Rezension zu Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"


Rezension / Literaturbericht, 2015
6 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Rezension zu Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur (In: Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur und andere kulturtheoretische Schriften. Mit einer Einleitung von Alfred Lorenzer und Bernard Görlich. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 1994; verfasst 1930)

Inhalt

Das Unbehagen in der Kultur geht vom Individuum aus, das sich in seiner kulturellen Sozialisation Konflikten ausgesetzt sieht, denen es im Rahmen der Erfüllung seiner Wohlbefindlichkeit und dem Anspruch seiner Umwelt (Kultur) ausgesetzt fühlt bzw. die es zu bewältigen gilt. Aber warum sollte sich das Individuum in seiner es umgebenden Kultur unwohl fühlen?

Freud geht es vor allem darum, den eigentlich allgemein positiv konnotierten Begriff „Kultur“ in Beziehung mit den Konflikten des Individuums zu setzen, was in eben dieser ein „Unbehagen verspürt. In seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ beleuchtet Freud den Kampf zwischen verschiedenen Instanzen – der von außen auferlegten kulturell vermittelten (und z.T. internalisierten) Werten und dem Drang nach persönlicher Triebbefriedigung oder wie er es nennt “Triebabfuhr“ - , da das persönliche, individuelle Glück nicht unbedingt vereinbar mit den Postulaten der jeweilig gelebten Kultur ist.

Mit.anderen Worten: Es geht um einen augenscheinliche unversöhnliche Konkurrenz zwischen den Triebforderungen des Menschen und deren Einschränkungen, die ihm die Kultur auferlegt. Die Absicht, dass die Menschheit glücklich sei, ist nach Freud im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen. Ebenso wie das Menschliche Hirn evolutionsbedingt eher auf das Erkennen (von Gefahr) ausgerichtet ist als auf Erkenntnis oder gar Erleuchtung. Dennoch wollen die Menschen glücklich sein und dazu gehört die Abwesenheit von Leid und Schmerz. Die Ursachen von Leid verortet Freud in der Übermacht der Natur, der Hinfälligkeit des menschlichen Körpers und der Beziehungen der Menschen untereinander.

Dabei begeht Freud in seiner Abhandlung einen historischen Weg der Genealogie der menschlichen Kultur, bevor er die Gegenwart extrahiert ( im Sinne von außer Acht lassen) Hier sieht er eine immer größere werdende Distanz zwischen der Kulturentwicklung und dem jedem einzelnen Kulturmitglied innewohnenden Bedürfnis seinem Lustprinzip Folge zu leisten. Dieses Lustprinzip verortet Freud im „Unbewussten“, das ein wesentlicher Bestandteil des dem Menschen innewohnenden seelischen Apparates darstellt. Denn: Wenn das Individuum seine Bedürfnisse, seine Triebe wegen der Ansprüche seiner Kultur nicht befriedigen kann, ist das Unbehagen vorprogrammiert. So sieht Freud, dass der Glücksanspruch des Individuums nicht vermittelbar ist zwischen dem Lustanspruch und der Kulturentwicklung. Daher ist ein Unbehagen in der Kultur für Freud ein Bestandteil des Lebens – damals wie heute. Insofern kann man davon ausgehen, dass es sich bei diesem Werk um eine eher kulturpessimistische Betrachtung handelt, als eine Abhandlung zur Erreichung des Lebensglücks. So gesehen ist also die Kultur auf die Unterdrückung von Trieben aufgebaut.

Freud sieht jedoch nicht nur die Sexualität, auf die ich gleich noch zu sprechen komme, als die allgemein determinierende Triebfeder des Menschen, sondern er nimmt auch in Bezug auf kulturimmamente und Kultur schaffende Unterdrückungsmechanismen (Aggression) des Triebgeschehens und auf narzisstische Impulse Stellung. Hier verweise ich auf die dem Menschen innewohnende Natur, alles was anders ist, als er selbst eliminieren zu wollen.Was natürlich wiederum aller Ursprung der Sozialisation bildet mit ihren Vorteilen (Demokratie, Freiheit, Menschenrechte) und aber auch ihren Extremen (Diktatur, Terror, Krieg).

Sexualität – eine der Triebfedern

Letztendlich kann man die Sexualität doch als wichtige Konstante im Bereich des Unbehagens in der Kultur bezeichnen. Sexualität – abgekoppelt vom kulturell konnotierten Bereich der „Liebe“ - ist ein archaisch-aggressiver Akt. Biologisch gesehen geht es hier lediglich um die Arterhaltung. Sexualität ist auch eine der Triebfedern des Menschen, die mitunter durch den Kulturimpuls beeinträchtigt wird. Z.B. Zölibat, Keuschheit, Kastration, Beschneidung).

Da die Sexualität aber weitgehend „normalisiert“ ist, sollten Mann und Frau ihre sexuellen Bedürfnisse ausleben (solange sie einvernehmlich gelebt werden). Aber wo spielt da Kultur eine eher normierende Rolle? Sie ist laut Freud eine der Punkte, in denen das Individuum nicht im Einklang mit der Natur ist (oder sein kann), denn die Nicht-Erfüllung des Sexualtriebs führt – nach Freud – u.a. zur Aggression. (Frustrations-/ Aggressionshypothese)

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Rezension zu Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur"
Veranstaltung
Coaching
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2015
Seiten
6
Katalognummer
V300438
ISBN (eBook)
9783656979999
ISBN (Buch)
9783668003262
Dateigröße
363 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminaraufgabe/Literaturworkshop
Schlagworte
Psychoanalyse, Sigmund Freud, Coaching, Lebensberatung, Konfliktberatung, Karrierekrise
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt Bernhard R. Lubberger (Autor), 2015, Rezension zu Sigmund Freuds "Das Unbehagen in der Kultur", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300438

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