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Kant über (Homo-)Sexualität. Inkonsistenzen in der Kantischen Argumentation

Título: Kant über (Homo-)Sexualität. Inkonsistenzen in der Kantischen Argumentation

Trabajo , 2015 , 16 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: David Kühlcke (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Die Frage, ob homosexuelle Paare heiraten dürfen, ist eine Frage, die nach wie vor für viel Aufsehen, viel Zustimmung, aber auch für viel Empörung sorgen kann. Für den Diskurs ist es bemerkenswert zuträglich, sich der Position Kants zur Sexualität, zur Ehe und zur Homosexualität zu widmen, wobei vorangestellt werden muss, dass es sich um eine Überdehnung von Kants theoretischem Grundbestand handelt.

Kant hatte sich zwar mit der Homosexualität befasst, diese aber – dem Zeitgeist entsprechend – recht schnell und oberflächlich abgelehnt. Bei den Argumenten, deren er sich bedient, handelt es sich um solche, die in entsprechenden zeitgenössischen Diskursen auftauchen. Er argumentiert mit dem Zweck der Fortpflanzung, sowie der daraus resultierenden, vermeintlichen Unnatürlichkeit der Homosexualität. Allgemein geht es um Kants Ansicht darüber, welche Pflichten der Mensch sich selbst gegenüber, um genauer zu sein darum, welche Pflichten er seinem animalischen Wesen gegenüber hat und welche Laster er diesem gegenüber begehen kann. Mithilfe der kantischen Ethik lassen sich eben diese recht wirksam entkräften.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sexualität bei Kant

2.1 Heterosexualität

2.2 Homosexualität

3 Sexualität zwischen Notwendigkeit und Pflichtverletzung

3.1 Die Ehe als Notwendigkeit

3.2 Zweck der Sexualität

3.3 Unnatürlichkeit als Begründung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht kritisch die Position Immanuel Kants zur Sexualität, zur Ehe und insbesondere zur Homosexualität, um aufzuzeigen, dass seine Ablehnung homosexueller Partnerschaften in den kantischen Grundsätzen inkonsistent begründet ist. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Kants Argumente gegen die Homosexualität mit seinen weiteren Ausführungen zur Sexualität und zur moralischen Pflicht gegenüber sich selbst vereinbar sind.

  • Darstellung der kantischen Auffassung zu Hetero- und Homosexualität
  • Analyse der Ehe als notwendiger Institution zur moralisch unproblematischen Ausübung von Sexualität
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem kantischen Zweck der Sexualität
  • Hinterfragung der Begründung von Unnatürlichkeit als moralisches Ausschlusskriterium

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Ehe als Notwendigkeit

Den vermeintlichen Widerspruch zwischen der unmoralischen Natur der Sexualität (II) und dem Nachkommen der Pflichten gegen sich selbst (I) löst Kant durch die Institution der Ehe. Zwar benutzten sich die Ehepartner im Zuge ihrer Sexualität immer noch auch als Mittel, aber nicht mehr bloß als Mittel, wodurch die Zweckformel des kategorischen Imperativs nicht verletzt wird.

Kant scheint eine per se ungleiche sexuelle Beziehung nur dann für nicht unmoralisch zu halten, wenn sich beide Partner im selben Maße gegenseitig als Mittel benutzen, sich in dem Sinne also wechselseitig besitzen, was innerhalb der Ehe der Fall ist oder sein sollte. Denn durch die Heirat erwerben sich die Ehepartner quasi gegenseitig, wodurch jeder Partner gleichzeitig sich selbst als auch den Partner besitzt. Kants Ausführungen zur Ehe basieren nicht auf christlich geprägten Traditionen. Vielmehr versteht er sie als einen Vertragsabschluss, in dessen Zuge sich die Ehepartner gegenseitig gehören, ebenso wie deren Besitz.

“In entering a marriage contract, two people become one person in the eyes of the law […], if someone owns me and I own that person, then I also own myself, since I have possession over what is owned by my possessions […].”

„Die natürliche Geschlechtsgemeinschaft ist nun entweder die nach der bloßen tierischen Natur […] oder nach dem Gesetz.“ Die Ehe als Geschlechtsgemeinschaft nach dem Gesetz wird u. a. als „… wechselseitiger Besitz [der] Geschlechtseigenschaften“ beschrieben. Wenn eine Person die andere besitzt, so wird die Menschheit in deren Person geschädigt. Gehören sich beide Personen gleichermaßen (wie es in der Ehe der Fall ist), ist diese Schädigung nicht möglich. Eine einseitige Benutzung eines der Partner ist nicht denkbar bzw. dann handelte es sich nicht mehr um eine Ehe im kantischen Sinne, denn dann handelte es sich um ein einseitiges Besitzverhältnis, welchem der in Besitz Genommene niemals zugestimmt hätte. Ein solches Verhältnis käme der Sklaverei gleich. Wenn man sich gegenseitig besitzt, besitzt man zeitgleich wieder die eigene Person, denn diese ist schließlich im Besitz einer Person, die man selbst besitzt. Beide Ehepartner besitzen sich gegenseitig und somit auch wieder sich selbst. Daher ist für Kant die Ehe für eine moralisch unproblematische Ausübung der Sexualität notwendig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Kants Position zur Sexualität und Homosexualität ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Konsistenz seiner Argumentation.

2 Sexualität bei Kant: Dieses Kapitel stellt die kantische Unterscheidung zwischen natürlicher Heterosexualität und unnatürlicher Homosexualität dar und beleuchtet die moralische Problematik des Objekts-Status in sexuellen Beziehungen.

3 Sexualität zwischen Notwendigkeit und Pflichtverletzung: Hier wird untersucht, wie Kant die Ehe als Lösung für das moralische Dilemma der Sexualität nutzt, während gleichzeitig der Zweck der Sexualität und das Argument der Unnatürlichkeit problematisiert werden.

4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Kants strikte Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe inkonsistent ist und aus einer zeitgeistbedingten Sichtweise statt aus seinen eigenen ethischen Prinzipien resultiert.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Sexualität, Ehe, Homosexualität, Kategorischer Imperativ, Selbstzweckformel, Moralität, Unnatürlichkeit, Pflichten gegen sich selbst, Naturgesetz, Geschlechtsgemeinschaft, Personenstatus, Ethik, Vernunftbegabung, Tierreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Position von Immanuel Kant zur Sexualität, insbesondere im Hinblick auf seine Ablehnung der Homosexualität und seine Auffassung von der Ehe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der kategorische Imperativ in sexuellen Kontexten, das Verständnis von Sexualität als Mittel oder Zweck, die institutionelle Rolle der Ehe und das Konzept der Natürlichkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob Kants Argumente gegen die Homosexualität in sich schlüssig sind und mit seinen sonstigen ethischen Ausführungen zur Sexualität konsistent übereinstimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse und kritische Auseinandersetzung mit Kants Schriften (insbesondere zur Moralphilosophie und zur Metaphysik der Sitten) unter Einbeziehung zeitgenössischer sekundäranalytischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der kantischen Sicht auf Hetero- und Homosexualität, der Konstruktion der Ehe als notwendigem Rahmen für Sexualität sowie der Kritik an Kants Verständnis von Unnatürlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kant, Sexualität, Ehe, Homosexualität, kategorischer Imperativ, Pflichtverletzung und Unnatürlichkeit charakterisieren.

Warum hält Kant die Ehe für notwendig?

Kant sieht die Ehe als eine Art Vertrag an, durch den sich Partner gegenseitig besitzen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Partner einander nicht bloß als Mittel zur Triebbefriedigung, sondern als Person respektieren, wodurch der kategorische Imperativ gewahrt bleibt.

Inwiefern ist Kants Argumentation zur Homosexualität inkonsequent?

Die Inkonsequenz besteht darin, dass Kant die Homosexualität unter anderem aufgrund des fehlenden Fortpflanzungszwecks ablehnt. Da er jedoch sexuelle Handlungen in der Ehe auch ohne Fortpflanzung zulässt, wäre seine Argumentation konsequenterweise so zu erweitern, dass er gleichgeschlechtliche Ehen nicht nur tolerieren, sondern fordern müsste.

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Detalles

Título
Kant über (Homo-)Sexualität. Inkonsistenzen in der Kantischen Argumentation
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1,7
Autor
David Kühlcke (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
16
No. de catálogo
V300607
ISBN (Ebook)
9783656967385
ISBN (Libro)
9783656967392
Idioma
Alemán
Etiqueta
kant homo- sexualität inkonsistenzen kantischen argumentation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Kühlcke (Autor), 2015, Kant über (Homo-)Sexualität. Inkonsistenzen in der Kantischen Argumentation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300607
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