Positive Einflussfaktoren des Lernraumes auf den Lernerfolg. Eine Betrachtung der Unterrichtsräume einer Berufsfachschule


Hausarbeit, 2015

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Lernraum und seine Wirkung auf die Nutzer
2.1. Bauliche Berücksichtigungen des modernen Bildungshauses
2.2. Raumästhetik

3. Diskussion

4. Literatur

5. Anhang

Zusammenfassung

Der Lernerfolg in der Erwachsenenbildung ist von Faktoren wie Interesse des Teilnehmers, soziokulturelle Hintergründe, Qualifikation des Lehrpersonals, Unterrichtsmittel und vieles mehr abhängig. Aber eben auch von dem „Lernraum“. Denn Farben an den Wänden wirken unterschiedlich auf die Psyche von Menschen. Direktes Tageslicht stimuliert, im Gegensatz zu abgedunkelten oder mit Neonlicht gefluteten Räumen, das Gemüt und trägt somit zum Lernerfolg bei. Eine gut beschilderte Einrichtung mit einem übersichtlichen Grundriss gibt ortsfremden Beteiligten Sicherheit. Ein einladender Eingangsbereich ist die Visitenkarte einer jeden Einrichtung. Und auch in den Unterrichtsräumen selbst könnte durch das Installieren hochmoderner leistungsstarker Präsentationsmöglichkeiten kombiniert mit einer passenden Audioanlage auf den Lernerfolg Einfluss ausgeübt werden. Zuletzt sind es die klassischen Tische und Stühle, welche schnell räumlich umgestaltet werden sollten, um den Bedarf der Nutzer gerecht zu werden. Dazu zählt die Ergonomie und Stabilität. Ein ökologischer Hintergrund von Neubauten im Schulwesen prägt Lehrende und Lernende und hätte positive Auswirkungen über die Lehreinrichtung hinaus.

1. Einleitung

Im Rahmen des Umbaus einer Hamburger berufsbildenden Rettungsdienstschule stellte sich heraus, dass die Konzeptionierung und die Betreuung des Projektes von Faktoren beeinflusst werden, welche den zukünftigen Teilnehmer in seiner Individualität und den damit verbundenen Lernerfolg nicht in den Fokus rückt, sondern eher physischer Raum geschaffen werden soll, um möglichst viele Absolventen in einem Geschäftsjahr verzeichnen zu können. Die kritische Frage, welche in der vorliegenden Arbeit versucht wird zu beantworten, lautet: Gibt es weitere räumliche Faktoren, die einen positiven Einfluss auf den Lernerfolg ausüben? Oder ist ausreichender Platz gekoppelt mit einem Mindestmaß an Wirtschaftlichkeit das Einzige, was berücksichtigt werden sollte? Folgend wird auf die Gestaltung von Unterrichtsräumen einer Berufsschuleinrichtung eingegangen. Es soll auf die Auswirkung von Architektur, Raumgröße, Wandfarben und medialer Einsatz eingegangen und Hintergründe mit Hilfe wissenschaftlicher Daten dargestellt werden.

Aussagekräftige Literatur und gute empirische Forschungsergebnisse wie sie bspw. im Bereich Methodik zu finden sind, liegen um den Begriff „Unterrichtsraum“ und dessen Einfluss auf den Lernerfolg weit weniger vor. In der Praxis dominieren persönliche Meinungen von Lehrern und Teilnehmern.

Eine Sensibilisierung und prägnanter Informationsaustausch unter jenen, welche für die Gestaltung von Lernorten verantwortlich sind, könnte nachhaltig gesellschaftlichen Einfluss ausüben. Denkbar wäre eine verbesserte Sichtweise mit konstanter Leistungssteigerung in den Berufsschulen und daraus leistungsfähigere Arbeitnehmer für die Marktwirtschaft. Ohne die vorliegenden Erkenntnisse zu antizipieren, meint der logische Menschenverstand, dass ein angenehmes Lernumfeld dem Lernerfolg dienlich sei.

2. Lernraum und seine Wirkung auf die Nutzer

Nutzer einer Lehreinrichtung in der Erwachsenenbildung sind hauptsächlich Kursteilnehmer und Lehrkräfte. In diesem Abschnitt wird die Kernfrage, ob denn der materiell-physische Raum einen Einfluss auf die darin Lernenden ausübt, beantwortet. Im Buch Lernräume von Wolfgang Wittwer, Andreas Dittrich und Markus Walber wird der Begriff ‚Raum‘ in vier Disziplinen unterteilt: „materieller Raum“, „(sozialer) Erfahrungsraum“, „Kooperationsraum“ und „virtueller Raum“. (Wittwer, Dittrich, & Walber, 2015, S. 7f). Ludwig meint, dass die Kommunikation und die Kooperation zwischen Architekten und Pädagogen schwierig sei. (Ludwig, 2012) Die am Diskurs beteiligten Fraktionen sollten um die Träger, Investoren und Politiker erweitert werden.

2.1. Bauliche Berücksichtigungen des modernen Bildungshauses

„Bildungshäuser gelten als sozi-technische Gebilde.“ (Ludwig, 2012, S. 26) Das Fremdwort ‚soziotechnisch‘ wird wie folgt erklärt: „Unter einem sozitechnischen System versteht man eine organisierte Menge von Menschen und Technologien, welche in einer bestimmten Weise strukturiert sind, um ein spezifisches Ergebnis zu produzieren.“ (fremdwort.de, 2015) Die etymologischen Betrachtungen dieses jungen Wortes führen uns zu Frederick Edmund Emery und Eric Trist, welche behaupteten: „Im Allgemeinen muss das Management begreifen, dass der Erfolg des Unternehmens davon abhängt, wie es als soziotechnisches System funktioniert – nicht einfach als ein technisches System mit ersetzbaren Individuen, die hinzugefügt werden und sich anpassen müssen.“ (Emery, Trist, & Thorsrud, 1964) Diese Aussage gemünzt auf den Aus-/ Umbau von Bildungseinrichtungen für Erwachsene, bekräftigt den Appell, den Fokus auf die Teilnehmer zu richten. In Cottbus wurde in den Jahren 1998 – 2000 ein architektonisch sehr einladend wirkendes ‚überbetriebliches Ausbildungszentrum‘ (Abbildungen 1-4 im Anhang) mit nachhaltiger und ökologischer Orientierung errichtet. Das ‚Konzept Cottbus‘ stand unter der übergeordneten Definition „Baukörper = Lehrkörper“ (Kaiser, 2015, S. 110). Diese Betrachtungsweise definiert unmissverständlich das Gebäude in dem gelehrt werden soll als einen wichtigen, nicht zu verzichtenden pädagogischen Partner. In einer immer bewusster werdenden Gesellschaft dienen ökologische Berücksichtigungen der Architektur der beispielhaften Vorbildfunktion. Zum Beispiel könnten Baustoffe zum Einsatz kommen, welche bei ihrer Herstellung, ihrer Nutzung und ihrer Entsorgung die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Verarbeitungstechnologien, welche nach Ablauf der Nutzungszeit oder evtl. Umrüstung leicht zu demontieren sind, sorgen für eine sachgerechte Werkstofftrennung und könnte einem geeigneten Recyclingprozess zugeführt werden. Die Installation einer hochwertigen Wärmedämmung, einer Solaranlage, eines Wärmetauschers, eines Erdkanals zur Vortemperierung der Frischluft senkt die Betriebskosten und schont ebenfalls die Umwelt. Eine optimierte Tageslichtnutzung im gesamten Gebäude wirkt positiv auf den Heiz- und elektrischen Energieaufwand. Das Speichern und Aufbereiten von Regenwasser sowie die hauseigene Biokläranlage runden das ökologische System ab (Kaiser, 2015). Weitere für die Nutzer stimmungsbeeinträchtigende Variablen, wie sie in Tabelle 1 beschrieben werden, sollen klassisch in der Planungsphase des Architekten berücksichtigt werden, da Veränderungsprozesse zu einem späteren Zeitpunkt nur unter sehr aufwendiger und kostenintensiver Belastung möglich sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle1 Raumdidaktische Sensibilisierung nach Margret Fell (2015) (Fell, 2015)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Positive Einflussfaktoren des Lernraumes auf den Lernerfolg. Eine Betrachtung der Unterrichtsräume einer Berufsfachschule
Hochschule
Medical School Hamburg  (Fakultät Gesundheit)
Veranstaltung
M1 ‚Pädagogische Psychologie‘
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V300772
ISBN (eBook)
9783656970682
ISBN (Buch)
9783656970699
Dateigröße
1185 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernraum, Lernumgebung, Klassenraum, Lernumfeld
Arbeit zitieren
Tobias Gruber (Autor), 2015, Positive Einflussfaktoren des Lernraumes auf den Lernerfolg. Eine Betrachtung der Unterrichtsräume einer Berufsfachschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300772

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