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Der Fettmilch-Aufstand in Frankfurt 1614. Wirtschaftliche und religiöse Ursachen

Titre: Der Fettmilch-Aufstand in Frankfurt 1614. Wirtschaftliche und religiöse Ursachen

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Heidi Khair (Auteur)

Histoire - Généralités
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Jahr 1612 beginnt mit einem ersten Bittgesuch der Frankfurter Bürgerschaft an den Rat der Stadt ein Ereignis in Frankfurt am Main, das bis 1616 dauerte und als Fettmilch-Aufstand bekannt geworden ist. Dieser Aufstand bleibt der Frankfurter Nachwelt lebhaft im Gedächtnis, wie der Bericht des jungen Goethe über die am Brückenturm der Stadt aufgespießten Köpfe der Anführer des Aufstandes 150 Jahre später zeigt.

Dies gibt noch einen Hinweis darauf, wie relevant dieser Aufstand für die zeitgenössische und spätere Frankfurter Bevölkerung war. Der Zorn des Volkes entlud sich während des Fettmilch-Aufstandes hauptsächlich gegen die Frankfurter Juden. Diese Arbeit soll die tatsächlichen Ursachen erläutern, die zum Fettmilch-Aufstand führten und dabei insbesondere auf die religiöse und wirtschaftliche Situation in der Stadt eingehen. Weiterführend sollen die daraus resultierenden wirtschaftlichen und religiösen Forderungen der Bürgerschaft betrachtet werden.

Zur Entstehung und dem Verlauf des Fettmilch-Aufstands gibt es einige, breit gefächerte Literatur. Schon während des Aufstandes entstand eine Flut von zeitgenössischen Schriften und Darstellungen wie das „Diarium historicum“, eine sehr ausführliche Dokumentation der Geschehnisse.

Während des Fettmilch-Aufstandes kommt es zu gewaltsamen Übergriffen und zur Vertreibung der Frankfurter Juden. Aufgrund zahlreicher Faktoren können die Juden in Frankfurt im 17. Jahrhundert als Minderheit bezeichnet werden; beispielhaft kann hier ein Nachteil in der Rechtsstellung und ein Abweichendes religiöses Bekenntnis genannt werden. Über den Umgang mit den Juden während des Fettmilch-Aufstandes kann man nicht nur Informationen zu dieser Minderheit, sondern auch Erkenntnisse zur Mehrheit der Gesellschaft erhalten. Es ist möglich sich der Gesellschaft Frankfurts im 17. Jahrhundert durch genauere Betrachtung des Fettmilch-Aufstandes zu nähern. Dabei können Erkenntnisse zur städtischen Strafjustiz, zur Lebensweise einzelner Bürger, zum Aufbau der städtischen Gesellschaft, zur Akzeptanz der Hierarchien sowie zur Reaktion der Bevölkerung auf eine wirtschaftliche Depression und zu zahlreichen weiteren Themen gewonnen werden. Um die Handelnden und ihre Motive in Frankfurt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu verstehen, werden im Folgenden zunächst die wirtschaftlich-religiösen Umstände der Stadt betrachtet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur wirtschaftlichen Situation Frankfurts

3 Zur religiösen Ordnung Frankfurts

4 Zum Verlauf des Aufstandes

4.1 Der Ausbruch der Unruhen 1612

4.2 Der Bürgervertrag von 1612/13

4.3 Der Aufstand

5 Forderungen der Bürger

5.1 Religiöse Forderungen

5.2 Wirtschaftliche Forderungen

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen des Fettmilch-Aufstandes (1612–1616) in Frankfurt am Main, indem sie die komplexen wirtschaftlichen und religiösen Krisenbedingungen innerhalb des städtischen Gesellschaftssystems analysiert und die daraus resultierenden Forderungen der Bürgerschaft beleuchtet.

  • Analyse der wirtschaftlichen Depression und Preissteigerungen im frühen 17. Jahrhundert.
  • Untersuchung der religiösen Spannungen zwischen Lutheranern, Katholiken, Calvinisten und Juden.
  • Einfluss der gesellschaftlichen Instabilität auf das Entstehen des Fettmilch-Aufstandes.
  • Rekonstruktion der politischen Forderungen der Bürgerschaft und ihrer Vertretung.
  • Einordnung des Aufstandes als frühneuzeitliche Revolte in den Kontext anderer Reichsstädte.

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Ausbruch der Unruhen 1612

Die im Juni des Jahres 1612 stattfindende Kaiserwahl des deutschen König Matthias wurde von den Zünften genutzt um ihr Missfallen an der wirtschaftlichen und sozialen Situation in der Stadt kund zu tun. Zuvor hatte die gesamte Frankfurter Bürgerschaft dem Kaiser und den Kurfürsten einen Eid geleistet, der nach Vorschrift der Goldenen Bulle, den Wählenden sowie dem Kaiser Sicherheit in der Stadt garantierte. Die Eidesformel beinhaltete, dass die Stadt Frankfurt, bei Verstoß gegen den Eid, all ihre Privilegien und Freiheiten verlieren würde. Daraufhin wurde von den Bürgern eingefordert, dass Sie über ihre Privilegien und Freiheiten informiert würden. Viele Bürger, waren davon überzeugt, dass sie das Recht der Abgabefreiheit besäßen. Dahinter reihte sich die nächste Forderung nach einer Verringerung der Anzahl der in der Stadt lebenden Juden, da diese stark gewachsen sei und die christliche Bevölkerung durch Wucher finanziell in Bedrängnis bringe.

Außerdem forderten sie die Einrichtung eines wöchentlichen Kornmarkts, um einen niedrigeren Kornpreis zu erreichen. Bereits zu Beginn dieses Konflikts, zeigte sich, dass es zu einer Vermengung unterschiedlichster Forderungen kam, die jedoch in den Supplikationen gemeinsam ausgesprochen wurden. Die Forderungen im Bezug auf den Kornmarkt waren wirtschaftlicher Natur, wobei die Wünsche zu den Frankfurter Juden vielmehr das soziale und religiöse System betrafen. Die Anforderung von Informationen über Privilegien und Freiheiten hingegen waren Forderungen aus dem Bereich der Verfassung. Als Vertretung der Frankfurter Bürgerschaft trat ein Bürgerausschuss auf, dessen gewählter Direktor Vincent Fettmilch war, der dem Aufstand später seinen Namen verlieh. Dabei handelte es sich bei dem Bürgerausschuss um eine sehr heterogene Gruppe.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Fettmilch-Aufstandes ein, erläutert die Forschungsintention, die Ursachen und die Literaturbasis für die Untersuchung der Frankfurter Stadtgesellschaft im 17. Jahrhundert.

2 Zur wirtschaftlichen Situation Frankfurts: Dieses Kapitel analysiert die krisenhafte wirtschaftliche Lage durch Preisanstiege, Steuerlasten und das Wegziehen wichtiger Bevölkerungsgruppen wie der Calvinisten.

3 Zur religiösen Ordnung Frankfurts: Hier wird die religiöse Vielfalt und die damit verbundene soziale Instabilität durch das Eigenleben der Minderheiten und deren Konflikte mit dem lutherischen Rat beleuchtet.

4 Zum Verlauf des Aufstandes: Das Kapitel schildert chronologisch die Eskalation vom Ausbruch der Unruhen 1612 über den Bürgervertrag bis hin zum gewaltsamen Höhepunkt des Aufstandes 1614 und der späteren Exekution der Anführer.

5 Forderungen der Bürger: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen religiösen und wirtschaftlichen Bittschriften der Bürgerschaft und analysiert deren Hintergründe und Rhetorik.

6 Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Instabilität des Frankfurter Gesellschaftssystems als Ursache für die Revolte und vergleicht diese mit anderen frühneuzeitlichen Stadtunruhen.

Schlüsselwörter

Fettmilch-Aufstand, Frankfurt am Main, 17. Jahrhundert, Wirtschaftsdepression, religiöse Minderheiten, Zunftwesen, Bürgervertrag, Vincent Fettmilch, Steuerlast, Judengasse, Reichsstadt, gesellschaftliche Instabilität, frühneuzeitliche Revolte, soziale Spannungen, Bittschriften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Ursachen und den Verlauf des Fettmilch-Aufstandes in Frankfurt am Main zwischen 1612 und 1616.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die wirtschaftliche Depression der Stadt, die religiöse Gliederung der Bevölkerung sowie die politische Mitbestimmung durch die Zünfte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein instabiles Gesellschaftssystem in einer Reichsstadt in eine Krise mündete, die sich in sozialen Unruhen und Gewalt entlud.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Bittschriften und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil behandelt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die religiöse Situation der Minderheiten und den detaillierten chronologischen Ablauf der Aufstandsbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Schlagworte sind Fettmilch-Aufstand, wirtschaftliche Krise, Zunftwesen, gesellschaftliche Instabilität und religiöse Minderheiten.

Welche Rolle spielten die Juden in diesem Konflikt?

Die jüdische Minderheit geriet durch ihre Rolle im Kreditwesen und ihre Sonderstellung unter kaiserlichem Schutz in den Fokus der Anfeindungen und wurde zum Sündenbock der wirtschaftlich angeschlagenen Bürgerschaft.

Warum war der "Bürgervertrag" nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt?

Obwohl der Vertrag einige Zugeständnisse an die Bürger machte, blieb die Unzufriedenheit über die Umsetzung der Regelungen bestehen, was schließlich zum weiteren Eskalationsverlauf führte.

Inwiefern beeinflusste die konfessionelle Lage die Instabilität der Stadt?

Die Existenz unterschiedlicher Konfessionen wie Lutheraner, Calvinisten und Katholiken führte zu einem Nebeneinander, das der Rat nur schwer kontrollieren konnte, was die strukturelle Instabilität der Stadt verdeutlichte.

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Résumé des informations

Titre
Der Fettmilch-Aufstand in Frankfurt 1614. Wirtschaftliche und religiöse Ursachen
Université
LMU Munich  (Geschichte)
Cours
Basiskurs Neuere und Neuste Geschichte
Note
1,3
Auteur
Heidi Khair (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
19
N° de catalogue
V296097
ISBN (ebook)
9783656941897
ISBN (Livre)
9783656941903
Langue
allemand
mots-clé
Frankfurt Strafjustiz Rat Stadt Frühe Neuzeit Fettmilch Aufstand Revolten Juden Sündenbock Goethe Wirtschaft 17. Jahrhundert Religion Konflikt Minderheit Unruhe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Heidi Khair (Auteur), 2015, Der Fettmilch-Aufstand in Frankfurt 1614. Wirtschaftliche und religiöse Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296097
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Extrait de  19  pages
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