‚Mad Scientists‘ und grenzüberschreitende Wissenschaft? Eine Analyse der Darstellung von Wissenschaft in der Serie „Orphan Black“


Hausarbeit, 2015
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2. Künstliches Leben – die historische und aktuelle Diskussion
2.1. Grundlagen des Klonens
2.2. Zusammenfassung der historischen Entwicklung des Klonens
2.3. Rechtliche Lage
2.4. Ethische Verpflichtungen und Grenzen

3. Definition des ‚Mad Scientists‘

4. Filmanalyse Orphan Black
4.1. Einführung in die Thematik der Serie
4.2. Analyse und Interpretation der Darstellung der Wissenschaft
4.2.1. DYAD Institut
4.2.2. Aldous Leekie
4.2.3. Ethan Duncan
4.2.4. Cosima Niehaus

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Literatur

Internetquellen

Filme

1. Einleitung

Die Darstellung von Wissenschaft in modernen Massenmedien, wie beispielsweise dem Spielfilm oder der Serie, beeinflusst die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft. Bei kontroversen Wissenschaftsfragen können moderne Massenmedien Meinungsbildungsprozesse steuern und Einfluss nehmen auf das Bild, das in der Gesellschaft entsteht (Pansegrau 2009). Besonders bei ethischen Themen gibt es häufig eine ausgeprägte mediale Begleitung, so auch bei der Gentechnik, dem Klonen und der künstlichen Erschaffung von Leben. Die Angst der Menschen, Wissenschaft könne zur Bedrohung werden, Macht ausüben und kontrollieren, wird besonders häufig durch den Mythos der künstlichen Erschaffung von menschlichem Leben vertreten. Auch die Schaffung von Klonen oder die Veränderung von Erbmaterial gehören hierzu. Ursprünglich wurde dieser Mythos durch Doktor Faust (Goethe) geprägt. Mit der Frankenstein Verfilmung des Jahres 1931 wurde eine filmische Darstellung geschaffen (Weingart 2005). Diese Darstellungen zeigen meistens einen ‚Mad Scientist‘, der von seiner Forschung besessen und eingenommen ist und das Geheimnis des Lebens entschlüsselt zu haben scheint (Tudor 1989).

2013 wurde erstmals die Science-Fiction Serie „Orphan Black“ ausgestrahlt, in der es um mehrere Klone geht, die getrennt voneinander aufwachsen, sich durch Zufall begegnen und ihrer Herkunft auf die Spur kommen. Die Serie erhielt sehr gute Kritiken und in Amerika sahen sich insgesamt über 1,5 Mio. Zuschauer die erste Folge der zweiten Staffel an (www.bbc.co.uk). In der zweiten Staffel liegt ein Fokus auf dem DYAD Institut, dem wissenschaftlichen Institut, das die Klone erschuf und nun überwacht beziehungsweise betreut. Die Darstellung der Wissenschaft in dieser Serie wurde bislang noch nicht analysiert, obwohl dies ein zentrales Element ist. Da eine solche mediale Darstellung einen starken Einfluss auf die öffentliche Meinung haben kann, ist es erstrebenswert, herauszufinden, wie genau die Wissenschaft dargestellt wird. Aus diesem Grund ist es Ziel dieser Hausarbeit die Darstellung der Wissenschaft zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf den Fragen, ob die Wissenschaft als gefährlich und 1 dem Stereotyp des ‚Mad Scientists‘ entsprechen oder womöglich ein anderes Bild der Wissenschaft, die sich mit Klonen und Stammzellenforschung auseinandersetzt, projiziert wird.

Hierfür werden zu Beginn die Grundlagen, die Geschichte, die rechtliche Lage und die ethische Diskussion des Klonens eingeführt. Zudem wird der Stereotyp des ‚Mad Scientists‘ definiert, um danach ermitteln zu können, ob die Wissenschaftler in der Serie „Orphan Black“ ebenfalls diesem Stereotyp entsprechen und sich eventuell, durch das Erzeugen von künstlichem Leben und die Stammzellforschung, ethisch angreifbar machen. Abschließend werden die Erkenntnisse aus der Analyse dargestellt sowie ein Ausblick auf weitere Problemstellungen gegeben.

2. Künstliches Leben – die historische und aktuelle Diskussion

Um die Ethik im Film und die dort angesprochenen Themen des künstlichen Lebens und des Klonens zu behandeln, bedarf es vorab einiger Kenntnisse über die Genetik bzw. das Klonen selbst. Aus diesem Grund werden in Kapitel 2.1. einige grundlegende Informationen und Unterscheidungen bezüglich des Klonens dargelegt. In Kapitel 2.2. wird, zwecks besserer Einordnung in den geschichtlichen Kontext des Klonens, die historische Entwicklung des Klonens kurz zusammengefasst. Im folgenden Kapitel 2.3. wird die rechtliche Lage des Klonens weltweit und mit besonderem Fokus auf Deutschland dargelegt, damit dann in Kapitel 2.4. die ethische Auseinandersetzung mit diesem Thema erfolgen kann.

2.1. Grundlagen des Klonens

Bei der Diskussion um künstliches Leben und die Selektion von Menschen wird unterschieden zwischen der In-vitro-Fertilisation (IVF), also der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas, der Präimplantations- und Pränataldiagnostik (PID und PND), bei denen mögliche Krankheiten des zukünftigen Kindes bereits vor der Implantation oder Geburt diagnostiziert werden (Messer 2013), und dem Klonen, bei dem ein Organismus entsteht, dessen DNA im Zellkern identisch ist mit der eines anderen Individuums (Schreiner 2005).

Klonen kann generell durch das Embryo-Splitting oder den Kerntransfer erfolgen (ebd.). Das Embryo-Splitting wird aber nicht Gegenstand dieser Arbeit sein, da die Wissenschaftler in der Serie „Orphan Black“ den Kerntransfer für das Klonen nutzen.

Es wird zudem zwischen dem therapeutischen und reproduktiven Klonen unterschieden. Beim therapeutischen Klonen werden embryonale Stammzellen2 dazu genutzt, verschiedenste Zelltypen zu bilden, die für die Therapie eines Patienten notwendig sind, während beim reproduktiven Klonen das Ziel der ungeschlechtlichen Vermehrung von Organismen im Vordergrund steht. Sowohl beim therapeutischen als auch beim reproduktiven Klonen wird vornehmlich der somatische Zellkerntransfer (kurz: SCNT) als Kerntransfer-Technik genutzt. Hierbei wird ein ausdifferenzierter fetaler oder adulter Spenderzellkern3 in eine enukleierte4 Eizelle oder Zygote eingesetzt (ebd.).

Dem gegenüber steht das Klonen mit embryonalen Stammzellen als Kernspender. Bei dieser Art des Klonens werden „Zellen aus Embryonen im Morulastadium 5 oder aus der inneren Zellmasse von Embryonen im Blastozystenstadium 6 (ebd., S.15) entnommen. Dies geschieht also während Entwicklungsstadien des Embryos vor der Einnistung in den Uterus. Die gewonnenen pluripotenten7 Zellkerne werden nachfolgend für das Klonen genutzt. Diese Art des Kerntransfers zeigt eine größere Effizienz als der SCNT, weshalb vermutet wird, „dass Zellkerne von weniger differenzierten Zellen leichter durch Transfer in eine Eizelle zu reprogrammieren sind“ (ebd., S.16). Beide Arten des Zellkerntransfers benötigen als Akzeptorzelle eine enukleierte Eizelle oder Zygote (ebd.).

Es gibt zusätzlich zu diesen Kerntransfertechniken noch das Klonen mithilfe von genetisch modifizierten Zellen als Kernspender sowie den Chromatin-Transfer. Zudem wird seit einigen Jahren auch an induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) geforscht, für deren Herstellung keine embryonalen Zellen und Eizellen gebraucht werden. Hierbei werden, durch Reprogrammierung, differenzierte adulte Zellen zu induzierten pluripotenten Stammzellen, deren Funktionen vergleichbar sind mit denen der embryonalen Stammzellen (Takahashi/Yamanaka 2006).

2.2. Zusammenfassung der historischen Entwicklung des Klonens

Der Beginn der Genetik, und damit auch der Geschichte des Klonens, wird mit Gregor Mendels 'Versuche über Pflanzen-Hybride' aus dem Jahre 1865 in Verbindung gebracht. Der Begriff 'Genetik' wird allerdings erst 1905 in einer Studie von William Bateson über Vererbung das erste Mal verwendet (Messer 2013). Seit diesen Anfängen ist die Forschung weit vorangeschritten. Mittlerweile gibt es detaillierte Kenntnisse über die Chromosomen, Mutationen und das menschliche Genom. Das Klonen ist mit zunehmendem Wissen über die Genetik immer weiter in den Vordergrund der Forschung getreten.

Das Embryo-Splitting, bei dem ein Embryo spätestens im 16-Zellstadium in zwei (oder mehr) gleich große Zellansammlungen geteilt wird, wurde, inspiriert vom natürlichen Entwicklungsprozess eineiiger Zwillinge, als erste Klontechnik entwickelt. Diese Methode wird sowohl in den USA als auch in Deutschland bei Tieren bereits seit den 1980er Jahren angewandt. Die aufwendigere Methode des Zellkerntransfers hingegen wurde Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals an Froschembryonen erforscht. Seit der schottische Forscher Ian Wilmut 1996 bekanntgab, dass er, mithilfe des somatischen Zellkerntransfers, erfolgreich ein Schaf klonte (Campbell et al. 1996), das 1997 gesund mit dem Namen Dolly zur Welt kam, wurde über einige erfolgreiche Klonierungen durch SCNT berichtet (Jones et al. 2013).

Das internationale Humangenom Projekt verkündete 2003, dass das menschliche Genom komplett sequenziert wurde. Die entschlüsselte Abfolge der etwa 3,4 Mrd. Basenpaare der menschlichen DNA bildet die Grundlage für die weitere Erforschung biologischer Prozesse, Erbkrankheiten und der Gene selbst. Diese Erkenntnisse können Gentherapien möglich machen und auch die Entwicklung des Klonens beeinflussen (Collins 2003).

2008 veröffentlichte eine Gruppe von Forschern in der Zeitschrift „Stem Cell“ einen Artikel über ihr erfolgreiches Experiment, bei dem mithilfe von SCNT menschliche Blastozysten (Embryonen) geklont wurden (French et al. 2008). Dies gilt als erster gelungener Versuch, Menschen zu klonen.

Für das therapeutische Klonen sind die induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS), für deren Herstellung keine embryonalen Stammzellen oder enukleierten Eizellen als Akzeptorzellen benötigt werden, ein wichtiger Forschungsbereich. 2006 entdeckte Shinya Yamanaka die iPS und erhielt dafür 2012, gemeinsam mit John Gurdon, den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Da das reproduktive Klonen und auch das SCNT aufgrund von ethischen Aspekten, die in Kapitel 2.4. näher beleuchtet werden, in den meisten Ländern der Welt verboten sind, konzentriert sich die Forschung heute stark auf die iPS, um das therapeutische Klonen zu ermöglichen.

2.3. Rechtliche Lage

Es existieren zum aktuellen Zeitpunkt keine global verbindlichen Regelungen bezüglich des Klonens, sondern lediglich empfehlende Stellungnahmen. Die „Allgemeine Erklärung über das menschliche Genom und Menschenrechte“ der UNESCO vom 11. November 1997 fordert in Art. 11, dass "Praktiken, die der Menschenwürde widersprechen, wie reproduktives Klonen von Menschen, nicht erlaubt“ sein sollten. Die im März 2005 veröffentlichte „Erklärung zum Klonen von Menschen“ (Resolution 59/280) der Vollversammlung der Vereinten Nationen enthält den Aufruf nach einem vollständigen Verbot des Klonens von Menschen. Doch diese Erklärung wurde von einigen Staaten, u.a. von Großbritannien, Belgien und China, abgelehnt.

In der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ vom 7.12.2000 verbietet Artikel 3 (2) das reproduktive Klonen, doch andere Formen des Klonens, wie zum Beispiel die Gewinnung von embryonalen Stammzellen für das therapeutische Klonen, werden nicht verboten.

In Deutschland ist das Klonen durch das Embryonenschutzgesetz (ESchG) in §6 ausdrücklich unter Strafe gestellt. Es heißt:

„(1) Wer künstlich bewirkt, daß ein menschlicher Embryo mit der gleichen Erbinformation wie ein anderer Embryo, ein Fötus, ein Mensch oder ein Verstorbener entsteht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.[…]

(3) Der Versuch ist strafbar.“

Im Stammzellgesetz (StZG) wird zudem in §4 die Einfuhr und Verwendung von embryonalen Stammzellen generell verboten, mit der Ausnahme, dass unter bestimmten Voraussetzungen und mit behördlicher Genehmigung ein Gebrauch für Forschungszwecke erlaubt ist (§5 und §6).

Der rechtliche Rahmen spiegelt also eine Ablehnung des Klonens mithilfe von embryonalen Stammzellen wider. Die ethischen Hintergründe hierfür werden im folgenden Kapitel erörtert.

2.4. Ethische Verpflichtungen und Grenzen

In dem Buch „Mad, bad and dangerous? The scientist and the cinema” schreibt Christopher Frayling:

„Science is expected to stay within certain boundaries [...]. The boundaries are set by God and nature, through the wisdom of age and maturity. The scientist is expected to value domesticity and to keep his emotions on an even keel, rather than sacrifice his life some BIG IDEA“ (Frayling 2005, S.117).

Die Wissenschaft soll sich also in den gott- und naturgegebenen Grenzen bewegen und die Wissenschaftler selbst sollten ein Leben außerhalb der Wissenschaft wertschätzen und ihr Leben nicht für eine große Idee opfern. Zu diesen gott- und naturgegebenen Grenzen zählt für die meisten Menschen auch die Entstehung von Leben. Doch dass dies keine technische Grenze mehr darstellt, wurde in Kapitel 2.1. und 2.2. gezeigt. Während das Klonen von Tieren nur wenig diskutiert wird, birgt das Klonen von Menschen, sei es für therapeutische oder reproduktive Zwecke, einige grundlegende ethische Bedenken.

Bereits 1992 befasste sich William Anderson mit den ethischen Hintergründen der Gentherapie: Es sei ethisch unproblematisch, eigene Körperzellen genetisch zu therapieren, doch unethisch sei die Möglichkeit der Keimbahn-Gentherapie, also der Gentherapie der Keim-/Geschlechtszellen. Denn hierbei gäbe es medizinische Unsicherheiten, da u.a. zukünftige Folgen und Nebenwirkungen eines solchen Eingriffs noch unabsehbar seien. Darüber hinaus seien auch philosophische, ethische und theologische Sorgen zu beachten. Hierbei wird gefragt, ob Kinder das Recht auf ein nicht manipuliertes Genom haben oder wann die Grenze zum 'Gott spielen' überschritten werde. Zudem gibt es die Sorge, dass Gentechnik dazu verwendet würde, Menschen zu optimieren und sogenannte 'Designerbabys' herzustellen (Anderson 1992). Diese Optimierung von Menschen, die durch das Eliminieren von Krankheiten/Behinderungen mithilfe von PID/PND oder Keimbahn-Gentherapie erfolgt, wird ethisch hinterfragt, weil strittig ist, ob nicht hierdurch bereits wünschenswertes Leben definiert und durch den Eingriff das Leben einer anderen Person und das weiterer Generationen bestimmt wird. Das selektive Implantieren von Embryonen oder das Abtreiben von Embryonen mit genetischen Anomalien sei ein Ausdruck von Intoleranz gegenüber genetischer Vielfalt und physischer oder mentaler Divergenz. Diese Selektion führe dazu, dass man bewusst ein Kind modifiziert, das den eigenen Wünschen entspricht (Messer 2013).

Es ist eine Form der Eugenik, die bei einer solchen Therapie oder Auswahl stattfindet. Man versucht die erwünschten Erbanlagen zu vergrößern und die unerwünschten Erbanlagen zu verkleinern. Auch das therapeutische Klonen hat das Ziel bestimmte Gendefekte und Krankheiten zu beheben, damit ein Mensch dem Gesundheitsideal entspricht. Beim reproduktiven Klonen wird ein Mensch erschaffen, der dem Ideal einer bereits existierenden Person entspricht. Der Mensch wählt also beim Klonen aus, wer leben darf und wer nicht.

Dies halten viele Kritiker für eine zu große Macht, die der Menschheit und besonders der Wissenschaft nicht zusteht (ebd.).

Eine weitere fundamentale Kritik besteht darin, dass zum Klonen und generell zur Stammzellforschung Embryonen instrumentalisiert werden. Der Gebrauch und besonders der Verbrauch von frühen Embryonen werden als unmoralisch und menschenverachtend angesehen (Pompe/Tannert 2004). An diese Kritik ist ebenfalls die Diskussion gekoppelt, wann das menschliche Leben beginnt, ob nach der Befruchtung, nach der Einnistung in den Uterus oder nach der Differenzierung der embryonalen Zellen. In Großbritannien hat man sich beispielsweise darauf geeinigt, dass eine verbrauchende Embryonenforschung in den ersten vierzehn Tagen erlaubt ist (ebd.). Wichtig sei aber, dass die Menschenwürde unantastbar bleibt. Diese Menschenwürde, so argumentieren Kritiker, bestünde auch schon im Embryonalstadium (Damschen/Schönecker 2003). Die Bedeutung der Menschenwürde in Bezug auf Embryonen ist eine viel geführte Diskussion8, die im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter vertieft werden kann. Nichtsdestotrotz wird u.a. aufgrund dieser Debatte die Herstellung von iPS als große Chance für das therapeutische Klonen gesehen. Da die iPS ohne embryonale Zellen und Eizellen hergestellt werden können, gelten viele der ethischen Bedenken bei dieser Methode nicht.

Es wird dennoch kritisiert, dass zum Klonen von Menschen (außer bei der Herstellung von iPS) immer auch menschliche Eizellen benötigt werden. Diese müssen von Frauen gespendet werden, die, durch den finanziellen Anreiz, womöglich unter Druck stehen und ihre Eizellen für Geld spenden. Es besteht daher die Gefahr, dass bei der Legalisierung des Klonens ein ganzer Markt entsteht, auf dem Frauen ihre Eizellen verkaufen. Ein ähnliches Szenario ist beim reproduktiven Klonen auch für Leihmütter vorstellbar, die beispielsweise aufgrund von Geldmangel ihren Körper für das Austragen von Klonen anbieten.

Das reproduktive Klonen wird meist grundsätzlich mit moralischen Argumenten abgelehnt, doch das therapeutische Klonen, bei dem ebenfalls embryonale Stammzellen generiert werden, wird teilweise akzeptiert, da dies die Möglichkeit verspricht, eine Vielzahl von Krankheiten zu behandeln (Jaenisch 2004). In der ethischen Bewertung des Klonens wird damit auch zwischen den Zielen unterschieden, die das Klonen hat. Wer das gesellschaftlich erwünschte Ziel verfolgt, mithilfe von (embryonalen) Stammzellen, Krankheiten zu heilen, habe eine akzeptable Motivation und das Vorhaben scheint, trotz Verwendung von enukleierten Eizellen als Akzeptorzellen, legitim

[...]


1 Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird in dieser Arbeit nur die männliche Form verwendet, es sind aber stets auch weibliche Personen gemeint.

2 Embryonale Stammzellen sind undifferenzierte embryonale Zellen, aus denen die verschiedenen Gewebetypen des Körpers entstehen.

3 Diese Zellkerne werden aus Zellen gewonnen, die bereits eine definierte Funktion haben, wie z.B. aus Hautzellen einer erwachsenen Person.

4 enukleiert = entkernt, also eine Zelle ohne Zellkern

5 Stadium der Zellteilung unmittelbar nach der Befruchtung: Es bilden sich sekundäre Strukturen durch einen soliden Zellverband (bis etwa zum 4.Tag).

6 Stadium nach dem Morulastadium, bei dem ein mit Flüssigkeit gefülltes bläschenartiges Gebilde entsteht.

7 Fähigkeit, viele, aber nicht alle, Zelltypen zu bilden.

8 Siehe hierfür beispielsweise Aufsätze von Kurt Seelmann (Rechtsphilosoph).

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
‚Mad Scientists‘ und grenzüberschreitende Wissenschaft? Eine Analyse der Darstellung von Wissenschaft in der Serie „Orphan Black“
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V302553
ISBN (eBook)
9783668011120
ISBN (Buch)
9783668011137
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung von Wissenschaft, Filmanalyse, Wissenschaftsdarstellung, Orphan Black, Klonen, Science Fiction, Medienwirksamkeit
Arbeit zitieren
Levke Albertsen (Autor), 2015, ‚Mad Scientists‘ und grenzüberschreitende Wissenschaft? Eine Analyse der Darstellung von Wissenschaft in der Serie „Orphan Black“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302553

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