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Die relationale Funktion der Modalpartikel ,wohl'. Ein Ergebnis der Grammatikalisierung oder Pragmatikalisierung?

Título: Die relationale Funktion der Modalpartikel ,wohl'. Ein Ergebnis der Grammatikalisierung oder Pragmatikalisierung?

Trabajo Escrito , 2014 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Angela Krebil (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Ausgehend von der Arbeit von Weydt 1969 haben die Modalpartikeln das Interesse der Sprachwissenschaft geweckt. Lange wurden sie als überflüssige „Würzwörter“ und „Zaunkönige und Läuse im Pelz der Sprache“ bezeichnet (Eisenberg 1995: 206), die keine oder nur eine umstrittene grammatische Funktion innehaben. Mit dieser Arbeit möchte ich erarbeiten, ob die MPn eine grammatische, also eine relationale Funktion haben und herausstellen, wie diese aussieht.

Dazu werde ich zunächst eine erste Annäherung an die Wortklasse der MPn und ihre Funktionen vornehmen. Die grammatische Funktion der MPn ist im Zusammenhang mit dem Prozess der Grammatikalisierung zu erwähnen, da innerhalb dieses Prozesses aus lexikalischen Elementen Grammeme werden (vgl. Autenrieth 2005:309). Allerdings ist in der Forschung ebenfalls umstritten, ob die MPn ein Ergebnis der Grammatikalisierung oder der Pragmatikalisierung sind. Dazu werde ich eine überblickhafte Darstellung der beiden Sprachwandelprozesse geben.

Ich werde die funktionale Entwicklung anhand von Beispielen aus der dramatischen Literatur, ergänzt durch eigens erdachte, bearbeiten. Ich habe diese Art von Literatur gewählt, da sie Nähe zur gesprochenen Sprache aufweist, indem sie diese simuliert (vgl. Nübling 2010: 154). Mit der Literatur decke ich in etwa den Zeitraum von 1770- 1980 ab. Ich werde mich auf Passagen aus den Werken Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe, Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist und Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame beziehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Modalpartikeln. Erste Abgrenzung und Annäherung an ihre Funktion

3. Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung - erste Bestimmung der Begrifflichkeiten

4. Die Grammatikalisierung von Modalpartikeln

5. Die relationale Funktion der Modalpartikel wohl

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grammatische, insbesondere die relationale Funktion der Modalpartikel wohl. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Entwicklung von Modalpartikeln primär als Prozess der Grammatikalisierung oder als Pragmatikalisierung zu verstehen ist, wobei eine Einordnung der pragmatischen Funktion als genuin grammatische Komponente angestrebt wird.

  • Theoretische Grundlagen zu Modalpartikeln und deren Abgrenzung
  • Differenzierung zwischen Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung
  • Analyse der relationalen Funktion der Modalpartikel wohl
  • Anwendung des Kontextmodells von Diewald und der semantischen Ebenen von Blühdorn
  • Untersuchung anhand von Beispielen aus der dramatischen Literatur

Auszug aus dem Buch

5. Die relationale Funktion der Modalpartikel wohl

In der heutigen deutschen Sprache kann wohl als Adverb oder als MP gebraucht werden. Nach dem Duden entwickelte sich die MP aus dem Adverb heraus, welche wiederum aus dem althochdeutschen wola/ wela und dem mittelhochdeutschen wol(e) stammen und ausdrücken, dass etwas erwünscht ist (siehe Internetlink im Quellenverzeichnis).

Im Folgenden möchte ich den Fokus auf den funktionalen Wandel der MPn setzen. Dazu werde ich das Kontextmodell von Diewald (2009b) und die semantischen Tendenzen von Traugott (1988) heranziehen. Das Modell von Traugott eignet sich für diesen Zugang sehr gut, da es über den semantischen Bereich hinaus geht und sich auf den funktionalen Wandel bezüglich des semiotischen Status des betroffenen Zeichens konzentriert (Diewald 2006: 411).

Diewald fasst zusammen, dass der funktionale Wandel sich von der ursprünglichen referentiellen Funktion zu einer textverknüpfenden Funktion hin vollzieht und in einer indexikalisch- grammatischen Funktion mündet. Auf der ersten Stufe erfüllt das referentielle Spendelexem zum Beispiel eine adverbiale Funktion, die allerdings auf die Verbalphrase beschränkt ist. Den syntaktischen Status eines Satzadverbials mit textverknüpfenden Funktionen erwirbt das Element auf der zweiten Stufe. Im dritten Schritt fungiert das Zeichen als Diskursmarker mit sprecherbasierter indexikalischer Funktion und der Skopus des Zeichens wird auf die gesamte Äußerung erweitert (Diewald 2006: 412).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Modalpartikeln als grammatische Kategorie zu verstehen, und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Modalpartikeln. Erste Abgrenzung und Annäherung an ihre Funktion: Dieses Kapitel definiert Modalpartikeln als unflektierbare Wortart und erörtert deren Schwierigkeit der semantischen Beschreibung aufgrund ihrer hohen Kontextabhängigkeit.

3. Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung - erste Bestimmung der Begrifflichkeiten: Hier werden die theoretischen Konzepte von Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung sowie deren Abgrenzung voneinander und die Rolle der Subjektivierung diskutiert.

4. Die Grammatikalisierung von Modalpartikeln: Dieses Kapitel prüft, ob gängige Grammatikalisierungsmodelle, wie die Parameter von Lehmann, auf Modalpartikeln übertragbar sind, und beleuchtet die Skopusveränderungen dieser Partikeln.

5. Die relationale Funktion der Modalpartikel wohl: Anhand von literarischen Beispielen wird analysiert, wie wohl auf verschiedenen semantischen Ebenen operiert und eine relationale Funktion im Dialog ausübt.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit bestätigt, dass die relationale Funktion von wohl als Ergebnis einer Grammatikalisierung betrachtet werden kann und ordnet pragmatische Funktionen als integralen Bestandteil der Grammatik ein.

Schlüsselwörter

Modalpartikel, wohl, Grammatikalisierung, Pragmatikalisierung, relationale Funktion, Sprachwandel, semantische Ebenen, Diskursmarker, Diewald, Traugott, Blühdorn, Satzadverbial, Kontextmodell, Synsemantika, Sprecherintention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Funktion von Modalpartikeln im Deutschen, insbesondere der Partikel wohl, und deren Einordnung in den theoretischen Rahmen des Sprachwandels.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Grammatikalisierungsforschung, die Abgrenzung von grammatischen und pragmatischen Funktionen sowie die semantische Analyse von Modalpartikeln in gesprochener und dramatischer Sprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob Modalpartikeln eine grammatische, relationale Funktion besitzen und ob diese Entwicklung eher als Grammatikalisierung oder Pragmatikalisierung zu klassifizieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es werden theoretische Modelle (wie die von Diewald, Traugott und Blühdorn) auf Beispiele aus der dramatischen Literatur angewendet, ergänzt durch die Methode kontrastierender Minimalpaare.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Modalpartikeln, der theoretischen Bestimmung von Sprachwandelprozessen, der Überprüfung von Grammatikalisierungsparametern und der konkreten Analyse der Partikel wohl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Modalpartikel, Grammatikalisierung, Pragmatikalisierung, relationale Funktion, Sprachwandel und semantische Ebenen.

Warum ist die Abgrenzung zwischen Grammatikalisierung und Pragmatikalisierung so schwierig?

Die Abgrenzung ist schwierig, da pragmatische Funktionen oft als "Motor" der Grammatikalisierung fungieren und die Grenzen zwischen subjektiver Sprechereinstellung und grammatischer Bedeutung fließend sind.

Wie beeinflusst die Partikel wohl die relationale Struktur eines Satzes?

Die Partikel wohl verknüpft eine Äußerung mit vorausgegangenen Kontexten (pragmatischer Prätext) und spezifiziert das Verhältnis zwischen der Sprecherintention und dem Wissenstand des Hörers auf epistemischer und deontischer Ebene.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Die relationale Funktion der Modalpartikel ,wohl'. Ein Ergebnis der Grammatikalisierung oder Pragmatikalisierung?
Universidad
University of Paderborn
Curso
Proseminar: Inhalts- und Funktionswörter
Calificación
1,3
Autor
Angela Krebil (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
23
No. de catálogo
V295026
ISBN (Ebook)
9783656927839
ISBN (Libro)
9783656927846
Idioma
Alemán
Etiqueta
Linguistik Modalpartikel wohl Grammatikalisierung Pragmatikalisierung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Angela Krebil (Autor), 2014, Die relationale Funktion der Modalpartikel ,wohl'. Ein Ergebnis der Grammatikalisierung oder Pragmatikalisierung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295026
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