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Internationale Etablierung und Krise des Schweizer Finanzplatzes in der Zwischenkriegszeit

Title: Internationale Etablierung und Krise des Schweizer Finanzplatzes in der Zwischenkriegszeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 43 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Francesco Bizzozero (Author)

Economics - Finance
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Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit zum Seminar „Weltwirtschaftskrisen 1857, 1929, 2008“ werden die Bankenkrisen in Deutschland und in der Schweiz Anfangs Dreißigerjahre untersucht.

Um eine Krise sinnvoll in einen historischen Kontext zu setzen, bedarf es auch der Erörterung der Ereignisse die ihr voranstehen und nachfolgen. Die zu untersuchende Periode erstreckt sich deshalb weitgehend auf die Zeitspanne zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Die Ereignisse dieser Periode spielen für die Etablierung des Schweizer Finanzplatzes eine zentrale Rolle.

Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts lassen sich drei Wachstumsschübe identifizieren, welche den Finanzplatz an internationaler Bedeutung gewinnen ließen. Die von der Industrialisierung getragene wirtschaftliche Prosperität im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert förderte die Entstehung eines strukturell stabilen Bankensystems. Auf dieser Basis erlebte der international noch relativ unbedeutende Finanzplatz im Zuge des ersten Weltkriegs einen zweiten Schub.

Als neutrales, politisch und monetär stabiles Land, etablierte sich der Schweizer Finanzplatz zur europäischen Kapitaldrehscheibe. Das präzedenzlose Wachstum der Zwanzigerjahre – besonders dank des Kreditgeschäfts mit Deutschland – erfuhr jedoch Anfang Dreißigerjahre unter den Effekten der deutschen Bankenkrise und der Großen Depression eine scharfe Zäsur. Als dritter und gleichzeitig bedeutsamster Impuls gilt der Zweite Weltkrieg. Getragen vom darauffolgenden Wirtschaftsboom, verzeichneten die Schweizer Banken – vor allem im Vermögensverwaltungsgeschäfts – ein starkes Wachstum, wodurch die Schweiz schließlich zu einem der bedeutendsten Finanzzentren der Welt aufstieg.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abgrenzung und Methode

2.1 Abgrenzung des Forschungsgegenstandes

2.2 Methode:

3 Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes bis 1931

3.1 Strukturbildung vor dem Ersten Weltkrieg

3.2 Internationale Aktivität während des Ersten Weltkriegs

3.3 Internationale Etablierung nach dem Ersten Weltkrieg

3.3.1 Exkurs zur deutschen Wirtschaft ab 1914

3.3.2 Schweizer Drehscheibengeschäft

4 Bankenkrisen ab 1931

4.1 Deutsche Bankenkrise

4.2 Schweizer Bankenkrise

5 Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes bis 1939

5.1 Finanzkrise

5.2 Vertrauenskrise

5.3 Finanzplatzregulation

5.3.1 Bankengesetz

5.3.2 Clearing

5.3.3 Frankenabwertung

6 Fazit

6.1 Diskussion

6.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Bankenkrisen des Schweizer Finanzplatzes in der Zwischenkriegszeit, mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der deutschen Bankenkrise von 1931. Dabei wird die These hinterfragt, dass diese Periode einseitig als durchgehende Baisse zu bewerten ist, und ein möglicher Strukturwandel hin zum Vermögensverwaltungsgeschäft analysiert.

  • Historische Analyse der Etablierung des Schweizer Finanzplatzes zwischen den Weltkriegen.
  • Untersuchung der wechselseitigen Abhängigkeiten mit der deutschen Wirtschaft.
  • Evaluierung der Auswirkungen der Bankenkrise von 1931 auf Schweizer Finanzinstitute.
  • Kritische Reflexion der Rolle von Grossbanken versus Privatbanken.
  • Analyse regulatorischer Massnahmen wie das Bankengesetz von 1934 und Clearingverträge.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Exkurs zur deutschen Wirtschaft ab 1914

Durch den hohen Rohstoffbedarf während des Kriegs waren in allen europäischen Ländern, vor allem aber im Deutschen Reich, die Vorräte zusammengeschmolzen. Der durch diesen Aufholbedarf entfachte Nachkriegsboom war jedoch nicht von Dauer, denn als die Bedarfslücken weitgehend gedeckt waren, sorgte die angeheizte Weltproduktion bald für ein Überangebot an landwirtschaftlichen und industriellen Rohstoffen. Infolge dieser Marktüberhitzung brachen 1920 die Weltmarktpreise ein, was die nach wie vor angeschlagenen europäischen Volkswirtschaften stark in Mitleidenschaft zog.

Der Krieg hatte die Staatsfinanzen aller europäischen Länder unerwartet hoch belastet. Das Deutsche Reich hatte die Kriegsausgaben im ausländischen Vergleich jedoch nur sehr geringfügig mit Hilfe von Steuererhöhungen, indessen zu etwa 70 Prozent durch die Emission von Anleihen finanziert. Diese waren nun verzinst zurückzuzahlen. Weitere Liquidität war schlicht durch das Drucken von Papiergeld generiert worden, wodurch sich bis 1918 die Geldmenge verfünffacht hatte, was sich wiederum in einer starken Inflation niedergeschlagen hatte. Nach Kriegsende mussten zudem grosse Summen für die Demobilisierung des Heeres sowie für Sozialausgaben aufgebracht werden – insbesondere für die Versorgung von Veteranen, Witwen, Waisen und Arbeitslosen. Aufgrund dieser Faktoren alleine, war Deutschland mit einem gewaltigen Kapitalmangel konfrontiert, den es aus eigener Kraft nicht zu decken vermochte. Zu dieser schwindelerregenden finanziellen Last, kamen nun noch die massiven Reparationsforderungen der Siegermächte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung setzt das Thema in den historischen Kontext der Zwischenkriegszeit und formuliert die Hypothese eines methodischen Bias in der bisherigen Literatur zur Entwicklung des Finanzplatzes.

2 Abgrenzung und Methode: Dieses Kapitel definiert den zeitlichen Rahmen von 1914 bis 1939 und erläutert den literaturwissenschaftlichen methodischen Ansatz der Arbeit.

3 Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes bis 1931: Es wird die Entstehung des Finanzplatzes von der Vorkriegszeit über den Ersten Weltkrieg bis hin zur internationalen Etablierung und dem Drehscheibengeschäft mit Deutschland nachgezeichnet.

4 Bankenkrisen ab 1931: Der Fokus liegt auf der Kettenreaktion der Bankenkrisen, beginnend bei der deutschen Krise und deren Auswirkungen auf die Schweizer Institute.

5 Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes bis 1939: Kapitel 5 behandelt die Folgen der Finanz- und Vertrauenskrise sowie die zunehmende staatliche Regulation, einschliesslich Bankengesetz, Clearing und Frankenabwertung.

6 Fazit: Das Fazit diskutiert die einleitende Hypothese und deutet auf einen Strukturwandel hin, der den Weg für den dritten Wachstumsschub des Schweizer Finanzplatzes ebnete.

Schlüsselwörter

Schweizer Finanzplatz, Zwischenkriegszeit, deutsche Bankenkrise 1931, Vermögensverwaltung, Drehscheibengeschäft, Bankengesetz 1934, Weltwirtschaftskrise, Kapitalflucht, Goldparität, Frankenabwertung, Grossbanken, Privatbanken, Clearing, Bankgeheimnis, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die Krisenphänomene des Schweizer Finanzplatzes in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der deutschen Wirtschaftsentwicklung, die Bankenkrisen ab 1931, der regulatorische Wandel sowie die Transformation des Schweizer Bankwesens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die einseitige Bewertung der Zwischenkriegszeit als reine "Baisse" kritisch zu hinterfragen und den Wandel hin zum Vermögensverwaltungsgeschäft als Basis für zukünftiges Wachstum darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Literaturarbeit, die existierende Quellen, Bankanalysen und wirtschaftshistorische Standardwerke systematisch auswertet.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen vor, während und nach der Bankenkrise 1931 und untersucht sowohl die Krisenbewältigung als auch die staatliche Regulation.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Schweizer Finanzplatz, Zwischenkriegszeit, Bankenkrise 1931, Drehscheibengeschäft und Vermögensverwaltung.

Wie wirkte sich die deutsche Bankenkrise 1931 konkret auf Schweizer Banken aus?

Durch das massive Engagement im deutschen Kreditgeschäft drohten den Schweizer Banken durch die Liquiditätskrise und Transferbarrieren in Deutschland grosse Verluste im Aktivgeschäft.

Welche Rolle spielte das Bankgeheimnis in dieser Zeit?

Es wurde mit dem Bankengesetz von 1934 unter anderem als Reaktion auf ausländische Eingriffe und zur Stärkung des Vertrauens der Kunden strafrechtlich verankert.

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Details

Title
Internationale Etablierung und Krise des Schweizer Finanzplatzes in der Zwischenkriegszeit
College
University of Zurich  (Seminar für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte)
Grade
1,5
Author
Francesco Bizzozero (Author)
Publication Year
2013
Pages
43
Catalog Number
V299059
ISBN (eBook)
9783656954668
ISBN (Book)
9783656954675
Language
German
Tags
internationale etablierung krise schweizer finanzplatzes zwischenkriegszeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Francesco Bizzozero (Author), 2013, Internationale Etablierung und Krise des Schweizer Finanzplatzes in der Zwischenkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299059
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