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Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext

Vortrag bei den "Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises"

Título: Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext

Ensayo , 2014 , 17 Páginas

Autor:in: Tobias Keßler (Autor)

Teología - Otras
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Auszug aus der Einleitung: Ich freue mich, heute hier zu sein, um mit Ihnen gemeinsam über die Frage nachzudenken, wie es gelingen kann, innerhalb Ihrer multikulturellen Gemeinden sowie zwischen Ihren Pfarreien und der jeweiligen Ortskirche , in der Sie tätig sind, das tief-christliche Anliegen der communio konkret erfahrbar werden zu lassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass ich dabei vor allem die Situation in Deutschland im Blick habe, die mir besser vertraut ist. Umso interessanter wird es sein, im anschließenden Austausch Vergleiche mit anderen Ländern zu ziehen, um das Gesamtbild entsprechend zu ergänzen.
Gestatten Sie mir, dass ich eingangs einen soziologischen Blick auf den Kontext werfe, in dem sich die Herausforderung einer wachsenden communio für die Kirche stellt. Dieses Panorama dient dazu, die Brisanz unserer Frage noch klarer vor Augen zu haben. Außerdem will ich dabei erklären, weshalb ich den Rekurs auf die Semantik der „Integration“ als Alternative für communio für problematisch halte.
Anhand der Geschichte des Turmbaus zu Babel will ich in einem zweiten Schritt verdeutlichen, weshalb es wichtig ist, beim Streben nach Einheit die bestehenden Machtverhältnisse im Blick zu behalten. Diese Überlegungen werden uns zu dem Schluss führen, dass communio letztlich nicht hergestellt, sondern nur vorbereitet werden kann, da sie stets auf das Wirken des Heiligen Geistes verwiesen bleibt.
Ausgehend von diesen Erörterungen versuche ich in Teil 3 eine Art Leitfaden zusammen zu stellen, der den Blick schärfen soll für die komplexen Beziehungsgeflech-te innerhalb der sich pluralisierenden muttersprachlichen Gemeinden sowie zwischen diesen und der jeweiligen Ortskirche.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Gesellschaft und Kirche im Wandel

1.1 Migration als Strukturkonstante der modernen Gesellschaft

1.2 Integration: Orientierung an Gleichheit oder Reproduktion von Ungleichheit?

2. Babel versus Pfingsten

3. Die Herausforderung der communio

3.1 Die communio der muttersprachlichen Gemeinden ad intra

3.2 Die communio der muttersprachlichen Gemeinden mit der Ortskirche

Zielsetzung und Themen der Publikation

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie innerhalb multikultureller Kirchengemeinden sowie zwischen diesen und der jeweiligen Ortskirche das tief christliche Anliegen der communio konkret erfahrbar gemacht werden kann, wobei die Problematik einer rein politischen Integrationssemantik kritisch hinterfragt wird.

  • Soziologische Analyse der Migration als Strukturkonstante der modernen Gesellschaft.
  • Kritik an der politischen Semantik der "Integration" im kirchlichen Kontext.
  • Biblische und theologische Fundierung durch die Gegenüberstellung von Turmbau zu Babel und Pfingstereignis.
  • Entwicklung eines theologischen Leitfadens für das Miteinander in pluralen kirchlichen Strukturen.
  • Reflexion über Machtstrukturen und die Rolle der "Entgrenzung" als Bedingung christlichen Handelns.

Auszug aus dem Buch

Babel versus Pfingsten

Mein Plädoyer für die Bevorzugung einer theologischen Terminologie für die binnenkirchliche Verhältnisbestimmung von Einheimischen und Zuwanderern liegt zunächst im ambivalenten Umgang der Politik mit der Thematik der Integration begründet. Eine eingehendere Auseinandersetzung mit dieser Frage zeigt darüber hinaus, dass die Herangehensweise einer Kirche, die ihren Ursprüngen und ihrem Wesen treu zu sein beabsichtigt, sich diametral von der Logik der Politik unterscheidet. Dieser Sachverhalt lässt sich an der Gegenüberstellung der Turmbaugeschichte (Gen 11,1–9) und des Pfingstereignisses (Apg 2,1–11) verdeutlichen.

Diese Interpretationslinie, der ich hier folge, erkennt in der Verwirrung der Sprache und der Zerstreuung der Menschen einen tieferen theologischen Sinn. Dem biblischen Autor geht es in dieser Sicht nicht um die Erklärung der Sprachenvielfalt. Der Hinweis in Vers 1 der Turmbaugeschichte, wonach alle Menschen dieselbe Sprache hatten und dieselben Worte gebrauchten, ist hier bereits Zeichen einer Ideologie, die Einheit mit Uniformität gleichsetzt und mit dem angeblichen Streben nach Einheit die eigenen Herrschaftsansprüche legitimiert. Vor diesem Hintergrund wird das Eingreifen Gottes einsichtig als Akt der Befreiung der Unterdrückten. Vielfalt ist damit nicht das Ergebnis einer Strafe Gottes, sondern Ausgangsbedingung (conditio sine qua non) einer Einheit oder communio nach dem Maß und Vorbild Gottes.

Die Erzählung des Pfingstereignis spannt sozusagen einen Bogen von der unerlösten Stadt der Anmaßung und des Hochmuts hin zur Stadt Gottes, deren Beziehung zum Höchsten im Bild der Vermählung ausgedrückt wird. Das Pfingstereignis ist somit die Vorwegnahme der endgültigen communio zwischen Gott und den Menschen sowie der Menschen untereinander. Diese endgültige Einheit kann nur von Gott selbst geschenkt und empfangen werden. Jeder Versuch, sie mit menschlichen Mitteln herzustellen, endet in der Ideologie und der Ausübung von Macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gesellschaft und Kirche im Wandel: Dieses Kapitel analysiert den soziologischen Kontext der Migration als dauerhafte Strukturkonstante und kritisiert die Übertragung politischer Integrationskonzepte auf die seelsorgliche Arbeit.

2. Babel versus Pfingsten: Durch die biblisch-theologische Gegenüberstellung von Turmbau zu Babel und Pfingstereignis wird eine theologische Alternative zur Machtlogik der Integration entwickelt.

3. Die Herausforderung der communio: Das abschließende Kapitel überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf die praktische Ebene der muttersprachlichen Gemeinden und regt eine Reflexion über Macht, Fremdheit und die Rolle der Kirche als "Zeichen der Einheit" an.

Schlüsselwörter

Communio, Migration, Ortskirche, Integration, Babel, Pfingsten, Pluralität, Machtstrukturen, Entgrenzung, Seelsorge, theologische Terminologie, kulturelle Vielfalt, Identität, Inklusionsuniversalismus, Kirche im Wandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das christliche Ideal der "communio" in multikulturellen Gemeinden innerhalb der Kirche unter Bedingungen gesellschaftlicher Pluralität verwirklicht werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis zwischen Ortskirche und muttersprachlichen Gemeinden, die Problematik der politischen Integrationssemantik und die theologische Bedeutung von Vielfalt und Einheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Blick für komplexe Beziehungsgeflechte in pluralisierten Gemeinden zu schärfen und statt politischer "Integration" ein theologisch fundiertes Verständnis von communio zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verbindet soziologische Systemtheorie (insbesondere zu Migration und funktionaler Differenzierung) mit einer biblisch-theologischen Exegese und pastoraltheologischer Reflexion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesellschaftliche Rolle von Migration, hinterfragt kritisch die politische Sprache der Integration und kontrastiert diese mit der biblischen Logik des Pfingstereignisses gegenüber dem Turmbau zu Babel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Communio, Migration, Ortskirche, Integration, Babel, Pfingsten, Machtstrukturen und Entgrenzung.

Warum hält der Autor den Begriff der "Integration" für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff der Integration im politischen Diskurs oft die Pflicht zur Anpassung einseitig auf die Zuwanderer verlagert und damit Machtgefälle zementiert, statt eine geschwisterliche communio zu fördern.

Wie definiert die Arbeit das Verhältnis von "Babel" zu heutigen kirchlichen Strukturen?

Babel dient als warnendes Symbol für den ideologischen Missbrauch von Einheit zur Sicherung von Machtinteressen, bei dem die Interessen schwächerer Gruppen zugunsten einer uniformen Struktur geopfert werden.

Welche Rolle spielt die "Entgrenzung" in diesem theologischen Entwurf?

Die Entgrenzung zum Fremden wird als Grundgesetz christlichen Handelns verstanden, da eine christliche Gemeinschaft nur dann glaubwürdig ist, wenn sie bereit ist, institutionelle Barrieren zugunsten der Nächstenliebe zu überschreiten.

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Detalles

Título
Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext
Subtítulo
Vortrag bei den "Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises"
Curso
Journées pastorales 2014 des paroisses catoliques françaises
Autor
Tobias Keßler (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
17
No. de catálogo
V300024
ISBN (Ebook)
9783656976127
ISBN (Libro)
9783656976134
Idioma
Alemán
Etiqueta
Migration Katholische Kirche Migrantenseelsorge Soziologie Bibeltheologie Communio Multikulturalität Theologie Funktionale Differenzierung der Gesellschaft Inklusion Integration
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tobias Keßler (Autor), 2014, Communio als Herausforderung in einem pluralen Kontext, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300024
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