eva Knecht (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
229
No. de catálogo
V293983
ISBN (Ebook)
9783656915157
ISBN (Libro)
9783656915164
Idioma
Alemán
Etiqueta
Barrierefreiheit Inklusion Behinderung App Barrieren Universelles Design Design für Alle neue Medientechnologien Selbstbestimmte und uneingeschränkte Teilhabe Disability Studies barrierefreies Webdesign barrierefreies Bauen und Planen Menschen mit Behinderungen demographischer Wander Mediensozialisation Medien Teilhabe
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Citar trabajo
Christina Migge (Autor), Eva Knecht (Autor), 2014, Barrierefreiheit und die Nutzung neuer zukunftsweisender Medientechnologien. Ein Umsetzungsbeispiel anhand der Entwicklung einer App, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293983
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