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Mentalitätenforschung. Über Jürgen Kamms Aufsatz „Mentalität, Habitus und Lifestyle“

Title: Mentalitätenforschung. Über Jürgen Kamms Aufsatz „Mentalität, Habitus und Lifestyle“

Essay , 2015 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Lindner (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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In seinem Aufsatz „Mentalität, Habitus und Lifestyle“ beschäftigt sich der Autor Jürgen Kamm mit den grundlegenden Fragen der Mentalitätenforschung. Unter Rückbezug auf das Konzept des Habitus nach Pierre Bourdieu verknüpft Kamm dabei leitende Begriffe der Mentalitätenforschung als Teil der Kulturwissenschaft mit praktischen, aktuellen Beispielen. „Unter Berufung auf Bourdieu [verweist Jürgen Kamm dabei] auf die Verbindung von Lifestyle und die verschiedenen Arten des Kapitals.“ Mentalität und Lebensstil stehen für Kamm dabei in einem engen Verhältnis miteinander. Den Grundlagen der Mentalitätenforschung und dem Konzept des Habitus nach Bourdieu vorausgehend, führt der Autor zuerst das Beispiel unterschiedlicher Mentalitäten in Ost- und Westdeutschland an, auf welches er sich auch abschließend noch einmal beziehen wird. Dem Leser wird anhand der divergierenden Deutsch-Deutschen Mentalitäten jene Problematik näher gebracht, die mit der Begründung von Ursachen unterschiedlicher Denkweisen einhergeht. Zu deren Lösung soll die mentalitätsorientierter Forschung als Teilbereich der Kulturwissenschaft beitragen. In einem anschließenden theoretischen Teil beleuchtet Kamm die Grundlagen der Mentalitätenforschung, wobei er an Pierre Bourdieus Konzept zum Habitus anknüpft. Am Beispiel sogenannter „make-over-programmes“ gelingt es dem Autor abschließend die Begriffe Habitus und Lifestyle miteinander zu verbinden. Ideologischen Verschönerungsprogrammen wie „What Not to Wear“ wird darin die Funktion zugesprochen, das habitualisierte Verhalten eines Individuums zu erschüttern, „da es neue Verhaltens- und Handlungsoptionen offeriert und diese [...] in neue Regelwerke fasst.“ In der hier vorliegenden Arbeit soll in erster Linie Jürgen Kamms Ansatz vorgestellt und erörtert werden, um anschließend etwaige neue Anknüpfungspunkte zu finden. Kamms Aufsatz ist dabei als ideale Ausgangsbasis für die Vorstellung jener Grundfunktionen einer Mentalitätenforschung einzuordnen, bietet aber zeitgleich viel Raum für weitere Interpretationen und Überlegungen. Während Jürgen Kamm die Frage nach den Gründen Deutsch-Deutscher Mentalitäten weitestgehend unbeantwortet lässt, soll daher in einem abschließenden Kapitel dieses Essays an die Konzeption der Nation als Kulturträger nach Klaus P. Hansen angeknüpft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung mentalitätsorientierter Forschung

3. Definitionsversuch Kulturbegriff

4. Praktische Analyse von Mentalitäten

5. Pierre Bourdieus Konzept des Habitus

6. Kapitaldifferenzierung in Anlehnung an Bourdieu

7. Vom Habitus zum Lifestyle – Entwicklung und Aufgabe von „Make-Over-Programmes“

8. Weiterführende Überlegungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und erörtert Jürgen Kamms Ansatz zur Mentalitätenforschung, indem sie dessen theoretische Grundlagen – insbesondere das Habitus-Konzept nach Pierre Bourdieu – analysiert und durch Ansätze von Klaus P. Hansen zur Nation als Kulturträger ergänzt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ursachen divergierender Mentalitäten und deren Sichtbarkeit in gesellschaftlichen Praktiken.

  • Grundlagen der Mentalitätenforschung als Teilbereich der Kulturwissenschaft
  • Analyse des Habitus-Begriffs nach Pierre Bourdieu
  • Verbindung von Mentalität, Habitus und Lifestyle am Beispiel von „Make-Over-Programmes“
  • Diskussion der Divergenz Deutsch-Deutscher Mentalitäten
  • Erweiterung der Problematik durch das Konzept der Nation als Kulturträger nach Klaus P. Hansen

Auszug aus dem Buch

Vom Habitus zum Lifestyle – Entwicklung und Aufgabe von „Make-Over-Programmes“

Um dem Thema einen aktuellen Bezugspunkt zu geben, lässt Kamm seinen Blick nach Großbritannien schweifen. An einem besonders prägnanten Beispiel wird hierbei erst die Schere zwischen kulturellem und finanziellem Kapital bewusst. Unser Fernsehen ist längst übersäht mit sogenannten „Make-Over-Programmes“, Lifestyle-Sendungen oder Verschönerungsprogrammen, die zum Großteil ihren Ursprung in Großbritannien finden. Anstoß zur Entwicklung solcher Programme war die Wahl Tony Blairs zum Premierminister. Mit ihm war auch die Vision einer klassenlosen Gesellschaft geboren, das Einkommen eines jeden sollte sich fortan über die Grenzen seiner Klassenzugehörigkeit hinwegsetzen und dadurch auch das Konsumverhalten jedes Individuums positiv beeinflussen. Von diesem Wirtschaftsschub profitierte vor allem die Arbeiterklasse, deren ökonomisches Kapital im Zuge der Entwicklungen wuchs, während das kulturelle Kapital jedoch gemäß ihres Habitus stagnierte. [D]ie britischen Fernsehanstalten [jedoch] fühlten sich in ihrer Funktion als mediale Ratgeber aufgerufen, diese Schere zu schließen und erste „Make-Over-Programmes“ entstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema Mentalitätenforschung unter Rückbezug auf Pierre Bourdieu und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

Bedeutung mentalitätsorientierter Forschung: Darstellung des Beispiels der differenzierten Denkweisen zwischen Ost- und Westdeutschland und Notwendigkeit mentalitätsorientierter Forschung.

Definitionsversuch Kulturbegriff: Gegenüberstellung verschiedener Kulturdefinitionen von Raymond Williams, Klaus P. Hansen und Ward H. Goodenough.

Praktische Analyse von Mentalitäten: Erörterung der theoretischen Punkte Kamms zur Mentalitätenforschung und deren handlungsleitender Funktionen.

Pierre Bourdieus Konzept des Habitus: Verknüpfung des Mentalitätsbegriffs mit dem Habitus-Konzept Bourdieus als Wissensreservoir einer Gesellschaft.

Kapitaldifferenzierung in Anlehnung an Bourdieu: Differenzierung zwischen ökonomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital.

Vom Habitus zum Lifestyle – Entwicklung und Aufgabe von „Make-Over-Programmes“: Untersuchung der medialen Verschönerungsprogramme als Versuch, die Schere zwischen ökonomischem und kulturellem Kapital zu schließen.

Weiterführende Überlegungen: Diskussion der Divergenz innerhalb der deutschen Nation unter Einbeziehung des Konzepts von Klaus P. Hansen.

Schlüsselwörter

Mentalitätenforschung, Habitus, Lifestyle, Pierre Bourdieu, Kulturwissenschaft, Kollektiv, Kapitaldifferenzierung, Make-Over-Programmes, Klaus P. Hansen, Nation, Sozialisation, Multikollektivität, Konsumgesellschaft, Identität, Denkweisen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Jürgen Kamms Aufsatz über Mentalität, Habitus und Lifestyle und untersucht die theoretischen Grundlagen der Mentalitätenforschung im kulturwissenschaftlichen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die Mentalitätenforschung, das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu, die Differenzierung von Kapitalformen sowie die mediale Inszenierung von Lebensstilen durch Make-Over-Sendungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Kamms theoretischen Ansatz zur Mentalitätenforschung darzustellen, kritisch zu erörtern und durch Perspektiven von Klaus P. Hansen auf die Nation als Kulturträger zu erweitern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Diskursanalyse, bei der soziologische und kulturwissenschaftliche Fachliteratur sowie Fallbeispiele (wie Make-Over-Programme) herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kultur, der Analyse von Mentalitäten, der Funktionsweise des Habitus-Begriffs und der Kapitaltheorie Bourdieus, angewandt auf aktuelle Medienbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mentalität, Habitus, Lifestyle, kulturelles Kapital, Kollektivbewusstsein und Identitätskonstruktion charakterisiert.

Wie verbindet der Autor "Make-Over-Programmes" mit dem Habitus?

Die Arbeit zeigt auf, dass diese Sendungen den Mangel an kulturellem Kapital thematisieren und versuchen, durch eine erzwungene Anpassung des Habitus an neue gesellschaftliche Standards den ökonomischen Status des Individuums zu beeinflussen.

Warum wird Klaus P. Hansen in der Schlussbetrachtung hinzugezogen?

Hansen wird hinzugezogen, um die Divergenzen der Mentalitäten innerhalb der deutschen Nation theoretisch breiter zu fundieren, als es bei Kamm der Fall ist, indem die Multikollektivität des Einzelnen betont wird.

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Details

Title
Mentalitätenforschung. Über Jürgen Kamms Aufsatz „Mentalität, Habitus und Lifestyle“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Interdisziplinäres Basismodul zur Einführung in den Theoriekomplex Literatur/Kultur/Medien
Grade
1,7
Author
Lisa Lindner (Author)
Publication Year
2015
Pages
12
Catalog Number
V302902
ISBN (eBook)
9783668013988
ISBN (Book)
9783668013995
Language
German
Tags
jürgen kamm mentalität habitus lifestyle essay
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Lindner (Author), 2015, Mentalitätenforschung. Über Jürgen Kamms Aufsatz „Mentalität, Habitus und Lifestyle“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302902
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