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Trost in der Seelsorge nach dem Verständnis von Martin Luther

Title: Trost in der Seelsorge nach dem Verständnis von Martin Luther

Bachelor Thesis , 2013 , 60 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Jaroslav Kostenko (Author)

Theology - Practical Theology
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Demgegenüber muss im Sinne des katholischen Religionspädagogen Rudi Ott ein Trost folgendes Grundmerkmal aufweisen, um sich vom „Vertrösten“ zu unterscheiden: „Trost ist aber kein objektiver Sachverhalt, der in begrifflicher Vermittlung sein Ziel erreicht, sondern ein Handeln, in dem eine befreiende Beziehung gestiftet wird.“ Weiter heißt es: „Der Kern des Tröstens ist die helfende Begegnung und Beziehung mit herausführenden, verheißungsvollen Erfahrungen, nicht die Kenntnisnahme und das Begreifen von Sachverhalten.“ Ähnlich argumentiert der Psychologe Gunnar von Schlippe, wenn er schreibt: „Es geht also darum, dass Trost nur im Bereich des Sozialbezugsfeldes überhaupt möglich ist. Dort, wo ein Mensch Geborgenheit erfahren kann, dort, wo er die Geborgenheit erlebt, wo er sich zugehörig fühlt, da kann Trost passieren.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Besinnung und Einleitung

2. Trost im Alten und Neuen Testament

2.1. Trost im Alten Testament

2.2. Neues Testament

3. Was ist Seelsorge?

3.1 Erscheinungsformen

3.2 Definitionsversuche der Seelsorge

4. Trost in der Seelsorge

4.1 Vorstellungen vom Trost

4.2 Christlicher Trost

5. Trostkritik

5.1 Leidiger Trost?

5.2. Trostkritik nach Sigmund Freud

5.3 Rechtfertigung des christlichen Trosts

6. Martin Luther als Seelsorger

6.1 Die Anfänge Luthers und sein eigener, innerer Kampf um Rechtfertigung

6.2 Wie Luther die Seelsorge praktizierte

6.3 Der Teufel als Anfechter

7. Trost bei Martin Luther

7.1. Die Pädagogik der Anfechtung

7.2. Trost ist nicht nur ein bloßes passives Geschehen lassen

7.3. Trost im Angesicht des Todes

8. Ausblick für die heutige Praxis der Seelsorge

8.1. Wie geschieht Trost?

8.2. Zuspruch von Vergebung der Sünden

8.3. Wie ist Trost zu denken?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von „Trost“ in der christlichen Seelsorge mit einem besonderen Fokus auf die Theologie Martin Luthers. Ziel ist es, aus Luthers historischem Ansatz fundierte Orientierungshilfen für die heutige seelsorgerliche Praxis zu gewinnen und dabei den Begriff des Trostes gegen bloße Vertröstung abzugrenzen.

  • Biblische Grundlagen des Trostbegriffs im Alten und Neuen Testament
  • Kritische Auseinandersetzung mit Trostkonzepten (u.a. Sigmund Freud)
  • Martin Luthers persönliches Ringen und sein Wirken als Seelsorger
  • Anfechtung als notwendige Grunddimension christlicher Existenz
  • Relevanz der Rechtfertigungslehre für die moderne Trostpraxis

Auszug aus dem Buch

6.3 Der Teufel als Anfechter

Besonders offenkundig wird Luthers Seelsorge dann finde ich, als er Melanchthon schreibt, dem Reformator neben Martin Luther, der eine treibende Kraft der deutschen und europäischen kirchenpolitischen Reformation bildete und auch „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) genannt wurde. Durch Luthers briefliche Seelsorge auf dem Reichstag in Augsburg (1530), begleitete er Melanchthon und schrieb Folgendes:

„Deine elenden Sorgen, von denen Du, wie Du schreibst, verzehrt wirst, hasse ich von Herzen. Dass sie in Deinem Herzen regieren, ist nicht der großen Sache, sondern unseres großen Unglaubens Schuld. Denn dieselbe Sache ist viel größer gewesen, als zur Zeit des Johannes Hus und vieler anderer als jetzt bei uns. Und mag sie gleich groß sein, groß ist der, der sie angefangen hat und führt, denn sie ist nicht unser. Was marterst Du Dich selbst denn so ohne Unterlass … Ich beschwöre Dich, der Du doch sonst in allen Sachen kämpfst, kämpfe auch gegen Dich selbst, Deinen größten Feind, der Du dem Teufel so viele Waffen gegen Dich reichst!“95

Aus dieser Hinsicht wirkt Luthers Seelsorge im hohen Maße realitätsbezogen, da er in aller Deutlichkeit mit der Macht des Bösen rechnete. Denn die grundlegende Gnadenerfahrung Luthers, bildet keine Garantie für die Nicht Wirksamkeit des Teufels. Zudem gehört diese Gestalt des Teufels für Luther nicht zu irgendwelchen metaphysischen Spekulationen. Er sieht ihn auch nicht als den, der nicht nur durch Christus besiegt worden ist, sondern es ist derjenige, der sehr konkret und direkt am schlechten Werk waltet. Er vermag die Seele in immer neue Ungewissheiten stürzen:

„Das ist des Teufels größte Kunst, dass er uns den Artikel von der Rechtfertigung, wie man vor Gott soll gerecht und selig werden, nehme und verfälsche. Er kann uns fein vorwerfen und mit dem Gedanken plagen: Ja, wahrlich ihr predigt das Evangelium. Wer hats aber geheißen? Wer hat euch berufen?“ Man müsse schon seines Glaubens sehr gewiss sein, um dem Teufel nicht zu verfallen; denn dieser „kann sich in einen schönen weißen Engel verkehren, obwohl er doch ein rechter schwarzer Teufel ist, und er kann sich sogar für Gott ausgeben.“96

Zusammenfassung der Kapitel

1. Besinnung und Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönliche Motivation des Autors für das Thema Trost und verortet es als zentrales Element christlichen Lebens.

2. Trost im Alten und Neuen Testament: Dieses Kapitel analysiert die biblische Wortbedeutung von Trost und zeigt die Entwicklung vom menschlichen Beistand hin zum primären göttlichen Handeln auf.

3. Was ist Seelsorge?: Hier wird Seelsorge als eine der klassischen Tätigkeiten der Kirche definiert und in den Kontext zwischen Wissenschaft und zwischenmenschlicher Hilfe gestellt.

4. Trost in der Seelsorge: Das Kapitel differenziert zwischen allgemeinem Trost und spezifisch christlichem Trost, der eng mit der Christologie verbunden ist.

5. Trostkritik: Diese Sektion setzt sich kritisch mit Konzepten des „leidigen Trostes“ auseinander und diskutiert Sigmund Freuds Religionskritik im Lichte theologischer Erkenntnisse.

6. Martin Luther als Seelsorger: Ein biografischer und theologischer Blick auf Luther, der zeigt, wie sein eigener Ringen um Rechtfertigung seine seelsorgerliche Praxis prägte.

7. Trost bei Martin Luther: Zentrale Auseinandersetzung mit Luthers Konzept der „Anfechtung“ als notwendigem Bestandteil des Glaubens, die Trost erst ermöglicht.

8. Ausblick für die heutige Praxis der Seelsorge: Dieses Kapitel überträgt Luthers Einsichten in die moderne Praxis und betont die Entklerikalisierung sowie die Realitätsbezogenheit der Seelsorge.

Schlüsselwörter

Trost, Seelsorge, Martin Luther, Anfechtung, Rechtfertigung, Glaube, Gottes Wort, Christologie, Psychologie, Leid, Sündenvergebung, Gnade, Poimenik, Kirche, Spiritualität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das christliche Verständnis von Trost unter besonderer Berücksichtigung der Theologie Martin Luthers und setzt dieses in den Kontext aktueller seelsorgerlicher Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die biblischen Grundlagen des Trostes, die Auseinandersetzung mit Trostkritik, das spezifische lutherische Seelsorgeverständnis sowie die Bedeutung der Anfechtung im Glaubensleben.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den „echten“ christlichen Trost von falschen Vertröstungen abzugrenzen und aufzuzeigen, wie Martin Luthers Ansatz heute als Orientierung für eine authentische Seelsorge dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine praktisch-theologische Analyse, kombiniert mit einer historischen Untersuchung von Luthers Schriften und einer kritischen Auseinandersetzung mit psychologischen Trostkonzepten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition von Seelsorge, die Entwicklung des Trostbegriffs, die Kritik an Trostbemühungen (u.a. durch Freud) und detailliert Luthers Verständnis von Seelsorge und Anfechtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Trost, Anfechtung, Seelsorge, Martin Luther, Rechtfertigung und Gnade charakterisiert.

Wie unterscheidet Luther Trost von bloßer Vertröstung?

Für Luther ist Trost ein „Kampfbegriff“. Wahre Tröstung verharmlost das Leid nicht, sondern führt den Menschen durch die Anfechtung zu einem neuen Vertrauen auf Gottes Gnade, anstatt ihn mit leeren Floskeln in einer selbstgewählten Illusion zu belassen.

Welche Rolle spielt der „Teufel“ in Luthers Seelsorge?

Der Teufel fungiert bei Luther als konkrete Personifizierung der Anfechtungen und Zweifel, die dem Menschen begegnen. Durch diese Objektivierung wird das Böse benennbar und damit bekämpfbar, was dem Menschen hilft, aus der lähmenden Selbstreflexion in die Gemeinschaft zu fliehen.

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Details

Title
Trost in der Seelsorge nach dem Verständnis von Martin Luther
College
Protestant University of Applied Sciences Reutlingen-Ludwigsburg  (THEOLOGISCHE HOCHSCHULE REUTLINGEN; STAATLICH ANERKANNTE FACHHOCHSCHULE DER EVANGELISCH-METHODISTISCHEN KIRCHE)
Course
Abschlussarbeit - Bachelor
Grade
2,5
Author
Jaroslav Kostenko (Author)
Publication Year
2013
Pages
60
Catalog Number
V296101
ISBN (eBook)
9783656940890
ISBN (Book)
9783656940906
Language
German
Tags
Trostverständnis Martin Luther Seelsorge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jaroslav Kostenko (Author), 2013, Trost in der Seelsorge nach dem Verständnis von Martin Luther, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296101
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