Um den zukünftig zunehmenden demographischen Herausforderungen adäquat begegnen und eine hohe pflegerische Versorgungsqualität aufrechterhalten zu können, wird evidenzbasiertes Handeln auf Grundlage eines wissenschaftlichen Fundus benötigt (Schaeffer, Behrens & Görres, 2008, S. 7). Evidenzbasiertes Handeln in der Pflege wird als Evidence-based Nursing bezeichnet. Behrens und Langer (2010a, S. 25) definieren Evidence-based Nursing als „[…] die Nutzung der derzeit besten wissenschaftlich belegten Erfahrungen Dritter im individuellen Arbeitsbündnis zwischen einzigartigen Pflegebedürftigen oder einzigartigem Pflegesystem und professionell Pflegenden.“. Mit ihrer Definition schließen die Autoren neben der Beurteilung von Forschungsarbeiten auch die Implementierung externer Evidence in die Pflegepraxis mit ein. Als externe Evidence wird hierbei jegliches Wissen, welches aus der Erfahrung Dritter gezogen werden kann, verstanden, wohingegen jenes Wissen, welches die Pflegenden im Kontakt mit Pflegebedürftigen generiert, als interne Evidence bezeichnet wird (Behrens & Langer, 2010b, S. 27-28). Zu beachten ist, dass die pflegerische Entscheidungsfindung nicht ausschließlich von externer Evidence abhängt. In diesen Entscheidungsprozess sind mehrere Faktoren eingebunden. Dabei stellt externe Evidence eine wichtige Ergänzung dar. Behrens & Langer (2010b, S. 46-47) empfehlen, Forschungsergebnisse immer in Zusammenhang mit der individuellen pflegerischen Expertise, den Zielen und Bedürfnissen der zu Pflegenden sowie unter Berücksichtigung von Umgebungsbedingungen wie z.B. Materialien und gesetzlichen Rahmen umzusetzen. Um eine einvernehmliche Entscheidung zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen zu er- reichen, ist die Zusammenführung von interner und externer Evidence notwendig (Beh- rens & Langer, 2010b, S. 47).
Nachdem ein Kapitel des Handbuches „Evidence-based Nursing“ von Behrens & Langer zusammengefasst ist, erhält der Leser einen Einblick in die Erstellung einer klinischen Fragestellung sowie in die Recherche über eine auf die Fragestellung spezifisch zutreffende Studie in der Datenbank PubMed. Abschließend zeigt der Autor die Bedeutung der Ergebnisse aus dem Buchkapitel und der gefundenen Studie für die Pflegepraxis auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Katheterisierung der Harnblase
3. Klinische Wirksamkeit antibiotikabeschichteter Katheter
3.1 Formulierung der Forschungsfrage
3.2 Systematische Studienrecherche
3.4 Antimicrobial catheters for reduction of symptomatic urinary tract infection in adults requiring short-term catheterisation in hospital.
4. Auswertung der Forschungsergebnisse
5. Handlungsempfehlung
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die klinische Wirksamkeit von antibiotikabeschichteten Kathetern zur Reduktion katheterassoziierter Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten nach chirurgischen Eingriffen. Ziel ist es, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse eine fundierte Handlungsempfehlung für die pflegerische Praxis zu formulieren.
- Grundlagen des Evidence-based Nursing
- Spezifische Anforderungen und Komplikationen der Harnblasenkatheterisierung
- Methodische Erstellung einer klinischen Fragestellung (PIKE-Schema)
- Systematische Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken
- Kritische Analyse randomisierter kontrollierter Studien (RCT)
- Nutzen-Risiko-Abwägung beim Einsatz beschichteter Katheter
Auszug aus dem Buch
3.4 Antimicrobial catheters for reduction of symptomatic urinary tract infection in adults requiring short-term catheterisation in hospital.
BACKGROUND: Catheter-associated urinary tract infection (CAUTI) is a major preventable cause of harm for patients in hospital. We aimed to establish whether short-term routine use of antimicrobial catheters reduced risk of CAUTI compared with standard polytetrafluoroethylene (PTFE) catheterisation.
METHODS: In our parallel, three group, multicentre, randomised controlled superiority trial, we enrolled adults (aged ≥16 years) requiring short-term (≤14 days) catheterisation at 24 hospitals in the UK. Participants were randomly allocated 1:1:1 with a remote computer allocation to receive a silver alloy-coated catheter, a nitrofural-impregnated catheter, or a PTFE-coated catheter (control group). Patients undergoing unplanned catheterisation were also included and consent for participation was obtained retrospectively. Participants and trial staff were unmasked to treatment assignment. Data were collected by trial staff and by patient-reported questionnaires for 6 weeks after randomisation. The primary outcome was incidence of symptomatic urinary tract infection for which an antibiotic was prescribed by 6 weeks. We postulated that a 3·3% absolute reduction in CAUTI would represent sufficient benefit to recommend routine use of antimicrobial catheters. This study is registered, number ISRCTN75198618.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Konzept des Evidence-based Nursing und die Notwendigkeit der Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in das pflegerische Handeln.
2. Katheterisierung der Harnblase: Dieses Kapitel fasst gängige Empfehlungen zu verschiedenen Katheterarten und den damit verbundenen Infektionsrisiken zusammen.
3. Klinische Wirksamkeit antibiotikabeschichteter Katheter: Hier wird eine spezifische klinische Fragestellung nach dem PIKE-Schema entwickelt und eine systematische Literaturrecherche in PubMed dokumentiert, ergänzt um die Vorstellung einer relevanten Studie.
4. Auswertung der Forschungsergebnisse: In diesem Teil werden die gewonnenen Studiendaten, insbesondere die Inzidenzraten von Harnwegsinfektionen, mittels statistischer Kennzahlen wie der Odds Ratio ausgewertet.
5. Handlungsempfehlung: Das Kapitel leitet aus den analysierten Daten Empfehlungen für die Pflegepraxis ab und warnt vor einem unkritischen, routinemäßigen Einsatz antibiotikabeschichteter Katheter.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise zur fundierten Untermauerung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Evidence-based Nursing, Katheterisierung, Harnwegsinfektion, CAUTI, Antibiotikabeschichtung, PIKE-Schema, randomisierte kontrollierte Studie, Odds Ratio, Patientenversorgung, Infektionsprävention, Pflegepraxis, Chirurgie, Resistenzen, Silikonkatheter, evidenzbasiertes Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von antibiotikabeschichteten Blasenkathetern bei hospitalisierten, chirurgischen Patienten im Vergleich zu Standardkathetern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Infektionsprävention (CAUTI), der methodischen Anwendung des PIKE-Schemas zur Entscheidungsfindung und der kritischen Bewertung klinischer Studien.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob durch den Einsatz antibiotikabeschichteter Katheter die Inzidenz katheterassoziierter Harnwegsinfektionen bei einer Liegedauer von bis zu 14 Tagen signifikant reduziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Der Autor nutzt die Methodik des Evidence-based Nursing, inklusive systematischer Literaturrecherche, Bildung von PICO/PIKE-Fragestellungen und statistischer Auswertung durch Odds Ratio Berechnungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die methodische Studienrecherche in PubMed sowie die konkrete Auswertung einer randomisierten, kontrollierten Multicenter-Studie.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Evidence-based Nursing, CAUTI-Prävention, antibiotikabeschichtete Katheter und pflegerische Entscheidungsfindung geprägt.
Warum rät der Autor von der routinierten Anwendung ab?
Aufgrund der Datenlage zeigt sich kein ausreichender klinischer Nutzen, der die zusätzlichen Kosten und die potenzielle Gefahr der Resistenzbildung rechtfertigen würde.
Wie wurde die statistische Auswertung in der Arbeit umgesetzt?
Der Autor erstellte eine Vier-Felder-Tafel basierend auf den Studiendaten und berechnete die Odds Ratio, um das Chancenverhältnis für eine Harnwegsinfektion zwischen Interventions- und Kontrollgruppe zu ermitteln.
- Citar trabajo
- Christopher Arthur Kupka (Autor), 2014, Evidence-based Nursing. Katheterisierung der Harnblase, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299049