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Veränderungen des Selbst- und Demokratieverständnisses durch den Klimawandel

Título: Veränderungen des Selbst- und Demokratieverständnisses durch den Klimawandel

Trabajo de Seminario , 2012 , 13 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Nicole Hauser (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Der Klimawandel ist ein Phänomen, das in direkter oder indirekter Weise jeden Menschen auf der Erde betrifft. Ob als Verursachende, Betroffene, unbewusst oder bewusst, jedes Individuum wird mit der Veränderung des Klimas und den damit verbundenen Folgen konfrontiert. Eine Besonderheit dieser Betroffenheit besteht darin, dass kein Mensch allein für den Klimawandel verantwortlich ist und sich, um dem Problem in gerechter Art und Weise zu begegnen, als Teil der Menschheit verstehen müsste. Diese abstrakte Ebene eines Selbstverständnisses ist nur schwer zu verinnerlichen.

Die soziale Identität eines Menschen bezeichnet einen „Teil des Selbstkonzepts einer Person, der sich aus dem Wissen über die Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe (oder sozialen Gruppen) und dem Wert und der emotionalen Bedeutung dieser Mitgliedschaft ableitet [...]“. Die soziale Identität hält sich an den elementaren Prozess der sozialen Kategorisierung, bei welcher der soziale Kontext in Eigen- und Fremdgruppe differenziert wird, wofür beispielsweise Geschlechterrollen, ethnischer Hintergrund oder auch Religion als Unterscheidungsmerkmal herangezogen werden.

Die Identitätsfrage bezieht sich auf gesellschaftliche Kreise, die somit auch eine Abgrenzung zu anderen Gruppierungen ermöglichen, man versteht sich als Schweizer oder Deutsche, als Frau oder Mann, als Studentin oder Kaufmann, Sohn von Peter oder Schwester von Sarah, als Teil der Ober- oder Mittelschicht. Aber wer versteht sich selbst als Teil der Menschheit? Oder noch genauer, als Teil der Menschheit mit Verantwortung für die Mitglieder dieser „Gruppe“ und ebenso für die Nachfolger der jetzigen Mitglieder?

Der Klimawandel als globales Problem mit seiner geografischen Verschiebung und zeitlichen Verzögerung von Ursachen und Auswirkungen, wirft Fragen der Verantwortung auf. Wie sehen wir uns in Anbetracht des globalen Ausmaßes dieses Problems im Kontext mit dem Rest der Welt? Inwiefern wird unser eigenes Selbstverständnis durch dieses Phänomen verändert? Diese Frage stellt sich nicht nur auf der individuellen Ebene. Unser Selbstverständnis ist stark an die demokratischen Elemente der Freiheit, Gleichheit und Autonomie geknüpft. Wie lässt sich eine globale und intergenerationelle Verantwortung mit der Souveränität demokratischer Nationalstaaten vereinbaren?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER KLIMAWANDEL UND DIE MORALISCHE KORRUPTION

2.1 Selbstverständnis und Werte-System – ein Wandel?

2.1.1 Werte und Präferenzen

2.1.2 Grenzen der Kontrolle

3. DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS

3.1 Selbstgesetzgebung und Selbstreferenz

3.2 Gleichheit und Fairness

4. Auf dem weg zu einem Globalen Selbstverständnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Klimawandel unser individuelles und gesellschaftliches Selbstverständnis sowie unser Verständnis demokratischer Prozesse beeinflusst. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich ein durch globale Verantwortung und Kontrollverlust geprägtes Selbstbild mit den traditionellen Grundprinzipien demokratischer Nationalstaaten vereinbaren lässt.

  • Veränderung des Selbstverständnisses durch globale Herausforderungen
  • Moralische Korruption im Kontext des Klimawandels
  • Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und globaler Verantwortung
  • Kritische Analyse des demokratischen Prinzips der Selbstgesetzgebung
  • Bedeutung von Gleichheit und Fairness in einer globalen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2. DER KLIMAWANDEL UND DIE MORALISCHE KORRUPTION

Mit dem Klimawandel gehen eine zeitliche und geografische Verteilung von Ursache und Wirkung einher. Was heute verursacht wird, zeigt seine Auswirkungen erst im Jahr 2050, es betrifft die Enkel, möglicherweise auch lediglich die Enkel anderer. Oder aber die Folgen des Klimawandels betreffen Menschen in fernen Erdteilen, beispielsweise fremde Bangladeshi. Man spürt die Folgen des Klimawandels nicht direkt, was nach Gardiner (2010) zur moralischen Korruption führt. Eine weitere Besonderheit, die mit dem Klimawandel in Verbindung steht, ist die Fragmentierung der Handlung. Sie beschreibt die Unmöglichkeit, festzulegen, wer den Klimawandel verursacht (vgl. Gardiner, 2010). Mein persönlicher Beitrag hat den Klimawandel und dessen Folgen nicht ausgelöst und angetrieben, sondern die kumulierte Handlung aller Weltbewohner. Die Diffusion von Ursache und Auswirkung erschwert den Zugang zur Frage der Verantwortung.

Das Problem der Identifikation eines Verursachers zeigt die Schwierigkeit auf, einen Verantwortlichen oder mehrere Verantwortliche für die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu finden, um diese dann als angemessene Reaktion und Lösung des Problems zur Rechenschaft ziehen zu können. Jamieson (1992) argumentiert, dass nicht nur die Unauffindbarkeit der Verantwortlichen problematisch, sondern unser Werte-System für die heutigen Umstände unangemessen ist, indem es uns ein falsches Konzept der Verantwortung auferlegt. Jamieson (1992) ist der Meinung, dass unser Werte-System mit dem Aufstieg der modernen Wissenschaften und des Kapitalismus zusammenfällt. Es entwickelte sich in Gesellschaften mit geringer Einwohnerdichte, minderentwickelten Technologien und scheinbar unlimitiertem Zugang zu Land und anderen überwiegend natürlichen Ressourcen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels als globales Phänomen ein und verknüpft dieses mit der Frage nach der Veränderung unserer sozialen Identität und unserem Selbstverständnis.

2. DER KLIMAWANDEL UND DIE MORALISCHE KORRUPTION: Dieses Kapitel erläutert, wie zeitliche und geografische Distanz bei Klimafolgen zur moralischen Korruption führen und warum unser traditionelles Werte-System an seine Grenzen stößt.

2.1 Selbstverständnis und Werte-System – ein Wandel?: Hier wird analysiert, wie sich das menschliche Verständnis in global vernetzten Zeiten wandelt und warum ein direkter Bezug zum Handeln zunehmend fehlt.

2.1.1 Werte und Präferenzen: Das Unterkapitel kontrastiert ökonomisch orientierte Präferenzen mit rational kritisierbaren Werten und diskutiert deren Veränderbarkeit.

2.1.2 Grenzen der Kontrolle: Es wird erörtert, wie moderne Technologie zwar Macht suggeriert, wir aber im Kontext des Klimawandels zunehmend einen realen Kontrollverlust erfahren.

3. DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS: Das Kapitel beleuchtet die Grundpfeiler der Demokratie – Freiheit, Gleichheit und Autonomie – und hinterfragt deren Stabilität angesichts globaler Krisen.

3.1 Selbstgesetzgebung und Selbstreferenz: Hier wird diskutiert, ob das Prinzip der Volkssouveränität in nationalen Grenzen noch ausreicht, um auf globale Probleme wie den Klimawandel zu reagieren.

3.2 Gleichheit und Fairness: Die Analyse konzentriert sich auf die Spannung zwischen dem demokratischen Gleichheitsgrundsatz und der ungleichen Lastenverteilung beim Klimawandel.

4. Auf dem weg zu einem Globalen Selbstverständnis: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie eine Neudefinition des Selbstverständnisses als Teil der Menschheit für die Zukunft demokratischer Systeme unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Klimawandel, Selbstverständnis, Demokratie, moralische Korruption, soziale Identität, Selbstgesetzgebung, Volkssouveränität, Verantwortung, globale Governance, Fairness, Nachhaltigkeit, Umweltethik, Kontrollverlust, deliberative Demokratie, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem globalen Klimawandel und unserem menschlichen Selbstverständnis sowie deren Konsequenzen für das Verständnis und die Funktionsweise moderner Demokratien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören moralphilosophische Aspekte wie moralische Korruption, die Theorie der sozialen Identität, die Prinzipien der Volkssouveränität und die Herausforderung der globalen Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu erarbeiten, wie sich das menschliche Selbstverständnis durch den Klimawandel verändert hat und wie wir das Modell der Demokratie anpassen müssen, um diesen globalen Herausforderungen gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse philosophischer Konzepte und politikwissenschaftlicher Definitionen, gestützt auf Fachliteratur zu Ethik, Demokratietheorie und Klimawandel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Konzept der moralischen Korruption, die Diskrepanz zwischen individuellem Handeln und globalen Folgen sowie die Schwierigkeiten demokratischer Systeme, die auf kurzfristige, nationale Eigeninteressen ausgerichtet sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Klimawandel, Selbstverständnis, Demokratie, moralische Korruption, Selbstgesetzgebung und globale Verantwortung.

Warum erschwert die Selbstreferenz von Demokratien den Klimaschutz?

Da Demokratien primär auf die einheimische Wählerschaft und kurzfristige Wahlzyklen ausgerichtet sind, fällt es ihnen schwer, weitreichende Maßnahmen zu ergreifen, deren Nutzen erst künftigen Generationen oder Menschen außerhalb der eigenen Staatsgrenzen zugutekommt.

Welche Rolle spielt der Kontrollverlust?

Der Kontrollverlust durch Naturkatastrophen führt dazu, dass der moderne Mensch seine bisherige, auf technologischer Überlegenheit basierende Arroganz ablegen muss, was eine notwendige Voraussetzung für eine kooperativere, globale Haltung schafft.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Veränderungen des Selbst- und Demokratieverständnisses durch den Klimawandel
Universidad
University of Zurich  (Philosophisches Seminar)
Curso
Demokratie und Klimawandel
Calificación
2
Autor
Nicole Hauser (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
13
No. de catálogo
V299363
ISBN (Ebook)
9783656959618
ISBN (Libro)
9783656959625
Idioma
Alemán
Etiqueta
Klimawandel Demokratie Ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nicole Hauser (Autor), 2012, Veränderungen des Selbst- und Demokratieverständnisses durch den Klimawandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299363
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