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Inklusion an Gymnasien in NRW

Bildungspolitische Zielsetzungen, pädagogische Ansätze und praktische Erfahrungen

Titre: Inklusion an Gymnasien in NRW

Thèse de Master , 2014 , 72 Pages , Note: 2,0

Autor:in: B.A. Katharina Kukasch (Auteur)

Pédagogie - Système scolaire, Politique d'enseignement et de l'école
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Dass Gesellschaften geprägt sind von Heterogenität, ist eine Tatsache, die seit Menschenbeginn an existent ist. Neben vielen Merkmalen, wie z.B. das Geschlecht, das Alter oder der kulturelle Hintergrund, ist auch jenes eines bestimmten Handicaps ein Charakteristikum, das die Heterogenität einer Gesellschaft mitbestimmt. Es gibt Menschen, die sich durch eine körperliche oder auch geistige Beeinträchtigung von anderen unterscheiden, was durch ein bislang recht separierendes Schulsystem auch schon seit knapp drei Jahrhunderten in der Bildungspolitik Deutschlands Berücksichtigung findet. Eine neue Perspektive in Richtung eines Aufbrechens dieser Separation hin zu einem adäquaten und zufriedenstellenden Umgang mit Heterogenität, erreichte die Diskussion auf bildungspolitischer Ebene jedoch erst in den letzten Jahren. Die Meinung, Menschen mit einer geistigen oder physischen Beeinträchtigung, definiert als Menschen bzw. Kinder oder Schülerinnen und Schüler (im Folgenden abgekürzt mit SuS) mit sonderpädagogischem Förderbedarf, würden jene ohne diesen sonderpädagogischen Förderbedarf behindern, ist dahingehend umgeschwungen, dass die Heterogenität einer Gesellschaft vermehrt als Chance der gegenseitigen Bereicherung wahrgenommen worden ist. Genau um diese veränderte Sichtweise, die entgegen traditionellen Vorstellungen eines separierenden Schulsystems von SuS ohne sonderpädagogischen Förderbedarf auf der einen und SuS mit jenem sonderpädagogischem Förderbedarf auf der anderen Seite, ein inklusives Schulsystem anstrebt, geht es in der vorliegenden Arbeit. Unter Berücksichtigung des mehrgliedrigen Schulsystems in Deutschland, innerhalb dessen es sicherlich je nach Schulform noch einmal Unterschiede in der inklusiven Ausgestaltung gibt, konzentrieren sich die folgenden Ausführungen auf die Schulform Gymnasium, exemplifiziert am Land Nordrhein-Westfalen (im Folgenden abgekürzt mit NRW).
Es geht darum, zu schauen, inwieweit sich die Gymnasien in NRW auf den Weg zu einem inklusiven Schulsystem begeben haben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Definition und Ansprüche von Inklusion

2.2 Historische Entwicklungen des deutschen Schulwesens – von der Exklusion zur Inklusion

3. Gesetzesvorgaben zur Inklusion

3.1 Die Bedeutung der UN-Konvention auf Bundesebene

3.2 Die Bedeutung der UN-Konvention auf Landesebene – ein exemplarischer Blick auf das Land NRW

4. Die Behindertenpolitik in NRW – statistische Grunddaten: Von der Makro- zur Mikroebene

5. Das politische Vorgehen des Landes NRW zur Umsetzung des neuen Inklusionsgesetzes: Was wurde politisch bzw. strukturell bereits getan und was muss noch getan werden?

5.1 Finanzieller und personeller Unterstützungsrahmen

5.2 Lehrerfortbildung

5.3 Lehrerausbildung

5.4 Neuorganisation der schulischen Abschlüsse und des Benotungssystems

5.5 Vernetzung, Koordination und Kooperation

5.6 Auslaufen der Förderschulen

5.7 Bauliche Veränderungen

5.8 Sonstige Maßnahmen

6. Pädagogische Ansätze zur Umsetzung von Inklusion an Gymnasien - Gelingensbedingungen

6.1 Multiprofessionelle Teams im Unterricht

6.2 Responsive Lehrer-Schüler-Beziehungen

6.3 Respektvolle Peer-Beziehungen

6.4 Differenzierende Didaktik

6.5 Binnendifferenzierung durch unterschiedliche didaktische Materialien

6.6 Pädagogische Diagnostik im Unterricht

6.7 Mehrperspektivischer Leistungsbegriff im Unterricht

7. Der Index für Inklusion als Unterstützungshilfe auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem

8. Praktische Herausforderungen und Erfahrungen für die bzw. mit der Umsetzung von Inklusion an Gymnasien am Beispiel der Stadt Gelsenkirchen

8.1 Praktische Herausforderungen und Erfahrungen aus der Perspektive der Stadt Gelsenkirchen als Schulträger

8.2 Praktische Herausforderungen und Erfahrungen aus Sicht des Schalker Gymnasiums in Gelsenkirchen

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den aktuellen Inklusionsprozess an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Gymnasien, die traditionell auf Selektion ausgerichtet sind, die bildungspolitischen Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen und welche pädagogischen sowie strukturellen Gelingensbedingungen für diesen Transformationsprozess notwendig sind.

  • Analyse bildungspolitischer Rahmenbedingungen und gesetzlicher Vorgaben in NRW.
  • Untersuchung der statistischen Inklusionsdaten und der Ressourcenverteilung.
  • Herausarbeitung pädagogischer Ansätze und Gelingensbedingungen für den inklusiven Unterricht an Gymnasien.
  • Praktische Fallstudie zur Umsetzung der Inklusion an Schulen in Gelsenkirchen.
  • Evaluierung der Rolle von Unterstützungsinstrumenten wie dem Index für Inklusion.

Auszug aus dem Buch

6.1 Multiprofessionelle Teams im Unterricht

„Dass eine entwicklungsfördernde Schul- und Unterrichtsgestaltung angesichts der sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen einer heterogenen Klasse nicht von einer einzelnen Lehrkraft allein bewältigt werden kann [...]“ und die Tatsache, dass die Inklusion bis dato noch nicht als fester Bestandteil, wie es beispielsweise, wie schon in Kapitel 5.3 erläutert wurde, die Gutachter Klemm und Preuss-Lausitz empfehlen, in allen Lehrämtern verankert ist, macht es unabdingbar, dass in einem inklusiven Unterricht multiprofessionelle Teams, bestehend aus Lehrkräften, Schulpädagogen und Schulpädagoginnen, Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen etc. miteinander kooperieren müssen.

Neben der Chance der Entlastung, die sich durch eine geteilte Verantwortung ergibt, indem beispielsweise die Materialen im Team konzipiert und beschafft werden und die Unterrichtssituation gemeinsam reflektiert und diagnostiziert werden kann, ist vor allem das sonderpädagogische Fachwissen entsprechender Fachkräfte unverzichtbar. Während die Lehrkräfte höchstens durch Fort- und Weiterbildungen oder im Rahmen ihrer unterschiedlich ausgeprägten Erfahrungen auf Wissen im Umgang mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zurückgreifen können, haben sich Sonderpädagogen und Sonderpädagoginnen mit den einzelnen Förderschwerpunkten und einem adäquaten Umgang mit diesen während ihres kompletten Studiums auseinandergesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Wandel von der Exklusion zur Inklusion und definiert das Ziel der Arbeit, den Inklusionsprozess an Gymnasien in NRW zu untersuchen.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Inklusionsbegriff, grenzt ihn von Integration ab und skizziert die historische Entwicklung des deutschen Schulwesens.

3. Gesetzesvorgaben zur Inklusion: Hier werden die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie deren rechtliche Implementierung auf Bundesebene und exemplarisch für das Land NRW dargelegt.

4. Die Behindertenpolitik in NRW – statistische Grunddaten: Von der Makro- zur Mikroebene: Das Kapitel analysiert statistische Daten zur Förderquote und Inklusion in NRW und zeigt das Ressourcenproblem des bestehenden Doppelsystems auf.

5. Das politische Vorgehen des Landes NRW zur Umsetzung des neuen Inklusionsgesetzes: Was wurde politisch bzw. strukturell bereits getan und was muss noch getan werden?: Hier wird das politische Handeln in NRW, insbesondere die finanzielle Ausstattung, Lehrerfortbildung und bauliche Maßnahmen, kritisch hinterfragt.

6. Pädagogische Ansätze zur Umsetzung von Inklusion an Gymnasien - Gelingensbedingungen: Das Kapitel behandelt pädagogische Gelingensbedingungen wie multiprofessionelle Teams, Beziehungsgestaltung und differenzierende Didaktik im Unterricht.

7. Der Index für Inklusion als Unterstützungshilfe auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem: Dieses Kapitel stellt den Index für Inklusion als systematisches Unterstützungsinstrument für Schulen vor.

8. Praktische Herausforderungen und Erfahrungen für die bzw. mit der Umsetzung von Inklusion an Gymnasien am Beispiel der Stadt Gelsenkirchen: Die empirische Fallstudie beleuchtet die praktische Umsetzung und Herausforderungen aus Sicht des Schulträgers sowie einer konkreten Schule in Gelsenkirchen.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines fortlaufenden, intensiv begleiteten Inklusionsprozesses an Gymnasien.

Schlüsselwörter

Inklusion, Gymnasium, NRW, Sonderpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Schulentwicklung, Multiprofessionelle Teams, zieldifferenter Unterricht, Gelingensbedingungen, Gelsenkirchen, Lehrerfortbildung, Bildungspolitik, Integration, Heterogenität, Förderschwerpunkte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Inklusionsprozess an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen und beleuchtet die bildungspolitischen sowie pädagogischen Herausforderungen bei der Umsetzung eines inklusiven Schulsystems.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Konvention, die statistische Ausgangslage in NRW, das politische Handeln zur Schulentwicklung und die pädagogischen Bedingungen im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Gymnasien in NRW inklusive Strukturen bereits implementiert haben und wo die spezifischen Hürden für diese Schulform liegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie qualitative Interviews mit Vertretern eines Schulträgers und einer Lehrkraft als praktische Grundlage.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die politischen Maßnahmen zur Umsetzung des Inklusionsgesetzes, pädagogische Ansätze zur Gestaltung inklusiven Unterrichts und die praktische Fallstudie in Gelsenkirchen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Inklusion, Schulentwicklung, Gymnasiale Transformation, sonderpädagogischer Förderbedarf und multiprofessionelle Zusammenarbeit.

Warum wird speziell die Schulform Gymnasium betrachtet?

Das Gymnasium wird gewählt, da es traditionell stark selektiv ausgerichtet ist und somit eine besondere Herausforderung für die inklusive Schulentwicklung darstellt.

Welche Erkenntnisse liefert der Praxis-Teil über Gelsenkirchen?

Die Untersuchung zeigt, dass Schulen trotz politischer Rahmenvorgaben vor Ort auf vielfältige Herausforderungen stoßen, wie etwa den Mangel an spezifisch qualifiziertem Personal oder fehlende Erfahrungswerte in der Kooperation zwischen Gymnasien.

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Résumé des informations

Titre
Inklusion an Gymnasien in NRW
Sous-titre
Bildungspolitische Zielsetzungen, pädagogische Ansätze und praktische Erfahrungen
Université
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
2,0
Auteur
B.A. Katharina Kukasch (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
72
N° de catalogue
V301063
ISBN (ebook)
9783656971344
ISBN (Livre)
9783656971351
Langue
allemand
mots-clé
Inklusion Gymnasium NRW
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Katharina Kukasch (Auteur), 2014, Inklusion an Gymnasien in NRW, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301063
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