Entsprechend der Aufgabenstellung im Fach „Theorie der Sozialen Arbeit“ möchte ich mich in dieser Hausarbeit mit dem Konzept der alltäglichen Lebensführung (im Folgenden auch als ALF bezeichnet) von Gerd Günter Voß beschäftigen. Zunächst werde ich dieses genannte Konzept in seinen Grundzügen darstellen, um anschließend mit Hilfe der daraus gewonnenen Erkenntnisse die Eignung des Konzeptes der alltäglichen Lebensführung als Gegenstand für die Soziale Arbeit zu prüfen.
Im Rahmen des Studiums absolvierte ich mein Einführungspraktikum in dem Projekt „Drahtseil“, das seit 1994 entsprechend dem § 14 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (erzieherischer Kinder- und Jugendschutz) in der primären, sekundären und tertiären Sucht- und Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche arbeitet. Die Arbeit wird in den Räumen des Projektes „Drahtseil“ in Leipzig durchgeführt. Die dort erlebten Ereignisse und Erfahrungen bei der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen werden ebenfalls in diese Arbeit einfließen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Darstellung des Rahmenkonzeptes der alltäglichen Lebensführung
1.1 Lebensführung als gesellschaftlich geformte Arbeitsteilung der Person
1.1.1 Lebensführung als aktive systemische Konstruktion der Person
1.1.2 Eigenlogische systemische Struktur
1.1.3 Strukturdimensionen von Lebensführung
1.2 Soziale Einbindung der Lebensführung
1.2.1 Vergesellschaftung
2 Eignung des Konzeptes der ALF als Gegenstand der Sozialen Arbeit
2.1 Vorüberlegungen
2.2 Aufgabe der Sozialen Arbeit
2.3 Aufgabe der alltäglichen Lebensführung
2.4 Diskussion
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, inwieweit das soziologische Konzept der „alltäglichen Lebensführung“ (ALF) von Gerd Günter Voß als präziser Gegenstandsbereich für die Soziale Arbeit dienen kann, um deren professionelle Identität und Handlungsfähigkeit wissenschaftlich zu fundieren.
- Grundlagen und Strukturdimensionen der alltäglichen Lebensführung
- Die systemische Einbindung des Individuums in gesellschaftliche Prozesse
- Anforderungen an die Gegenstandsbestimmung der Sozialen Arbeit
- Verbindung von Alltagspraxis und professioneller Intervention
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Lebensführung als aktive systemische Konstruktion der Person
Lebensführung ist ein System auf Ebene der Person, sie ist ein System der Person, ein "Handlungssystem", das an die Person gebunden ist und von ihr getragen wird. Das System der Lebensführung wird von jeder Person in Auseinandersetzung mit ihren Lebensbedingungen und in Bezug auf ihre spezifische soziale Situation konstruiert, alltäglich praktiziert und erhalten sowie gegebenenfalls an sich ändernde Bedingungen angepasst. (vgl. Projektgruppe „ALF“, 1995a, S. 33)
Denn täglich müssen die Personen Tätigkeiten entwickeln, damit ihr alltägliches Leben praktisch erhalten wird und sich weiterentwickeln kann. Die Personen müssen auf verschiedene gesellschaftliche Anforderungen reagieren, um ihren Wohlstand zu sichern und zu steigern. (vgl. Voß, 1991d, S.257)
Zusammenfassung der Kapitel
Darstellung des Rahmenkonzeptes der alltäglichen Lebensführung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der ALF ein und beleuchtet Lebensführung als systemische Konstruktion, die eng mit sozialen Einbindungen und Vergesellschaftungsprozessen verknüpft ist.
Eignung des Konzeptes der ALF als Gegenstand der Sozialen Arbeit: Hier wird geprüft, ob sich das Konzept als definierter Gegenstandsbereich für die Soziale Arbeit eignet, indem die Aufgaben der Profession mit den Strukturen der Lebensbewältigung in Beziehung gesetzt werden.
Schlüsselwörter
Alltägliche Lebensführung, ALF, Soziale Arbeit, Handlungssystem, Systembildung, Vergesellschaftung, Lebensbewältigung, Gegenstandsbestimmung, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Alltagspraxis, Soziale Probleme, Transdisziplinarität, Identität, Lebensgestaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Eignung des Konzepts der „alltäglichen Lebensführung“ (ALF) nach Gerd Günter Voß als möglicher, wissenschaftlich fundierter Gegenstandsbereich der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Systembildung der Lebensführung, die Einbindung des Individuums in gesellschaftliche Strukturen sowie die Frage, wie die Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft theoretisch bestimmt werden kann.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die ALF als theoretischer Ankerpunkt dienen kann, um die Soziale Arbeit gegenüber anderen Disziplinen abzugrenzen und deren professionellen Gegenstandsbereich klarer zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der soziologischen Konzepte zur Lebensführung sowie eine Reflexion der eigenen Erfahrungen aus einem Einführungspraktikum bei einem sozialen Projekt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Rahmenkonzeptes der ALF und eine anschließende kritische Diskussion über deren Eignung als Gegenstand Sozialer Arbeit unter Berücksichtigung von Universalität und Spezifität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Alltägliche Lebensführung, Lebensbewältigung, Systemkonstruktion, Sozialarbeit, Handlungswissenschaft und Vergesellschaftung charakterisiert.
Warum wird die ALF als ein „System der Person“ bezeichnet?
Die ALF wird so bezeichnet, weil sie kein vorgegebenes Muster ist, sondern ein von der Person in aktiver Auseinandersetzung mit ihren Lebensbedingungen konstruiertes Handlungssystem zur Bewältigung des Alltags.
Zu welchem skeptischen Fazit kommt die Autorin?
Die Autorin stellt gegen Ende infrage, ob eine „einfache und plakative“ Bestimmung eines einzigen Gegenstandes für die Soziale Arbeit überhaupt möglich oder sinnvoll ist, da sie das Fach eher als transdisziplinär begreift.
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- Maria Widera (Author), 2007, Alltägliche Lebensführung als Gegenstand Sozialer Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294351