Das 4CID Modell. Bildungswissenschaftler im Bereich der Forschung


Hausarbeit, 2011
19 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das 4CID Modell an einem Beispiel
2.1 Analyse der Kompetenz
2.2 Abbildung der Hierarchie
2.3 Die Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.4 Lernaufgaben
2.4.1 Erläuterung der Lernaufgaben
2.4.2 Beispiele für die Lernaufgaben
2.5 Unterstützende Informationen
2.6. Just-in-time Informationen

3. Die lerntheoretische Einbettung des 4CID Modells
3.1 Lerntheoretische Annahmen und situiertes Lernen
3.2 Didaktische Szenarien
3.2.1 Famulatur
3.2.2 Fernunterricht
3.2.3 Individualisierter programmierter Unterricht
3.2.4. Tutorium
3.3 Geeignete Medieneinsätze

4. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit wird ein Blueprint entworfen, der sich an den Richtlinien des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4CID) orientiert. Dieses Modell wurde von Jeroen van Merrienböer entworfen und dient zur Förderung von kom- plexem Lernen (Bastians, Deimann, Schrader, Orth, 2011, S. 92). Das erste Buch von Merrienböer über das 4CID Modell erschien im Jahr 1997. Die Basis dieses Modells wird durch vier Komponenten geprägt: den Lernaufga- ben, unterstützenden Informationen, Just-in-time Informationen und den Part-task- practice Übungen (Merrienböer, 2009, S. 10). Es wurde zur Schulung von kom- plexen, kognitiven Fähigkeiten entwickelt, welche in authentischen Lernumge- bungen stattfinden soll.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist es, einen Blueprint für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Forschung zu entwickelt. Dieser soll in einer authentischen, situierten Lernumgebung erlernen, wie man einen wissenschaftlichen Text verfasst, sowie alle Teilfertigkeiten, die man dafür benötigt.

Bei dem ersten Teil der Hausarbeit wird ein Konzept für die Umsetzung eines 4CID Modells für den Bildungswissenschaftler in der Forschung entworfen. Dazu wird eine Hierarchie entwickelt und die Sequentialisierung der Aufgabenklassen ausgearbeitet. Daraufhin folgt die Erarbeitung der ganzheitlichen Lernaufgaben, in dem der Lerner komplexe Fertigkeiten erlernt.

Im theoretischen Teil der Hausarbeit werden die lerntheoretischen Annahmen und das situierte Lernen vorgestellt. Es werden didaktische Szenarien genannt, die sich für die Umsetzung des Blueprints eignen und brauchbare Medien für die Anwen- dung in der Lernumgebung erläutert Abschließend erfolgt ein Fazit des Autors, in dem die vom ihm angewendete situierte Lernumgebung reflektiert wird.

2. Das 4CID Modell an einem Beispiel

2.1 Analyse der Kompetenz

Für das 4CID Modell von van Merrienböer wird zunächst eine Fertigkeitshierar- chie entworfen, in dem „ganzheitliche komplexe Fertigkeiten in konstituierte Teile zerlegt werden“ (Bastiaens et al. 2011, S.95). Zu Beginn wird die Fähigkeit festge- legt, welche der Lernende nach Beendigung des Trainings beherrschen soll. An- hand des Beispiels wäre dies „einen wissenschaftlichen Text verfassen.“ Dann erfolgt eine Aufgliederung in vertikale und horizontale Relationen. Die horizonta- len Relationen beziehen sich auf die Reihenfolge in der die Fertigkeiten gleichzei- tig, oder aufeinander folgend ausgeübt werden. Anhand des Beispiels verläuft die horizontale Linie in folgender Form: „These formulieren - recherchieren - zusam- mentragen - reflektieren - wissenschaftlichen Text schreiben.“ Dies bedeutet, dass der Lernende erst eine These formulieren und recherchieren muss, bevor er mit dem Schreiben des Textes beginnen kann.

Vertikale Relationen werden von unten nach oben gelesen. Die untenliegenden Fertigkeiten sind die Voraussetzung für die oberhalb liegenden. Man muss dementsprechend erst ein geeignetes Medium auswählen (z.B. Bücher, Zeitschriften, Online-Recherche), diese lesen und anhand des Inhalts die wichtigen Texte selektieren. Die Kernkompetenz, die sich oberhalb befindet, beinhaltet somit alle Teilfertigkeiten, die in der vertikalen Relation abgebildet sind.

Anschließend werden die Fertigkeiten in wiederkehrend und nicht-wiederkehrend eingestuft. Wiederkehrende Fertigkeiten folgen dem immer gleichen Schema und können nach häufigen Wiederholungen ohne nachzudenken durchgeführt werden. Um die Automatisierung der wiederkehrenden Fertigkeiten zu erreichen ist es sinnvoll part-task-practice Übungen in die Lernumgebung einzufügen. Nicht- wiederkehrende Fertigkeiten erfordern den Aufbau kognitiver Schemata. Der Ler- nende muss also intensiv nachdenken, um zu einer Problemlösung zu gelangen. Auf der nächsten Seite erfolgt zur Verdeutlichung eine angefertigte Hierarchie mit dem gewählten Beispiel „Bildungswissenschaftler im Bereich der Forschung“ der anhand des 4CID Modells befähigt werden soll, einen wissenschaftlichen Text zu verfassen.

2.2. Abbildung der Hierarchie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Fertigkeitenhierarchie eines Bildungswissenschaftlers im Bereich der Forschung (eigener Entwurf)

2.3 Die Sequentialisierung der Aufgabenklassen

Im folgenden Schritt werden drei Aufgabenklassen dargestellt, wobei die dritte Aufgabenklasse die größte Komplexität aufweist und der Bildungswissenschaftler daher den schwierigsten Anforderungen ausgesetzt ist. Die erste Aufgabenklasse weist die geringste Komplexität auf. Die Aufgabenklassen sind so angeordnet, dass der Lernende bereits in der ersten Aufgabenklasse eine einfach Form der ganzheitlichen komplexen Kompetenz trainieren kann, denn auch auf dem niede- ren Komplexitätsniveau sind alle konstituierten Fertigkeiten erhalten (Bastiaens et.al, 2011, S. 96). Die geringe Komplexität sorgt zunächst dafür, dass der Lernen- de gleich zu Beginn einen Einblick in die ganzheitlichen Fertigkeiten erhält, dabei jedoch nicht überfordert wird. In den folgenden Aufgabenklassen wird das Wissen dann immer weiter verfeinert und zudem höhere Ansprüche gestellt. Für den Bildungswissenschaftler in der Forschung sind folgende Aufgabenklassen von Bedeutung, wenn er einen wissenschaftlichen Text verfassen möchte:

- Das Interesse am Thema
- Der Schwierigkeitsgrad des Themas
- Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten - Die Hilfestellung von anderen
- Kompetenz im Umgang mit den Medien - Die ihm zur Verfügung stehende Zeit

In der ersten Aufgabenklasse findet der Lernende zunächst einfache Bedingungen vor. Er kann ein Thema auswählen, welches ihn interessiert. Wenn das Interesse vorhanden ist, steigt die Motivation und dem Lernenden fällt das Schreiben erheb- lich leichter. Der Schwierigkeitsgrad des Themas wird so gewählt, dass es einfach zu recherchieren und zu bearbeiten ist. Gegebenfalls hat sich der Lernende bereits mit dem zu bearbeitenden Thema auseinander gesetzt, oder ist ein Experte darin. Zudem steht die Hilfestellung von anderen z.B. Arbeitskollegen, Institutionen usw. zur Verfügung. Die Mithelfer sind kooperativ und versuchen den Lernenden in jeglicher Form zu unterstützen. Der Lernende hat zudem bereits Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten sammeln können und verfügt über eine hohe Kompe- tenz im Umgang mit den Medien. Was bedeutet, dass er Fähigkeiten wie Litera- tur-Recherche oder Quer lesen bereits beherrscht. Die verfügbare Zeit, um den wissenschaftlichen Text zu erstellen, ist so angelegt, dass der Wissenschaftler viel Zeit hat, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Er steht nicht unter Zeit- druck, sondern kann so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie er zum Bearbeiten des Themas benötigt.

In der zweiten Aufgabenklasse findet der Lernende bereits erschwerte Bedingun- gen vor. Er erhält zwar immer noch ein Thema, dass ihn interessiert, und ihm be- kannt ist, allerdings bekommt er nur noch teilweise Unterstützung von anderen. Mit dem zur Verfügung gestellten Medium hat der Wissenschaftler nur geringe Erfahrungen gesammelt. Zudem ist der zeitliche Umfang begrenzt. Die letzte Aufgabe ist am komplexesten und am schwierigsten. Der Lernende er- hält ein Thema vorgegeben, dass ihn nicht sonderlich interessiert und vom Schwie- rigkeitsgrad sehr hoch ist. Er erhält keinerlei Hilfe von Außenstehenden und muss die Aufgabe komplett alleine lösen. Mit den bereit gestellten Medien hat der Ler- nende noch keine Erfahrungen gemacht und er erhält nur wenig Zeit, um die Auf- gabe zu lösen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das 4CID Modell. Bildungswissenschaftler im Bereich der Forschung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V294981
ISBN (eBook)
9783656927983
ISBN (Buch)
9783656927990
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
modell, bildungswissenschaftler, bereich, forschung
Arbeit zitieren
Rebecca Winkler (Autor), 2011, Das 4CID Modell. Bildungswissenschaftler im Bereich der Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294981

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