Im Fokus meiner Betrachtung liegen Bewegungsphasen innerhalb der Lernsequenzen. Deshalb werde ich auf die restlichen Punkte hier nicht eingehen. Bevor ich die Anwendungen von Bewegungsphasen innerhalb der Schule beschreibe, stelle ich die grundlegende Bedeutung von Bewegung im Allgemeinen voraus.
Die Bedeutung von Bewegung für die körperliche, seelische und soziale Entwicklung von Kindern findet sich in der Binsenweisheit „Kinder brauchen Bewegung“ wieder. Man kann davon ausgehen, dass diese allgemein bekannt ist. Dennoch wird sie im Alltag des Kindes kaum verwirklicht. „Laufen, rennen, krabbeln, hüpfen, springen, galoppieren, klettern, sich drehen bis man schwindlig wird – all dies lieben Kinder. Der ständige Bewegungsdrang von Kindern kann Erwachsenen schnell zur Last werden. Denn die Intensität und Ausdauer mit der den Bewegungen nachgegangen wird, würde sie sehr schnell in den Zustand der Erschöpfung bringen.
Inhaltsverzeichnis
1 Aufgabenstellung
2 Einführung
3 Bewegung in der Schule
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Professionalisierungsaufgabe untersucht die essenzielle Bedeutung von Bewegung im schulischen Alltag. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Bewegungsphasen innerhalb von Lernsequenzen nicht nur dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder entgegenkommen, sondern auch die Aufmerksamkeit, Konzentration und kognitive Entwicklung sowie das Lernklima nachhaltig positiv beeinflussen können.
- Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung
- Konzept der „Bewegten Schule“ als ganzheitlicher Ansatz
- Integration von Bewegungsphasen im Unterricht
- Zusammenhang zwischen Motorik und Kognition
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten für ein bewegungsfreundliches Lernumfeld
Auszug aus dem Buch
3 Bewegung in der Schule
Ein Szenario, das sich im Klassensaal häuft zuträgt, als kurze Einleitung in das Kapitel. Ein Schüler sitzt wippend auf seinem Stuhl. Zumeist wird dies vom Lehrer sofort unterbunden, sobald er es wahrnimmt, denn ein Schüler hat nicht zu wippen. Zwar ist dies mit Blick auf den Stuhl die richtige Entscheidung, doch aus der Perspektive der Bewegungslehre eben nicht. „Beim Schuckeln hilft die stimulierende Sinnesempfindung des Kindes, den Bewegungsablauf des Schaukelns zu erlernen [(Gleichgewichtssinn, Wahrnehmung, u.a.)]“ (Lehner, 2002, S. 7). Selbstverständlich sollte nun nicht das Schaukeln erlaubt werden, jedoch über andere Bewegungsfreiräume nachgedacht werden, die man dem Schüler zu Verfügung stellen könnte.
Der Sportunterricht oder außerschulische Sportaktivitäten, sind allein nicht in der Lage, den Anforderungen an den Bewegungsdrang gerecht zu werden. Der Schulsport ist nur ein Kompensator, der ebenfalls terminiert und zeitlich begrenzt ist. Zudem unterliegt er denselben Leistungsanforderungen durch die Benotung wie die anderen Fächer (vgl. Laging, 2007, S. 8-9) Deshalb findet sich im Bildungsplan unter der Überschrift Maßnahmen und Einrichtungen zur Sicherung des Auftrags, der Bildungsziele, der didaktischen und Methodischen Prinzipien der Punkt 10., in dem es heißt:
Sport, Spiel und Bewegung erfahren in allen Schulen eine über den Sportunterricht hinausgehende Förderung – in den Pausen, auf Exkursionen, im Zusammenwirken mit Sportvereinen. Ein an vielen Grundschulen eingeführtes Programm „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“, das die Bewegungsfreude der Schülerinnen und Schüler weckt und stärkt, soll in den kommenden Jahren auf alle Grundschulen ausgedehnt werden (Ministerium für Kultus, S. 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufgabenstellung: Der Autor erläutert den Anlass der Arbeit vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Rahmen des Integrierten Semesterpraktikums (ISP) an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.
2 Einführung: Dieses Kapitel beleuchtet die veränderte Bewegungswelt von Kindern und führt in das pädagogische Konzept der „Bewegten Schule“ sowie die theoretischen Grundlagen der Bedeutung von Bewegung ein.
3 Bewegung in der Schule: Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit von Bewegungsfreiräumen im Unterrichtsalltag und verweist auf Möglichkeiten zur Integration in den Schulalltag sowie deren positiven Einfluss auf die Lernleistung.
4 Resümee: Der Autor zieht ein Fazit zu seinen Beobachtungen und unterstreicht die Wichtigkeit, dem natürlichen Bewegungsdrang von Schülern durch geeignete Angebote aktiv zu begegnen.
Schlüsselwörter
Bewegung, Schule, Bewegte Schule, Bewegungsdrang, Kindesentwicklung, Lernumfeld, Bewegungsphasen, Kognition, Motorik, Bildungsplan, Konzentration, Unterrichtsgestaltung, Sportpädagogik, Wahrnehmung, Schulalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit von Bewegung im schulischen Alltag von Kindern und wie diese pädagogisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die kindliche Bewegungsentwicklung, die Bedeutung von Sinneswahrnehmungen, das Konzept der "Bewegten Schule" sowie praktische Ansätze zur Bewegungsförderung im Klassenzimmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bewegung als notwendiger Teil der kindlichen Entwicklung in den Schulalltag integriert werden kann, um Lernprozesse effektiver und schülergerechter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie auf reflektierten Beobachtungen des Autors während seiner Praxiserfahrungen im Studium.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird erörtert, warum der reguläre Sportunterricht allein nicht ausreicht, um den Bewegungsdrang zu stillen, und wie Bewegungsphasen die Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler fördern können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Bewegung, Bewegte Schule, Bewegungsdrang, Lernumfeld, Konzentration und kindliche Entwicklung.
Welche Rolle spielt die Motorik für die kognitive Leistung laut dieser Arbeit?
Der Autor stützt sich auf die Erkenntnisse von Piaget und betont, dass im Kindesalter Kognition und Motorik untrennbar verbunden sind; Bewegung fördert somit unmittelbar die Bildung kognitiver Fähigkeiten.
Welche Rolle spielen Rituale für ein bewegtes Lernen?
Rituale und feste Organisationsformen im Unterricht, wie z.B. Sitz- und Stehkreise oder festgelegte Signale, helfen dabei, einen verlässlichen Rahmen für ein störungsarmes und zugleich bewegungsaktives Lernen zu schaffen.
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- Maximilian Mergl (Author), 2014, Die Notwendigkeit von Bewegung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299078