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Ästhetisierung des Terrors. Die ETA in den Romanen “La cartaˮ von Raúl Guerra Garrido, “El hombre soloˮ von Bernardo Atxaga und “Twist” von Harkaitz Cano

Titre: Ästhetisierung des Terrors. Die ETA in den Romanen “La cartaˮ von Raúl Guerra Garrido, “El hombre soloˮ von Bernardo Atxaga und “Twist” von Harkaitz Cano

Mémoire de Maîtrise , 2015 , 128 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Isabella Caldart (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Magisterarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der baskischen Terror-Organisation Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, in fiktionaler Literatur. Als Grundlage dienen die Beispiele “La carta” von Raúl Guerra Garrido, “El hombre solo” von Bernardo Atxaga und “Twist” von Harkaitz Cano.

Um eine gute Grundlage zu schaffen und den Inhalt der Romane verständlich zu machen, gibt das erste Kapitel ausführliche Informationen zu den Motiven und Zielen der ETA. Dem folgt die Geschichte des baskischen Nationalismus.
Im zweiten theoretischen Komplex geht es um die Geschichte und Definition des Begriffs Terrorismus.
Danach wird in Kapitel 4 der Frage nachgegangen, worum es sich bei baskischer Literatur überhaupt handelt – Literatur, die auf Baskisch oder doch Literatur, die von Basken geschrieben ist?

Bedingt durch die Fülle der Romane werden nur einige exemplarisch dargestellt und besonders auf die Perspektive der Opfer eingegangen, die literarisch bisher wenig beachtet wurde. Auch alle drei in dieser Arbeit behandelten Autoren haben mehr als einen Roman über die ETA verfasst. Die jeweiligen Kapitel zu den analysierten Werken werden entsprechend um kurze Beschreibungen der anderen ETA-Romane der Schriftsteller erweitert. Zuletzt folgt eine intensive Analyse der drei genannten Romane.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Euskadi Ta Askatasuna: Ziele und Hintergründe

2.1 Die Geschichte des baskischen Nationalismus

Historisches

Die Gründung der ETA während der Diktatur

Die blutigste Phase der ETA

Der sukzessive Untergang der ETA

Die ETA vor ihrem endgütigen Aus?

3.0 Terrorismus: Geschichte und Definition des Begriffs

Geschichte des Begriffs

Was ist Terrorismus?

Neuere Entwicklungen

3.1 Fiktionalisierung von Terrorismus

Der Autor und der Terrorist

Funktionen

3.2 Romandefinition

4.0 Baskische Literatur

Literatur auf Baskisch

Historischer Abriss und Zahlen

4.1 Die ETA in der Literatur

Einige Beispiele

Die kaum berücksichtigten Perspektiven

Neue Werke nach “Twist”

Schlussfolgerung

5.0 Rául Guerra Garrido – La Carta (1990)

Biographie des Autors

Inhalt

Paratext

Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern

5.1 Die Darstellung der ETA

Bezeichnungen für die ETA

ETA im Alltag

Der Brief

Luis und die ETA

Die Familie und die ETA

Die Freunde und die ETA

Zwischenfazit

6.0 Bernardo Atxaga – El hombre solo (1993)

Biographie des Autors

Inhalt

Paratext

Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern

6.1 Die Darstellung der ETA

Bezeichnungen für die ETA

Carlos und die ETA

Die Freunde und die ETA

Die Darstellung der Polizisten

Die Etarras

Zwischenfazit

7.0 Harkaitz Cano – Twist (2011)

Biographie des Autors

Inhalt

Historischer Hintergrund

Paratext

Aufbau, Struktur, Stimme, Metaphern

7.1 Die Darstellung der ETA

Bezeichnungen für die ETA

Diego und die ETA

Soto und Zeberio

Die ETA

Die Rolle der Politik

Die GAL

Zwischenfazit

8.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetische Repräsentation der baskischen Terrororganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) in der zeitgenössischen Literatur. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Darstellung von Terrorismus in den Romanen „La carta“ von Raúl Guerra Garrido, „El hombre solo“ von Bernardo Atxaga und „Twist“ von Harkaitz Cano über die Jahrzehnte gewandelt hat und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der Opfer sowie der Täter hat.

  • Historische und ideologische Analyse der ETA und des baskischen Nationalismus
  • Literarische Fiktionalisierung von Terrorismus und deren gesellschaftliche Funktion
  • Gegenüberstellung unterschiedlicher Perspektiven auf das Wirken der ETA (Opfer- vs. Täterperspektive)
  • Wandel der literarischen Auseinandersetzung mit dem baskischen Konflikt von den 1980er Jahren bis zur Gegenwart

Auszug aus dem Buch

Was ist Terrorismus?

Der Terrorismus ist auf vielerlei Art definiert worden, aber mit Gewißheit läßt er sich nur als Anwendung von Gewalt durch eine Gruppe bezeichnen, die zu politischen oder religiösen Zwecken gewöhnlich gegen eine Regierung, zuweilen auch gegen andere ethnische Gruppen, Klassen, Religionen oder politische Bewegungen vorgeht. Jeder Versuch, sich spezifischer zu äußern, ist einfach deshalb zum Scheitern verurteilt, weil es nicht einen, sondern viele verschiedene Terrorismen gibt.

Das Zitat des amerikanischen Historikers und Terrorismusexperten Walter Laqueur liefert eine erste Definition, die aber zugleich auch das Ursprungsproblem thematisiert: Eine genaue terminologische Begriffsbestimmung ist nicht möglich und wurde bis dato international nicht konstatiert. Vielmehr ist die Bedeutung durch einen inflationären Gebrauch in zahllosen Kontexten durch Politiker, Medien und in der Alltagssprache so unscharf geworden, dass sie beinahe gänzlich ihren Sinn verloren hat. Ein weiterer Punkt ist die ebenfalls in diesem Zitat von Laqueur angeschnittene Problematik, dass es sehr divergierende Motive, Mittel, Umstände und Ziele der Terroristengruppen gibt, denn Terrorismus kann “take place in a war context, in an insurgency context, and in a ‘pure’ context, that is, in a context where popular support for the struggle is almost completely absent”. Dennoch lassen sich die Hauptmerkmale des Terrorismus auf einige grundsätzliche Eigenschaften festlegen, die auch Laqueur schon andeutet.

Bei Terrorismus handelt es sich um eine (substaatisch motivierte) Gewalthandlung oder Androhung von Gewalt, die auf die Erzeugung von Angst und Verunsicherung einer breiten Öffentlichkeit ausgerichtet ist, also nicht explizit das getroffenen Opfer, ins Visier nimmt. Diese Angst wird zum Erreichen eines bestimmten Ziels eingesetzt – “[a]ction for action’s sake becomes a credo. Not words, not nice theories, not paper programs, but rather it is the doing that matters. Action is positive, nothing is of value unless it’s done”.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die ETA in der Literatur anhand dreier ausgewählter Romane zu untersuchen und legt das methodische Vorgehen dar.

2.0 Euskadi Ta Askatasuna: Ziele und Hintergründe: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte historische Aufarbeitung der Ziele und der Entwicklung der ETA, von ihren Anfängen während der Diktatur bis zu ihrem Niedergang.

3.0 Terrorismus: Geschichte und Definition des Begriffs: Hier wird der theoretische Rahmen gesetzt, indem der Begriff Terrorismus historisch hergeleitet, definiert und in seinem literarischen Kontext beleuchtet wird.

4.0 Baskische Literatur: Das Kapitel widmet sich der Frage, wie baskische Literatur definiert ist und welchen Stellenwert die Thematisierung der ETA in diesem literarischen Korpus einnimmt.

5.0 Rául Guerra Garrido – La Carta (1990): Die Analyse dieses Romans konzentriert sich auf die Perspektive eines Opfers, das von der ETA erpresst wird, und beleuchtet das Schweigen im Baskenland.

6.0 Bernardo Atxaga – El hombre solo (1993): Dieses Kapitel untersucht die psychologische Zerrissenheit eines Ex-Terroristen, der mit seiner Vergangenheit und einer neuen, kapitalistischen Lebenswirklichkeit kämpft.

7.0 Harkaitz Cano – Twist (2011): Der Roman von Cano wird als ein komplexes Werk analysiert, das Schuld und Verrat vor dem Hintergrund historischer Verbrechen der GAL thematisiert.

8.0 Fazit: Das Fazit fasst die literarische Entwicklung der ETA-Darstellung zusammen und stellt fest, dass mit dem Schwinden der Terrorgefahr eine offenere literarische Auseinandersetzung möglich geworden ist.

Schlüsselwörter

ETA, Baskenland, Terrorismus, Euskera, Fiktionalisierung, Gewalt, Opferperspektive, Nationalismus, Identität, Literatur, Geschichte, Raúl Guerra Garrido, Bernardo Atxaga, Harkaitz Cano, Spanien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die fiktionale Darstellung der baskischen Terrororganisation ETA in drei bedeutenden baskischen Romanen, um die Entwicklung der literarischen Aufarbeitung von Terrorismus zu analysieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die Geschichte der ETA, die Definition von Terrorismus, das Verhältnis zwischen Literatur und Politik, das Schweigen in der baskischen Gesellschaft sowie der Wandel der Opfer- und Täterperspektiven.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt danach, wie Autoren der baskischen Literatur den Terrorismus der ETA in ihren Werken ästhetisieren und welche Rollen dabei Aspekte wie Schuld, Identität und die Aufarbeitung politischer Gewalt spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische und soziologische Kontexte mit narratologischen Untersuchungen der ausgewählten Romane kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Terrorismusdiskurs, einen Überblick über die baskische Literaturlandschaft sowie die intensive werkimmanente Analyse der drei Romane von Guerra Garrido, Atxaga und Cano.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit besonders?

Neben dem Kernbegriff ETA sind Schlagworte wie baskischer Nationalismus, literarische Fiktionalisierung, das Verhältnis von Opfer und Täter sowie der historische Kontext der „Jahre des Bleis“ entscheidend für diese Arbeit.

Warum wird gerade der Roman „La carta“ von Guerra Garrido analysiert?

„La carta“ wird gewählt, weil er eine der frühesten und persönlichsten Perspektiven eines Opfers liefert, das von der ETA erpresst wird, und so die Angst und soziale Isolation im Baskenland der 1980er Jahre greifbar macht.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in „Twist“ von älteren Werken?

„Twist“ unterscheidet sich durch eine ausgewogenere, distanziertere Haltung, die sowohl den Terrorismus der ETA als auch die staatlichen Verbrechen der GAL kritisch beleuchtet, anstatt eine Seite zu romantisieren.

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Résumé des informations

Titre
Ästhetisierung des Terrors. Die ETA in den Romanen “La cartaˮ von Raúl Guerra Garrido, “El hombre soloˮ von Bernardo Atxaga und “Twist” von Harkaitz Cano
Université
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Note
1,3
Auteur
Isabella Caldart (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
128
N° de catalogue
V298859
ISBN (ebook)
9783656951650
ISBN (Livre)
9783656951667
Langue
allemand
mots-clé
ästhetisierung terrors darstellung romanen raúl guerra garrido bernardo atxaga twist” harkaitz cano
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Isabella Caldart (Auteur), 2015, Ästhetisierung des Terrors. Die ETA in den Romanen “La cartaˮ von Raúl Guerra Garrido, “El hombre soloˮ von Bernardo Atxaga und “Twist” von Harkaitz Cano, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298859
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Extrait de  128  pages
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