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Lobbying in der Europäischen Union. Vom Ende der Glühbirne

Title: Lobbying in der Europäischen Union. Vom Ende der Glühbirne

Seminar Paper , 2015 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Eichinger (Author)

Politics - Topic: European Union
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Mit der Verordnung Nr. 244 einigten sich die Vertreter der Europäischen Union im Dezember 2008 darauf, die inzwischen in die Jahre gekommene Glühbirne vom Markt zu nehmen und durch neue und deutlich energieeffizientere Varianten zu ersetzen. Offiziell aus Verbrauchsgründen und dem Umweltschutz geschuldet.
Doch wurden schnell Meinungen laut, die Sinn und Zweckmäßigkeit des Unterfangens in Frage stellten. Viele Stimmen aus der Gesellschaft vertraten die Ansicht, dass weder Gemeinwohl noch die Natur im Vordergrund stünden - vielmehr hätten sich andere, namentlich wirtschaftliche Interessen durchgesetzt.
Wie viel Wahrheit steckt aber tatsächlich hinter solchen Behauptungen ?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lobbying

“Access Goods”

3. Lobbying in der EU

3.1 Normative Grundlage

3.2 Kritik

3.3 Transparenzregister

4. Einleitung

5. Die Glülampenverordnung

6. Der Gesetzgebungsprozess im Hinblick auf Lobbying

6.1 Einschränkungen

6.2 Komitologieverfahren

6.3 Folgenabschätzung

6.4 Konsultationsforum

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Ausprägung von Lobbyismus innerhalb der Europäischen Union und analysiert diesen Prozess beispielhaft anhand der Kontroverse um das Verbot herkömmlicher Glühbirnen. Ziel ist es zu klären, ob der Gesetzgebungsprozess zur Glühlampenverordnung durch Lobbyaktivitäten beeinflusst wurde oder ob er sich als regulärer administrativer Vorgang darstellen lässt, wobei die methodische Herausforderung in der mangelnden Transparenz und der Schwierigkeit liegt, informelle Einflussnahme nachzuweisen.

  • Grundlagen des Lobbying und das Konzept der "Access Goods"
  • Normative Rahmenbedingungen und Transparenzmechanismen in der EU
  • Kritische Analyse des Gesetzgebungsprozesses der Glühlampenverordnung
  • Untersuchung von Komitologieverfahren und Folgenabschätzungen
  • Der Einfluss von Strukturkomplexität auf Lobbyingstrategien

Auszug aus dem Buch

3.1. Normative Grundlage

Bereits im Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS war Brüsseler Lobbying explizit vorgesehen und schriftlich festgehalten. Artikel 18 des EGKS Vertrages sieht vor, dass bei der Hohen Behörde, dem Vorläufer der Kommission, ein Beratender Ausschuss gebildet werden soll.

"(...) er besteht aus einer gleichen Anzahl von Vertretern der Erzeuger, der Arbeitnehmer sowie der Verbraucher und Händler." Weiter heißt es in Artikel 46, dass "die Hohe Behörde jederzeit die Regierungen, die verschiedenen Beteiligten und ihre Verbände ebenso wie ihre Sachverständigen anhören kann. Die Unternehmen, die Arbeitnehmer, die Verbraucher und Händler und ihre Verbände sind berechtigt, der Hohen Behörde zu den sie angehenden Fragen Anregungen oder Bemerkungen jeder Art vorzulegen." Hier wird also noch das inzwischen veraltete Verbandssystem ersichtlich.

Aktuell beruht Lobbyaktivität auf dem Artikel 11 des EU Vertrages. Darin ist festgehalten, dass: (1) den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verbänden in geeigneter Weise die Möglichkeit gegeben ist, ihre Ansichten in allen Bereichen des Handelns der Union öffentlich bekannt zu geben und auszutauschen; (2) ein offener, transparenter und regelmäßiger Dialog zwischen der Zivilgesellschaft und den Organen der EU geführt werde; (3) umfangreiche Anhörungen mit Betroffenen geführt werden um die Kohärenz und Transparenz des Handelns der Organe zu gewährleisten; (4) Unionsbürger und -bürgerinnen, deren Anzahl mindestens eine Million betragen, die Initiative ergreifen können und die Kommission auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürger eines Rechtsaktes bedarf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Lobbyismus, Definition des Begriffs und Vorstellung des Glühbirnenverbots als Fallbeispiel.

2. Lobbying: Diskussion der negativen Konnotation des Lobbyismus sowie der Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung unterschiedlicher Akteure.

3. Lobbying in der EU: Analyse der theoretischen Grundlagen, des Konzepts der „Access Goods“ und der institutionellen Einbettung des Lobbying in der EU.

3.1. Normative Grundlage: Untersuchung der rechtlichen Verankerung von Interessensvertretung in EU-Verträgen von der EGKS bis zum aktuellen EU-Vertrag.

3.2. Kritik: Auseinandersetzung mit der demokratischen Problematik des Lobbyismus, inklusive Aspekten wie Korruption und dem „Drehtüreffekt“.

3.3. Transparenzregister: Darstellung der Intention und der Schwachstellen des 2011 eingeführten Lobbyregisters.

4. Einleitung: Überleitung zum spezifischen Teil der Untersuchung, der sich mit der Glühlampenverordnung als Fallbeispiel befasst.

5. Die Glülampenverordnung: Analyse des spezifischen Rechtsdokuments und der technischen sowie ökologischen Hintergründe des Glühbirnenverbots.

6. Der Gesetzgebungsprozess im Hinblick auf Lobbying: Untersuchung konkreter parlamentarischer Anfragen und Lobbyeinflüsse auf den Entscheidungsprozess.

6.1. Einschränkungen: Erörterung methodischer Probleme bei der Suche nach politischer Verantwortung aufgrund von Intransparenz und Komitologieverfahren.

6.2. Komitologieverfahren: Analyse der Rolle von Ausschüssen und der Schwierigkeit, informelle Einflussnahme in diesen Verfahren zu dokumentieren.

6.3. Folgenabschätzung: Prüfung der verfügbaren Dokumente zur Kosten-Nutzen-Analyse der Verordnung.

6.4. Konsultationsforum: Untersuchung der Zusammensetzung und der Beiträge innerhalb des für die Verordnung relevanten Expertenforums.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Diskussion des Scheiterns des Nachweises direkter Lobbyaktivitäten aufgrund fehlender Schlüsseldokumente.

Schlüsselwörter

Lobbyismus, Europäische Union, Glühbirnenverbot, Access Goods, Transparenzregister, Komitologieverfahren, Gesetzgebungsprozess, Interessenvertretung, Ökodesign-Richtlinie, politische Entscheidungsträger, Korruption, Drehtüreffekt, Partikulare Interessen, LobbyControl, Europäische Kommission.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Lobbyismus in der Europäischen Union und analysiert kritisch, wie Interessensgruppen politische Entscheidungsprozesse beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Interessenvertretung, die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU, Transparenzmechanismen sowie die praktische Umsetzung von Lobbying an einem Fallbeispiel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Lobbyisten auf den Gesetzgebungsprozess zur EU-Glühlampenverordnung nachzuvollziehen und zu prüfen, ob dieser Prozess transparent und nachvollziehbar war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine politikwissenschaftliche Aufbereitung durch die Analyse von Primärdokumenten, parlamentarischen Anfragen und einschlägiger Fachliteratur gewählt, da keine direkten Interviews geführt werden konnten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische Einleitung und eine detaillierte Fallstudie zur Glühlampenverordnung, in der spezifische Verfahren wie die Komitologie und Folgenabschätzungen untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lobbyismus, Europäische Union, Transparenzregister, Gesetzgebungsprozess und Interessensartikulation charakterisiert.

Warum wurde die Glühlampenverordnung als Fallbeispiel gewählt?

Sie wurde gewählt, da sie ein hohes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit erzeugte und medial oft als Beispiel für „Regulierungswut“ oder intransparente Einflussnahme angeführt wurde.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Lobbyismus-Nachweises?

Der Autor stellt fest, dass aufgrund des Fehlens bestimmter Schlüsseldokumente kein direkter Beweis für eine unzulässige Lobbybeeinflussung erbracht werden kann, betont jedoch die Problematik der Intransparenz innerhalb komplexer EU-Entscheidungsstrukturen.

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Details

Title
Lobbying in der Europäischen Union. Vom Ende der Glühbirne
College
University of Innsbruck  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Proseminar: Europäische Integration
Grade
1,0
Author
Martin Eichinger (Author)
Publication Year
2015
Pages
22
Catalog Number
V294028
ISBN (eBook)
9783656916710
ISBN (Book)
9783656916727
Language
German
Tags
Europäische Union Lobbying Lobbyismus Glühbirnenverordnung EU
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Eichinger (Author), 2015, Lobbying in der Europäischen Union. Vom Ende der Glühbirne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294028
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