Im Zuge der Industrialisierung, technischer Neuerungen und gesellschaftlicher Veränderungen bekommen die Schulen neue Aufgaben zugewiesen. Mit der neuen Position der Schule wächst die Bedeutung von Unterricht. Die Inhalte, welche gelehrt werden sollen, werden mit Bedacht ausgewählt. Der Grammatikunterricht wird seit weit über 200 Jahren gelehrt. Dass die Muttersprache Teil des schulischen Unterrichts sein soll, darüber sind sich alle Experten und auch Schulen einig.
Allerdings existiert genau so lang die Diskussion darüber, welche Vermittlungsmethode die Richtige sei. Die Auswahl beginnt bei der traditionellen Methode, geht über zur situativen, systematischen, erstreckt sich weiterhin zu handlungsorientierten Ansätzen und schließt mit experimentellen Verfahren. Darüber hinaus kann jeder Ansatz an ein linguistisches Modell anlehnen oder sich der Hilfe der Grammatikvermittlung aus anderen Sprachen verhelfen. Aus dem Grund wurde im 19. Jahrhundert der Grammatikunterricht zum Politikthema.
Obwohl der Grammatikunterricht von Schülern sowie von Lehrern mehr gehasst als geliebt wird, ist er vor allem in der Primar- sowie in der Sekundarstufe I ein Kernthema. Nach Köller (1997) entwickelt die Grammatik eine eigentümliche Faszinationskraft für alle, die sich näher mit ihr beschäftigen. Ihr Ursprung liegt zumeist in der philosophischen Natur sowie in der grammatischen Neugier, „[…] wenn die im praktischen Umgang vertrauten Phänomene plötzlich zu Problemen werden […]“.
Aus dem Grund sollte vor jeder Konzeption eines neuen Grammatikmodells, zunächst die Definition „Was Grammatik überhaupt sei“, aufgegriffen werden. Mit dieser Erklärung beginnt auch das zweite Kapitel. Im dritten Kapitel wird kurz die Geschichte der Grammatikdidaktik aufgezeigt und die Anfänge in Form des traditionellen Grammatikunter-richts vorgestellt. Das Kapitel schließt mit einer kritischen Auseinandersetzung und mit einer Zusammenfassung der Arbeitsweise des Modells. Das darauffolgende Kapitel diskutiert methodische Konzepte der Sprachlehre in ihrer Entwicklung. Hier wird die Frage beantwortet, wie der Grammatikunterricht in Erscheinung tritt und mit welchen Vorzügen der Grammatikunterricht revolutioniert werden soll(te). Als erster Gegenentwurf zum traditionellen Grammatikunterricht gilt der situative Grammatikunterricht aus den 1970er Jahren. [...]
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Zum Verständnis der Grammatik
- Der traditionelle Grammatikunterricht und seine Grundsteine
- Grammatikmodelle und -theorien von 1970 bis heute
- Situativer Grammatikunterricht
- Grammatikwerkstatt
- Funktionaler Grammatikunterricht
- Ansätze aktueller Diskussionen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Grammatikunterrichts und stellt verschiedene Modelle und Ansätze zur Vermittlung von Grammatik im Schulunterricht vor. Dabei werden sowohl traditionelle als auch moderne Konzepte betrachtet und kritisch analysiert.
- Entwicklung des Grammatikunterrichts
- Kritik am traditionellen Grammatikunterricht
- Situativer Grammatikunterricht
- Funktionaler Grammatikunterricht
- Aktuelle Tendenzen und Perspektiven im Grammatikunterricht
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung befasst sich mit der Bedeutung des Grammatikunterrichts in der Schule und der langen Diskussion um die richtige Vermittlungsmethode. Sie führt die verschiedenen Modelle des Grammatikunterrichts ein und stellt den Aufbau der Arbeit dar.
Das zweite Kapitel untersucht verschiedene Definitionen des Begriffs "Grammatik" und betrachtet die unterschiedlichen Perspektiven auf Grammatik in der Wissenschaft und im Schulunterricht.
Das dritte Kapitel beleuchtet die Geschichte des traditionellen Grammatikunterrichts und seine Grundsteine. Es analysiert die Arbeitsweise des Modells und setzt sich kritisch mit seinen Vor- und Nachteilen auseinander.
Das vierte Kapitel präsentiert verschiedene grammatikdidaktische Konzepte und ihre Entwicklung, wie den situativen Grammatikunterricht, die Grammatikwerkstatt und den funktionalen Grammatikunterricht. Es stellt die jeweiligen Begründer und didaktischen Besonderheiten vor und analysiert die Vor- und Nachteile jedes Modells.
Schlüsselwörter (Keywords)
Grammatikunterricht, traditionelle Grammatik, situativer Grammatikunterricht, Grammatikwerkstatt, funktionaler Grammatikunterricht, Sprachlehre, Schulgrammatik, Sprachwissenschaft, didaktische Konzepte, Sprachentwicklung, Grammatiktheorie, Grammatikdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Grammatikunterricht ein zentrales Thema in der Schule?
Die Vermittlung der Muttersprache gilt als essenziell für die Bildung, weshalb Grammatik seit über 200 Jahren ein fester Bestandteil des Lehrplans ist.
Was ist der „traditionelle Grammatikunterricht“?
Dies ist die klassische Form der Sprachlehre, die jedoch oft wegen mangelnder Motivation bei Schülern und Lehrern kritisiert wird.
Was versteht man unter „situativem Grammatikunterricht“?
Dieser Ansatz aus den 1970er Jahren vermittelt Grammatik nicht systematisch, sondern greift sie dann auf, wenn sie in einer konkreten Schreib- oder Sprechsituation relevant wird.
Was zeichnet den „funktionalen Grammatikunterricht“ aus?
Hier steht die Funktion der Sprache im Vordergrund. Es wird untersucht, wie grammatische Formen dazu dienen, bestimmte Wirkungen in Texten zu erzielen.
Was ist das Konzept der „Grammatikwerkstatt“?
Die Grammatikwerkstatt ist ein handlungsorientierter Ansatz, bei dem Schüler experimentell und forschend mit Sprache umgehen, um Regeln selbst zu entdecken.
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- Sophia Bayer (Author), 2015, Konzepte des schulischen Grammatikunterrichts im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298346