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"Erfahrungsoffene Lebensschule" statt "langweiliger Unterrichtsanstalt". Zu Hartmut von Hentigs Versuch, die Schule "neu zu denken"

Título: "Erfahrungsoffene Lebensschule" statt "langweiliger Unterrichtsanstalt". Zu Hartmut von Hentigs Versuch, die Schule "neu zu denken"

Trabajo , 1996 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Kuhlmann (Autor)

Didáctica - Didáctica general, objetivos de la educación, métodos
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Peter Struck mahnt eine "Wiederentdeckung der Lehre von den sinnvollen Größen in der Pädagogik" an. Von einem "enormen Reformstau" spricht Rainer Winkel. Klaus Hurrelmann warnt, viele Schüler betrachteten ihre Schulzeit als "verlorene Lebenszeit". Eine Umfrage von 1990/91 ergab, dass gerade einmal ein Drittel der westdeutschen Jugendlichen gerne in die Schule gehen bzw. gingen.

Die seit Mitte der sechziger Jahre laufende Bildungsreform in der BRD scheint steckengeblieben zu sein. Die Diskussion darüber ist so alt wie die Reform selbst und wird nicht leichter dadurch, dass Lautstärke und Publizität einer Äußerung oft im Gegensatz zu ihrer Differenziertheit und ihrem Gehalt stehen. In der Öffentlichkeit dominiert ein Gemisch von Halbbildung und Weltanschauung.

Zu den gleichwohl zahlreichen Stimmen, die differenziertere Thesen für eine fortgesetzte oder auch neue Reform entwickelt haben, gehört der Bielefelder Pädagoge Hartmut von Hentig, dessen Schulprojekte große Aufmerksamkeit erregt haben. 1994 wandte sich von Hentig mit neuen Anregungen an die Fachwelt. Unüberlegte Veränderungen in der Schule hielt er für Kurieren an Symptomen. Nötig sei, die Schule "neu zu denken".

Die folgende Arbeit skizziert von Hentigs Ansatz, ergänzt ihn um ältere Überlegungen und stellt ihm Äußerungen einiger seiner Fachkollegen gegenüber. Daneben beleuchtet sie kurz die Frage, inwieweit sich einige der Reformansätze praktisch verwirklichen lassen. Daß ich im Verlauf einer einwöchigen Hospitation an meinem alten Gymnasium noch einmal verschiedene Arten von Unterricht miterlebt habe - darunter auch einen unfreiwillig wohl der Laborschule verwandten -, regte mich an, an einigen Stellen auf diese Erlebnisse zurückzugreifen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Von Hentigs Ansatz und Möglichkeiten seiner Verwirklichung

1. Zur Notwendigkeit, "die Schule neu zu denken"

a) Das erste Problem des Status quo: Die Schule als Vorbereitung aufs Leben und der nicht vorhersehbare zukünftige Wandel

b) Das zweite Problem: Das Verhältnis der Schule zur Gesellschaft

c) Das dritte Problem: Schulische Praxis und Erziehungswissenschaft

2. Ideen von Hentigs zu einer neuen Theorie der Schule

a) Die drei Grundbedingungen jeder Schultheorie

b) Vorbereitung einer Theorie: Zur Zweckbestimmung der Schule

c) Der Kern der Theorie: Konkrete Leitgedanken für die Schule

d) Der ergänzende Baustein der Theorie: Zu den pädagogischen Wirkungen der Außenwelt

3. Zur Umsetzung neu erdachter Konzepte im Zusammenspiel von Bildungspolitik, Erziehungswissenschaft und Praxis

III. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den pädagogischen Ansatz von Hartmut von Hentig, die Schule in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels und zunehmender Lernunlust grundlegend neu zu denken, anstatt lediglich bestehende Strukturen durch oberflächliche Reformen zu korrigieren. Sie hinterfragt kritisch, wie Bildung theoretisch und praktisch gestaltet werden kann, um Schülern wieder eine sinnvolle Lebens- und Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

  • Kritik an der aktuellen Schulpraxis und dem "Reformstau"
  • Die drei Grundbedingungen einer neuen Schultheorie nach von Hentig
  • Die Schule als "Erfahrungsraum" und Gegenentwurf zur "Roboterschule"
  • Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung reformpädagogischer Ansätze

Auszug aus dem Buch

c) Der Kern der Theorie: Konkrete Leitgedanken für die Schule

Die Schule ist - ohne sich der Bedeutung und der Konsequenzen bewußt zu sein - zum wesentlichen "Aufenthaltsort" ihrer Schüler geworden. An dieser Tatsache ist nichts zu ändern; von Hentig geht es nun darum, der Schule dies vor Augen zu führen. Am Aufenthaltsort soll bewußtes Leben möglich werden.33

Von Hentigs Theorie stellt hohe Ansprüche an die Schule: In dem, was sie ihren Schülern täglich an Erlebnissen bietet, muß sie zum Abbild der Gesellschaft werden, zu einer Brücke zwischen dieser und der Familie. Der Wert gemeinschaftlichen Lebens muß erfahrbar werden. Der Schüler soll sich als "ganze[r] Mensch entfalten können"; er soll sich mit dem Pluralismus konfrontiert sehen, um eine bewußte Wahl zu treffen.34

Den Wert gerade der beiden letzteren Bedingungen für die Identitätsfindung der Schüler hat Andreas Gruschka hervorgehoben35; "herauszufinden, was man selbst will [...], ist die einzige Chance, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln" (Günther Bittner36). Von Hentigs Schule als reales Abbild von Lebensumständen ist nicht zu verwechseln mit einer Hinerziehung zum kritiklosen Einfügen in die bestehende Gesellschaft: Dafür wäre es weder gewünscht noch erforderlich, den Schüler dergestalt in vielerlei Beziehung vor eine Wahl zu stellen. Erziehende Lebensumstände abzubilden bedeutet auch keineswegs, nur die Realität zu kopieren: Die Schule soll ein Stück der "besseren Welt" darstellen - nicht als Anlaß zum Tagträumen, sondern als Anreiz, diese bessere Welt später einmal ein wenig zu verwirklichen.37

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wahrgenommenen Reformstau im deutschen Bildungssystem und stellt Hartmut von Hentigs Forderung vor, Schule grundlegend neu zu konzipieren.

II. Von Hentigs Ansatz und Möglichkeiten seiner Verwirklichung: Dieser Hauptteil analysiert die Notwendigkeit von Reformen, entwickelt die theoretischen Grundlagen von von Hentigs Schultheorie und diskutiert deren Umsetzung unter Berücksichtigung von Bildungspolitik und Schulpraxis.

III. Schlußbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass die Umsetzung von Hentigs Ideen einen schwierigen "Drahtseilakt" darstellt, jedoch aufgrund der Mängel des gegenwärtigen Mainstream-Unterrichts unverzichtbar bleibt.

Schlüsselwörter

Hartmut von Hentig, Bildungsreform, Schultheorie, pädagogische Anthropologie, Laborschule, Erziehungswissenschaft, schulisches Lernen, Schulentwicklung, Identitätsfindung, Schulkultur, Unterrichtskritik, Lebensschule, Reformpädagogik, Bildungspolitik, Lernmotivation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den pädagogischen Ansatz von Hartmut von Hentig zur Erneuerung des Schulsystems und prüft, ob und wie dieser in der heutigen Praxis realisierbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kritik an der "Belehrungsschule", die Notwendigkeit einer neuen Theorie der Schule, die Bedeutung von "erziehenden Lebensumständen" sowie das Spannungsfeld zwischen politischen Vorgaben und pädagogischer Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, von Hentigs Reformkonzept darzustellen, es in den erziehungswissenschaftlichen Kontext einzuordnen und die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse zentraler Texte von Hartmut von Hentig sowie ergänzender Fachkollegen und bezieht eigene Erfahrungen aus einer Hospitation in den Analyseprozess mit ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Notwendigkeit des "Neudenkens" von Schule, die drei Grundbedingungen einer Schultheorie, die Rolle der Schule als "polis" und die Schwierigkeiten bei der praktischen Realisierung solcher Reformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Reformpädagogik, von Hentig, Schule als Lebensraum, Schultheorie und die Überwindung des lehrerzentrierten Unterrichts.

Warum hält von Hentig das "Neudenken" für notwendiger als bloße "Reform"?

Laut von Hentig sind frühere Reformbemühungen weitgehend steckengeblieben, da sie oft nur Symptome bekämpften. Ein radikales Neudenken ist erforderlich, um die Schule an moderne Anforderungen und die Identitätsbedürfnisse der Schüler anzupassen.

Welche Rolle spielt die Schularchitektur und -organisation für von Hentig?

Von Hentig setzt auf eine offenere Raumgestaltung statt abgeschlossener Klassenräume, um ganzheitliche "Erfahrungsfelder" anstelle einer starren Fächertrennung zu ermöglichen.

Was bedeutet der "Drahtseilakt" in der Schlussbetrachtung?

Er beschreibt die Schwierigkeit für Lehrkräfte, einerseits den nötigen Freiraum für schülerorientiertes Lernen zu schaffen und andererseits die Schüler erfolgreich aus ihrer Apathie gegenüber dem herkömmlichen Unterrichtsalltag zu lösen.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
"Erfahrungsoffene Lebensschule" statt "langweiliger Unterrichtsanstalt". Zu Hartmut von Hentigs Versuch, die Schule "neu zu denken"
Universidad
University of Münster  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Curso
Hauptseminar "Allgemeine Didaktik und pädagogische Ausbildung
Calificación
1,0
Autor
Michael Kuhlmann (Autor)
Año de publicación
1996
Páginas
18
No. de catálogo
V303209
ISBN (Ebook)
9783668018990
ISBN (Libro)
9783668019003
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hartmut von Hentig Laborschule Schule neu denken Bildungsreform Sekundarstufe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Kuhlmann (Autor), 1996, "Erfahrungsoffene Lebensschule" statt "langweiliger Unterrichtsanstalt". Zu Hartmut von Hentigs Versuch, die Schule "neu zu denken", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303209
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