Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Miscellaneous

Das Pflegetagebuch für pflegende Angehörige. Ressourcenerhebung von zu Hause lebenden pflegebedürftigen Personen

Title: Das Pflegetagebuch für pflegende Angehörige. Ressourcenerhebung von zu Hause lebenden pflegebedürftigen Personen

Research Paper (undergraduate) , 2015 , 83 Pages

Autor:in: Christine Pöschl (Author), Attila Czirfusz (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Unsere Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie Menschen, Menschen mit Pflegebedarf und/oder Behinderung begegnet und insbesondere deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglicht.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff greift diese Aufgabenstellung auf, um die Situation der Betroffenen zu verbessern und einen ethisch relevanten Perspektivwechsel zu initiieren: Die Abkehr von einem an den Defiziten und am Unvermögen orientierten Bild der pflegebedürftigen Menschen hin zu einer Sichtweise, die das Ausmaß seiner Selbständigkeit erkennbar macht.

Die Anknüpfung an das Ausmaß der Selbständigkeit ermöglicht eine ganzheitliche, auch kontextbezogene Wahrnehmung der Lebenslage von pflegebedürftigen Menschen und so eine weitaus höhere Gerechtigkeit in der Berücksichtigung der Beeinträchtigung von Menschen und hilft zudem, Ungleichbehandlungen zwischen Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen oder ganzer Gruppen von Menschen zu vermeiden.

Die Berücksichtigung des Wunsches nach Selbständigkeit ist Ausdruck von Wertschätzung, sie bezeugt den Respekt vor den Lebenslagen der Menschen, die Achtung ihrer Würde, sie fördert Selbstverantwortung ebenso wie sie das verlässliche, solidarische Eintreten für Menschen in Risikolagen unterstützt, die ihre Kräfte und Möglichkeiten übersteigen.

Begrenzte Ressourcen in der Umsetzung erfordern dabei transparente, personenzentrierte Hilfen; finanzielle Prioritätensetzungen müssen den Rahmenbedingungen einer Gesellschaft des längeren Lebens und damit der zunehmenden Zahl pflegebedürftiger Menschen gerecht werden (Deutsches Bundesministerium für Gesundheit: Bericht des Beirates zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes 2009, S. 70).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangssituation

1.1. Problemstellungen

1.2. Fehlende Anerkennung

1.3. Ziele der Studie

1.4. Forschungsfragen

2. Stand der Forschung

2.1. Datenerhebung von Pflegegeldbeziehern - Grenzen der Studie

2.2. Literaturrecherche

2.2.1. Dokumentation pflegender Angehöriger

2.2.2. Gruppe pflegender Angehöriger

2.2.3. Belastungen pflegender Angehöriger

2.3. Übersicht von Studien zur Erfassung von Pflegebedürftigkeit im informellen Netzwerk

2.3.1. Messbarkeit von informeller Pflege: eine empirische Studie betreffend die valide Messbarkeit des Zeitaufwandes für informelle Pflegetätigkeiten (Kurzfassung des englischen, übersetzten Inhaltes)

2.3.2. Tagebücher als Datengrundlage in einer Studie über pflegende Angehörige von Menschen mit Alzheimer-Krankheit: methodologische Fakten (Kurzfassung des englischen, übersetzten Inhaltes)

2.3.3. Messung von Zeitaufwand für informelle Pflege in einer Studie mit Demenzpatienten (Kurzfassung des englischen, übersetzten Inhaltes)

2.4. Grundlegende Begriffserklärungen

2.4.1. Definition pflegende Angehörige

2.4.2. Begriff der Pflegeperson SGB XI § 19

2.4.3. Exkurs: Zur Problematik der Bezeichnung „pflegender Angehöriger“

2.4.4. Definition Pflegeprotokoll/Pflegetagebuch

2.4.5. Definition Pflegebedürftigkeit

2.4.6. Pflegebedürftigkeit

2.4.7. Definition Pflegebedürftigkeit aus Sicht der Medizin/Geriatrie

2.4.8. Definition Pflegebedürftigkeit aus pflegewissenschaftlicher Sicht

2.4.9. Definition Pflegebedürftigkeit nach SGB XI § 15

2.4.10. Definition Pflegeassessment

3. Methode

3.1. Planung

3.1.1. Zugang zum Feld – Stichprobe

3.1.2. Zielgruppe - Auswahl der Probanden

3.2. Erhebungsinstrument (Fragebogen)

3.2.1. Einteilungsstufen des Selbständigkeitsgrades

3.2.2. Grade der Pflegebedürftigkeit und deren Punktwerte

3.3. Das neue Begutachtungsassessment als Instrument zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit

3.3.1. Einschätzungsinstrument zur Ressourcenerhebung

3.3.2. Beurteilung der Pflegebedürftigkeit: Berücksichtigte Aspekte der Pflege- und Hilfebedürftigkeit

3.3.3. Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit

3.4. Instrumente zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit

3.4.1. Bedingung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland

3.4.2. Bedingungen der Pflegebedürftigkeit in Österreich

3.5. Ergebnisse

4. Das Pflegetagebuch - ein Konzept als Grundlage für die Pflegebegutachtung

4.1. Zusammenfassung von Gesprächsnotizen mit Pflegegeld-beziehern im häuslichen Bereich und deren Angehörigen

4.2. Empfehlungen des Rechnungshofes

4.3. Pflegetagebuch und Pflegegeldbegutachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ein Pflegetagebuch als wissenschaftliches Einschätzungsinstrument genutzt werden kann, um die Ressourcen und Defizite von zu Hause lebenden pflegebedürftigen Personen besser zu erfassen und eine transparentere Grundlage für die Pflegegeldeinstufung zu schaffen. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwiefern das Pflegetagebuch als geeignete Methode zur Dokumentation des tatsächlichen Pflege- und Betreuungsaufwands dienen kann, der in ärztlichen Begutachtungen oft nicht in vollem Umfang abgebildet wird.

  • Entwicklung und Erprobung eines Pflegetagebuchs zur Ressourcenerhebung.
  • Analyse der Belastungssituation pflegender Angehöriger im informellen Pflegesystem.
  • Kritische Beleuchtung der aktuellen Praxis der Pflegegeldeinstufung und ärztlicher Begutachtungen.
  • Untersuchung der Validität von Tagebüchern als primäre Datenquelle in der Pflegeforschung.
  • Erarbeitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz in der häuslichen Pflege.

Auszug aus dem Buch

2.4.4. Definition Pflegeprotokoll/Pflegetagebuch

Pflegetagebuch – Pflegeprotokoll in der häuslichen Betreuung

Das Führen eines Pflegeprotokolls ist nicht nur zur Zuordnung in die richtige Pflegestufe notwendig, sondern vor allem auch für eine gute Zusammenarbeit mit dem Arzt und der Pflegeperson. Auch für den Patienten/Klienten und deren Angehörigen ist es hilfreich, da Veränderungen sofort bemerkbar und nachvollziehbar sind (Pöschl, C., 2003, S. 65 – 67).

Der Gutachter benötigt aber Angaben über alle Hilfestellungen und Pflegeleistungen, die erbracht werden. Daher ist es enorm wichtig, ein Pflegetagebuch zu erstellen. Es ermöglicht eine detaillierte Aufzeichnung der täglichen und nächtlichen Verrichtungen und eine umfassende Einschätzung des Pflegebedarfs. Gleichzeitig gibt es den pflegenden Angehörigen die Sicherheit, dass nichts vergessen wurde.

Es sollten keine Aktivitäten, selbst wenn diese unbedeutend oder kurz erscheinen, ausgelassen werden.

Nach Meinung der Autorin ist es nicht nur wichtig, wie gut der Betroffene noch in der Lage ist, die Verrichtungen allein auszuführen, sondern wie viel Zeit er dafür braucht. Auch die Zeit, die eine Pflegeperson für Anleitung, Unterstützung und Beaufsichtigung zur Bewältigung der Alltagskompetenz der zu pflegenden Angehörigen benötigt, ist wichtig.

Aus dieser Erfahrung heraus ist in Deutschland ein „Pflegetagebuch“ (siehe Punkt 3.4.3.) entwickelt worden. Es soll zur Information und für genaue Eintragungen zum täglichen Hilfebedarf dienen. Dem Arzt oder der Pflegefachkraft des Medizinischen Dienstes sollte es bei der Begutachtung vorgelegt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ausgangssituation: Beschreibt die ethische Notwendigkeit eines Perspektivwechsels in der Pflegebedürftigkeitsbeurteilung hin zur Ganzheitlichkeit und stellt den Mangel an validen Erhebungsinstrumenten in Österreich fest.

2. Stand der Forschung: Bietet eine Übersicht über die aktuelle Datenlage zur Pflege, die Belastungen pflegender Angehöriger und analysiert internationale Studien zur Verwendung von Pflegetagebüchern als Forschungsinstrument.

3. Methode: Erläutert das explorative Studiendesign, die Planung der Stichprobenerhebung in den Gemeinden Fraham und Alkoven sowie die Verwendung des Pflegetagebuchs als Instrument der Ressourcenerfassung.

4. Das Pflegetagebuch - ein Konzept als Grundlage für die Pflegebegutachtung: Diskutiert die praktische Anwendung des Tagebuchs bei der Begutachtung, räumt mit Mängeln bei der Pflegegeldeinstufung auf und gibt konkrete Empfehlungen für eine transparentere Dokumentation.

Schlüsselwörter

Pflegetagebuch, Pflegebedürftigkeit, informelle Pflege, pflegende Angehörige, Ressourcenerhebung, Pflegegeldeinstufung, Pflegeassessment, häusliche Pflege, Pflegequalität, Begutachtungsrichtlinie, Alltagskompetenz, Pflegeforschung, Pflegeaufwand, Betreuungsleistungen, Lebensqualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Pflegetagebüchern, um den tatsächlichen Pflege- und Betreuungsaufwand von pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause gepflegt werden, für offizielle Begutachtungen nachvollziehbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Ressourcen- und Defiziterfassung, die Belastung pflegender Angehöriger, die Kritik an bestehenden ärztlichen Begutachtungsverfahren sowie die Bedeutung von Transparenz bei der Zuweisung von Pflegegeldern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines Pflegetagebuchs, um einen quantitativen Beitrag zur Leistungs- und Ressourcentransparenz zu leisten und die häusliche Pflege situationsgerecht erfassbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt ein exploratives und deskriptives Studiendesign, das eine systematische Literaturrecherche mit einer zweiphasigen empirischen Befragung pflegender Angehöriger kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Stand der Forschung, die methodische Vorgehensweise, die Definitionen relevanter Begriffe sowie die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der aktuellen Begutachtungsrichtlinien analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Pflegetagebuch, Pflegebedürftigkeit, informelle Pflege, pflegende Angehörige und Pflegeassessment definieren.

Warum wird das Pflegetagebuch als "Einschätzungsinstrument" bezeichnet?

Es dient dazu, über einen Zeitraum von mindestens einer Woche den tatsächlichen, individuellen Hilfebedarf strukturiert aufzuzeichnen, wodurch der Gutachter eine objektive Entscheidungshilfe erhält, die über die punktuelle Momentaufnahme eines Hausbesuchs hinausgeht.

Welche Rolle spielt die "Aktivierung" in der Begutachtung?

Die Arbeit hebt hervor, dass aktivierende Maßnahmen, die zur Erhaltung der Selbstständigkeit beitragen, bei der Pflegegeldeinstufung oft nicht als Hilfebedarf anerkannt werden, obwohl sie gesetzlich gefordert sind und einen hohen Zeitaufwand verursachen.

Excerpt out of 83 pages  - scroll top

Details

Title
Das Pflegetagebuch für pflegende Angehörige. Ressourcenerhebung von zu Hause lebenden pflegebedürftigen Personen
Authors
Christine Pöschl (Author), Attila Czirfusz (Author)
Publication Year
2015
Pages
83
Catalog Number
V295009
ISBN (eBook)
9783656932918
ISBN (Book)
9783656932925
Language
German
Tags
Pflegetagebuch Pflegende Angehörige Pflege zuhause Ressourcenerhebung Pflegebedürftige Pflegeassesment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Pöschl (Author), Attila Czirfusz (Author), 2015, Das Pflegetagebuch für pflegende Angehörige. Ressourcenerhebung von zu Hause lebenden pflegebedürftigen Personen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295009
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  83  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint