Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Position des Italienischerwerbs im internationalen Bildungssektor zu verleihen. Die Intensität der Verbreitung des Italienischen, sowie die dazu unternommenen Maßnahmen und die Motivationen und Bedürfnisse von Sprachschülern unterschiedlicher Länder sollen ermittelt und miteinander verglichen werden.
Schlussendlich sollen aus allen ermittelten Aspekten Bilanzen gezogen werden, inwiefern ein einzelnes Land den Anforderungen seines Bildungssektors gerecht wird und, im Ganzen betrachtet,
in welchem Bildungssektor dieser Welt die Italienische Sprache am stärksten vertreten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Maßnahmen Italiens und weltweit
3. Motivation des Italienischerwerbs
4. Umfrage der Inlingua Sprachschulen bezüglich Motivationen und Bedürfnissen des Italienischerwerbs
5. Italienischerwerb im österreichischen Bildungssektor
5.1. Großbritannien
5.2. Amerika
5.3. Australien
5.4. Argentinien
5.5. Afrika
5.6. Asien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbreitung, Motivationen und Rahmenbedingungen des Italienischerwerbs in verschiedenen nationalen Bildungssektoren weltweit, um ein besseres Verständnis für die internationale Position der italienischen Sprache zu gewinnen.
- Internationaler Vergleich des Italienischunterrichts
- Analyse der Beweggründe (beruflich vs. persönlich)
- Rolle staatlicher Maßnahmen und Institutionen
- Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf den Spracherwerb
- Herausforderungen in den jeweiligen Bildungssystemen
Auszug aus dem Buch
5.3. Australien:
Ebenso wie in Amerika, war die erste italienische Einwanderungswelle in Australien von Analphabetismus geprägt. Der Wille der Auswanderer, lesen und schreiben, sowie die englische Sprache zu lernen, wurde vom ausgeprägten Rassismus auf die Probe gestellt. Besonders bei italienischen Schülern führte diese gegnerische Einstellung zu einem geringen bis gar keinem Schulbesuch. Jenen Anfangsschwierigkeiten folgte die zweite massenhafte Auswanderungswelle nach dem zweiten Weltkrieg, die Italienisch in Australien fest positionierte. Die damit einher gehende starke Präsenz der Italiener an australischen führte zu einer Annäherung der italienischen und australischen Kultur. Grund für die massenhafte Einwanderung war unter anderem auch die Aufgabe der White Australian Policy, einer auf Gesetzen basierenden Politik, die die Einwanderung nach Australien von Nicht – Weißen verhinderte.
In den 50er Jahren hatte sich die Anzahl italienischer Einwanderer zum Beispiel bereits so sehr vermehrt, dass Italienisch als Kultur – und Prestigesprache galt und an Ethnic schools und Saturday schools of language gelehrt wurde, die von der italienischen Regierung und dem 1968 gegründeten Comitato di assistenza italiano, das italienische Sprachkurse und soziale Unternehmungen fördert, finanziert wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Internationalisierung des Bildungswesens ein und legt den Fokus auf die Analyse des Italienischerwerbs weltweit.
2. Maßnahmen Italiens und weltweit: Es wird die historische und aktuelle Unterstützung durch italienische Institutionen zur Förderung der Sprache im Ausland beleuchtet.
3. Motivation des Italienischerwerbs: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen beruflichen und privaten Gründe, die Sprachschüler zum Erlernen des Italienischen bewegen.
4. Umfrage der Inlingua Sprachschulen bezüglich Motivationen und Bedürfnissen des Italienischerwerbs: Eine empirische Erhebung bei Sprachschulen liefert Einblicke in aktuelle Trends und Bedürfnisse der Lernenden.
5. Italienischerwerb im österreichischen Bildungssektor: Der Status und die Besonderheiten des Italienischunterrichts in Österreich bilden den Ausgangspunkt für den Ländervergleich.
5.1. Großbritannien: Darstellung der Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis zu modernen Herausforderungen im britischen Bildungssystem.
5.2. Amerika: Analyse des Einflusses der italienischen Einwanderungswellen auf die Integration und das Bildungsangebot in den USA.
5.3. Australien: Untersuchung, wie politische Veränderungen und eine hohe Präsenz der italienischen Gemeinschaft den Spracherwerb gefördert haben.
5.4. Argentinien: Betrachtung der historischen Bedeutung Argentiniens als Einwanderungsland und die daraus resultierenden Bildungsstrukturen.
5.5. Afrika: Erläuterung der Rolle des Kolonialismus und späterer kultureller Abkommen auf die Präsenz des Italienischen in afrikanischen Staaten.
5.6. Asien: Einordnung des Italienischen als Kultursprache in China und Japan, wo es trotz geringer Einwandererzahlen geschätzt wird.
Schlüsselwörter
Italienisch, Fremdsprachenerwerb, Bildungssektor, Sprachschule, Motivation, Internationale Vergleichsanalyse, Sprachförderung, Italienistik, Migrationsgeschichte, Sprachpolitik, Kultursprache, Analphabetismus, Bildungsinstitutionen, Sprachdidaktik, Bologna-Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die italienische Sprache weltweit in verschiedenen nationalen Bildungssektoren behauptet und welche Maßnahmen zur Förderung ergriffen werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Motivationen der Sprachschüler, den Angeboten der verschiedenen Bildungssysteme und der Rolle, die Italien als Ursprungsland bei der Verbreitung der Sprache spielt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll ermittelt werden, welche Faktoren den Italienischerwerb in unterschiedlichen Ländern beeinflussen und ob die Bildungssektoren den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen der Schüler gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu historischen und strukturellen Daten mit einer eigenen empirischen Umfrage bei der Sprachenschule Inlingua, um aktuelle Motivationen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Überblick über Fördermaßnahmen und eine detaillierte länderweise Analyse, die Österreich, Großbritannien, Amerika, Australien, Argentinien, Afrika und Asien abdeckt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fremdsprachenerwerb, Motivation, Bildungssektor, Sprachförderung und italienische Kultur.
Wie unterscheidet sich die Motivation der Lernenden nach Regionen?
Während in manchen Ländern berufliche Aspekte dominieren, stehen in anderen, wie etwa in Argentinien oder Japan, die kulturelle Faszination und der Bezug zu familiären Wurzeln stärker im Vordergrund.
Welche Rolle spielt die italienische Regierung bei der Verbreitung der Sprache?
Die Regierung ist durch Institutionen wie die Dante-Gesellschaft, die Istituti italiani di cultura und verschiedene bilaterale Abkommen maßgeblich an der Finanzierung und Organisation des Italienischunterrichts im Ausland beteiligt.
Welche Probleme treten häufig in den untersuchten Bildungssystemen auf?
Herausforderungen sind oft mangelnde finanzielle Ressourcen, die Qualifikation des Lehrpersonals, veraltetes Lehrmaterial oder, wie in Australien, Schwierigkeiten bei der Kapazitätsplanung in den Schulen.
- Citation du texte
- verena lenz (Auteur), 2013, Italienisch im Bildungssektor. Motivationen, Bedürfnisse und Medien des Italienischerwerbs im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294073