Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext

Vortrag bei den "Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises"


Essay, 2014
17 Seiten

Leseprobe

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, heute hier zu sein, um mit Ihnen gemeinsam über die Frage nach- zudenken, wie es gelingen kann, innerhalb Ihrer multikulturellen Gemeinden sowie zwischen Ihren Pfarreien und der jeweiligen Ortskirche1, in der Sie tätig sind, das tief- christliche Anliegen der communio konkret erfahrbar werden zu lassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass ich dabei vor allem die Situation in Deutschland im Blick habe, die mir besser vertraut ist. Umso interessanter wird es sein, im anschließenden Aus- tausch Vergleiche mit anderen Ländern zu ziehen, um das Gesamtbild entsprechend zu ergänzen.

Gestatten Sie mir, dass ich eingangs einen soziologischen Blick auf den Kontext werfe, in dem sich die Herausforderung einer wachsenden communio für die Kirche stellt. Dieses Panorama dient dazu, die Brisanz unserer Frage noch klarer vor Augen zu haben. Außerdem will ich dabei erklären, weshalb ich den Rekurs auf die Semantik der „Integration“ als Alternative für communio für problematisch halte.

Anhand der Geschichte des Turmbaus zu Babel will ich in einem zweiten Schritt verdeutlichen, weshalb es wichtig ist, beim Streben nach Einheit die bestehenden Machtverhältnisse im Blick zu behalten. Diese Überlegungen werden uns zu dem Schluss führen, dass communio letztlich nicht hergestellt, sondern nur vorbereitet werden kann, da sie stets auf das Wirken des Heiligen Geistes verwiesen bleibt.

Ausgehend von diesen Erörterungen versuche ich in Teil 3 eine Art Leitfaden zusammen zu stellen, der den Blick schärfen soll für die komplexen Beziehungsgeflechte innerhalb der sich pluralisierenden muttersprachlichen Gemeinden sowie zwischen diesen und der jeweiligen Ortskirche.

1. Gesellschaft und Kirche im Wandel

In der Zeit der sogenannten „Gastarbeiteranwerbung“ war die Migrantenseelsorge stark vom sozialen Engagement für die Zuwanderer geprägt. Die Seelsorge in den Missionen orientierte sich weitgehend an den Traditionen und Bräuchen der Heimat. Diese Szenario, das vor allem der Vorstellung von Migration als einem Provisorium geschuldet war, ist einem neuen Bewusstsein gewichen, das Migration als das Ergeb- nis komplexer Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu begreifen beginnt. Konnte man kirchlicherseits bis vor wenigen Jahren noch der Meinung anhängen, die traditi- onellen muttersprachlichen Gemeinden würden durch den Rückgang an Neuzuwande- rung nach und nach überflüssig werden, so hat uns auch hier die Wirtschaftskrise von 2008 mit ihren zum Teil gravierenden Folgen eines besseren belehrt. Wesentlich ist hierbei die Erkenntnis, dass sich die Migrationsströme über die Zeit sowohl quantita- tiv als auch qualitativ zwar verändern können, dass aber das Phänomen als solches bestehen bleibt. Die Einsicht, dass Migration eine Strukurkonstante der modernen Ge- sellschaft darstellt, verlangt eine qualitative Veränderung in der Seelsorge, die die Gemeindepastoral und die Migrantenseelsorge gleichermaßen betrifft.

1.1 Migration als Strukturkonstante der modernen Gesellschaft

Die Theorie der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft, bei deren Konzeption insbesondere Talcott Parsons eine wichtige Rolle spielt und die in der Soziologie auf breiten Konsens stößt,2 identifiziert drei Gesellschaftsformen, die sich durch die Art ihrer primären Differenzierung unterscheiden: die segmentär differenzierte, die hie- rarchisch-stratifikatorisch differenzierte und die funktional differenzierte Gesellschaft.

Soziale Evolution beginnt mit gleichartigen, funktional diffusen Einheiten im vielfachen Nebeneinander (Stämme, Clans, Familien). Aufgrund spezifischer Unterschiede des An- sehens, Einflusses, Besitzes etc. kommt es zu Differenzierungen von Prestige, Status, Rollen und Schichten. Stratifikation ist dann vor allem der Motor zur Steigerung ökonomischer Produktivität und Profitabilität wie auch der politischen Effektivität. Zu- letzt erreicht die soziale Evolution das Niveau funktionaler Differenzierung und Spezi- alisierung und damit eine vollkommen neuartige Komplexität ungleicher Einheiten in der Gesellschaft wie aber gleichzeitig auch - und das ist wohl eine mit Parsons erstmalig auftauchende Beobachtung - eine Mehrzahl gleich (!) wichtiger Funktionen.3

Entscheidend ist die Beobachtung, dass im Übergang von der stratifikatorisch diffe- renzierten Ständegesellschaft, in der die Individuen qua Zugehörigkeit zu Stand bzw. Zunft integriert oder - in der Sprache der Theorie - inkludiert waren, sie gleichsam aus dieser Zugehörigkeit entlassen werden, um so mit Hilfe neuer Inklusionsformen in die verschiedenen Teilsysteme der funktional differenzierten Gesellschaft (Politik, Recht, Ökonomie, Gesundheitswesen, Bildungssystem, Religion) einbezogen zu wer- den.4

Im Unterschied zu den ehemaligen Formen der Inklusion, die durch die Geburt bestimmt waren, basieren die neuen Zugehörigkeitsformen in der Regel auf einer je spezifischen Leistung der Individuen.5 Dies betrifft insbesondere die Mitgliedschaft als Arbeitskraft in modernen Organisationen wie Unternehmen und Betrieben unter- schiedlicher Art.6 Loyalität und betriebliche Effizienz werden nicht mehr primär

Diese Sachlage ermöglicht es modernen Organisationen, zur Verfolgung ihrer organisationsspezifischen Ziele prinzipiell von zahlreichen individuellen Merkmalen ihrer Mitglieder wie Nationalität, Hautfarbe, sozialer Herkunft, politischem und reli- giösem Credo abzusehen. Dieser sogenannte Inklusionsuniversalismus (jede und jeder ist willkommen, wenn sie oder er die systemspezifischen Inklusionsbedingungen er- füllt)8 trifft auch für die funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Ökonomie, Bildung, Recht und Gesundheitswesen zu und schafft ganz grundsätzlich die Bedin- gungen für internationale Migration, denn Staatsgrenzen werden unter diesen Ge- sichtspunkten irrelevant. Migration kann in diesem Kontext als „räumliche Form der Mobilität zur Realisierung von Inklusionschancen“9 definiert werden. Werden diese Inklusionschancen im Ausland höher eingeschätzt als im eigenen Land, kommt es über kurz oder lang zu internationaler Migration. Damit wird Migration zu einer Strukturkomponente der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft.

1.2 Integration: Orientierung an Gleichheit oder Reproduktion von Ungleichheit?

Eine bezeichnende Ausnahme mit Blick auf den prinzipiellen Inklusionsuniversalis- mus der modernen Gesellschaft betrifft den Bereich der Politik. In der modernen Ge- sellschaft gilt das Prinzip der Inklusion durch Leistung. Das Rennen um Inklusions- chancen in die gesellschaftlichen Funktionssysteme führt deshalb auch unabhängig von Zuwanderung zur Konkurrenz zwischen den Individuen und damit faktisch zu Si- tuationen sozialer Ungleichheit und Exklusion. Vor diesem Hintergrund sowie ange- sichts des Legitimationsproblems politischer Souveränität10 über die Staatsbürger entsteht der Wohlfahrtsstaat als soziale Ausgleichsinstanz.11 Anders ausgedrückt moderiert die Politik die bestehenden Teilnahmechancen und orientiert sich dabei wenigstens formal an den modernen Werten von Freiheit und Gleichheit. Vernachlässigt sie dieses Bemühen, wird sie nicht nur von den Wählern bestraft, sondern auch vom Rechtssystem in ihre Schranken verwiesen.

Da jedoch Sozialleistungen mit hohen Kosten verbunden sind, ist der Staat gera- de im Kontext von Zuwanderung darauf bedacht, diese Kosten in Grenzen zu halten. Auf diese Weise wird das politische System durch den Sozialstaat zum Filter für die Inklusionschancen der Zuwanderer und zur Privilegierungseinrichtung für Staatsbür- ger.

Im Gegensatz etwa zu Großbritannien, das eine längere ius-soli -Tradition auf- weist, ist die deutsche Politik trotz leichter Anzeichen von Veränderungen weiterhin stark an der Aufrechterhaltung einer Unterscheidbarkeit von Staatsbürgern und Zu- wanderern orientiert. Wenn nun in diesem Kontext von „Integration“ - und damit von einer Gleichstellungsabsicht - die Rede ist, dann muss sehr genau hingeschaut wer- den, ob diesem Diskurs auch die entsprechenden Fakten folgen. Tatsächlich stehen die politischen Entscheidungen häufig im Widerspruch zur Bekundung politischer In- tegrationsabsichten.12 Dies gilt insbesondere für die zögerliche und voraussetzungs- volle Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft. Die Integrationspolitik der Bundes- regierung läuft Gefahr, zu einer weitgehend symbolischen Politik zu verkommen, die unter anderem darauf zielt, Erfolge im Bereich der Integration als Resultat politischer Intervention darzustellen und demgegenüber etwaige Defizite der vermeintlichen In- tegrationsresistenz der Zuwanderer selbst zuzuschreiben.13

Die bisherigen Ausführungen zeigen: Die Globalisierung des Migrationsphänomens ist in der modernen Gesellschaft strukturell verankert und damit unumkehrbar. Dies bedeutet eine fortschreitende Pluralisierung von Gesellschaft und Kirche, die es so in der Geschichte nie zuvor gegeben hat.14 Eben deshalb ist es wichtig, dass sich sowohl die Gemeindeseelsorge in den Territorialgemeinden als auch die Migrantenseelsorge der muttersprachlichen Gemeinden auf diese neue Situation einstellen.

Rekurrieren wir nun aber in der Kirche ebenfalls auf die in der Politik verbreitete Semantik der Integration, das heißt: sprechden der Ortskirche o- der - im vorlien auch wir von der Notwendigkeit der In- tegration der katholischen Zuwanderer in die Territorialgemeinegenden Fall - von der Integration der Afrikaner in die französischsprachigen Gemeinden, dann importieren wir unmerklich die Logik der Politik, die die Bringschuld für die Integration hauptsächlich auf der Seite der Zuwanderer verortet. Aus diesem Grund plädiere ich - in offensichtlichem Einvernehmen mit den Verantwortlichen für die inhaltliche Planung dieser Tagung - für die Verwendung eines theologischen Vokabulars für den binnenkirchlichen Bereich.

2. Babel versus Pfingsten

Mein Plädoyer für die Bevorzugung einer theologischen Terminologie für die binnenkirchliche Verhältnisbestimmung von Einheimischen und Zuwanderern liegt zunächst im ambivalenten Umgang der Politik mit der Thematik der Integration begründet. Eine eingehendere Auseinandersetzung mit dieser Frage zeigt darüber hinaus, dass die Herangehensweise einer Kirche, die ihren Ursprüngen und ihrem Wesen treu zu sein beabsichtigt, sich diametral von der Logik der Politik unterscheidet. Dieser Sachverhalt lässt sich an der Gegenüberstellung der Turmbaugeschichte (Gen 11,1-9) und des Pfingstereignisses (Apg 2,1-11) verdeutlichen.15

Zur Interpretation der Geschichte vom Turmbau

Lange Zeit wurde das Eingreifen Gottes in der Geschichte vom Turmbau zu Babel undif- ferenziert als Bestrafung betrachtet, die an die Adresse der Menschheit als Ganzes gerich- tet war. Die Strafe bezog sich auf die Anmaßung der „Bünê hä´ädäm“, das heißt der „Erdenkinder“, den Himmel und somit die Sphäre Gottes zu erklimmen, um dem All- mächtigen gleich zu sein. Offen blieb dabei jedoch die Frage, weshalb ausgerechnet Gott selbst, der sich als der Dreieine offenbart hat und dem die Einheit der Menschen am Her- zen liegt (vgl. besonders Joh 17,21), zur Bestrafung die Sprache der Menschen verwirrt und diese entgegen ihrem Streben nach Einheit16 über die ganze Erde zerstreut.

Dieser Scheinwiderspruch löst sich auf, wenn in den Blick kommt, dass es beim Bau der Stadt und des Turmes offensichtlich zwei Gruppen gab: Auf der einen Seite die Mächtigen, die in ihrem Größenwahn keine Mittel scheuen, um ihre Macht zu sichern und auszuweiten. Auf der anderen Seite die Unterdrückten, die als Sklaven in harter Arbeit die Stadt und den Turm errichten mussten. Die sogenannte Pirqe von Rabbi Eliezer erzählt an einer Stelle, dass es mit zunehmender Höhe des Turmes immer schwieriger wurde, neue Ziegel zur Turmspitze zu schaffen, um noch höher zu bauen. Wenn bei diesem Unterfangen ein Ziegel herabfiel und zu Bruch ging, dann war das Klagen groß und alle fragten sich: woher sollen wir einen neuen Ziegel nehmen, um diesen zu ersetzen? Fiel aber einer der Arbeiter vom Turm und starb, dann kümmerte sich niemand darum, denn Arbeiter waren leicht zu ersetzen.17

[...]


1 Der Begriff der „Ortskirche“ meint im vorliegenden Text zum einen die Diözesen als Teil- bzw. Partikularkirchen, zum anderen aber auch die Kirche in Deutschland als Ganzes. Eine besondere terminologische Schwierigkeit ergibt sich bei der Unterscheidung zwischen den muttersprachli- chen Gemeinden und der Ortskirche, da die sogenannten Missionen wenigstens formal bereits Teil der Ortskirche sind. Wo im Text solche Gegenüberstellungen auftauchen, haben sie lediglich funktionalen Charakter mit Blick auf die Darstellung der hier behandelten Problematik.

2 Vgl. Karl GABRIEL, 1999: Soziologie, in: Herbert Haslinger (Hg.): Handbuch Praktische Theolo- gie. Bd. 1: Grundlegungen, Mainz, S. 292-303, hier: S. 294-295.

3 Andreas ZIEMANN, 2009: Systemtheorie, in: Georg Kneer, Markus Schroer (Hg.): Handbuch So- ziologische Theorien, Wiesbaden, S. 469-490, hier: S. 474, Hervorhebung durch Ausrufezeichen im Original.

4 Diese Einbeziehung erfolgt durch je spezifische Kommunikationsformen wie Wahlrecht, Gesetze, Beitragszahlungen, Vorlage von Zeugnissen, Verträge, Schulpflicht, Kirchensteuer usw.

5 Dass mit Blick auf gesellschaftliche Teilhabe und sozialen Status neben Leistung auch Macht - im Sinne eines Durchsetzungsvermögens jenseits von Leistung und Prestige - weiterhin eine Rol- le spielt, verdeutlicht der Ansatz von Hans-Joachim Hoffmann-Nowotny (vgl. dazu die syntheti- sche Darstellung von Annette TREIBEL, 1999: Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht, 2. Auflage, Weinheim, S. 176-186).

6 Aus systemtheoretischer Perspektive sind Organisationen soziale Systeme, die sich auszeichnen durch freiwillige und zugleich wieder kündbare formale Mitgliedschaft. Der Erfolg dieser Sozial- form hängt damit zusammen, dass Organisationen aufgrund ihrer inneren Struktur Entscheidungs- fähigkeit sicherstellen und zugleich - im Gegensatz etwa zu Vereinen - weitgehend unabhängig sind von den persönlichen Motivationslagen ihrer Mitglieder. Diese Unabhängigkeit wird durch den „Tausch von generalisierter Zustimmung gegen das generalisiert verwendbare - und für die Lebensführung unverzichtbare - Medium Geld“ (Veronika TACKE, 2010: Organisationssoziolo- gie, in: Georg Kneer, Markus Schroer (Hg.): Handbuch spezielle Soziologien, Wiesbaden, S. 341-359, hier: S. 349) gewährleistet. Zur Rolle und Funktionsweise von Organisationen vgl. auch Michael BOMMES, 2011b: Zur Bildung von Verteilungsordnungen in der funktional diffe- renzierten Gesellschaft. Erläutert am Beispiel „ethnischer Ungleichheit“ von Arbeitsmigranten, durch Vertrauen aufgrund verwandtschaftlicher, ständischer oder staatsbürgerlicher Bande garantiert, Kontingenzbewältigung7 erfolgt vielmehr über die formale Rege- lung der Beziehungen durch Bezahlung und Verträge, bei deren Nichteinhaltung ent- sprechende Sanktionen drohen, die ihrerseits im Rechtssystem geregelt sind. in: ders. (Hg.): Migration und Migrationsforschung in der modernen Gesellschaft. Eine Aufsatzsammlung (IMIS-Beiträge; Bd. 38), Bad Iburg, S. 73-100.

7 Vgl. dazu das in der luhmannschen Systemtheorie als „doppelte Kontingenz“ bezeichnete Phä- nomen. Der Begriff bezeichnet die Unberechenbarkeit sozialen Verhaltens, die darin begründet liegt, dass Menschen füreinander (daher die Doppelung) eine Art black box darstellen. Bestimmte Reaktionen sind zwar unter bestimmten Voraussetzungen wahrscheinlich und somit nicht belie- big, aber eben auch nicht determiniert. Daraus resultiert eine hohe Komplexität und Unsicherheit der Beziehungen - speziell unter Bedingungen von Fremdheit -, die Kommunikation als Mög- lichkeit der Reduktion von Komplexität wahrscheinlich macht. Bestimmte Kommunikationsfor- men und -medien wie Geld als generalisiertes Leistungsausgleichsmittel (vgl. Michael BOMMES & Veronika TACKE, 2001: Arbeit als Inklusionsmedium moderner Organisationen. Eine differenzie- rungstheoretische Perspektive, in: Veronika Tacke (Hg.): Organisation und gesellschaftliche Dif- ferenzierung (Organisation und Gesellschaft), Wiesbaden, S. 61-83, hier: S. 75) haben sich bei der Frage der Kontingenzbewältigung besonders bewährt.

8 Vgl. Michael BOMMES, 2011a: Migration in der modernen Gesellschaft, in: ders. (Hg.): Migration und Migrationsforschung in der modernen Gesellschaft. Eine Aufsatzsammlung (IMIS-Beiträge; Bd. 38), Bad Iburg, S. 53-72; BOMMES, 2011b, S. 78.

9 BOMMES, 2011a, S. 62.

10 „Die Gemeinsamkeit zwischen verschiedenen Staaten besteht darin, dass sie, um die Kapazität zur Herstellung kollektiv verbindlicher Entscheidungen aufbauen und aufrechterhalten zu können, be- stimmte Probleme lösen müssen. Dazu gehören im Kern die Durchsetzung des Anspruchs auf Souveränität über ein Territorium und die zugehörige Bevölkerung, die Staatsbevölkerung. Dies impliziert […] eine Loyalitäts- und eine Leistungsdimension“ (Michael BOMMES, 2011: Nationale Paradigmen der Migrationsforschung, in: ders. (Hg.): Migration und Migrationsforschung in der modernen Gesellschaft. Eine Aufsatzsammlung (IMIS-Beiträge; Bd. 38), Bad Iburg, S. 15-52).

11 Vgl. ebd., S. 23.

12 Dies betrifft etwa Einschränkungen im Bereich der Familienzusammenführung oder des Ehegat- tennachzugs, aber auch die zögerliche Anerkennung im Ausland erworbener beruflicher Qualifi- kationen, vgl. z.B. Karl-Heinz MEIER-BRAUN, 2010: Migration und Integration in Deutschland. Chronologie der Ereignisse und Debatten (Mai 2009 - Dezember 2010), in: Marianne Krüger- Potratz, Werner Schiffauer (Hg.): Migrationsreport 2010. Fakten - Analysen - Perspektiven, Frankfurt a.M., S. 271-357, hier: S. 233.

13 Vgl. vor allem Thomas KUNZ, 2006: Integrationskurse auf kommunaler und auf Bundesebene. Eine kritische Auseinandersetzung mit einem neuen Steuerungsinstrument am Beispiel der Stadt Frankfurt am Main, in: Sigrid Baringhorst, Uwe Hunger, Karen Schönwälder (Hg.): Politische Steuerung von Integrationsprozessen, Wiesbaden, S. 175-193.

14 Die französischsprachigen Gemeinden sind wie die englischsprachigen Gemeinden zudem von einer hohen Fluktuation eines Teils der Gläubigen gekennzeichnet und nehmen damit eine gewis- se Sonderstellung ein. Mit vielen anderen muttersprachlichen Gemeinden ist ihnen das Phänomen interner sozialer und kultureller Pluralisierung gemeinsam.

15 Für die Ausführungen zum Turmbau von Babel beziehe ich mich auf meine nicht veröffentlichte bibeltheologische Lizenziatsarbeit, vgl. Tobias KEßLER, 1999: Il racconto della torre come chiave ermeneutica del fenomeno migratorio. Esegesi e lettura simbolica di Gen 11,1-9 (Dissertazione di Licenza), Roma. Angesichts des begrenzten zeitlichen Rahmens handelt es sich jedoch um eine vereinfachte Darstellung.

16 Vgl. Gen 11,4: „Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht ü ber die ganze Erde zerstreuen.“

17 Vgl. Byron L. SHERWIN, 1995: The Tower of Babel, in: The Bible Today, Bd. 33, S. 104-109, hier: S. 109.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext
Untertitel
Vortrag bei den "Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises"
Veranstaltung
Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V300024
ISBN (eBook)
9783656976127
ISBN (Buch)
9783656976134
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Text existiert auch auf Französisch, vgl. „Vivre la communion dans un contexte pluriel“
Schlagworte
Migration, Katholische Kirche, Migrantenseelsorge, Soziologie, Bibeltheologie, Communio, Multikulturalität, Theologie, Funktionale Differenzierung der Gesellschaft, Inklusion, Integration
Arbeit zitieren
Tobias Keßler (Autor), 2014, Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300024

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