Was hat sich in Ägypten 3 Jahre nach dieser vermeintlichen Revolution im Hinblick auf die Demokratiequalität verbessert? Was trägt Europa zur Demokratieförderung bei? Und wo sieht man Veränderungen nach dem arabischen Frühling? Mit diesen Leitfragen und mit der besonderen Berücksichtigung der Menschenrechtsverletzung wird sich die folgende Hausarbeit unter dem Titel: Die Demokratieförderung in Ägypten im Rahmen der Euro-Mediterranen-Partnerschaft unter dem Aspekt der Menschenrechte vor und nach dem arabischen Frühling, beschäftigen. Um die Fragestellung im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Europa zu beantworten, soll zunächst die Entstehung und die Ziele der Euro-Mediterrane Partnerschaft in Bezug auf die externe Demokratieförderung bearbeitet werden. Anschließend wird ein kurzer Überblick über die Akteure und den Verlauf des arabischen Frühlings sowohl allgemein als auch in
Ägypten gegeben. Der Hauptteil dieser Arbeit behandelt die Demokratieförderung der EU und die Menschenrechte in Ägypten vor und nach dem arabischen Frühling.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung & Fragestellung
2. Die EU-Mittelmeerkonferenz von Barcelona
2.1. Die Euro-Mediterrane Partnerschaft
2.2. Inhalte und Ziele der EMP
2.3. Politische Partnerschaft und externe Demokratieförderung der EMP
3. Der arabische Frühling
3.1. Akteure und Ursache des arabischen Frühlings
3.2. arabischer Frühling in Ägypten
4. Ägypten vor dem arabischen Frühling
4.1. Menschenrechte
4.2. Demokratieförderung der EMP
5. Ägypten nach dem arabischen Frühling
5.1. Menschenrechte
5.2. Demokratieförderung der EMP
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Effektivität der externen Demokratieförderung der Europäischen Union in Ägypten unter besonderer Berücksichtigung der Menschenrechtslage im Kontext vor und nach dem arabischen Frühling.
- Die Entstehung und Zielsetzung der Euro-Mediterranen Partnerschaft (EMP).
- Die Ursachen und der Verlauf des arabischen Frühlings, insbesondere in Ägypten.
- Die Analyse der Menschenrechtslage unter dem Regime von Husni Mubarak.
- Der Einfluss des arabischen Frühlings auf demokratische Prozesse und Menschenrechte in Ägypten.
- Kritische Bewertung der EU-Außenpolitik und des Dilemmas zwischen Stabilisierung und Demokratisierung.
Auszug aus dem Buch
3.2. Ausbruch des arabischen Frühlings in Ägypten
Wie schon im letzten Kapitel erwähnt, war der arabische Frühling in Ägypten ein durch Tunesiens Erfolg inspirierte politischer Umbruch, der sich am 25. Januar 2011 ereignete. Der sogenannte „Tag des Zorns“ versammelte große Menschenmengen im ganzen Land, aber vor allem auf dem Tahrir Platz. Zu diesem Zeitpunkt reagierte die Regierung trotz anfangs friedlicher Proteste mit der Einsetzung von Polizisten, welche die Proteste gewaltsam unterbinden sollten. Je stärker die Gegengewalt seitens der Regierung war, desto größer wurden im Laufe der Zeit die Proteste und desto höher wurde der Wunsch nach einem Regierungssturz. Aus Zorn über die Abschaltung des Internets und des Mobilfunknetzes, womit die Unterstützung und die Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt gestoppt werden sollte, zerstörte die Opposition einige Gebäude der Polizei und der Regierung in Ägypten.
Der damalige Staatspräsident Hosni Mubarak äußerte sich erstmals am 28. Januar in einer Fernsehansprache zu den Ausschreitungen und lehnte öffentlich seinen Rücktritt ab, versprach jedoch bei den kommenden Wahlen nicht erneut zu kandidieren. Die Lage verbesserte sich jedoch nicht und die Sanktionen gegenüber der Bevölkerung, die nach einen neuen Präsidenten, ein neues Parlament und einer neuen Verfassung mit mehr demokratischen Zügen forderten, blieben aufrechterhalten. Am 29. Januar benannte Hosni Mubarak den Chef des Geheimdienstes als Vizepräsidenten und kündigte „Reformen“ an. Nach dem jedoch am 2. Februar als „Tag des Angriffs“ bezeichnet, Demonstranten am Tahrir-Platz durch die Regierung angegriffen wurden und ein Massaker entstanden ist, haben sich Bürger aus allen sozialen Schichten den Protesten angeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung & Fragestellung: Diese Einleitung führt in die Themen Demokratie, Menschenrechte und den arabischen Frühling ein und umreißt die spezifische Fragestellung der Arbeit bezüglich der EU-Demokratieförderung in Ägypten.
2. Die EU-Mittelmeerkonferenz von Barcelona: Das Kapitel erläutert die Grundlagen, Strukturen und Ziele der Euro-Mediterranen Partnerschaft (EMP) als Rahmen für die europäische Mittelmeerpolitik.
3. Der arabische Frühling: Hier werden die Ursachen der Protestbewegungen im arabischen Raum allgemein dargestellt und der spezifische Verlauf der Ereignisse in Ägypten nachgezeichnet.
4. Ägypten vor dem arabischen Frühling: Dieses Kapitel analysiert die defizitäre Menschenrechtslage und die begrenzte Wirksamkeit der EU-Demokratieförderung in Ägypten vor dem Jahr 2011.
5. Ägypten nach dem arabischen Frühling: Die Untersuchung befasst sich mit den Veränderungen der Menschenrechte nach der Revolution und bewertet die Anpassungen der EU-Politik in der Post-Mubarak-Ära.
6. Fazit: Das Fazit zieht eine kritische Bilanz, wonach die EU trotz hoher Prioritätensetzung in ihren Verträgen bei der praktischen Demokratieförderung zugunsten einer kurzfristigen Stabilisierung scheitert.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Ägypten, Arabischer Frühling, Europäische Union, Euro-Mediterrane Partnerschaft, Demokratieförderung, Menschenrechte, Außenpolitik, Zivilmacht, Politische Transformation, Stabilität, Husni Mubarak, Transformation, Reformen, Internationale Beziehungen, Autokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der EU-Demokratieförderung in Ägypten und untersucht, ob und wie diese die Menschenrechtssituation vor und nach dem arabischen Frühling beeinflusst hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die EU-Mittelmeerpolitik (EMP/ENP), das politische System Ägyptens, die Ereignisse des arabischen Frühlings sowie die Diskrepanz zwischen europäischem Anspruch und politischer Realität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Kluft zwischen den in EU-Verträgen formulierten Zielen zur Demokratieförderung und der tatsächlichen politischen Praxis in Ägypten kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, der sich unter anderem auf rollentheoretische Erklärungsmodelle zur Analyse der EU als Zivilmacht stützt sowie aktuelle Berichte und Sekundärliteratur auswertet.
Was genau wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der EU-Strukturen, den Ablauf der Revolution in Ägypten sowie eine vergleichende Analyse der Menschenrechtslage und der EU-Interventionen vor und nach 2011.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Demokratieförderung, Menschenrechte, arabischer Frühling, EU-Außenpolitik, Zivilmacht, Ägypten und politische Transformation.
Wie reagierte die EU auf den Machtwechsel in Ägypten?
Die EU war von den Ereignissen überrascht und hielt lange an alten Mechanismen fest, wobei sie ihre Prioritäten eher auf Stabilität als auf echte Demokratisierung legte.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der EU-Politik?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die EU in einem Dilemma zwischen Demokratisierung und Stabilisierung steckt und sich bisher konsequent für Letzteres entschieden hat, was die Wirksamkeit ihrer Demokratieförderung erheblich einschränkt.
- Citation du texte
- Manel Gasmi (Auteur), 2014, Demokratieförderung in Ägypten im Rahmen der Euro-Mediterranen-Partnerschaft. Menschenrechte vor und nach dem Arabischen Frühling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294252