Für viele Menschen entwickelt sich die eigene Wohnung zum Lebensmittelpunkt, womit auch steigende Anforderungen und Ansprüche an die Wohnqualität verbunden sind. Daneben verlangen Verbraucher höhere Sicherheit, geringere Kosten für Stromverbrauch und Gesundheitsfürsorge sowie größeren Komfort im Alltag. Diese Ansprüche bedeuten marktwirtschaftliche Chancen. Jüngste Innovationen in der Sensortechnik, bei Analysewerkzeugen und Touch-Screens, aber auch die steigende Vernetzung von Objekten ermöglichen die Entwicklung neuartiger Lösungen im Bereich der intelligenten Wohnung (Smart Home), um diese Chancen nutzen zu können.
Der Begriff des Smart Home ist kein neuer und steht schon länger im Licht der Öffentlichkeit. Zahlreiche Studien prognostizieren aber erst in den letzten Jahren ein starkes Wachstum des SH-Marktes. So erwarten Research&Markets bspw. bis zum Jahr 2020 einen Anstieg des europäischen SH-Marktwertes auf 13,81 Milliarden Dollar mit einer zweistelligen jährlichen Wachstumsrate. Allerdings wird auch festgestellt, dass dazu die Verbreitung von SH-Lösungen über das Premium-Kundensegment hinaus in die Massenmärkte forciert werden muss. Es stellt sich daher die Frage, welche Schwierigkeiten diese Entwicklung aufhalten.
Während es eine Fülle von wissenschaftlicher Literatur zu verwandten Themen, wie dem Smart Grid, gibt, wird SH nicht im selben Maße wissenschaftlich untersucht. Forschungsarbeiten analysieren SH bisher mehrheitlich aus einer technologischen Perspektive, aber sozioorganisationale oder ökonomische Betrachtungen sind selten. Mittlerweile existieren eine große Zahl von SH-Produkten und Beschreibungen einiger spezieller SH-Geschäftsmodelle. Eine umfassende systematische Darstellung von Dienstleistungsmöglichkeiten im SH-Bereich ist jedoch nicht verfügbar.
Daraus resultieren folgende Forschungsfragen für diese Arbeit: Welche Dienstleistungspotenziale ergeben sich durch Smart Home und was sind aktuelle Herausforderungen, die der Entwicklung von SH zu einem Massenmarkt noch entgegenstehen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit
2 Smart Home
2.1 Begriffsabgrenzung und Definition
2.2 Prinzipielle Aufgaben von Smart Home-Lösungen
3 Dienstleistungspotenziale und Herausforderungen im Smart Home
3.1 Dienstleistungspotenziale
3.1.1 Anwendungsfelder von Smart Home-Lösungen
3.1.2 Dienstleistungserstellung im Smart Home
3.1.3 Rollen eines Dienstleisters bei der Leistungserbringung
3.2 Aktuelle Herausforderungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das wirtschaftliche Potenzial von Dienstleistungen im Smart Home-Markt und analysiert die technologischen sowie marktbezogenen Hürden, die einem flächendeckenden Marktdurchbruch derzeit noch entgegenstehen.
- Systematische Einordnung von Smart Home-Dienstleistungen und deren Anwendungsgebieten.
- Analyse der Wertschöpfungsprozesse und Rollenverteilung zwischen verschiedenen Akteuren.
- Identifikation technischer Schwachstellen bei Sensoren, Datenverarbeitung und Standards.
- Untersuchung marktbezogener Barrieren wie Kostenstrukturen, Datenschutz und fehlende Interoperabilität.
Auszug aus dem Buch
Datenerfassung
Diese Aufgabe umfasst die Messung von Regelgrößen (Ist-Zuständen), das bedeutet, der vielfältigen Umweltparameter oder des Zustands von Personen, auf die das SH-System reagieren soll. Dazu werden Sensoren eingesetzt, die den Kontext und die Bedürfnisse des Benutzers erfassen. So können diese z.B. in physiologischen Geräten vorkommen, um den Gesundheitszustand einer Person aufzunehmen, oder in Multimedia-Geräten eingesetzt werden, um audiovisuelle Informationen zu registrieren (Alam et al. 2012, S. 1196).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Ansprüche an Wohnqualität und Sicherheit, führt in das Thema Smart Home als Wachstumsmarkt ein und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Smart Home: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsabgrenzung, definiert Smart Home im Kontext von Ubiquitous Computing und beschreibt die technologischen Basiselemente sowie deren funktionale Aufgaben.
3 Dienstleistungspotenziale und Herausforderungen im Smart Home: Das Hauptkapitel systematisiert Anwendungsfelder, beschreibt Möglichkeiten der Dienstleistungserstellung und identifiziert sowohl technische als auch marktbezogene Herausforderungen im aktuellen Marktumfeld.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der Studie hinsichtlich der Literaturvalidität und gibt einen Ausblick auf notwendigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Smart Home, Dienstleistungspotenziale, Hausautomation, Ambient Intelligence, Wertschöpfung, Geschäftsmodelle, Smart Metering, Internet der Dinge, Anwendungsfelder, Interoperabilität, Datenerfassung, Datenverarbeitung, Systemintegration, Endverbraucher, Markthindernisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wirtschaftlichen Potenziale von Dienstleistungen im Smart Home-Markt und untersucht gleichzeitig die bestehenden Barrieren, die den Übergang zum Massenmarkt bisher verhindern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Smart Home, die Systematisierung von Dienstleistungen in verschiedenen Anwendungsbereichen sowie die Analyse von Rollen und Herausforderungen für Anbieter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Dienstleistungserbringung im Smart Home zu identifizieren und aktuelle technische sowie marktwirtschaftliche Schwierigkeiten darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine Reviewanalyse nach der Methodik von Fettke (2006) durchgeführt, bei der 57 relevante Veröffentlichungen systematisch ausgewertet wurden.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Kategorisierung von Anwendungsfeldern, der Erläuterung von Leistungserstellungsprozessen und der detaillierten Betrachtung der verschiedenen Rollen von Dienstleistern.
Was charakterisiert die Schlüsselwörter dieser Arbeit?
Die Keywords spiegeln die technologische Basis, die ökonomische Betrachtungsweise der Geschäftsmodelle und die Herausforderungen für die Marktentwicklung wider.
Warum wird die Rolle des Integrators als vorteilhaft beschrieben?
Der Integrator koordiniert die Wertschöpfungskette, bündelt Kompetenzen verschiedener Anbieter und fungiert als zentrale Kontaktstelle für den Kunden, was die Komplexität reduziert.
Welche Bedeutung haben technische Standards für den Markterfolg?
Fehlende Standards führen zu Inkompatibilität zwischen Komponenten, verhindern den freien Datenaustausch und erzeugen herstellerabhängige Lock-In-Effekte, die Kunden vom Kauf abhalten.
- Quote paper
- Falk Ußler (Author), 2014, Smart Home. Wirtschaftliche Potenziale und Herausforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294870