Der Frage nach einem Zusammenhang von motorischer Leistungsfähigkeit und kognitiven Variablen wird schon lange nachgegangen. Vor allem im Kindes- und Jugendalter würde das Vorhandensein eines Zusammenhangs strukturelle Veränderungen in Kindergarten und Schule nach sich ziehen müssen.
In dieser Hausarbeit wird anhand der CoMiK-Studie von Julia Everke (2009) ein Bewegungsförderungsprogramm für Kindergartenkinder vorgestellt und dessen überwiegend positive Effekte auf bestimmte motorische Fertigkeiten und Transfereffekte auf kognitive Leistungen erläutert.
Das Motorik-Modul des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch - Institutes soll zudem die Bedeutung der Risikofaktoren Übergewicht beziehungsweise Adipositas und mangelndem Gesundheitszustand für die motorische Leistungsfähigkeit bei Vier- bis Zehnjährigen aufzeigen.
Somit wird die Relevanz von körperlicher Aktivität deutlich und Möglichkeiten zur Förderung von Bewegung in Bildungseinrichtungen können vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
1 Erläuterung der Fragestellung
1.1 Biologische Erklärungen zum Zusammenhang von Motorik und Kognition
1.2 Begriffsdefinitionen: Übergewicht und Adipositas
2 CoMiK-Studie: Ein Bewegungsförderungsprogramms für Kindergartenkinder
2.1 zugrundeliegende Fragestellung
2.2 Konzeption
2.3 Ergebnisse
3 Motorik-Modul: Motorische Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Kindern
3.1 zugrundeliegende Fragestellung
3.2 Konzeption
3.3 Ergebnisse
4 Schlussfolgerungen
4.1 Ziele und Präventionsmaßnahmen
4.2 Möglichkeiten zur Bewegungsförderung in Bildungseinrichtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und deren kognitiven Fähigkeiten sowie deren allgemeinem Gesundheitszustand, um Möglichkeiten zur gezielten Bewegungsförderung in Bildungseinrichtungen abzuleiten.
- Zusammenhang von Motorik und Kognition
- Evaluierung von Bewegungsförderungsprogrammen (CoMiK-Studie)
- Einfluss von Übergewicht und Adipositas auf die Motorik
- Gesundheitsindikatoren bei Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren
- Präventionsstrategien für Kindergarten und Schule
Auszug aus dem Buch
1 Erläuterung der Fragestellung
Können Körper und Geist voneinander getrennt werden oder bilden sie eine gemeinsame Einheit? Diese Frage wurde schon seit der Antike von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen diskutiert. Anhänger der dualistischen Sichtweise sind der Auffassung, dass Körper und Geist getrennt sind und somit keinen Einfluss aufeinander nehmen. Im Gegensatz dazu steht der Holismus, der Körper und Geist als eine Einheit ansieht (Held, 2006). In der Pädagogischen Psychologie ist diese Thematik auf dem Hintergrund der Bedeutung der Motorik für die Kognition bedeutsam. Im Sinne des Holismus würden sich die motorische Entwicklung als Entwicklung des Körpers und die kognitive Entwicklung als Entwicklung des Geistes gegenseitig beeinflussen. Es könnte angenommen werden, dass ein Kind, das gut auf einem Baumstamm balancieren kann, auch ein schnelles Problemverständnis hat, ein Junge, der schon mit 4 Jahren geschickt mit einem Basketball dribbeln kann, besser schreiben lernt und ein Mädchen, das schneller laufen kann als ihre Klassenkameradinnen, auch höhere Werte in einem Intelligenztest erreicht. Auf den ersten Blick erscheinen diese Zusammenhänge nicht sehr plausibel. In der Vergangenheit hat es jedoch Studien gegeben, die ähnliche Zusammenhänge gefunden haben.
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über die Bedeutung von Motorik für die Kognition und stellt die untersuchten Studien kurz vor.
1 Erläuterung der Fragestellung: Diskutiert das theoretische Spannungsfeld zwischen dualistischer Sichtweise und Holismus im Kontext der kindlichen Entwicklung.
2 CoMiK-Studie: Ein Bewegungsförderungsprogramms für Kindergartenkinder: Analysiert die Konzeption und Ergebnisse eines Interventionsprogramms zur Steigerung motorischer und kognitiver Fähigkeiten.
3 Motorik-Modul: Motorische Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Kindern: Bewertet Daten des KiGGS zum Einfluss von Übergewicht und Gesundheitseinschätzung auf die Motorik.
4 Schlussfolgerungen: Leitet aus den empirischen Befunden konkrete Präventionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen für das Bildungswesen ab.
Schlüsselwörter
Motorische Leistungsfähigkeit, Kognition, Kindesalter, Bewegungsförderung, CoMiK-Studie, Motorik-Modul, Übergewicht, Adipositas, Gesundheit, Prävention, Bildungseinrichtungen, Konzentration, Gleichgewicht, Koordination, Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die wechselseitigen Beziehungen zwischen motorischer Leistungsfähigkeit und kognitiver Entwicklung bei Kindern sowie den Einfluss gesundheitlicher Faktoren auf die körperliche Aktivität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Motorik-Kognition-Verbindung, die Evaluation der CoMiK-Studie, die Auswirkungen von Übergewicht und die Umsetzung von Bewegungsförderung im Bildungsalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis empirischer Studien die Bedeutung von Bewegung für die kognitive und motorische Entwicklung von Kindern zu belegen und daraus praktische Maßnahmen für Kindergärten und Schulen abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Ergebnisse aus Interventionsstudien (CoMiK) und repräsentativen Datensätzen (MoMo-Studie/KiGGS) zusammenführt und wissenschaftlich bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die biologischen Grundlagen der Motorik-Kognition-Verknüpfung erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der CoMiK-Studie und der MoMo-Teilstudie bezüglich motorischer Leistungen und Gesundheitsparametern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere motorische Leistungsfähigkeit, Kognition, Bewegungsförderung, Prävention, sowie Übergewicht und Adipositas bei Kindern.
Wie wirkt sich Übergewicht auf die motorische Leistungsfähigkeit aus?
Die Analyse zeigt, dass Kinder mit Übergewicht oder Adipositas signifikant schlechtere Leistungen in motorischen Tests, wie etwa beim Standweitsprung oder Balancieren, erbringen als normalgewichtige Kinder.
Welche Rolle spielt die "externe Kontrollgruppe" in der CoMiK-Studie?
Die externe Kontrollgruppe diente dazu, sogenannte "split-over"-Effekte zu vermeiden, bei denen Kinder in der Kontrollgruppe unbewusst Verhaltensweisen der Interventionsgruppe übernehmen könnten.
Warum wird eine frühzeitige Bewegungsförderung gefordert?
Da sich motorische Defizite mit zunehmendem Alter stärker auf kognitive Variablen auswirken können, ist eine frühzeitige Förderung im Kindergarten- und Grundschulalter entscheidend, um den negativen "Teufelskreis" aus Bewegungsmangel und Frustration zu durchbrechen.
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- Carina Rappenhöner (Author), 2015, Die Bedeutung der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern für die Kognition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301140