Mnemotechniken innerhalb der „Geisselhart-Technik“. Neurowissenschaftliche Bezüge und schulisch-didaktische Perspektiven


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Mnemotechniken
2.1 Die Kettentechnik
2.2 Die Zahlensymbole der Geisselhart-Technik
2.3. Namen und Gesichter sowie Fachbegriffe/Vokabeln merken

3. Neurowissenschaftliche Bezüge
3.1 Inhalte länger aus dem Gedächtnis abrufen können
3.2 Motivierende Erfolgserlebnisse und positive Emotionen
3.3 Das Priming-Gedächtnis

4. Mnemotechniken in der Schule?
4.1 Vorüberlegungen
4.2 Thesen zu möglichen Schnittstellen zur Geisselhart-Technik
4.2.1 Entlastung des Gehirns
4.2.2 Erhöhung von Lern- und Gedächtnisleistungen?

5. Fazit

6. Bildteil

7. Literatur-, Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Direkt auf der ersten Seite seiner aktuellen Buchveröffentlichung fragt Oliver Geisselhart den Leser nach dessen persönlicher Erfahrung mit der Schule: „Haben Sie dort denn überhaupt gelernt, WIE Sie lernen sollen? Also, wir nicht. Wir wussten nur, DASS wir lernen sollten. Aber eben nicht, WIE. Und so geht es 99,9 Prozent aller Menschen im deutschsprachigen Raum“ (Geisselhart 2012, S. 5). Der nicht nur an dieser Stelle konstatierten Leerstelle begegnet der Autor anschließend in seinen Produkten (Bücher, CD-ROMs, Audio-Books, Videos) und Veranstaltungen, indem er sich bzw. seine alternativen Zugänge zu einem hervorragenden Gedächtnis empfiehlt. Dieser Spur möchte die vorliegende Arbeit nachgehen.

Das Thema der vorliegenden Hausarbeit1 sind entsprechend die Mnemotechniken in der Ausprägung, wie sie der sogenannten „Geisselhart-Technik“ zugrunde liegen. Diese Spezifizierung ist erforderlich, da zwar auch Techniken anderer Autoren bzw. Gedächtnistrainer sehr ähnlich funktionieren und in der Regel auf die gleichen historischen Wurzeln zurückgreifen. Dennoch liegen zum einen graduelle technische Unterschiede vor, und darüber hinaus ist die wohl ebenfalls von Autor zu Autor unterschiedliche wissenschaftsbasierte Verargumentierung der Techniken hier von Interesse.

Kapitel 2 beschreibt drei der Techniken aus dem Repertoire Geisselharts. Diese Darstellung zeigt einerseits deren gemeinsamen roten Faden auf, und folgt andererseits in der Reihenfolge ihrem ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Funk-tionsweise und exemplarische Anwendungsbereiche werden aufgezeigt.

Kapitel 3 stellt Erkenntnisse aus der Hirnforschung vor, die den beschriebenen Techniken zugrunde liegen. Dabei kommen sowohl der Autor selbst (mit seiner mehr popularwissenschaftlichen Art der Darstellung) als auch diejenigen Vertreter einer vergleichsweise jungen wissenschaftlichen Disziplin zu Wort, die das Lehren und Lernen neurobiologisch betrachten, um es anschließend konsequent pädagogisch zu interpretieren – also eine neurodidaktische Blickrichtung einnehmen.

Das vierte Kapitel fragt nach möglichen Einsatzbereichen der vorgestellten Techniken im schulischen Bereich. Die Hauptadressaten der Publikationen Geisselharts sind, zumindest ausdrücklich, nicht etwa Schüler und/oder Lehrer (vgl. S. 13). Dennoch steht zu erwarten, dass aufgrund der in Aussicht gestellten Steigerung der Lerneffektivität gegenüber dem Status quo in den Schulen, zumindest wie Geisselhart ihn polemisch skizziert („...in der Schule ... bedeutet lernen meist noch auswendig lernen – und das durch Wiederholung. Doch dies gehört ab heute der Vergangenheit an! Ab heute lernen Sie, wie es effektiver geht – sehr viel effektiver!“, Geisselhart 2005, S. 17), auch gerade für diese Institution Nützliches in den Ausführungen des Bestsellerautors zu finden sein wird. Zwei Thesen versuchen am Ende dieses Kapitels die Synthese von Geisselhart-Technik, neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und schulisch-didaktischen Aspekten.

Fazit und Bildteil bilden dann den Abschluss dieser Hausarbeit.

2. Beschreibung der Mnemotechniken

Der Begriff geht geschichtlich gesehen auf Techniken zurück, welche schon von antiken Rednern Griechenlands und Roms verwendet wurden. So erklärt sich etymologisch der Name, der auf die griechische Gedächtnisgöttin Mnemosine verweist (vgl. Geisselhart 2005, S. 80). Mittels dieser Techniken werden Merkhilfen entwickelt, die beim Memorieren verschiedenster Inhalte behilflich sein sollen. Prinzipiell sind bereits Eselsbrücken (z.B. der Satz „Ein Anfänger der Gitarre hat Eifer“, um sich die korrekte Stimmung und Reihenfolge der Saiten einer Gitarre zu merken) als Mnemotechnik zu verstehen. In der Folge geht es jedoch um detaillierte, ausgeklügeltere Systeme aus dem Repertoire des Gedächtnistrainers Oliver Geisselhart2. Das Leistungsversprechen in seinen Büchern liest sich wie folgt:

Mit der Geisselhart-Methode3 sind Sie in der Lage, alles – wirklich alles, was Ihnen wichtig ist – sicher und schnell abzuspeichern und das Gemerkte souverän zu jeder Zeit wiederzugeben (Geisselhart 2005, S. 17).

Das Bündel an Techniken, welche in seinen Büchern thematisiert werden, ist hier als „Geisselhart-Technik“ zusammengefasst.4 Als gemeinsames Element ist allen Techniken zu eigen, dass der Schlüssel zum Erfolg im „Denken in Bildern“ (ebd., S. 30) liegt. Diese Bilder werden dann mit anderen Inhalten verknüpft. Deutlich wird dieses Prinzip anhand des Beispiels im nächsten Kapitel, welches eine erste Technik vorstellt.

2.1 Die Kettentechnik

Sie ist sinnvoll anzuwenden, wenn es darum geht, Listen im Gedächtnis abzuspeichern. Immer dann, wenn „es darauf ankommt, eins nach dem Anderen abrufen zu können, ist diese Technik die richtige“ (Geisselhart 2005, S. 31). Und sie funktioniert – genau wie alle nachfolgenden – unter der Voraussetzung, dass der Anwender „im Geiste Bilder sehen“ kann, und er sollte darüber hinaus „skuril und lustig bzw. kreativ denken können“ (ebd., S. 32)5. Wenn nun z.B. eine Liste von Begriffen memoriert werden soll, besteht der Kunstgriff darin sich diese nicht zusammenhanglos hintereinander zu merken, sondern sie miteinander zu verknüpfen, indem man sie in eine Geschichte einbaut. Diese wird dann quasi als Film im Kopfkino betrachtet.

Konkret: Die folgenden Begriffe einer Liste Heißluftballon/Halskette/Fahr-rad/CD-ROM werden nun zu folgendem Plott:

Stellen Sie sich bitte einen großen Heißluftballon vor. Um diesen legen Sie behutsam die Halskette herum. Vorsicht bitte, nicht dass der Ballon beschädigt wird. Kaum liegt die Kette um den Ballon, stellen Sie fest, dass die Kette an Ihrem Fahrrad deffekt ist. Schnell tauschen Sie diese durch Ihre Halskette aus. Also spannen Sie bitte die teure Halskette auf Ihr Fahrrad auf. Dies sieht etwas komisch aus. Noch komischer sind allerdings die Räder Ihres Fahrrades. Diese sind nämlich überdimensionale CD-ROMs. Die blitzen schön silbrig, und Sie sind deshalb an Ihrem Fahrrad gut zu erkennen (Geisselhart 2005, S. 33).

Listen, die derart abgespeichert sind, können noch wesentlich umfangreicher sein als das (ausschnitthafte) Beispiel oben. Ein möglicher Schwachpunkt dieser Technik leuchtet jedoch schnell ein: die Kette kann sozusagen reißen. Wenn ein Glied in der Erinnerung fehlt, sind die nachfolgenden Teile nicht mehr rekonstruierbar. Auf den o.g. Film bezogen heißt das, dass demjenigen, der nicht mehr parat hat, was es mit dem Fahrrad auf sich hat, der Zugang zur CD-ROM (und möglicherweise weiterer nachfolgenden Listenelemente!) verwehrt bleibt. Ob an einer späteren Stelle der Liste ein ‚Wiedereinstieg’ möglich wird, bleibt unverfügbar – eine reine Glücksache. Diesen Nachteil soll eine weitere Technik ausgleichen:

2.2 Die Zahlensymbole der Geisselhart-Technik

Hierbei handelt es sich um nichts weniger als um ein „Ordnungssystem fürs Gehirn“ (Geisselhart 2005, S. 36). Die einzelnen Elemente dieses Systems stellen Symbole dar, die Zahlen repräsentieren (siehe Abb. 01). Der Bezug des Symbols zur Zahl ist jeweils leicht herzustellen, da er entweder über Anzahl (z.B. die drei Spitzen des Dreizacks) oder über visuelle Ähnlichkeit (z.B. der Schwan, der von der Seite betrachtet wie die Ziffer 2 aussieht) funktioniert. Diese Symbole stellen den einen Teil der zu erstellenden Verknüpfung dar. Der andere Teil ist das, was sich der Anwender merken möchte. Hierzu wiederum ein Beispiel: Wer sich an der vierten Stelle einer Erledigungsliste merken möchte, die Kinder in die Schule zu bringen, benötigt also neben der geplanten Aktion selbst Hinweise auf die Zahl 4. Da das Symbol für die 4 das vierblättrige Kleeblatt ist, ist es nahe liegend, in der Szene des inneren Bildes/Films z.B. die Kinder über eine Wiese mit herrlich duftendem Klee zur Schule zu begleiten, und/oder sich zum Abschied einen selbstgebastelten Kranz aus vielen dieser kleinen Glücksbringer überreichen zu lassen.6

Der Unterschied zur Kettenmethode liegt darin, dass man mit den Zahlensymbolen „selektiv auf einzelne Punkte zugreifen [kann]“ (Geisselhart 2005, S. 38). Sollte der Anwender einmal ein Verknüpfungspaar nicht mehr erinnern können, dann sind die übrigen, nachfolgenden Paare davon nicht betroffen. Denn anders als bei der Kettenmethode sind die zu merkenden Inhalte ja nicht miteinander und aufeinander aufbauend verbunden, sondern mit fixen Symbol (welche im Vorfeld freilich einmal zu lernen sind).

Neben der oben skizzierten Möglichkeit, Abläufe und Listen abzuspeichern, lassen sich mit den Zahlensymbolen natürlich auch Zahlenkombinationen memorieren (PINs, Daten etc.). In einem solchen Fall werden die Zahlen im Erinnerungsbild einerseits miteinander verknüpft, und andererseits ist es sinnvoll, noch eine weitere Verknüpfung mit dem Anwendungskontext herzustellen. Wer sich also z.B. die PIN seines Bankkontos mit dieser Technik merken will, lässt die innere Szene günstigerweise in der Schalterhalle seiner Bank stattfinden.

2.3. Namen und Gesichter sowie Fachbegriffe/Vokabeln merken

In manchen Fällen ist es sehr leicht sich Namen nebst dazugehörigen Gesichtern nach der beschriebenen Methode des Verbilderns und Verknüpfens zu merken. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Name bereits sozusagen selbst schon ein Bild ist. So ist es nahe liegend dem Herrn Müller gedanklich einen Mehlsack über die Schulter zu legen. Auf diese Weise ist zunächst der Name selbst verbildert. Der ja stets dazugehörige zweite Teil der Verknüpfung hängt dann von der realen, zugehörigen Person bzw. ihren auffälligen Merkmalen zusammen. Vielleicht hat Herr Müller weiße Haare (im Gedankenbild liegt das dann am Mehlstaub), oder er geht etwas gebeugt – wohl eine Folge des vielen Schleppens der schweren Mehlsäcke.

Höher ist der Schwierigkeitsgrad bei Namen, die nicht direkt in Bilder umzuwandeln sind. Hier ist ein Zwischenschritt notwendig. Ein Wortbild für den Namen erhält man dadurch, dass das gesamte Wort in Einzelteile zerlegt wird, welche zuerst einzeln verbildert, und dann wie beschrieben zusammengefügt werden. Auf diese Weise können selbst exotische Namen in Bilder umgewandelt werden: Herr Badecki z.B. sitzt „im Bad im Eck und ruft ‚iiiih’“ (Geisselhart 2005, S. 161).

Ganz ähnlich funktioniert das Merken von Fachbegriffen und/oder Vokabeln. Auch hier werden Einzelteile des Wortes in Gedanken zu einem Bild oder einer Szene zusammengefügt. Der Unterschied zum Vorgehen mit den Namen besteht nun darin, dieses Bild anschließend nicht mit einer Person, sondern mit der Bedeutung des Fachbegriffes bzw. der Übersetzung der Vokabel zu verbinden. Ein anschauliches Beispiel liefert das lateinische Wort ‚cubare’. Als mögliche „Ersatzworte“ (Geisselhart 2009, S. 88) können die ‚Kuh’ – es geht bei dieser Form des Memorierens nur um die Aussprache, und nicht um die Schreibweise (vgl. auch Kapitel 3.3) – und die ‚Bahre’ dienen, die hier in der Art zusammengefügt werden, dass die Kuh auf der Bahre liegt. Damit ist dann auch gleich die Übersetzung in das Gesamtkonstrukt eingebaut, denn ‚cubare’ heißt ‚liegen’ (siehe Abb. 02).

3. Neurowissenschaftliche Bezüge

Die in Kapitel 2 beschriebenen Techniken basieren auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Einigen davon soll auf den folgenden Seiten nachgegangen werden.

3.1 Inhalte länger aus dem Gedächtnis abrufen können

Warum überhaupt Dinge auf die oben beschriebene und vielleicht zunächst umständlich erscheinende Weise gemerkt werden sollten, liegt in der Zielsetzung begründet. Es geht darum, Inhalte nicht sofort wieder zu vergessen, sondern möglichst lange darauf zurückgreifen zu können. Geisselharts Techniken sollen dem Anwender helfen, dieses Ziel auf die folgende Art und Weise zu erreichen:

Unser Gedächtnis will verblüfft werden. Unsere Gefühle müssen angesprochen werden. Dies geschieht am einfachsten durch Bilder. Diese sind deshalb auch die Grundlage der Geisselhart-Methode und waren es schon vor Tausenden von Jahren bei der Mnemomtechnik der alten Griechen (Geisselhart 2005, S. 80).

Der Gedächtnistrainer führt dazu weiter aus, dass in jener Hirnregion, in welcher zunächst einmal alle sensorisch aufgenommenen Informationen landen, nämlich dem limbischen System (siehe Abb. 03), die alles entscheidende Frage gestellt wird. Diese lautet im Zusammenhang mit Lernprozessen, ob es sich um eine Info handelt, die es wert ist längerfristig behalten zu werden oder eben nicht. Es ist genau diese Hirnregion (die für unsere Gefühle zuständig ist), welche den Speicherplatz der eingegangenen Information bestimmt (ebd., 81). Dieser Platz ist dann idealerweise in der Großhirnrinde verortet, und damit jenem Teil des Gehirns mit seiner unerschöpflichen Speicherkapazität, welches u.a. dem Langzeitgedächtnis zugeordnet wird.

Die Hirnforschung bestätigt diese Aussage. Manfred Spitzer greift für den Hippocampus als wichtigen Bestandteil des limbischen Systems den Begriff „Neuigkeitsdetektor“ aus der einschlägigen Fachliteratur auf (Spitzer 2006, S. 34). Dieser Detektor vergleicht die aktuell eintreffende Information mit früheren. Hat er sie „als neu und interessant bewertet“ (Spitzer 2006, S. 34), macht er sich an ihre Speicherung. Also muss, ganz im Sinne der von Geisselhart o.g. Verblüffung unseres Gehirns, eine Information „vergleichsweise neu und interessant (sein), damit unsere schnell lernende Hirnstruktur [der Hippocampus, T.L.] sie aufnimmt bzw. ihre Aufnahme unterstützt“ (ebd.). Nüchterne, trockene Fakten lassen uns schlicht kalt, ganz im Gegensatz zu bildreichen Geschichten, welche uns nachhaltig beschäftigen.

Geschichten enthalten Fakten, aber diese Fakten verhalten sich zu den Fakten wie das Skelett zum Menschen. Wer glaubt, beim Lernen gehe es nur darum, Fakten zu büffeln, der liegt völlig falsch; Einzelheiten machen nur im Zusammenhang Sinn, und es ist der Zusammenhang und dieser Sinn7, der die Einzelheiten interessant macht. Und nur dann, wenn die Fakten in diesem Sinne interessant sind, werden wir sie auch behalten (Spitzer 2006, S. 35).

[...]


1 Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie z.B. Anwender/Innen, verzichtet. Stattdessen kommt das generische Maskulinum zum Einsatz.

2 Neben Oliver Geisselhart gibt es im deutschsprachigen Raum noch den ebenfalls erfolgreichen Gedächtnistrainer und Autor Roland R. gleichen Nachnamens. Er ist Oliver Geisselharts Onkel und wird von seinem Neffen als „Gedächtnispionier in Deutschland“ bezeichnet (Geisselhart 2005, S. 7). Alle Ausführungen im Folgenden beziehen sich jedoch auf Oliver Geisselhart.

3 Ältere Publikationen benutzen den Terminus „Geisselhart-Methode“ (z.B. Geisselhart 2005, S. 9), während neuere recht konsequent von der „Geisselhart-Technik“ sprechen (z.B. Geisselhart 2009 [1], S. 8).

4 Ein solches Vorgehen ist unter marketingrelevanten Gesichtspunkten durchaus nachzuvollziehen. Es ist bei der Ausbildung der Unternehmensidentität eine Binsenweisheit, dass es in Fragen der eigenen Positionierung am Markt idealerweise darum geht, Einzigartigkeit nach außen zu kommunizieren. Insofern ist es von großem Nutzen, ein Produkt (ein Konzept, eine Idee etc.) als Erster und/oder Einziger im Angebot zu haben und dies auch durch eigene Wortschöpfungen, ggf. mit Bezug zum Eigennamen, zu unterstreichen (vgl. Spielvogel 2004).

5 An dieser Stelle wird deutlich, dass die werbige Aussage des Zitates auf Seite 4, der Leser (und damit potentiell jeder) könne sich immer alles mit der Geisselhart-Technik merken, hier vom Autor selbst bereits teilweise – natürlich völlig zurecht – relativiert wird. In diesem Zusammenhang sei auch auf die verschiedenen Lerntypen hingewiesen (etwa in der Einteilung nach Ned Herman oder auch David Kolb), die jeweils ganz spezifischen Zugänge zum Lernen besitzen. Hiernach ist zu berücksichtigen, dass keineswegs jeder schwerpunktmäßig im Sinne des o.g. Zitats „kreativ denkt.“

6 Dieses Beispiel stammt aus dem Vortragsprogramm „Kopf oder Zettel?“ von Oliver Geisselhart

7 „Zusammenhang und Sinn“ sind hier m.E. in zweifacher Weise zu verstehen. Zunächst lässt sich diesem Begriffspaar die beschriebene Empfehlung zuordnen, einzelne Informationen in der richtigen Weise zu kombinieren, um sie länger abrufbereit im Gedächtnis abzuspeichern. Darüber hinaus verweisen diese Begrifflichkeiten aber sicher auch auf eine generelle Empfehlung für gehirngerechten Unterricht: „Lerngegenstände sollen tunlichst einen ‚Sitz im Leben`(Interesse) der Lernenden haben“ (Schirp, zitiert nach: Herrmann 2009[2], S. 161).

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Mnemotechniken innerhalb der „Geisselhart-Technik“. Neurowissenschaftliche Bezüge und schulisch-didaktische Perspektiven
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Neurodidaktische Zugänge zum Lernen und Lehren
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V299548
ISBN (eBook)
9783656962045
ISBN (Buch)
9783656962052
Dateigröße
1546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mnemotechniken, Neurowissenschaft, Neurodidaktik, Gedächtnis, Gedächtnisleistung, Lernen, Oliver Geisselhart, Geisselhart-Technik, Lerneffektivität, Fachbegriffe, Vokabeln lernen, Lernprozesse, Hirnforschung, Gedächtnistechniken, Schule, Unterricht, Entlastung des Gehirns, Erhöhung der Lern- und Gedächtnisleistung, verzweigtes Wissen, Faktenwissen, mentale Arbeitstechnik, Markowitsch, Schirp
Arbeit zitieren
Thomas Lappe (Autor), 2012, Mnemotechniken innerhalb der „Geisselhart-Technik“. Neurowissenschaftliche Bezüge und schulisch-didaktische Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299548

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