In unserer modernen und leistungsorientierten Gesellschaft, in welcher der Tod nicht mehr eingeplant und bis zum letzten Moment verdrängt wird, in der die Medizin rasend Fortschritte macht und die Hoffnungen der Menschen ins Unermessliche steigen lässt, bleiben einige Fragen jedoch stets aktuell:
Was ist am Ende, wenn selbst die Medizin nicht mehr helfen beziehungsweise heilen kann? Ab wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Und vor allem: Wer darf entscheiden über Leben und Sterben?
Der Tod gehört zum Leben und dennoch werden Gespräche über ihn meist sehr schnell beendet, man wird gefragt warum man über so etwas Trauriges denn sprechen muss und ob es nicht schönere Dinge zu bereden gibt. Dass der Mensch sterblich ist, wird beiseitegeschoben und verdrängt. Irgendwann, ja, nur nicht jetzt darüber nachdenken. Das Thema Sterben wird als unbehaglich empfunden und ist häufig mit der Angst vor einem qualvollen Tod oder mit dem Tod eines geliebten Menschen verbunden. Wie viele andere Dinge im Leben auch, lässt sich der Tod nicht unbedingt vorhersehen beziehungsweise planen und schwere Krankheiten oder Unfälle gehen ihm häufig voraus. Wie lässt sich also entscheiden, ob ein Leiden beendet werden muss? Wie kann man den Todkranken, den Sterbenden beistehen, welche Möglichkeiten haben sie?
In der folgenden Hausarbeit möchte ich mich näher mit dem Thema der Sterbehilfe auseinandersetzen und im Grunde mit der Frage, ob die aktive Sterbehilfe als ein letztes Recht eines jeden Menschen geltend gemacht werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Hilfe zum Sterben und ihre Formen
2.1 Sterbebegleitung
2.2 Passive Sterbehilfe oder Zulassen des Sterbens durch Unterlassen
2.3 Indirekte Sterbehilfe oder Lebensverkürzung als unbeabsichtigte Nebenfolge
2.4 Aktive Sterbehilfe
3 Sterbehilfe aus verschiedenen Perspektiven
3.1 Sicht der Ärzte
3.2 Sicht der Kirche
3.3 Sicht der Allgemeinheit
4 Aktive Sterbehilfe in verschiedenen Ländern
4.1 Aktive Sterbehilfe in Deutschland
4.2 Aktive Sterbehilfe in Frankreich
4.3 Aktive Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien
4.4 Aktive Sterbehilfe in Amerika
4.5 Aktive Sterbehilfe in Polen, Spanien und Italien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den verschiedenen Formen der Sterbehilfe auseinander, um der zentralen Forschungsfrage nachzugehen, ob aktive Sterbehilfe als letztes Recht eines jeden Menschen gelten sollte und inwiefern sie einen Tod in Würde gewährleisten kann.
- Differenzierung der Sterbehilfeformen (passiv, indirekt, aktiv) und Abgrenzung zur Sterbebegleitung.
- Analyse ethischer und professioneller Perspektiven aus Sicht der Medizin, der Kirche und der Öffentlichkeit.
- Vergleichende Betrachtung der gesetzlichen Handhabung in ausgewählten Ländern wie Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und den USA.
- Diskussion aktueller, medienwirksamer Einzelfälle zur Verdeutlichung der Komplexität und der emotionalen sowie rechtlichen Spannungsfelder.
Auszug aus dem Buch
4.4 Aktive Sterbehilfe in Amerika
Das Töten auf Verlangen, als Form der aktiven Sterbehilfe, ist in Amerika in allen Bundesstaaten verboten und somit illegal. Nur vier der insgesamt 50 Bundesstaaten erlauben den assistierten Suizid. Darunter befinden sich, neben Oregon als dem bekanntesten, Montana, Washington und Vermont. Letzterer ist erst im Jahr 2013 beigetreten. Oregon hingegen war der erste Staat, in dem die Beihilfe zum Suizid legalisiert wurde. Dies geschah bereits im Jahre 1997 mit dem sogenannten „Death with Dignity Law“.
Die englische Internetseite „DignityInDying“ fasst die Vorrausetzungen für den assistierten Suizid wie folgt zusammen:
“1) The patient must be 18 years or older
2) The patient must be mentally competent
3) The patient must be diagnosed with a terminal illness that will lead to their death within 6 months” (vgl. Assisted Dying in Oregon, online unter: http://www.dignityindying.org.uk/assisted-dying/assisted-dying-oregon/, Stand: 17.02.2015).
Des Weiteren gibt es einige Sicherheitsrichtlinien, die Patienten in Oregon schützen sollen. Diese sogenannten „safeguards“ lauten:
„The terminally ill patient:
1) Must request life-ending medication twice, with 15 days separating each request (a ‘cooling off’ period)
2) Must make a written request to their doctor– witnessed by two individuals who are not primary care givers or family members
3) Can cancel the verbal and written requests at any time
4) Must be able to self-administer and ingest the life-ending medication themselves” (ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Verdrängung des Todes und führt in die Fragestellung ein, ob aktive Sterbehilfe als legitimes Recht für ein würdevolles Sterben angesehen werden sollte.
2 Die Hilfe zum Sterben und ihre Formen: In diesem Kapitel werden die gängigen Definitionen von Sterbebegleitung, passiver, indirekter und aktiver Sterbehilfe erläutert, um ein fundiertes Verständnis der verschiedenen Handlungsspielräume zu schaffen.
3 Sterbehilfe aus verschiedenen Perspektiven: Hier werden die unterschiedlichen Sichtweisen und ethischen Haltungen von Ärzten, der Kirche und der Allgemeinheit beleuchtet, die den Diskurs um die Sterbehilfe maßgeblich prägen.
4 Aktive Sterbehilfe in verschiedenen Ländern: Dieser Hauptteil analysiert die unterschiedliche Rechtslage und Praxis zur aktiven Sterbehilfe und zum assistierten Suizid anhand von Beispielen aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Amerika sowie Polen, Spanien und Italien.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität des Themas sowie die fehlende allgemeingültige Antwort, da die Entscheidung für ein Sterben in Würde eine hochgradig persönliche Abwägung bleibt.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Aktive Sterbehilfe, Passive Sterbehilfe, Indirekte Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Palliativmedizin, Hospizversorgung, Patientenverfügung, Assistierter Suizid, Tötung auf Verlangen, Würde, Ethik, Selbstbestimmungsrecht, Sterben, Medizinrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem hochaktuellen und kontroversen Thema der Sterbehilfe und untersucht insbesondere, ob die aktive Sterbehilfe als letztes Recht des Menschen verstanden werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet verschiedene Formen der Sterbehilfe, ethische Perspektiven von Ärzten und Kirchen, die gesellschaftliche Wahrnehmung sowie die spezifische Gesetzeslage in mehreren ausgewählten Ländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob selbstbestimmtes Sterben mittels aktiver Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen einen Tod in Würde garantieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Betrachtung der verschiedenen Ausprägungen der Sterbehilfe, ergänzt durch die Analyse aktueller Gesetze, Umfragen und medienwirksamer Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen der Sterbehilfe die Sichtweisen verschiedener gesellschaftlicher Akteure sowie eine detaillierte länderübergreifende Analyse der Handhabung von Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe durchgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sterbehilfe, Selbstbestimmungsrecht, Palliativmedizin, Patientenverfügung und Würde charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Patientenverfügung in diesem Kontext?
Die Patientenverfügung ist ein zentrales Instrument, um das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende zu wahren, insbesondere bei passiver Sterbehilfe oder Therapiebegrenzung.
Wie bewertet die katholische Kirche die aktive Sterbehilfe?
Die katholische Kirche lehnt die direkte aktive Sterbehilfe entschieden ab, da sie das Leben als unantastbares Geschenk Gottes betrachtet und eine bewusste Lebensbeendigung als sittlich unannehmbar sowie als Sünde einstuft.
Welche Bedeutung hat der Fall Brittany Maynard für die Debatte?
Der Fall Brittany Maynard verdeutlicht den Wunsch nach Selbstbestimmung am Lebensende und hat weltweit eine intensive Debatte über die Legalisierung von assistiertem Suizid ausgelöst.
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- Sarah Lange (Autor), 2015, Ein Tod in Würde. Aktive Sterbehilfe als letztes Recht des Menschen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301758