Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Ausdauertraining im Schulsport. Hier geht es zunächst um trainingswissenschaftlich relevantes Wissen, um Ausdauertraining in der Schule adäquat umzusetzen. Des Weiteren werden auch direkt konkrete Handlungsempfehlungen sowie Übungsformen für den Unterricht bereitgestellt.
Im zweiten Teil geht es dann vor allem um die Einbindung von Hausaufgaben in den Schulsport.Hier werden die Fragen beantwortet, warum das Hausaufgabenpotential auch im Sport abgerufen werden muss und wieso dies in der nahen Vergangenheit nicht getan wurde.
Außerdem wird auch in diesem Bereich eine konkrete Umsetzungsmöglichkeit von Ausdauertraining im Schulsport in Kombination mit gleichzeitiger Unterstützung durch ein Hausaufgabenkonzept vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Physiologische Anpassungen durch Ausdauertraining
2.1 Was versteht man unter Ausdauertraining?
2.2 Auswirkungen und Adaptationen eines Ausdauertrainings mit mittlerer Intensität
2.2.1 Sportherz
2.2.2 Kapillarisierung
2.2.3 Blut
2.2.4 Energiestoffwechsel
2.2.5 Maximale Sauerstoffaufnahme
2.2.6 Immunsystem
3. Sinnhaftigkeit von Ausdauertraining im Schulsport
3.1 Ergebnisse eines Unterrichtsexperiments zum Effekt von Ausdauertraining
3.2 Sinngebungen im Sportunterricht?
4. Ausdauertraining im Schulsport attraktiv gestalten
4.1 Beliebte Sportarten im Schulsport bei SuS'
4.2 Attraktive Übungsformen für ein Ausdauertraining im Schulsport
4.2.1 Methodisch-didaktische Hinweise zur Übungsvariation
4.2.2 Übungsformen Leichtathletik
4.2.3 Übungsformen Fußball
4.2.4 Übungsformen Volleyball
4.3 Effektivität von Ausdauertraining im Schulsport
5. Hausaufgaben im Sportunterricht?!
5.1 Didaktische Entwicklung von Hausaufgaben im Sportunterricht
5.2 Run(tastisch) & Bike - Ein Hausaufgabenkonzept im Ausdauertraining
5.2.1 Voraussetzungen Run(tastisch) & Bike
5.2.2 Durchführung von Run(tastisch) & Bike
5.2.3 Umsetzung im Sportunterricht
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Masterarbeit
Die Arbeit untersucht die Integration von Ausdauertraining in den Schulsport, um dem gesellschaftlichen Bewegungsmangel entgegenzuwirken, wobei insbesondere die Entwicklung eines Hausaufgabenkonzepts mit digitaler Unterstützung im Fokus steht, um die begrenzte Zeit im Sportunterricht effektiv zu kompensieren.
- Physiologische Adaptationsprozesse bei Ausdauertraining
- Sinnhaftigkeit und Attraktivität von Ausdauertraining im Schulsport
- Methodische Gestaltung von Ausdauerschulung in verschiedenen Sportarten
- Evaluation der Zeitstruktur und Effektivität im Schulsport
- Entwicklung und Implementierung eines Hausaufgabenkonzepts (Run(tastisch) & Bike)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die moderne und oftmals unnatürliche Lebensweise hat viele neue Probleme für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden geschaffen. Mangel an Bewegung, falsche Ernährung und der zunehmende Stress, den die Leistungsgesellschaft mit sich bringt, haben große Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Besonders Bewegungsarmut, die in großen Teilen der Gesellschaft vorherrscht, stellt eine ganz wesentliche Ursache für die beiden 'großen' Zivilisationskrankheiten Arteriosklerose und Herzinfarkt dar. Zu diesem Schluss kommt bereits im Jahre 1984 der Sportmediziner Ernst van Aaken (vgl. van Aaken, 1984, S. 56). Im Jahre 2008 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut eine Studie zum Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Im Ergebnis stellte diese Studie fest, dass der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher sich gegenüber den 1980er- und 1990er-Jahren um 50% erhöht hat sowie 15% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Übergewicht haben (vgl. Robert-Koch-Institut, 2008, S. 41). Weiter führen nach wie vor Herzkreislauferkrankungen die Mortalitätsstatistiken in Deutschland an. In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass im Jahre 2005 58,5% der Frauen und 41,5% der Männer an Herz-Kreislauferkrankungen verstarben (vgl. Graf & Halle, 2007, S. 1).
Schaut man in die aktuell gültigen Kerncurricula für das Fach Sport in Niedersachsen, so wird dort explizit als Zielperspektive von Sportunterricht genannt: "Befähigung zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Gesundheit." (Niedersächsisches Kultusministerium, 2007, S. 7) Weiter sollen die Schülerinnen und Schüler (in der Folge als SuS' abgekürzt) nach der sechsten Klassenstufe in der Lage sein, 25 Minuten bzw. nach der achten Klassenstufe 30 Minuten ausdauernd ohne Pause zu laufen. Schaut man weiter in den Bildungsbeitrag des Faches Sport, so wird dort angeregt, die SuS' zu einer gesunden Lebensführung zu erziehen und folglich an eine lebensbegleitende sportliche Betätigung heranzuführen (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2007, S. 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Bewegungsmangel als Gesundheitsrisiko und die Rolle des Schulsports, wobei die Forschungsfrage der Integration von Ausdauertraining und Hausaufgaben in den Sportunterricht hergeleitet wird.
2. Physiologische Anpassungen durch Ausdauertraining: Dieses Kapitel erläutert die trainingswissenschaftlichen Grundlagen des Ausdauertrainings und die damit verbundenen Adaptationsprozesse, wie Sportherz, Kapillarisierung und Stoffwechselanpassungen.
3. Sinnhaftigkeit von Ausdauertraining im Schulsport: Die Sinnhaftigkeit wird durch die Analyse von Unterrichtsexperimenten und die Diskussion gesundheitserzieherischer Aspekte begründet.
4. Ausdauertraining im Schulsport attraktiv gestalten: Es werden konkrete methodische Ansätze und Übungsformen aus Leichtathletik, Fußball und Volleyball vorgestellt, um Ausdauerschulung motivierend und effektiv in den Unterricht zu integrieren.
5. Hausaufgaben im Sportunterricht?!: Dieses Kapitel kritisiert das Fehlen von Hausaufgaben im Sport und stellt das Konzept "Run(tastisch) & Bike" zur Überwindung von Zeitrestriktionen und zur Sicherung der Übungskontrolle vor.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Ausdauerschulung zusammen und betont das Potenzial moderner Apps zur Lösung der Kontrollproblematik von Sporthausaufgaben.
Schlüsselwörter
Ausdauertraining, Schulsport, Gesundheitserziehung, Physiologische Anpassung, Hausaufgaben im Sport, Runtastic, Subjektive Belastungssteuerung, Bewegungsmangel, Sportdidaktik, Herzfrequenz, Leistungsfähigkeit, Trainingskonzept, Run & Bike, Bewegungszeit, Stoffwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Integration von Ausdauertraining in den Schulsport, um den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen und durch ein innovatives Hausaufgabenkonzept die begrenzte Unterrichtszeit auszugleichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die physiologischen Grundlagen der Ausdauer, die methodische Gestaltung attraktiver Sportstunden in verschiedenen Disziplinen und die Implementierung von digitalen Hausaufgabenlösungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Ausdauersport trotz geringer Unterrichtszeit in den Schulsport integriert werden kann und inwieweit ein Hausaufgabenkonzept (Run(tastisch) & Bike) dabei positiv wirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung sportwissenschaftlicher Literatur sowie der Entwicklung und fiktiven Unterrichtsplanung eines neuen pädagogischen Konzepts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt physiologische Adaptationsvorgänge, die Evaluation der Sinnhaftigkeit von Ausdauertraining im Schulsport, die Gestaltung attraktiver Übungsformen in Sportspielen und das spezifische Konzept der digitalen Hausaufgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ausdauertraining, Schulsport, Gesundheitserziehung, Subjektive Belastungssteuerung und das Hausaufgabenkonzept "Run(tastisch) & Bike".
Wie löst das Konzept "Run(tastisch) & Bike" das Problem der Kontrollierbarkeit?
Das Konzept nutzt Fitness-Apps und GPS-Tracking, um die zurückgelegte Wegstrecke und Belastungsdauer zu dokumentieren, wodurch die historische Kritik an der mangelnden Kontrollierbarkeit von Sporthausaufgaben entkräftet wird.
Warum reicht der reguläre Sportunterricht oft nicht für effektives Ausdauertraining aus?
Die Analyse zeigt, dass aufgrund von Rüstzeiten, Erklärungen und organisatorischen Unterbrechungen die effektive Bewegungszeit pro Sportstunde oft nur sehr gering ist, was für physiologisch wirksame Ausdaueranpassungen kaum ausreicht.
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- Andreas Gröger (Author), 2015, Hausaufgaben und Ausdauertraining im Schulsport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302978