„Menschen mit Behinderungen erfahren in vielen Lebenssituationen Beeinträchtigungen, die sie von der Teilhabe an sozialen und gesellschaftlichen Prozessen ausschließen. Ein Bereich, der bisher unzureichend in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten ist, stellt das Krankenhaus dar.“ (Bienstein 2006)
In dieser Hausarbeit soll die Fragestellung: „Wie sollte ein "barrierefreies" Aufnahmegespräch im Rahmen der pflegerischen Anamnese bei Patienten mit Asperger-Syndrom gestaltet werden?“ behandelt werden. Dazu wird zuerst die Autismus-Spektrum-Störung beschrieben, was dazu führen soll, näher auf das Asperger-Syndrom einzugehen. Im Anschluss daran wird die Krankenhausaufnahme beleuchtet. Dabei soll der Begriff „Barrierefreiheit“ genauer definiert werden.
Zusätzlich möchte die Autorin dem/der Leser/-in kurz darstellen, was eine pflegerische Anamnese bei der Krankenhausaufnahme überhaupt bedeutet. Daraufhin wird das Aufnahmegespräch durch Pflegekräfte bei Patienten mit dem Asperger-Syndrom beschrieben. Es sollen mögliche Probleme beschrieben werden, auf die Pflegekräfte während der Aufnahme stoßen können. Dies dient dem Zweck, Rahmenbedingungen aufzustellen, die es Pflegekräften und Patienten mit dem Asperger-Syndrom ermöglichen, eine pflegerische Anamnese „barrierefrei“ durchführen zu können. Zum Ende dieser Arbeit wird die Autorin noch einmal kurz die Ergebnisse reflektieren um zu einer Beantwortung der Fragestellung zu gelangen und ihre persönliche Meinung zu dem behandelten Thema zu schildern.
Zur Bearbeitung der Arbeit wurde in Moodle bereitgestellte Literatur von der betreuenden Professorin verwendet. Zusätzlich wurde im Katalog der Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main und im Internet Literatur recherchiert. Es wurden Quellen aus den Jahren 2004 bis 2013 ausgewählt, die der Autorin als sinnvoll erschienen. Die verwendete Literatur ist deutsch- oder englischsprachig und lässt sich in Monographien, Sammelbändern, Zeitschriftenartikel und dem Internet wiederfinden. Es wird in der maskulinen Form von Patienten geschrieben, dies dient ausschließlich der Einfachheit. Die verwendeten Quellen finden sich im Literaturverzeichnis. Um Abkürzungen zu klären, dient der Anhang.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema und Methode
2 Autismus
2.1 Die Autismus – Spektrum – Störungen
2.2 Das Asperger – Syndrom
3 Die Krankenhausaufnahme
3.1 Die Bedeutung von Barrierefreiheit
3.2 Die pflegerische Anamnese bei Patienten mit dem Asperger – Syndrom
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ein barrierefreies Aufnahmegespräch im Rahmen der pflegerischen Anamnese bei Patienten mit dem Asperger-Syndrom gestaltet werden kann, um eine angemessene Versorgung in der Akutmedizin sicherzustellen.
- Grundlagen der Autismus-Spektrum-Störungen
- Differenzierte Betrachtung des Asperger-Syndroms
- Definition und Bedeutung von Barrierefreiheit im medizinischen Kontext
- Anforderungen an die pflegerische Anamnese bei autistischen Patienten
- Verbesserung der Versorgungsqualität durch gezielte Kommunikationsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.2 Die pflegerische Anamnese bei Patienten mit dem Asperger - Syndrom
Patienten, die mit dem Asperger-Syndrom leben, sollten möglichst so im Krankenhaus aufgenommen werden, dass es nicht zu unnötigen und langen Wartezeiten kommt. Dies sollte vor allem bei einer geplanten Krankenhausaufnahme ermöglicht werden, jedoch auch bei einer notfallmäßigen Aufnahme muss dieser Aspekt Berücksichtigung finden. Handlungsabläufe sollen dem Patienten genau erklärt werden, so dass für ihn nichts „Unvorhersehbares“ eintritt. Zu Beginn eines pflegerischen Anamnesegespräches sollte dem Patienten folglich unmissverständlich erklärt werden, warum dieses Gespräch durchgeführt wird und wie lange es dauern wird. Das Anamnesegespräch sollte in einer ruhigen Umgebung stattfinden. So kann z.B. das Patientenzimmer gewählt werden, welches vorzugsweise ein Einzelzimmer ist. Dies ermöglicht es dem Patienten sich auf das Gespräch konzentrieren zu können und nicht abgelenkt zu werden.
Während des Gespräches ist darauf zu achten, dass die Pflegekraft gezielte Formulierungen wählt und sich unmissverständlich ausdrückt. Sofern vom Patienten angenehmer empfunden wird, sollte ihm angeboten werden, das Anamnesegespräch schriftlich durchzuführen. Dadurch kann die Gefahr, dass der Patient verzweifelt versucht, sich auf non-verbales Verhalten des Gegenübers zu konzentrieren, deutlich minimiert werden. Außerdem sollte der Patient nicht zu erzwungenem Blickkontakt genötigt werden, dies vereinfacht ihm das Gespräch immens.
Pflegekräfte sollten erklären, warum sie bestimmte Fragen stellen, also warum dies für sie wichtig ist zu wissen. Wird einem Patienten mit dem Asperger-Syndrom dies nicht erklärt, so kann er für sich keinen sinnvollen Zusammenhang herstellen. Sinnvoll ist es außerdem, wenn möglich eine Bezugsperson des Patienten am Gespräch zu beteiligen. Zum einen gibt dies dem Patienten ein gewisses Maß an Sicherheit, zum anderen kann diese der Pflegekraft ebenfalls Informationen zu Gewohnheiten und Verhalten vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema und Methode: Die Einleitung erläutert die Relevanz der barrierefreien Kommunikation in der Akutversorgung und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Gestaltung des pflegerischen Aufnahmegesprächs bei Asperger-Patienten.
2 Autismus: Dieses Kapitel liefert eine klinische Definition von Autismus und differenziert zwischen verschiedenen Formen wie dem frühkindlichen Autismus, dem atypischen Autismus und dem Asperger-Syndrom.
2.1 Die Autismus – Spektrum – Störungen: Der Unterabschnitt beschreibt die Symptomatik und neurobiologische Einordnung von Autismus-Spektrum-Störungen als Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensystems.
2.2 Das Asperger – Syndrom: Hier werden die spezifischen Charakteristika des Asperger-Syndroms, insbesondere im Hinblick auf soziale Interaktion, Kommunikation und Theory of Mind, detailliert erörtert.
3 Die Krankenhausaufnahme: Dieser Teil beleuchtet die Herausforderungen einer Krankenhausaufnahme für Patienten und die Notwendigkeit, individuelle Bedürfnisse bei der pflegerischen Betreuung zu berücksichtigen.
3.1 Die Bedeutung von Barrierefreiheit: Die Autorin erweitert den Begriff der Barrierefreiheit über bauliche Aspekte hinaus auf kommunikative und soziale Zugänge in der medizinischen Versorgung.
3.2 Die pflegerische Anamnese bei Patienten mit dem Asperger – Syndrom: Der Abschnitt bietet konkrete Handlungsanweisungen für Pflegekräfte, um durch eine angepasste Gesprächsführung ein barrierefreies Aufnahmegespräch zu ermöglichen.
4 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Barrierefreiheit sowie der aktuellen Versorgungssituation im Akutbereich.
Schlüsselwörter
Asperger-Syndrom, Autismus-Spektrum-Störung, Pflege, Krankenhausaufnahme, pflegerische Anamnese, Barrierefreiheit, Kommunikation, soziale Interaktion, Theory of Mind, Spiegelneuronen, Akutversorgung, Patientensicherheit, Bezugspflege, Stereotypen, Exekutive Funktionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, ein barrierefreies Aufnahmegespräch im klinischen Kontext für Patienten mit Asperger-Syndrom zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen von Autismus-Spektrum-Störungen, dem Verständnis des Asperger-Syndroms und der Übertragung des Begriffs Barrierefreiheit auf die pflegerische Kommunikation.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie ein barrierefreies Aufnahmegespräch im Rahmen der pflegerischen Anamnese bei Patienten mit Asperger-Syndrom konkret gestaltet werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literaturrecherche basierend auf wissenschaftlichen Quellen, Monographien und Fachartikeln, um den aktuellen Stand des Wissens und daraus resultierende Handlungsempfehlungen zusammenzuführen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden zunächst die klinischen Besonderheiten des Asperger-Syndroms erörtert und anschließend Empfehlungen für die praktische Durchführung einer Anamnese bei diesen Patienten formuliert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt zusammenfassen?
Wichtige Begriffe sind Asperger-Syndrom, Barrierefreiheit, Anamnesegespräch, Autismus-Spektrum-Störung, Pflegequalität und Kommunikation.
Warum ist ein Einzelzimmer bei der Aufnahme für Asperger-Patienten besonders wichtig?
Ein Einzelzimmer minimiert externe Reize und Stressfaktoren, was Patienten mit mangelnder zentraler Kohärenz hilft, sich besser auf das Gespräch zu konzentrieren.
Welche Bedeutung haben Spiegelneuronen für die pflegerische Kommunikation?
Da bei Asperger-Patienten eine Beeinträchtigung in diesem Bereich vermutet wird, können sie emotionale Zustände oder non-verbale Signale schwerer interpretieren, was eine explizite und unmissverständliche Kommunikation seitens der Pflegekraft notwendig macht.
Inwiefern können Interessen der Patienten als Kommunikationshilfe dienen?
Das Anknüpfen an spezielle Interessen des Patienten kann als vertrauter Einstieg in das Gespräch dienen, Sicherheit vermitteln und den Beziehungsaufbau zwischen Pflegekraft und Patient erleichtern.
- Citation du texte
- Katharina Daub (Auteur), 2014, Wie sollte ein "barrierefreies" Aufnahmegespräch im Rahmen der pflegerischen Anamnese bei Patienten mit Asperger-Syndrom gestaltet werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296368