In dieser Arbeit geht es um die Familieninterne und Familienexterne Unternehmensnachfolge. Hierbei wird unter anderem auf Motive für die Übergabe an einen Nachfolger, Phasenmodelle der Nachfolge, Werteorientierung in Familienunternehmen, Unterstützungen bei der Unternehmensnachfolge und Übernahmefinanzierung eingegangen.
Im Rahmen der Unternehmensnachfolge von Familienunternehmen gibt es verschiedene Gründe, wie etwa ein fortgeschrittenes Alter des Unternehmers, ein Notfall wie beispielsweise Krankheit, Unfall oder Tod des Unternehmers, aber auch viele weitere Gründe können ausschlaggebend sein, die eine Übergabe des Unternehmens erfordern. In diesem Zusammenhang gibt es sowohl geplante als auch ungeplante Übernahmen, wobei die Beweggründe für eine Übergabe im Weiteren sowohl die Wahl des Nachfolgers, ob familienintern oder familienextern gesucht wird, als auch die Erwartungen an einen Nachfolger beeinflusst. In den folgenden Kapiteln sollen daher einerseits die Ziele einer Nachfolgeregelung näher beschrieben werden sowie die unterschiedlichen Gründe für die Entscheidungen für einen familieninternen bzw. familienexternen Unternehmensnachfolger.
Inhaltsverzeichnis
1 Motive für die Übergabe an einen Nachfolger
1.1 Geplante vs. Ungeplante Unternehmensnachfolge
1.2 Ziele der Nachfolgeregelung
1.3 Gründe für einen familienexternen Nachfolger
1.4 Gründe für einen familieninternen Nachfolger
2 Phasenmodelle der Nachfolge
2.1 Phasen der Unternehmensnachfolge nach Kary und Dittmers
2.2 Phasen der Unternehmernachfolge nach Viehl
2.3 St. Galler Nachfolgemodell nach Halter und Frey
2.4 Bezugsrahmen der Übergabe- und Übernahmekompetenz nach Kailer
2.5 Matchingphase nach Schlömer und Kay
3 Werteorientierung in Familienunternehmen als wesentlicher Aspekt bei der Nachfolgerwahl
3.1 Werte und Traditionen in Familienunternehmen
3.2 Emotionale Aspekte in der Familie bei der Übergabe
3.3 Der Weg zu einem familieninternen Nachfolger
4 Unterstützungen bei der Unternehmensnachfolge
4.1 Förderungen
4.1.1 Österreich
4.1.2 Deutschland
4.1.3 Schweiz
4.2 Beirat
4.3 Externe Berater
4.4 Interimsmanager
4.5 Suche von Nachfolgern
5 Alternativen bei der Wahl eines Nachfolgers
5.1 Frauen als familieninterne Nachfolgerinnen
5.2 Existenzgründung durch Übernahme
5.3 Änderung der Rechtsform nach der Übergabe
6 Unternehmensnachfolge als strategische Herausforderung
6.1 Planung der Nachfolge
6.2 Die Problematik des Loslassens durch den Alteigentümer
6.3 Informationsasymmetrien bei der Unternehmensnachfolge
6.4 Prinzipal-Agenten-Theorie
7 Übernahmefinanzierung
7.1 Beteiligungsfinanzierung
7.1.1 Eigenkapital des Übernehmers
7.1.2 Beteiligungsgesellschaften
7.1.3 Business Angels
7.2 Fremdfinanzierung
7.2.1 Bankkredite
7.2.2 Kredit durch den Seniorunternehmer
8 Wert des Familienunternehmens
8.1 Bewertungsverfahren
8.1.1 Auswahl des geeigneten Verfahrens
8.1.2 Ertragswertverfahren
8.1.3 Discounted-Cashflow-Verfahren
8.1.4 Substanzwertverfahren
8.1.5 Multiplikatorverfahren
8.2 Der emotionale Wert des Unternehmens
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die komplexen Herausforderungen und Prozesse der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen. Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Motive, Phasenmodelle, finanzielle Aspekte und strategischen Hürden bei der Übergabe an familieninterne oder familienexterne Nachfolger zu vermitteln.
- Prozessstrukturen der Unternehmensnachfolge
- Familieninterne versus familienexterne Nachfolge
- Finanzierungsinstrumente bei der Übernahme
- Rolle von Werten und emotionalen Faktoren bei der Nachfolgerwahl
- Strategisches Management und Risiken des Generationenwechsels
Auszug aus dem Buch
6.2 Die Problematik des Loslassens durch den Alteigentümer
Baumgartner stellt bei seiner Forschung fest, dass bei der Übergabe von Familienunternehmen Übergeber in sechs verschiedene Typen aufgeteilt werden können, welche sich beim Loslassen bzw. bei der Übergabe unterschiedlich verhalten, wie in Abbildung 8 veranschaulicht wird. Dabei werden die Typen des Erfinders, des Übergabekünstlers, des Generals, des Gouverneurs, des Monarchen und des Diplomaten voneinander unterschieden. Diese sechs Typen sind in einem Koordinatensystem angeordnet, wobei die X-Achse für das Loslassen können des Unternehmers steht und die Y-Achse für die Planung des Nachfolgeprozesses. Laut diesem Modell gehen die sechs Typen ganz unterschiedlich mit dem Loslassen sowie mit der Gestaltung des Nachfolgeprozesses um, wobei sich drei Typen herauskristallisieren, die erhebliche Schwierigkeiten mit dem Loslassen haben, nämlich der Monarch, der General und der Erfinder:
Der Monarch denkt über eine Unternehmensnachfolge bzw. über sein fortgeschrittenes Alter gar nicht nach, da kein Nachfolger in den Augen des Monarchen geeignet sein kann.
Der General übergibt zwar das Unternehmen an den Nachfolger, wartet jedoch auf eine Chance in das Unternehmen zurückzukehren und das Ruder wieder in die Hand zu nehmen. Der Prozess des Loslassens fällt ihm ebenso schwer wie dem Monarchen.
Der Erfinder übergibt das Unternehmen an den Nachfolger und gründet ein neues Unternehmen, damit er weiterhin am Geschehen teilhaben kann. Dadurch kann der Übergeber ein Konkurrent des neuen Besitzers werden, da er in der Regel ähnliche Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringt, wie das zuvor geführte Familienunternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Motive für die Übergabe an einen Nachfolger: Analysiert die Hintergründe für den Übergabewunsch und differenziert zwischen geplanten und ungeplanten Nachfolgeszenarien.
2 Phasenmodelle der Nachfolge: Stellt verschiedene wissenschaftliche Modelle zur Strukturierung des Nachfolgeprozesses vor, von der Vorbereitung bis zur Konsolidierung.
3 Werteorientierung in Familienunternehmen als wesentlicher Aspekt bei der Nachfolgerwahl: Beleuchtet, wie Traditionen und emotionale Bindungen innerhalb der Familie die Nachfolgeplanung beeinflussen.
4 Unterstützungen bei der Unternehmensnachfolge: Gibt einen Überblick über Förderinstrumente in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie über externe Beratungsoptionen.
5 Alternativen bei der Wahl eines Nachfolgers: Diskutiert moderne Ansätze wie Frauen als Nachfolgerinnen oder Übernahmen durch Existenzgründer.
6 Unternehmensnachfolge als strategische Herausforderung: Behandelt Kernprobleme wie das "Loslassen" durch Alteigentümer und Informationsasymmetrien.
7 Übernahmefinanzierung: Analysiert Finanzierungsmöglichkeiten, unterteilt in Beteiligungs- und Fremdfinanzierung.
8 Wert des Familienunternehmens: Erläutert Methoden zur Unternehmensbewertung und die Bedeutung des emotionalen Werts.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Nachfolgeplanung, Generationswechsel, Unternehmensbewertung, Fremdfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, Business Angels, Interimsmanagement, Informationsasymmetrie, Existenzgründung, Nachfolgebörse, emotionale Aspekte, strategisches Management, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Das Werk befasst sich grundlegend mit der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen und analysiert die verschiedenen Herausforderungen, die bei diesem Prozess für Übergeber und Nachfolger entstehen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Arbeit behandelt Motive, Prozessphasen, Unterstützungsangebote, die Finanzierung der Übernahme sowie die psychologischen und strategischen Aspekte der Unternehmensbewertung.
Welches ist das primäre Ziel der Nachfolgeplanung?
Primäres Ziel ist die Sicherstellung des langfristigen Fortbestands des Unternehmens sowie die Absicherung der beteiligten Akteure, insbesondere der Familie und des Alteigentümers.
Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Phasenmodelle, der Prinzipal-Agenten-Theorie zur Lösung von Konflikten und einer Darstellung gängiger Bewertungsverfahren.
Was deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Planung und den verschiedenen Modellen des Nachfolgeprozesses über die verschiedenen Finanzierungsinstrumente bis hin zu den psychologischen Herausforderungen beim Loslassen des Unternehmens.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Generationswechsel, Unternehmensbewertung und Übernahmefinanzierung.
Welche Rolle spielen Business Angels in diesem Zusammenhang?
Business Angels unterstützen besonders bei jungen oder übernommenen Unternehmen mit Kapital, Know-How und Kontakten, vor allem dort, wo Banken aufgrund des Risikos oder geringer Transaktionsvolumina zurückhaltend agieren.
Warum ist das "Loslassen" für viele Altunternehmer schwierig?
Aufgrund starker Identifikation mit dem Unternehmen als Lebenswerk fällt es Alteigentümern oft schwer, die Kontrolle abzugeben, was zu Konflikten führen kann; hierzu werden im Text verschiedene psychologische Typen von Übergebern definiert.
- Citar trabajo
- Michael Walch (Autor), 2011, Familieninterne und familienexterne Unternehmensnachfolge. Charakteristika, Phasenmodelle, Finanzierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294596