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Zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen

Titre: Zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen

Thèse de Master , 2011 , 82 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Niels Kindl (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Zeitliche Strukturen werden im Deutschen nicht nur durch Tempora, sondern auch durch Verben ausgedrückt. Die von der Bedeutung der Verben gelieferte, interne Zeitstruktur nennt man Aktionsart; sie ist mit ROTHSTEIN als eine „dem Verb inhärente lexikalische vorwiegend zeitliche Struktur“ definiert.
Obwohl der Begriff ‚Aktionsart‘ im Vergleich zu anderen linguistischen Kategorien eher unbekannt und so bspw. weder im Sachregister der Einführung in die germanistische Linguistik noch im Studienbuch Linguistik verzeichnet ist, bildet er für die weitere Beschäftigung mit ‚Tempus‘ und die modelltheoretische Darstellung von Tempora eine elementare Voraussetzung, da Tempus und Aktionsart maßgeblich miteinander interagieren. Dementsprechend führt B. ROTHSTEIN in seiner einschlägigen Tempus-Einführung den Begriff ‚Aktionsart‘ auch ein, bevor er das Tempus-System des Deutschen behandelt, da das Wissen über die Aktionsarten von Verben hierfür eine fundamentale Grundlage darstellt. Die vorliegende Arbeit lässt sich in drei Teile gliedern:

Im ersten Teil wird zunächst der Terminus Aktionsart konzis definiert, wobei insbesondere die Arbeit von Zeno VENDLER im Fokus steht. Es wird eine Reihe von Testverfahren vorgestellt und diskutiert, um die Aktionsarten von Verben resp. Verbalkomplexen systematisch zu ermitteln.

Im zweiten Teil der Arbeit wird der Einfluss von Argumenten / Aktanten auf die Aktionsart des verbalen Syntagmas anhand von sprachlichen Daten beschrieben und systematisiert, sodass ein umfassender Überblick darüber gegeben wird, welche Argumente inwieweit die Aktionsart „manipulieren“ und welche Verben gegen eine derartige Beeinflussung resistent sind. In diesem Kontext stellt sich auch die Frage, welchen Interpretationsspielraum ein Verb hat bzw. welchen Interpretationsbeschränkungen es unterliegt und in welchem Verhältnis die Bedeutung des Verbs zur Bedeutung seiner komplexen Ausdrücke steht, mit denen es gebildet wird.

Im dritten Teil wird – aus syntaktischer Perspektive – dafür argumentiert, dass es sich bei der Aktionsart um ein syntaktisches Phänomen handelt, das durch die syntaktische Komputation induziert wird; in diesem Zusammenhang wird maßgeblich auf die Grammatik von Hagit BORER rekurriert und der Argumentationsgang von BORER nachgezeichnet und diskutiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist ‚Aktionsart‘?

2.1 Aktionsart-Merkmale

2.1.1 Merkmal I: ‚statisch‘ vs. ‚dynamisch‘

2.1.2 Merkmal II: ‚durativ‘ vs. ‚punktuell‘

2.1.3 Merkmal III: ‚atelisch‘ vs. ‚telisch‘

2.1.4 Merkmal IV: ‚perfektiv‘ vs. ‚imperfektiv‘

2.2 Aktionsart-Klassifikation nach VENDLER — aspectual classes

2.2.1 VENDLERS Progressiv-Test

2.2.2 VENDLERS For how long? – Test

2.2.3 Zustände

2.2.4 Aktivitäten

2.2.5 Accomplishment

2.2.6 Achievements

2.3 Zusammenfassung

3 Zur Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt

3.1 Zur historischen Entwicklung von Aspekt und Aktionsart

3.1.1 Der Terminus Aspekt

3.1.2 Der Terminus Aktionsart

3.2 Aspekt und Aktionsart — Probleme der Unterscheidung

3.3 Aspekt und Aktionsart — Lösungsvorschläge

4 Aktionsart und Argumentstruktur

4.1 Zum Einfluss von DP-Argumenten

4.2 Zum Einfluss von PP-Argumenten

4.3 Zum Einfluss von AdvP-Argumenten

4.4 Zusammenfassung

5 Theorien zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur

5.1 Aspektuelle Komposition — VERKUYL (1972)

5.2 Kompositionale Telizität — DOWTY (1979)

5.3 Nominalreferenz und Zeitkonstitution — KRIFKA (1989)

5.4 Zusammenfassung

6 Aktionsart: Syntaktisch repräsentiert!

6.1 Grundlagen für eine exo-skeletale Syntax

6.2 Telizität und das nominale Syntagma

6.3 Aktionsart und Ereignisstruktur

6.4 Zusammenfassung

7 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen mit dem Ziel, die These zu stützen, dass Aktionsart kein rein lexikalisches, sondern ein syntaktisch induziertes Phänomen ist. Dabei wird kritisch analysiert, wie verbale Projektionen durch ihre Argumente telisch oder atelisch spezifiziert werden.

  • Definition und historische Entwicklung der Termini Aktionsart und Aspekt
  • Klassifikation von Aktionsarten basierend auf VENDLER
  • Analyse des Einflusses von nominalen, präpositionalen und temporalen Argumenten auf die Telizität
  • Diskussion lexikalistischer Ansätze vs. exoskeletaler Syntax nach BORER
  • Modellierung der Ereignisstruktur und syntaktische Repräsentation

Auszug aus dem Buch

4.1 Zum Einfluss von DP-Argumenten

Als erstes soll anhand von DP-Argumenten dargestellt werden, in welchen Fügungen und im Zusammenhang mit welchen Konstituenten nominale Komplemente die Aktionsart des Verbes affizieren können. Als Beispielverben wähle ich essen und trinken aus, da es sich bei beiden Verben um traditionelle VENDLERSCHE Aktivitäten handelt und sie somit von ihrem Ursprung aus atelisch sind – unabhängig davon, ob man eine lexikalistische oder syntaktische Perspektive einnimmt.

(71) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde. (A)

(72) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde. (A)

Wird das Verb essen resp. trinken mit dem nackten Plural Äpfel bzw. dem Massenterm Wein als DP-Komplement ergänzt, so bleibt die Aktionsart des Prädikates weiterhin atelisch; ferner ist es hierbei irrelevant, ob eine generische oder existentielle Lesart von Äpfel / Wein vorliegt.

(73) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde Äpfel. (A) (generische Lesart)

(74) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde Äpfel. (A) (existential closure)

(75) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde Wein. (A) (generische Lesart)

(76) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde Wein. (A) (existential closure)

Die Aktionsart des Prädikates bleibt auch weiterhin atelisch, wenn die DP mit einem „schwachen“ Quantor erweitert wird:

(77) Ich esse drei Stunden lang / *in einer Stunde einige Äpfel. (A)

(78) Ich trinke drei Stunden lang / *in einer Stunde etwas Wein. (A)

Wird die (portionierte) Menge der Äpfel und des Weines jedoch konkret gezählt, so liegt eine telische Lesart vor, was sich anhand der Applizierbarkeit mit dem Adverbial in einer Stunden zeigt.

(79) Ich esse *drei Stunden lang / in einer Stunde fünf Äpfel. (T)

(80) Ich trinke *drei Stunden lang / in einer Stunde fünf Gläser Wein. (T)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Aktionsart ein, definiert grundlegende Begriffe und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Interaktion von Verbbedeutung und syntaktischer Umgebung.

2 Was ist ‚Aktionsart‘?: In diesem Kapitel werden Aktionsart-Merkmale, die Klassifikation nach VENDLER und die methodischen Testverfahren ausführlich behandelt.

3 Zur Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung und den terminologischen Problemen bei der Abgrenzung von Aktionsart und Aspekt.

4 Aktionsart und Argumentstruktur: Es wird analysiert, wie verschiedene Arten von Argumenten (DP, PP, AdvP) die Aktionsart beeinflussen und Telizität induzieren können.

5 Theorien zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur: Hier werden lexikalistische Modelle von VERKUYL, DOWTY und KRIFKA vorgestellt und kritisch diskutiert.

6 Aktionsart: Syntaktisch repräsentiert!: Dieses Kapitel präsentiert BORERS exoskeletale Syntax als alternativen Ansatz zur Modellierung der Aktionsart.

7 Konklusion: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Vorteile einer rein syntaktischen Analyse gegenüber lexikalistischen Ansätzen.

Schlüsselwörter

Aktionsart, Aspekt, Telizität, Atelizität, Argumentstruktur, Verbprojektion, Syntax, exoskeletale Syntax, Hagit Borer, Vendler, Kompositionalität, Zeitkonstitution, nominale Argumente, Ereignisstruktur, linguistisches Lexikon

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das linguistische Konzept der Aktionsart und analysiert, inwiefern diese Eigenschaft eines Verbs nicht nur lexikalisch festgelegt ist, sondern maßgeblich durch die syntaktische Struktur und die vorliegenden Argumente bestimmt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf die Interaktion von Verben mit ihren Komplementen, die Unterscheidung zwischen Aktionsart und Aspekt sowie die Debatte zwischen lexikalistischen und syntaktischen Erklärungsmodellen für sprachliche Zeitstrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die These zu untermauern, dass Aktionsart ein syntaktisch präsent es Phänomen ist und dass Telizität durch funktionale Strukturen induziert wird, anstatt lediglich eine Eigenschaft des Verbs im mentalen Lexikon zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretisch-linguistische Analyse, die verschiedene semantische und syntaktische Modelle (z.B. von Vendler, Verkuyl, Dowty, Krifka und Borer) vergleicht und anhand von Sprachdaten (Beispielsätzen) validiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Definition der Aktionsart, die Abgrenzung zum Aspekt, die Untersuchung des Einflusses von Argumenten (DP, PP, AdvP) auf die Telizität und die Diskussion der exoskeletalen Syntax als theoretischem Rahmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Aktionsart, Telizität, exoskeletale Syntax, Kompositionalität, Argumentstruktur und Ereignisstruktur.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einer telischen und einer atelischen Lesart?

Die Unterscheidung erfolgt primär durch den Test der Applizierbarkeit von Zeitadverbialen (z.B. "eine Stunde lang" für atelische Verben vs. "in einer Stunde" für telische Verben).

Welche Bedeutung kommt der Syntax nach dem gewählten Ansatz (Borer) zu?

Nach dem exoskeletalen Ansatz von Borer liefern Wörter lediglich konzeptuelle Pakete ohne feste grammatische Eigenschaften. Die Syntax ist hierbei das eigentliche Instrument, das die Interpretation dieser Wörter erst in eine spezifische Aktionsart überführt.

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Résumé des informations

Titre
Zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen
Université
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Cours
Germanistische Linguistik
Note
1,0
Auteur
Niels Kindl (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
82
N° de catalogue
V298342
ISBN (ebook)
9783656946229
ISBN (Livre)
9783656946236
Langue
allemand
mots-clé
Aktionsart Tempus Telizität atelisch telisch Aspekt Argumentstruktur exoskeletale Syntax Vendler Krifka Borer Aspektualität States Activities Accomplishments Achievements Ereignisstruktur Verbbedeutung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Niels Kindl (Auteur), 2011, Zum Verhältnis von Aktionsart und Argumentstruktur im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298342
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