Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Thema Qualität in der Erwachsenenbildung . Dabei steht die Frage Was ist Qualität? im Zentrum der nachfolgenden Überlegungen.
Eine erste Bearbeitung der Frage nimmt die Arbeit aus semantischer Perspektive vor. Schon hier wird deutlich, dass Qualität immer in Relation zu ihrem jeweiligen Bezugsobjekt steht.
Es ist also nicht allein möglich, eine Definition von Qualität zu geben, ohne dass die Folgefrage auftritt: Worauf bezieht sich Qualität, auf welches Produkt, auf welche Dienstleistung? In dieser Arbeit bezieht sich die Qualitätsfrage auf Erwachsenenbildung. Die Qualität eines greifbaren Gegenstandes ist jedoch anders zu beurteilen, als die Qualität einer Bildungsdienstleistung. Es ist notwendig, hier eigene und individuelle Maßstäbe zu setzen.
Das zweite Kapitel dieser Arbeit stellt Sicherungssysteme vor, die Qualität gewährleisten sollen. Es unterscheidet zwischen starrem System und prozessgestaltendem, entwicklungsorientiertem System.
Innerhalb der Sicherungssysteme gibt es verschiedene Instrumente und Verfahren, die die Möglichkeit geben, Maßstäbe zu entwickeln und zu setzen und Qualität zu messen.
Um sich einer Antwort auf die Frage Was ist Qualität in der Erwachsenenbildung? zu nähern, ist es also notwendig, sich mit den Besonderheiten in diesem Bereich auseinanderzusetzen: Das Besondere am Bildungsprozess ist seine Individualität, die durch verschiedene Einflussfaktoren entsteht und es erschwert, geeignete Qualitätssicherungsverfahren zu entwickeln und umzusetzen.
Mögliche Einflussfaktoren stellt das letzte Kapitel vor. Es schließt mit einem ergebnisbezogenem Modell, was sich an Erfolgsdimensionen orientiert.
Es ist nicht einfach, die Thematik einzugrenzen und zu beschränken. Bei der Beantwortung der Frage Was ist Qualität? rücken weitere relevante Aspekte wie Einflussfaktoren und Qualitätsinstrumente in den Blick.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Qualität - Was ist das?
2. Qualität sichern
2.1 Qualitätssicherung - Qualitätsentwicklung - Qualitätsmanagement
2.2 Instrumente und Verfahren
3. Einflussfaktoren
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Feld der Qualität in der Erwachsenenbildung mit dem zentralen Ziel, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Qualität in Bildungsdienstleistungen definiert, gesichert und gemessen werden kann, da diese sich maßgeblich von industriellen Produktionsprozessen unterscheiden.
- Semantische und theoretische Grundlagen des Qualitätsbegriffs
- Differenzierung zwischen Qualitätssicherung, -entwicklung und -management
- Analyse gängiger Instrumente und Verfahren zur Qualitätssicherung
- Einflussfaktoren und Akteure in der Erwachsenenbildung
- Modelle zur Erfolgsdimension von Bildungsprozessen
Auszug aus dem Buch
1. Qualität - was ist das?
Qualität, das ist ganz allgemein die Beschaffenheit einer Sache, eines Gegenstandes oder einer Person; das sind deren (charakteristische) Eigenschaften; das sind deren Wert oder Güte. Der Begriff Qualität kann eine Gewichtung im Sinne von gut oder schlecht besitzen. Jedoch werden mit dem Wort Qualität, wenn es allein gebraucht wird, immer gute Eigenschaften assoziiert. Wenn etwas Qualität hat, dann ist es von guter Beschaffenheit und nicht von schlechter.
Nachdem der Ausdruck Qualität aus dem Lateinischen entlehnt wurde, findet er Verwendung „...zunächst in der Heilkunde (Temperamentenlehre) im Sinne von Eigenschaft, Merkmal, gewinnt danach (17. Jh.) bes. Gewicht in der Kaufmannssprache (...) und entwickelt vielfältige fachsprachliche Bedeutungsnuancen.“
Im produzierenden Gewerbe bezeichnet Qualität die Beschaffenheit von Produkten und Produktionsprozessen. Aber auch Dienstleistungen können nach Qualitätskriterien beurteilt werden. Während die Qualität eines Produktes nach genau festgelegten Kriterien beurteilt werden kann, ist dies in der Erwachsenenbildung nicht so einfach möglich. Der Entwicklungs- bzw. Bildungsprozess ist im Gegensatz zum industriellen Produktionsprozess einer Ware ein Prozess unter vielen dynamischen und veränderbaren Faktoren. Die Qualität der Dienstleistung Bildung ist nur schwer messbar, da sie von verschiedenen variablen Größen beeinflusst wird und im Einzelnen nie gleiche messbare Ergebnisse erzielt wie bei einem Industrieprodukt. Am Bildungsgeschehen beteiligt sind Menschen, die einerseits Input liefern und vermitteln und andererseits Menschen, die den Input aufnehmen und annehmen.
Die Bildungsdienstleistung kann hier immer nur in engem Zusammenhang mit den beteiligten Menschen gesehen werden. Sie dient dem Entwicklungsprozess und der Bildung eines Menschen und zeigt sich anschließend als - mit dem Subjekt verschmolzenen - Ergebnis im entwickelten und gebildeten Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Qualität in der Erwachsenenbildung ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, aufgrund der Individualität von Bildungsprozessen eigene Maßstäbe zu setzen.
1. Qualität - Was ist das?: Dieses Kapitel beleuchtet die Etymologie und die allgemeine Definition von Qualität sowie die Herausforderungen bei der Übertragung von Qualitätsbegriffen aus dem produzierenden Gewerbe auf Bildungsdienstleistungen.
2. Qualität sichern: Hier werden unterschiedliche Sicherungssysteme wie Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement vorgestellt sowie deren methodische Ansätze und Instrumente diskutiert.
2.1 Qualitätssicherung - Qualitätsentwicklung - Qualitätsmanagement: Dieser Abschnitt differenziert zwischen dem historisch gewachsenen, starren System der Qualitätssicherung und modernen, entwicklungsorientierten Ansätzen.
2.2 Instrumente und Verfahren: Das Kapitel analysiert diverse Verfahren wie DIN EN ISO 9000, EFQM und Selbstevaluation hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf den Bildungssektor.
3. Einflussfaktoren: Es wird untersucht, wie unterschiedliche Akteursgruppen und Ebenen die Qualität beeinflussen und welche Modelle (Input-Prozess-Output) zur Analyse gelungener Bildung herangezogen werden können.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Qualität in der Erwachsenenbildung ein komplexes, von vielen variablen Faktoren abhängiges Thema ist, das flexible und anpassungsfähige Sicherungsmodelle erfordert.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung, Qualitätsmanagement, Bildungsdienstleistung, Evaluation, EFQM, ISO 9000, Bildungsprozess, Erfolgsdimensionen, Akteure, Selbstevaluation, Prozessqualität, Individualität, Bildungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff und der praktischen Umsetzung von Qualität im Kontext der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Definition von Qualität, die Abgrenzung zu industriellen Qualitätsstandards, Sicherungssysteme und die Rolle verschiedener Akteure im Bildungsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Messung und Sicherung von Qualität in der Bildungsarbeit besondere, flexible Ansätze erfordert, da Bildungsprozesse hochgradig individuell sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener Qualitätsmanagement-Modelle aus der Managementlehre und der Pädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Vorstellung von Sicherungssystemen (wie QM und QE), eine Analyse von Instrumenten wie DIN EN ISO 9000 und EFQM sowie eine Untersuchung der Einflussfaktoren auf Bildungsqualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erwachsenenbildung, Qualitätssicherung, Bildungsdienstleistung und Erfolgsdimensionen bestimmt.
Warum lassen sich industrielle Qualitätsstandards nur schwer auf die Erwachsenenbildung übertragen?
Da Bildungsprozesse im Gegensatz zur Industrieproduktion dynamisch, individuell und von vielen unvorhersehbaren Faktoren beeinflusst sind, sind standardisierte, starre Normen hier oft nicht zielführend.
Welche Rolle spielt der Mensch bei der Qualität von Bildungsprozessen?
Der Mensch ist sowohl als Akteur (Lehrender/Organisator) als auch als Subjekt des Lernprozesses die zentrale Figur, deren individuelles Handeln und Annehmen des Inputs die Qualität maßgeblich bestimmt.
- Citation du texte
- MA Angela Exel (Auteur), 2014, Qualität in der Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295006