Die Gründe und der Prozess der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung


Seminararbeit, 2014

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Qualität in der Weiterbildung
2.1 Der Begriff „Qualität“ – eine Annäherung
2.2 Qualitätsmanagement
2.3 Qualitätsentwicklung

3. Die Gründe für Qualitätsentwicklung
3.1 Nutzen der Qualitätsentwicklung für Weiterbildungsorganisationen
3.2 Die Rolle des Lernenden

4. Der Prozess der Qualitätsentwicklung
4.1 Die Phasen des Qualitätsentwicklungsprozesses
4.2 Die Aufgaben der Organisationsleitung
4.3 Die Aufgaben des Qualitätsmanagers

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Der Begriff der „Qualität“ spielt in vielerlei Bereichen unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Dies gilt vor allem für den Bildungsbereich, der im Zuge des derzeitigen Strukturwandels zur Wissensgesellschaft einen großen Bedeutungszuwachs gewonnen hat. Durch das nationale Streben nach mehr Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit ist Qualität zu einer „Chiffre für Erfolge und Drangsale des deutschen Bildungsstandorts geworden“ (vgl. Galiläer 2005, S. 9). Dabei hat sich das Qualitätsverständnis im Laufe der Zeit verändert. Im Gegensatz zur ursprünglichen Auffassung von Qualität, die stark ergebnisorientiert war, entwickelt sich Qualität heute prozessorientiert. Somit geht die Gesamtheit der Prozessabläufe in die Qualitätsbeurteilung mit ein (vgl. Erhart, 2000).

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Gründen sowie dem Prozess der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung. Seit Anfang der 1990er Jahre ist der Qualitätsbegriff zu einer zentralen Vokabel in der Weiterbildung geworden. Unter den Begriffen der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements traten Fragen nach den organisatorischen Bedingungen und Verfahren zur Planung, Steuerung, Kontrolle und Verwaltung der Durchführung von Weiterbildung in den Fokus (vgl. Tödt 2008, S. 86). Welchen Nutzen hat nun die Qualitätsentwicklung für Weiterbildungsorganisationen? Wie entwickelt sich Qualität? Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Fragestellungen im Hinblick auf die These, dass Qualitätsentwicklung die Prozesse und Abläufe in Organisationen verbessert, zu erörtern.

Im nächsten Kapitel wird präzise auf das Thema „Qualität in der Weiterbildung“ eingegangen. Das Kapitel liefert einen Überblick über wichtige Grundbegriffe. Es werden hierbei unterschiedliche Definitionen und Ansichten von „Qualität“ in den Blick genommen. Es wird erläutert, welche besondere Bewandtnis die Qualität in der Weiterbildung hat. Schließlich werden die beiden Begriffe „Qualitätsmanagement“ und „Qualitätsentwicklung“ beschrieben.

Im dritten Kapitel wird der Fokus auf die Gründe der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung gelegt. In einem ersten Schritt wird der Nutzen der Qualitätsentwicklung für Weiterbildungsorganisationen dargestellt. Anschließend wird die Rolle des Lernenden skizziert.

Im letzten Kapitel geht es schließlich um den Prozess der Qualitätsentwicklung. Wie schon erwähnt, wird Qualität heute nicht mehr an einem Produkt oder einer Dienstleistung festgemacht, sondern der gesamte Prozess geht in die Beurteilung von Qualität ein. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Phasen des Qualitätsentwicklungsprozesses dargestellt und erläutert. Im Anschluss werden die beiden Positionen der Leitung und des Qualitätsmanagers betrachtet.

2. Qualität in der Weiterbildung

Die Qualität beruflicher und allgemeiner Weiterbildung findet vermehrt bildungspolitische Aufmerksamkeit und gilt als der Aspekt, der europaweit die Bildungsdiskussion am stärksten beherrscht (vgl. Galiläer 2005, S. 155). Durch den Prozess des lebenslangen Lernens besitzt das Thema für alle Beteiligten in der Weiterbildung hohe Aktualität und eine wachsende Bedeutung für die Zukunft. Dabei geht „das neue Qualitätsbewusstsein in der Weiterbildung stärker auf die zunehmende Konkurrenz auf ihren Teilmärkten zurück“ (vgl. Faulstich 2008, S. 676). Die Qualitätssicherung wird so zu einer notwendigen Bedingung, um am Weiterbildungsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Zudem kommt, dass sich der Weiterbildungsmarkt durch eine strukturelle Uneinheitlichkeit und eine kaum vorhandene Regulierung auszeichnet. Die Vielfalt des Weiterbildungsbereiches in Bezug auf Angebots- und Trägermarkt, Beschäftigtengruppe wie auch Aufgaben und Tätigkeitsfelder, erfordert ständig neue Qualitätsbemühungen (vgl. Meisel 2001, S. 109). Mit dem Ziel der persönlichen und gesellschaftlichen Teilhabe geht es schließlich um die Bildung von Menschen, welche steigende Erwartungen an die Leistungsfähigkeit und entsprechende Leistungsnachweise der Weiterbildungsorganisationen haben (vgl. Wiesner 2006, S. 172f).

2.1 Der Begriff „Qualität“ – eine Annäherung

Der Begriff der Qualität leitet sich vom lateinischen Wort „qualitas“ ab und wird als die Beschaffenheit, die Güte oder den Wert eines Gegenstandes oder Prozesses definiert (vgl. Tödt 2008, S. 85). In Deutschland wurde das Wort im 16. Jahrhundert eingeführt und wird seit dem 17. Jahrhundert vor allem in der Handelssprache verwendet. Qualität wird oftmalig mit einer effizienten und kundenorientierten Gestaltung von Organisation und Prozessen und einer „Weiterbildung, die in Inhalt und Methode dem Bedarf und den Teilnehmererwartungen gerecht wird“ assoziiert (vgl. Meisel 2008, S. 108).

Zech beschreibt Qualität als eine Art und Weise des Seins und als eine neutrale Bezeichnung. Dennoch wird sie üblicherweise mit guter Qualität gleichgesetzt und mit etwas Kostbarem, Nützlichem und Verwendbarem assoziiert. Er betont in seinen Ausführungen, dass es mit der Qualität in der Weiterbildung eine besondere Bewandtnis hat. Qualität von Bildung hängt „immer an dem Nutzen, den ein lernendes Individuum erhält, und zwar im Sinne der Erweiterung seiner Handlungsfähigkeit, um seine Aufgaben besser bewältigen zu können, Bedürfnisse und Wünsche zu realisieren und die eigene Lebensqualität zu steigern“ (vgl. Zech 2008, S. 12). Die Qualität von Bildung bemisst sich somit auch an gelingendem Leben. Jemand, der sich bildet, steigert nicht nur seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern entwickelt zusätzlich seine Persönlichkeit weiter und verbessert seine Integration in die Gesellschaft (vgl. ebd.).

Nötzold gibt in seinem Werkbuch für Qualitätsentwicklung eine weitere Definition von Qualität: „Qualität ist die Erfüllung von Anforderungen und Erwartungen“ (Nötzold 2002, S. 30). Dadurch beschreibt er Qualität als etwas, das von der Organisation erwartet wird und gleichzeitig als etwas, das die Organisation den Anderen verspricht. Hierbei soll die Organisation gesetzte Anforderungen erfüllen sowie den Erwartungen von Kunden gerecht werden. Qualität wird nach dieser Ansicht nicht als etwas von außen bestimmendes definiert, sondern als etwas, „worüber sich alle Beteiligten immer wieder verständigen müssen“ (vgl. ebd., S. 31).

Galiläer definiert Qualität als „die Entsprechung/ Nicht-Entsprechung von Interesse (Anspruch, Forderung usw.) und den Eigenschaften der beurteilten Sache“ (vgl. Galiläer 2005, S. 27). Hier erscheint Qualität als ein Verhältnisbegriff, wobei ihre Bestimmung davon abhängig ist, welche Interessen und Ansprüche auf den Gegenstand herangetragen werden.

Diese unterschiedlichen Blickwinkel auf die Bezeichnung der Qualität deuten darauf hin, dass in der Literatur keine einheitliche Definition vorliegt. Qualität im Kontext von Bildungsangeboten ist demnach keine feststehende Eigenschaft einer Leistung oder eines Produktes, sondern muss immer wieder neu hinterfragt und neu hergestellt werden. Aus diesem Grund ist Qualität ein mehrdimensionaler Begriff und eine dynamische und veränderbare Größe (vgl. Tödt 2008, S. 85).

2.2 Qualitätsmanagement

Beim Qualitätsmanagement handelt es sich um das Management von Prozessen, „die zur Erreichung und Realisierung von Qualität bei Produkten oder Dienstleistungen notwendig und sinnvoll sind“ (vgl. Nötzold 2002, S. 15). Das Qualitätsmanagement kann als strategisches und langfristiges Instrument begriffen werden, welches nach kontinuierlicher Verbesserung strebt. In dem Begriff mit einbezogen sind zugleich Kundenorientierung, Prozessorientierung und Mitarbeiterorientierung. Kundenorientierung bedeutet, dass alle Tätigkeiten an die Anforderungen der Klienten ausgerichtet werden. Der Kunde steht damit im Mittelpunkt. Unter Prozessorientierung versteht man, dass die gesamte Organisation dabei mitwirkt, die Prozesse zu optimieren. Mitarbeiterorientierung besagt, dass alle Mitarbeiter integriert sind, sodass allen klar wird, dass sämtliche Bemühungen darauf ausgerichtet sein müssen, die Kundenerwartungen bestmöglich zu erfüllen (vgl. Nötzold 2002, S. 15f).

Demzufolge stellt das Qualitätsmanagement sicher, dass Qualitätsbelange zu jeder Zeit und an jedem Ort in einer Organisation eingehalten werden. Inhalte des Qualitätsmanagements sind die Erhaltung oder Steigerung der Zufriedenheit von Kunden, die Motivation der Mitarbeiter/innen, die Standardisierungen bestimmter Handlungs- und Arbeitsprozesse, Normen für Produkte oder Leistungen, Dokumentationen, die Berufliche Weiterbildung sowie die Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsräumen (vgl. Steig 2009, S. 223). Das Ziel ist es, die Arbeit einer Weiterbildungsorganisation so zu verbessern, dass Lernen gelingen kann. Deshalb muss die Organisation ihre Abläufe und Strukturen auf die Unterstützung der Bildungsbedürfnisse der Lernenden ausrichten und selbst zu einer lernenden Organisation werden (vgl. Zech 2010, S. 277). Eine lernende Organisation lässt sich als eine von Zwecken, Regeln und Werten bestimmte prozessierende Struktur beschreiben, die sich selbst als verbesserbar ansieht. Dabei wird die Lernfähigkeit zu einer notwendigen Bedingung für das Überleben der Organisation. Der Entwicklungsprozess zu einer lernenden Organisation ist letztendlich also ein Verbesserungsprozess (vgl. Dalluege/ Franz 2011, S. 18ff).

2.3 Qualitätsentwicklung

Qualitätsentwicklung gilt als das Ziel des Qualitätsmanagements und beschreibt einen Prozess, der die kontinuierliche Reflexion der Bedingungen für Qualität sowie eine ständige Verbesserung als Ziel hat. Die Qualität in der Weiterbildung ist einem ständigen Wandel unterzogen und muss sich immer wieder den verändernden Umfeld- und Einflussfaktoren anpassen (vgl. Meisel 2001, S. 113).

Im Mittelpunkt der Qualitätsentwicklung steht immer der Lernende. Zech führt in seinem Handbuch „Qualität in der Weiterbildung“ an, dass Qualitätsentwicklung immer zugleich Organisationsentwicklung bedeutet: „Über das Lernen der Organisation werden die Bedingungen für das Lernen der Subjekte optimiert“ (vgl. Zech 2008, S. 13). Aufgabe der Weiterbildungsorganisation ist es zu berücksichtigen, dass es sich bei den Lernenden um Individuen handelt, die auch Brüche und Widersprüche in ihrer Lernbiographie aufweisen. Die Organisation soll dies bewusst reflektieren und auf die Einzigartigkeit und Besonderheit von Menschen achten. Qualitätsentwicklung lässt sich folglich als einen reflexiven Prozess charakterisieren. Nach Zech zeigt sich die Qualität einer Bildungsorganisation unter anderem daran, dass sie geeignete Verfahren und Methoden zur Steuerung ihrer Arbeit einsetzt, gelungenes Lernen fördert, nützliche Ergebnisse erzielt und sich in Richtung einer lernenden Organisation entwickelt (vgl. ebd.).

Nun stellt sich die Frage, welchen Nutzen die Qualitätsentwicklung für Weiterbildungsorganisationen mit sich bringt. Welche Vorteile ergeben sich für die Organisation? Welche Auswirkungen hat dies auf die Abläufe und Prozesse innerhalb der Organisation und inwieweit sind die Mitarbeiter/innen davon betroffen? Das nächste Kapitel wird über diese Fragestellungen Aufschluss geben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Gründe und der Prozess der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V295512
ISBN (eBook)
9783656945390
ISBN (Buch)
9783656945406
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitätsentwicklung, Prozess, Gründe, Weiterbildung
Arbeit zitieren
Tatjana Müller (Autor), 2014, Die Gründe und der Prozess der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295512

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