Effekte von Facebook-Gruppen auf Trainingseinheiten im Rugby. Eine Evaluation der Facebook-Gruppe RK03 Ladies


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

30 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Wesentliche Begriffe
2.1. Rugby
2.2. Social Network Software
2.3. Facebook

3. Forschungsstand, Forschungsgegenstand und Forschungsfrage
3.1. Forschungsstand
3.2. Forschungsinteresse
3.3. Forschungsfrage und Hypothesen
3.4. Forschungsgegenstand

4. Theoretische und empirische Basis
4.1. Zum Begriff Evaluation
4.2. Framing und Medienwahl
4.3. Kommunikation
4.4. Gruppe und Wir-Gefühl

5. Das Messinstrument und Gütekriterien
5.1. Gütekriterien
5.2. Messinstrument
5.3. Aufbau des Fragebogens
5.4. Datenauswertung

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Fragebogen

1. Einleitung

In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnten, infolge großer Fort- schritte in den Informationstechnologien, die Menschen in einer Vielzahl an Ländern offenen und mehr oder weniger uneingeschränkten Zugang zum Internet erhalten (Ishfag & Tehmin, 2011, S. 5022). Dabei geschieht die Nutzung des Internets heute aus den unterschiedlichsten Motiven her- aus, sei es zur Kommunikation, Unterhaltung oder aber für Bildungszwe- cke. Bei letzterem ist es in einem erheblichen Maße die Nutzung für in- formelle Bildungszwecke, welche in großem Maße eigeninitiiert vollzo- gen wird (Ala-Mutka et al., 2008, S. 4; Sträfling & Krämer, 2013).

Mit zu den beliebtesten und gleichermaßen bekanntesten Plattformen die im Internet genutzt werden, zählen heute sogenannte social network sites (im Folgenden SNS genannt) wie Facebook oder MySpace (Kirschner & Karpinski, 2010, S. 1239; Berglas et al., 2011, S. 40; Lekhart et al., 2010, S. 3).

Diese SNS besitzen als Teil der neuen Technologien des Web 2.0., einen zunehmenden Anteil am E-Learning-Bereich (Dron & Anderson, 2007, S. 1). Begünstigt wird dieser Trend dadurch, dass sich die Gesellschaft, wie DeVilliers (2010, S. 183) feststellt, zu einer elektronischen, textbasierten Kommunikation (inklusive wissenschaftlicher Kommunikationsformen) hinbewegt. Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Facebook Gruppe einer Damen Rugbymannschaft. Ziel soll es sein, mögliche Effekte dieser Gruppe und ihrer Inhalte auf Trainingseinheiten im Rugby zu evaluieren. Dazu werden zunächst wesentliche Begrifflichkeiten erörtert und an- schließend der Forschungsstand, das hinter der Arbeit stehende Interesse und der Forschungsgegenstand dargelegt. Es folgen die Forschungsfrage und die Hypothesen. Nach der theoretischen und empirischen Basis folgt die Auswertung der erhobenen Daten mit einem abschließenden Fazit und einem kurzen Ausblick.

2. Wesentliche Begriffe

2.1. Rugby

Entstanden ist Rugby der Überlieferung nach an der gleichnamigen Schu- le in der englischen Stadt Rugby. Hier wurde Anfang des 19. Jahrhun- derts zunächst eine Abwandlung des normalen Fußballs gespielt, in der der Ball auch gefangen werden durfte. 1823 soll dann William Webb El- lis der erste Feldspieler gewesen sein, der mit dem Ball in der Hand lief. In den folgenden Jahren wurden die Regeln des Spiels dann stetig weiter- entwickelt (Rugby School, 2011).

Mit den Schülern verließ auch der Rugby Sport die Schule, verbreitete sich zunächst in England, anschließend in den britischen Kolonien und darüber hinaus. Mittlerweile ist Rugby in seinen verschiedenen Varianten zu einem globalen Sport gewachsen, der seit seiner Professionalisierung 1995 eine zunehmende mediale Aufmerksamkeit erfährt (RFU, 2014). Zu den grundlegenden Regeln des Sports gehört, dass der Ball getragen oder getreten, nicht aber nach vorn geworfen werden darf. Im Spiel ist zudem Körperkontakt erlaubt, der sowohl genutzt werden kann, um Raumgewinn zu erzielen oder um diesen zu verhindern. Hinsichtlich der Spielzeiten, der Feldgröße, Spieleranzahl etc. gibt es von Spielvariante zu Spielvariante eine Vielzahl an Unterschieden (DRV, 2009).

2.2. Social Network Software

Boyd und Ellyson (2007, zitiert nach Siri, Melchner & Wolff, 2012, S. 3) definieren SNS “as web-based services that allow individuals to (1) con- struct a public or semi-public profile within a bounded system, (2) articu- late a list of other users with whom they share a connection, and (3) view and traverse their list of connection and those made by others within the system. The nature and nomenclature of these connections may vary from site to site. […]. What makes social network sites unique is not that they allow individuals to meet strangers, but rather that they enable users to articulate and make visible their social networks”.

Wir können unter SNS folglich ein bestimmtes Angebot im Internet ver- stehen, dass die Basis für eine virtuelle Gemeinschaft bildet und Perso- nen, die SNS nutzen, eine Reihe weitere Funktionen bietet. Neben dem Bereitstellen von Platz für persönliche Profile gehört dazu die Selbstdar- stellung, die Suche und Bekanntmachung von Freunden und Verwandten und das Betreiben von Anwendungen. Ein weiteres und wesentliches Merkmal ist das Kommunizieren und Erweitern des eigenen sozialen Netzwerkes. Als SNS gelten beispielsweise Facebook, MySpace und Xing (Röll, 2014; Gunawardena et al., 2009, S. 4). Man kann SNS, in de- nen Nutzer ein Profil anlegen und sich mit anderen Menschen sozial ver- binden von sogenannten social publishing sites wie YouTube und We- blogs unterscheiden (Gunawardena et al., 2009, S. 5).

2.3. Facebook

Facebook als SNS startete im Jahr 2004 zunächst als soziales Kommuni- kationswerkzeug für Studenten und hat seitdem eine Vielzahl an Anpas- sungen erfahren. Heute müssen sich Nutzer dieser Seite anmelden, ein Profil erstellen und können dann Statusmeldungen und Bilder des Gegen- übers sehen und darauf nach eigenem Interesse reagieren. Während die meisten Aktivitäten auf der Plattform Facebook rein sozialer Natur sind, gibt es auch eine Reihe formalerer Aspekte, wie beispielsweise die Teil- nahme an Gruppen und Veranstaltungen, ohne dass eine Beziehung in Form einer Freundschaft zwischen den einzelnen Individuen bestehen muss (DeVilliers, 2010, S. 173). Die Möglichkeit in Gruppen zu agieren und zu kommunizieren, stellt eine große Besonderheit der SNS Facebook dar.

3. Forschungsstand, Forschungsgegenstand und Forschungsfrage

3.1. Forschungsstand

In dem Maße in dem SNS - und damit auch Facebook - zum integralen Bestandteil des Lebensstils der gegenwärtigen Jugend geworden sind, hat sich auch die wissenschaftliche Betrachtung ihrer Rolle im Bereich des Online-Lernens intensiviert (DeVilliers, 2010, S. 173).

Infolge technischer und marketingrelevanter Weiterentwicklungen hat sich in den letzten Jahren der Funktionsumfang Facebooks in mannigfacher Weise verändert, welches sich in der zunehmenden thematischen Bandbreite und der Quantität der verschiedenen Studien und ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse wieder spiegelt.

Grundsätzlicher Konsens herrscht darin, dass SNS und allen voran Face- book eher zum informellen Lernen, also einem experimentellen bzw. zu- fälligen Lernen genutzt werden (Pettenati & Cigognini, 2007; Ala-Mutka et al., 2008, S. 4; Madge et al., 2009). Die mangelnde Nutzung zum for- malen Lernen liegt nach DeViliers (2010, S. 173) unter anderem darin begründet, dass sich bspw. Facebook aufgrund seiner Beschaffenheit nicht als System für das Up- und Downloaden von Dateien oder der Be- reitstellung von Aufzeichnungen eignen würde. Dennoch liege in den Gruppen- und Diskussionsfunktionen Facebooks Potential, dass über eine Nutzung für soziale Zwecke, wie dem Erhalt von Freundschaften, hinaus- geht. Facebook eignet sich dennoch, um die Kommunikation im Online- Lernen zwischen den Lernenden untereinander und in Bezug auf die Leh- renden zu stärken und damit den Lerneffekt zu fördern. (Sarsar und Har- mon, 2011, S. 720; Madge et al., 2009)

3.2. Forschungsinteresse

Amateur- und Breitensportler unterlagen schon immer einer besonderen Herausforderung, wenn es darum ging Beruf, Ausbildung und/ oder Fa- milie mit dem Sport zu vereinen. Diese Herausforderung wiegt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Professionalisierung in Bereichen wie Trainingslehre und Sporttheorie umso schwerer. Denn aufgrund dieser Professionalisierung nimmt unter anderem in Eigenregie betriebenes Kraft- und Ausdauertraining weiter zu, was wiederum zu einer Verknap- pung der Zeitressourcen führt und Amateursportler zudem in einen zu- sätzlichen Wettbewerb zueinander setzt (Schwier, o.J.; Deutsche Welle, 2011; Wüterich, 2004).

Es ist daher von Interesse, inwieweit die SNS Facebook über ihre Grup- penfunktion Trainingseinheiten im Breiten- und Amateursport beeinflussen kann. Unter Umständen können über die Nutzung von Facebook-Gruppen aufgelaufene Fragen und Trainingsrückstände aufgefangen, zumindest aber abgefedert und damit eine effektivere Auf-, Vor- und Nachbereitung der Trainingseinheiten ermöglicht werden.

3.3. Forschungsfrage und Hypothesen

SNS und damit auch Facebook werden in erheblichen Maße zur Kommunikation und zur Aufrechterhaltung von sozialen Beziehungen genutzt. Daneben eignen sie sich - nicht zuletzt durch ihre Gruppenfunktion - zum informellen Lernen. Sie haben darüber hinaus einen positiven Einfluss auf den Lerneffekt und die -motivation und erlauben ferner eine zeit- und ortsunabhängige Nutzung.

Die Forschungsfrage lautet daher, welchen Effekt hat die Facebook-Gruppe RK03 Ladies auf Trainingseinheiten im Rugby.

Die Facebook-Gruppe erlaubt es unabhängig von Ort und Zeit am Trai- nings- und Vereinsgeschehen teilzunehmen. Ist eine Trainingsteilnahme nicht möglich, kann eine Spielerin über die Gruppe mit ihren Mitspiele- rinnen kommunizieren und interagieren, wofür sich Facebook als eine der weitverbreitestens und meistgenutzten SNS anbietet. Daraus folgt als erste Hypothese: Je weniger ein Gruppenmitglied beim Training ist, desto häufiger nutzt es die Gruppe zur Gruppenkommunikation.

Trainingsinhalte werden innerhalb der Facebook-Gruppe multimedial aufgearbeitet. Die audiovisuellen Beiträgen mit Bezug auf die Trainings- einheiten innerhalb der Gruppe erlauben es den Mitgliedern, Trainings- rückstände aufzuarbeiten und so Trainingsinhalte zu erfassen, auch wenn eine Trainingsteilnahme aus zeitlichen Gründen nicht möglich sein sollte. Die Gruppe kann so für Spielerin im Bezug auf die Trainingstheorie und -taktik, wie auch in Fragen des Regelverständnisses eine Art Trainingser- satz darstellen. Die zweite Hypothese lautet daher: Je weniger ein Gruppenmitglied beim Training ist, desto häufiger nutzt es die Vi- deobeispiele in der Gruppe.

Audiovisuelle Beiträge ermöglichen es Informationen zugleich sprach- lich und anschaulich darzustellen. Zugleich können durch die Wiederho- lung von Videos unabhängig von Ort und Zeit, regelspezifische Inhalte besser erfasst werden. Durch Framing kann ferner die Informationsverar- beitung und -speicherung und damit auch die Wissensbildung gefördert werden. Der Internationale Rugbyverband stellt regelmäßig kommentier- te und pädagogisch aufbereitete Videos zur Regelthematik zur Verfü- gung. (IRB, 2013) Eine Kontrolle der in den Videos gezeigten Regeln er- folgt im Training und im Spiel durch das Feedback des Trainers oder des Schiedsrichters. Messbar ist der Effekt auf die Regelkenntnisse im Kon- text der Facebook-Gruppe somit nicht durch standardisierte Testverfah- ren, sondern soll sich im Folgenden daran messen lassen, wie sich ein Spieler in dieser Hinsicht selbst einschätzt. Die dritte Hypothese lautet dementsprechend: Je häufiger ein Gruppenmitglied Videobeispiele nutzt, desto besser ist die Selbsteinschätzung im Bereich der Regel- kenntnis. Mitglieder von Gruppen kennzeichnen sich dadurch, dass sie das Erreichen eines gemeinsamen Ziels anstreben und ein Gefühl der Zu- sammengehörigkeit (Wir-Gefühl) besitzen und wahrnehmen. Die Vermu- tung ist, dass je stärker sich eine Spielerin mit dem Verein und der Mann- schaft identifiziert, desto so mehr ist sie auch bereit, sich mehr im Ver- einsleben und innerhalb der Mannschaft zu engagieren. Die Engagement, so bleibt zu vermuten, zeigt sich auch im Grad der Interaktion innerhalb der Gruppe und der Häufigkeit der Nutzung selbiger. Die vierte Hypo- these lautet daher: Je aktiver ein Gruppenmitglied innerhalb der Gruppe ist, desto stärker identifiziert es sich mit dem Verein/ der Mannschaft.

3.4. Forschungsgegenstand

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Facebook-Gruppe RK03 Ladies der Damenmannschaft des Rugbyvereins Rugbyklub03 Berlin e.V. unter- sucht. Die Gruppe besitzt zum Zeitpunkt der Untersuchung 42 Mitglieder inklusive zweier Trainer. Die Mitgliedschaft erfolgt nur über Einladung.

Die Gruppe wird von der Mannschaft in Eigenregie verwaltet. Trainer be- sitzen lediglich normale Nutzerrechte, das heißt, sie können Texte schreiben, kommentieren, Veranstaltungen und Umfragen erstellen und Dateien, Fotos, sowie Videos posten.

Innerhalb der Gruppe werden von den Trainern vor allem Videobeiträge gepostet. Es handelt sich dabei um kommentierte Videos (als Link oder hochgeladene Datei). In diesen Videos werden nationale und internatio- nale Spiele, Trainings- und Regelfragen und auch aufgezeichnete Spiele der Mannschaft gezeigt. Durch das begleitende Kommentieren der Vi- deos werden Verbindungen zu vergangenen und kommenden Trainings- einheiten hergestellt. Spielerinnen können direkt auf die Posts antworten, sowie Ergänzungen und Fragen hinzufügen, auf die wiederum der Trai- nerstab, wie auch die Mannschaft reagieren können. Neben Videos wer- den auch Textdokumente und Bilder zu Trainingsinhalten etc. hochgela- den.

Die 40 weiblichen Mitglieder setzen sich sowohl aus aktiven, ehemali- gen, verletzten oder aus beruflichen und/ oder akademischen Gründen abwesenden Spielerinnen zusammen. Die Mannschaft stellt aktuell drei Nationalspielerinnen, dazu kommen noch einige ehemalige 7er und 15er Nationalspielerinnen. Gemeinsam ist allen, dass sie über eine längere Zeit beim Verein Mitglied und aktive Spielerin waren, bzw. sind. Das jüngste Mitglied der Gruppe ist aktuell 16 und das älteste 38 Jahre alt.

Die Mannschaft nimmt an der Deutschen 7er Liga teil und absolviert dort regelmäßig Meisterschaftsspiele und -turniere. Daneben gibt es eine Rei- he von Freundschaftsspielen mit internationaler Beteiligung und die Teil- nahme an Einladungsturnieren sowohl national- als auch international.

4. Theoretische und empirische Basis

Im folgenden werden Begrifflichkeiten, die im engen Zusammenhang zu den theoretischen Grundlagen und Begründungen der einzelnen Hypothesen dieser Arbeit stehen, näher erläutert bzw. definiert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Effekte von Facebook-Gruppen auf Trainingseinheiten im Rugby. Eine Evaluation der Facebook-Gruppe RK03 Ladies
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Modul 2: Anwendungsbezogene Bildungsforschung
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
30
Katalognummer
V295879
ISBN (eBook)
9783656938675
ISBN (Buch)
9783656938682
Dateigröße
1348 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rugby, Facebook, Bildungsforschung, Neue Medien, Evaluation, Web 2.0, Social Network Sites
Arbeit zitieren
Jan Sydow (Autor), 2014, Effekte von Facebook-Gruppen auf Trainingseinheiten im Rugby. Eine Evaluation der Facebook-Gruppe RK03 Ladies, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295879

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